Biologische Invasionen - Natürlich oder Sorge gerechtfertigt?

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Foss

Foss

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Grüße,

Angeregt durch ein anderes Thema möchte ich gerne das Thma "Biologische Invasion" ansprechen. Dies geschieht, wenn in ein Ökosystem frmde Tier/Pflanzenarten eingeschleppt werden und dies dann das vorhandene System bedrohen.
Andere Arten werden zurück gedrängt und durch eine schnelle Vermehrung kommt es unter anderem auch zum Aussterben bestimmter Tier- und Pflanzenarten. Sehr bekannt in diesem Bezug war die Einfuhr von Aga-Kröten in Australien, die mittlerweile für viele einheimische Tierarten eine Gefahr wird, da sie auch Mäuse und andere Tiere frisst.

Aufgrund dieser Gefahr ist die Haltung und Einfuhr von afrik. Riesenschnecken in der USA strikt verboten, und mittlerweile gibt es in Florida auch eine "Python-Plage."

Hier zwei Artikel darüber:





Es folgen mögliche Schäden für die Wirtschaft und für das gesamte Ökosystem.

Sollte man diesen Invasionen wirklich so kritisch gegenüber treten?
Ist eine biolog. Invasion nicht völlig natürlich?
Seit Jahrtausenden bahnt sich die Natur einen Weg und findet immer einen, sei es jetzt auf einsamen Inseln oder anderswo. Man denke an krokodile von einer Insel zur nächsten schwimmen oder an andere Tierarten die ein völlig neues Ökosystem betreten...im Grunde ist das doch völlig normal. Manche Artn entwickeln sich, passen sich an oder sterben aus.
Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben.

Ist diese "Sorge" (mancherorts Panik) der Menschen gerechtfertigt? Oder ist es im Grunde im Kopf der Menschen, das am besten alles gleich bleibt und sich nichts verändern soll? Wir wissen, Menschen sind ja Gewohnheitstiere...steckt vielleicht die Angst vor Veränderung dahinter?

Was sind eure Meinungen dazu?

LG Foss
 
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  • Biologische Invasionen - Natürlich oder Sorge gerechtfertigt? Beitrag #2
Ich gebe zu, dass ich die Links jetzt nicht gelesen habe :uups:
Aber ich denke, es ist etwas anderes, wenn z. B. Krokodile von Insel A zu Insel B schwimmen - das machen die Tiere von sich aus.
Was anderes ist es hingegen, wenn z. B. Insekten in Obstkisten per Schiff von A nach B transportiert werden - das machen weder Tiere noch Menschen freiwillig bzw. absichtlich - es passiert einfach. Und auch das kann schon schwerwiegende Folgen haben.
Und dann passiert es eben auch, dass Menschen ganz bewusst Tiere in eine fremde Fauna bringen - so wie eben mit den Aga-Kröten (und da gab´s doch auch noch andere Tiere, die in Australien die heimischen Tiere vernichten und ebenfalls bewusst eingeführt wurden - oder bin ich da jetzt auf einem falschen Dampfer? Das waren doch irgendwelche Säugetiere, oder? *grübel*)
Letzteren Punkt finde ich schon sehr bedenklich, da das ja wirklich vom Menschen bewusst (also nicht beabsichtigt, aber bewusst provozierte) Eingriffe in die Natur sind....

edit: Hier z. B.:
Die Tiere, die ich eigentlich suche, sind aber irgendwie noch nicht dabei. Ich suche weiter.... und hab´ inzwischen auch die Links gelesen ;)

LG, seven
 
  • Biologische Invasionen - Natürlich oder Sorge gerechtfertigt? Beitrag #3
Hey,

das ist ein interessantes Thema - der Beobachter Natur hatte das im Rahmen der Titelstory in der vorletzten Ausgabe auch aufgegriffen.
Und ich muss ehrlich sagen, so ganz weiss ich auch noch nicht, wo ich stehe. Beide Seiten bringen schlüssige Argumente.

Da hat man auch wieder die ganzen Abstuffungen zwischen Tierschutz, Artenschutz und Naturschutz drin ..

Ist eine biolog. Invasion nicht völlig natürlich?

Wenn der Mensch z.B. durch Aussetzen von Arten eine Invasion heraufbeschwört, halte ich das nicht für natürlich.
Wenn die Art allein in fremde Gebiete kommt, ist das logischerweise sehr natürlich.

Manche Artn entwickeln sich, passen sich an oder sterben aus.
Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben.

Wo du es ansprichst.
Ein grosses Problem ist das aktuelle Massenaussterben durch den Menschen verursacht.
Es ist eine offene Frage, ob durch Invasionen verdrängte und ausgerottete Arten unter diesem HIntergrund nicht irgendwann das Ganze kippen lassen. Viele Ökosysteme leben von der Diversität. Die schränken wir bereits ein, wann ist die Linie überschritten ? Solang es nicht passiert, wird das niemand wissen.

(und da gab´s doch auch noch andere Tiere, die in Australien die heimischen Tiere vernichten und ebenfalls bewusst eingeführt wurden - oder bin ich da jetzt auf einem falschen Dampfer? Das waren doch irgendwelche Säugetiere, oder? *grübel*)

Meist du erst Kaninchen (oder warens Hasen ?) und Füchse ?
 
  • Biologische Invasionen - Natürlich oder Sorge gerechtfertigt? Beitrag #4
Zum Thema invasive Arten:
Dafür müssen wir nicht nach Australien.
Man betrachte einfach mal den Waschbären, den Mink oder Marderhund.
Alles Arten, die hier schlichtweg nichts verloren haben, da keiner von ihnen den Weg hierher selbstständig gefunden hätte.
Der Marderhund vielleicht noch- der Waschbär hingegen ist einfach eine Art, die unser Ökosystem mancherorts massiv gefährdet und das natürliche Gleichgewicht stört.
 
  • Biologische Invasionen - Natürlich oder Sorge gerechtfertigt? Beitrag #5
Ich habe vor ner Zeit ne Doku (glaube DMAX) geschaut über den Wels, der in ein warmes Gefilde eingeführt wurde, von einem Deutschen, der Angler ist.
Er bereiste immer das Land und fand irgendwie nie schönes zum fangen, daher brachte er den Wels mit.
Dort wimmelt es von denen. Heimische Arten gibt es kaum noch. Anders wie hier vermehren sich diese dort ganzjährig und werden auch viel größer.
 
  • Biologische Invasionen - Natürlich oder Sorge gerechtfertigt? Beitrag #6
Meist du erst Kaninchen (oder warens Hasen ?) und Füchse ?

Nee - ich meine irgendwelche Tiere, die andere Tiere reißen... aber ich find´ sie gerade nicht...
Aga-Kröten reißen keine Schafe, oder? Ich bin gerade völlig verwirrt... Ich meine, es wären irgendwelche Säugetiere gewesen.... *grübel und kopfkratz*
 
  • Biologische Invasionen - Natürlich oder Sorge gerechtfertigt? Beitrag #7
Verwilderte Hunde gibt es auch reichlich - die hybridisieren mit den Dingos - auch eigentlich eine invasive Art.
Und Kaninchen und Füchse sind auch Säuger :003:
 
  • Biologische Invasionen - Natürlich oder Sorge gerechtfertigt? Beitrag #8
Aga-Kröten fressen aber durchaus Kleinsäuger;) Also auch durchaus Kaninchen.

Katzen sind in Australien übrigens auch ein riesengroßes Problem.
 
  • Biologische Invasionen - Natürlich oder Sorge gerechtfertigt? Beitrag #9
Ein sehr interessantes Thema:)
Panik finde ich nicht angebracht, aber es können eben wirklich schwerwiegende Folgen für das Ökosystem auftreten. Es gibt Arten, die ihre Nische hier finden und unproblematisch sind. Wir haben ja jetzt schon viele Arten, gerade auch im Pflanzenreich, die eingewandert sind und die man gar nicht als fremde Arten wahrnimmt.
Problematisch wird es immer dann, wenn die neue Art heimische Arten verdrängt und keine Konkurrenz hat. Das geht dann zu Lasten der Biodiversität. Mehrere heimische Arten sterben aus, ganze Ökosysteme verschwinden. Biologische Invasionen sind der Hauptgrund für den weltweiten Artenrückgang.

Es ist völlig natürlich, dass nach und nach Arten aussterben, andere sich durchsetzen usw. Das alles passierte aber bisher eher langsam. So schnell wie es jetzt häufig vonstatten geht, bleibt anderen Arten keine Zeit, sich an die neue Konkurrenz anzupassen. Es werden ja nicht nur Tiere und Pflanzen verbreitet, sondern mit ihnen auch Krankheiten.
 
  • Biologische Invasionen - Natürlich oder Sorge gerechtfertigt? Beitrag #10
Da hat man auch wieder die ganzen Abstuffungen zwischen Tierschutz, Artenschutz und Naturschutz drin ..

Genau das ist mein "Problem" und macht die Sache auch interessanter. Ich hatte ja eine Diskussion mit meinem Vater, er sieht den Menschen auch als Teil der Natur. Und wenn jetzt halt der Mensch Tier X einführt, bewusst oder nicht, und es kommt zu einer Invasion dann "Ist das halt so. Die Natur ist grausam, das war immer so und wird immer so sein." Er macht da keinen großen Unterschied.

Wobei ich hinegegen der Meinung bin, das er sich so das Ganze zu einfach macht, da ich persönlich gern ein wenig tiefer grabe. Daher auch meine Ansätze mit "alles soll am besten gleich bleiben", weil die meisten Menschen mit Veränderungen eben nicht klarkommen und man Angst vor Neuem hat. Ob bewusst oder nicht.

Manche Dinge finde ich schon "beängstigend", nämlich das öfter mal bei der Donau krokodile ausgesetzt werden und dergleichen. Mittlerweile gibt es ja in vielen unterirdischen Stadtkanälen auch lebende Krokodile (New York war das glaube ich?)

Ich persönlich bin definitiv gegen das Aussetzen von Tieren, ganz allgemein sowieso und vor allem bei Arten, die sich relativ schnell vermehren. Siehe Achatschnecken und co.
 
  • Biologische Invasionen - Natürlich oder Sorge gerechtfertigt? Beitrag #11
Ich meinte das eher so ..

Naturschützer konzentrieren sich auf das Funktionieren der Natur. Wenn da eine Art eine andere ersetzt, ist das okay, solang das Ökosystem weiterhin gut läuft.
Artenschützer konzentrieren sich auf die Arten. Das rote Eichhörnchen ist da ein gutes Beispiel. Da wird in Brittanien das graue Hörnchen massiv und zum Teil sehr unschön bejagt - damit das Rote als Art überlebt.
Ein Tierschützer käme nie auf die Idee, ein Tier zu töten, nur weil es ein anderes bedroht. Tierschützer sind also der Theorie nach gegen solche Artenschutzaktionen.
Aber als Tierschützer steht man dann auch schön in der Zwickmühle, weil man das Beste für alle Tiere will. Aber wenn die Art so konkurrenzstark ist oder sich extrem in der Fauna und Flora austobt und alles ausbeutet, schadet sie anderen Tieren ebenso. Kann man das noch mit dem Tierschutzstandpunkt vereinbaren ? Muss man nicht doch etwas tun ? Aber was ? Einfangen ? Umsiedeln ? Doch töten ? Als Tierschützer hat man ja auch schon das Problem mit der Ernährung von Fleischfressern. Manchmal habe ich das Gefühl, echter Tierschutz ist eine Utopie, man kann nur versuchen, das Beste zu machen. Irgendwo müssen Abstriche her. Nur wo, das muss dann jeder für sich entscheiden und kann dann von anderen "Gleichgesinnten" massive Kritik einstecken.
 
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