Einschläfern lassen. Ich hab schreckliche Angst.

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  • Einschläfern lassen. Ich hab schreckliche Angst. Beitrag #1
BBBHunde

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Ach Leute, manchmal wirke ich auf Andere so robust, als könnte man mir gar nichts. Und jetzt bin ich so klein, so hilflos und unendlich traurig. Meine Bea schaut mich mit ihren feurigen Hundeaugen von der Seite an. Sie weiss nicht, dass dies ihre letzten wenigen Tage sind. Es kann sein, dass sie morgen schon eingeschläfert wird. Sie ist uralt und krank, und ich will nicht warten, bis sie nur noch geschunden in der Ecke liegt. ich finde, das darf man seinem Tier nicht antun. Aber es ist so schwer. Es ist ja immer noch Zeit, denkt man. Und dann wartet man. Und dann gibts kleine Besserungen, die einem vorgaukeln, es geht ihr doch ein Stückchen besser jetzt. Die Medikamente tun ihr schon gut, da glaubt man gelegentlich an kleine Wunder, um am nächsten Tag zu sehen, dass man zuviel wollte.
Ich hab so Angst! Angst vor der Leere. Bea ist die Übriggebliebene von meinem lustigen 3er Club (mit mir zusammen ein 4er-Bündnis), das mein Leben so lange bestimmt hat. Und ich habe so Furcht, wenn sie jetzt geht. Sie war noch die Brücke zu den Anderen.

Ich wollte mir eigentlich sofort einen anderen Hund holen, um mir selber zu helfen, mit dem Verlust fertig zu werden. Nun habe ich aber was richtig Teures an meinem Auto zu machen, das legt die Hundepläne erstmal ein paar Monate nach hinten. Leute, mir gehts furchtbar. Bitte sagt mir was.
 
  • Einschläfern lassen. Ich hab schreckliche Angst. Beitrag #2
Huhu,

Fühl dich gedrückt wenn du magst, es ist schwer in so einem Moment die passenden Worte zu finden.
Ich finde es gut das du ihr unnötiges Leid ersparen möchtest aber natürlich lindert es denn Schmerz ein geliebtes Tier gehen lassen zu müssen nur bedingt.

Ihr beide hatte sicherlich eine tolle Zeit zusammen und die kann dir keiner nehmen. Sie wird im Herzen und in Gedanken immer bei dir sein. Ich weiß das "ersetzt" nicht das tägliche Gekuschel usw. aber vergiss nie das sie eine Schöne und lange Zeit bei dir hatte und geliebt wurde!

Ich kann mir kaum vorstellen was für eine schmerzhafte Zeit du nun durch machst :( ich wünsche dir auf eurem Weg viel Kraft!

LG
 
  • Einschläfern lassen. Ich hab schreckliche Angst. Beitrag #3
Danke Nienna. Hab vielen Dank, du. Es ist sooo schwer, wenn man den Schritt vor sich sieht. Und dieses Mal weiss ich nicht, wie ich es verpacken soll. Das ist nun das vierte Mal, dass ich davor stehe, und jedes Mal waren diese Tage entsetzlich. Aber auch anders, weil der Tod so plötzlich über uns hereinbrach. Da steht man unter Schock, aber irgendwie ist der Schock auch ein Schutz, glaube ich manchmal.
Als Bogart starb, der so schlimm gebissen wurde und nach 4 Tagen auf der Intensivstation starb, haben wir bis zum letzten Atemzug gekämpft um sein Überleben. Danach konnte ich ein Vierteljahr nicht seinen Namen aussprechen, und ich konnte erst recht nicht sagen. "Bogart ist tot". Ich konnte es einfach nicht aussprechen. Die Tage, die Wochen, die Monate waren schlimm. Und ich habe so oft gedacht, 3 Minuten später wäre der andere aggressive Hund gar nicht mehr vor unserer Haustür gewesen. Warum musste er gerade dort sein, als ich mit meinem Hund das Haus verließ?
Aber ich hatte immer noch Bea, um die ich mich kümmern musste. Ich wurde nicht gefragt, ob ich wollte, ob ich rausgehen wollte. Ich musste ja. Und sie hat sicher unter meiner Trauer doch auch gelitten und auch unter dem Verlust ihres Kumpels.
Und Barney, drei Jahre vorher, ist auch ganz plötzlich gestorben, Milztumor, Krebs. Der Tumor war nicht rechtzeitig entdeckt worden und geplatzt, Nichts mehr zu machen, er wäre innerlich verblutet. Für ihn war das Einschläfern eine Erlösung. Er war auch sehr, sehr , sehr alt.

Jetzt ist es anders. Man bereitet sich auf den Moment vor, auf den man sich aber eigentlich gar nicht richtig vorbereiten kann. Es trifft einen doch mit aller Härte. Für mich nehmen die Tiere den Platz im Herzen ein, wie ein kleiner Mensch. Ein Wesen, das mich braucht, das von mir abhängig ist, das sich selbst nicht helfen kann. Dessen war ich mir immer bewußt.
Und trotzdem gab es Tage, die nicht gut waren. In denen ich Fehler gemacht habe, in denen ich mit meiner Hündin geschimpft habe oder sie zeitweise nicht wahrnahm. Und ich weiss, das sind die Gespenster, die in mir hochkommen, wenn sie nicht mehr ist. Die Schuldgefühle, manchmal nicht alles getan zu haben. Manchmal versagt zu haben. Und ich weine jetzt schon bei diesen Gedanken. Dabei liegt sie schnarchend neben mir. Sie weiss von gar nichts.

Es ist eine fast kindliche Frage. Aber warum muss uns immer etwas genommen werden, was wir soooo lieben? Was wir nie hergeben wollen.
 
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  • Einschläfern lassen. Ich hab schreckliche Angst. Beitrag #4
Ich weiß was du meinst, aber ich weiß gar nicht was schlimmer ist... Urplötzlich damit konfrontiert zu sein das der Beste Freund, das Familienmitglied nicht mehr da ist oder diese Gewissheit das man nur noch ein paar Tage/Wochen gemeinsam hat. Auf der einen Seite kann man sich bei letzterem noch verabschieden aber wie macht man das am besten? Verabschieden wenn man jemanden tief im Herzen eigentlich gar nicht gehen lassen will... das stell ich mir wirklich sehr, sehr schwer vor.

Aber ich denke auch das ihr beide das gemeinsam durchsteht, sie wird dir sicherlich dankbar für die Zeit sein und das du sie vor Schmerzen bewahren willst.

Du hast sicherlich alles in deiner Macht stehende für sie getan, leider kommt für uns alle irgendwann der Moment wenn wir uns von geliebten Menschen/Tieren verabschieden müssen.

Auch das mit deinen vorherigen Hunden tut mir leid :( Ich finde es dennoch schön das du anderen Hunden immer wieder nach diesen Schicksalsschlägen einen Platz bei dir gegeben hast und es auch wieder tun möchtest. Ich drücke die Daumen das es bald klappt und du einen kleinen Seelchen ein neues, schönes Zuhause bieten kannst.

LG
 
  • Einschläfern lassen. Ich hab schreckliche Angst. Beitrag #5
Das tut mir sehr leid für dich, Ich habe auch schon angst davor das es irgentwann mit meiner Hündin soweit ist :022:
Ich denke sie weiß das es bald soweit ist. Das spürt sie schon wegen dir. Und ich bin mir sicher das sie bereit ist zu gehen.

Ich kann mir vorstellen wie schwer diese zeit gerade für dich ist und wird, schon alleine der gedanke daran das meine Hündin irgentwann davon gehen muss, bringt mir die tränen ins Auge. *fühl dich und deine hündin gedrückt* Sie wird den Weg in den Hundehimmel mit freude gehen, denn sie trifft ja ihre Freunde wieder... und sie wird auf dich aufpassen.
 
  • Einschläfern lassen. Ich hab schreckliche Angst. Beitrag #6
Danke Dreamer97girl

Jetzt fühlt Bea aber nur, dass ich traurig bin, aber nicht, warum... das ist auch gut so... sie soll ja keine Angst haben. Ich glaub, dass sie glaubt, nö, soweit isses noch nicht. Sie gallopierte erst heute morgen durch den Schnee. Heute wollte sie mir zeigen: "Hey, Frauchen, ich bin wie Johannes Heesters, ich will noch 110 Jahre werden!" Sie hat sich nie aufgegeben, das taffes Mädchen. Und nun mit ihren fast 16 Jahren kann sie aber nur noch ziemlich heftig torkeln (Vestibularsyndrom) und sie ist fast blind und hört so gut wie nichts mehr und ich will nicht riskieren, dass sie noch einen vierten "Schlaganfall" (man nennt es ja so: Vestibularsyndrom, Schlaganfall beim Hund, auch wenn es das nicht ganz trifft) durchstehen muss... Es sind nur ganz wenige Tage.
Bea war bis vor einem Jahr nur einmal länger krank, das war, als sie auf dem Weg vom Tierheim Halle ins Tierheim hier in NRW eine schwere Erkältung bekam. Danach nie mehr. Ich liebe sie. Und ich werde ihr das in den nächsten Stunden und Tagen ganz oft sagen und zeigen. Sie weiss es aber auch.
 
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