- Tierheim Beitrag #1
Lilly Leindy
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Ein Besuch im Tierheim
Traurige Augen musterten ihn, deren Besitzer eingepfercht in Zwinger dasaßen und stumm um ein Stück Zuwendung, um eine Prise Aufmerksamkeit, um einen Hauch von Liebe flehten. Die Stimme der Befreiung klang so lieblich in seinem Ohr, dass der Wunsch, ihr nachzugehen, stetig wuchs. Doch bezwang er still kämpfend seinen großen Wunsch, den Ausgang aufzusuchen. Wie Himmel und Hölle lagen vor ihm die Freiheit und die Gefangenschaft. Ein Geruch von Trauer hing in der Luft, beißend und zwickend, süßsauer und bitter. Ein Meer aus ungeweinten Tränen umgab ihn. Verlassenheit, Einsamkeit und Trauer schienen von jedem Geräusch tausende Male reflektiert zu werden. Es durchbohrte sein Herz wie ein rostiger Speer, von Hand des Feindes geführt. Mit jedem Schritt wuchs der Stein, der ihn zu beschweren schien. Doch etwas ganz und gar Unerklärliches hielt ihn an jenem Ort, den das Glück nie besucht hatte. Dumpfer Schmerz pochte in seiner Brust und eine wütend knurrende Glut von Traurigkeit überschüttete ihn. Vergessen und ungeliebt waren all diese traurigen Kreaturen und sie flehten ihn nahezu an, ihm zu helfen. Wieder rief die Stimme der Befreiung nach ihm, dieses Mal süßlich und lockend. Kinderlachen, warmer Wind, Pferdeweiden, frisches Eis. Auf der anderen Seite Trauer, Einsamkeit, Verlassenheit und Angst. Gefangenschaft und Freiheit, Himmel und Hölle, Gut und Böse. Auf den Fußspitzen machte er geräuschlos kehrt und verließ mit hastigem Schritt das Tierheim, um wieder zu vergessen…
Traurige Augen musterten ihn, deren Besitzer eingepfercht in Zwinger dasaßen und stumm um ein Stück Zuwendung, um eine Prise Aufmerksamkeit, um einen Hauch von Liebe flehten. Die Stimme der Befreiung klang so lieblich in seinem Ohr, dass der Wunsch, ihr nachzugehen, stetig wuchs. Doch bezwang er still kämpfend seinen großen Wunsch, den Ausgang aufzusuchen. Wie Himmel und Hölle lagen vor ihm die Freiheit und die Gefangenschaft. Ein Geruch von Trauer hing in der Luft, beißend und zwickend, süßsauer und bitter. Ein Meer aus ungeweinten Tränen umgab ihn. Verlassenheit, Einsamkeit und Trauer schienen von jedem Geräusch tausende Male reflektiert zu werden. Es durchbohrte sein Herz wie ein rostiger Speer, von Hand des Feindes geführt. Mit jedem Schritt wuchs der Stein, der ihn zu beschweren schien. Doch etwas ganz und gar Unerklärliches hielt ihn an jenem Ort, den das Glück nie besucht hatte. Dumpfer Schmerz pochte in seiner Brust und eine wütend knurrende Glut von Traurigkeit überschüttete ihn. Vergessen und ungeliebt waren all diese traurigen Kreaturen und sie flehten ihn nahezu an, ihm zu helfen. Wieder rief die Stimme der Befreiung nach ihm, dieses Mal süßlich und lockend. Kinderlachen, warmer Wind, Pferdeweiden, frisches Eis. Auf der anderen Seite Trauer, Einsamkeit, Verlassenheit und Angst. Gefangenschaft und Freiheit, Himmel und Hölle, Gut und Böse. Auf den Fußspitzen machte er geräuschlos kehrt und verließ mit hastigem Schritt das Tierheim, um wieder zu vergessen…