Dschin kastrieren: ja oder nein?

Diskutiere Dschin kastrieren: ja oder nein? im Hunde Gesundheit Forum im Bereich Hunde Forum; Hey Leute, Ich setze mich gerade damit auseinander, ob ich meinen 2- jährigen Dschin kastrieren lassen soll oder nicht. Ich bin weder Vertreter...
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #1
E

Etoileza

Gesperrt
Beiträge
235
Reaktionspunkte
0
Hey Leute,
Ich setze mich gerade damit auseinander, ob ich meinen 2- jährigen Dschin kastrieren lassen soll oder nicht. Ich bin weder Vertreter noch erklärter Feind von Kastrationen, aber in unserem Einzelfall tendiere ich mittlerweile eher dazu, weswegen ich ein bisschen recherchiert habe.
Empfohlen habe ich es nämlich schon öfters bekommen, wollte aber noch warten, bis sich seine geistige Entwicklung abschließt. Das ist nun, denke ich, der Fall.
Also zu meiner Frage: hat eine Kastration Einfluss auf die sexuell- konkurrenzbedingte Aggression gegenüber anderen Rüden, auf die extreme Erregung gegenüber läufigen Hündinnen und vor allem auf das zwanghafte Rammeln von Beinen Fremder(hier die Betonung auf zwanghaftes Verhalten, nicht das Zwischendurch- Rangordnungs- Rammeln:!:)?
Zur Ergänzung: ich bin zusätzlich noch sehr mit der Erziehung in all diesen Dingen beschäftigt, er lässt sich auch kontrollieren, aber man merkt deutlich seinen Zwiespalt zwischen Gehorsam und Reiz, vor allem an starkem Hecheln, erweiterten Pupillen, ausgefahrenem Penis... Aber das Wichtigste ist mir halt nicht, dass er pariert, sondern entspannt ist.:eusa_think:
Und ich will wirklich nicht irgendwann den Hund ständig mit Starkzwang führen müssen, nur damit seine Eierchen noch rumbaumeln dürfen.
Kann ich ihm also, und wenn, dann mit welcher Wahrscheinlichkeit, bei den genannten Dingen mit einer Kastration und postoperantem Training den Stress nehmen?
Dankeschön im Vorraus!

P.S. Ich habe mich schon mit Hilfe des Trainers versichert, dass es sich bei den Rüden nicht um Angst-, sondern um Konkurrenzaggression handelt und will mir sicherlich nicht die Erziehung sparen.
Deswegen habe ich auch sehr lange abgewartet, ob es sich doch noch mit Führung legt, was leider nur zu 60% der Fall ist. Also ist noch die leise Hoffnung da, die 40 Hormon- Prozente
durch die Kastration einzubringen:mrgreen:.
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #2
Hmm, was soll ich sagen. ICH würde es nicht machen. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn er sich nicht mit allen anderen Hunden versteht und läufige Hündinnen interessant finden ist auch nur natürlich. Das Rammeln ist sehr oft Gewöhnungssache und hört dann auch mit der Kastration nicht auf. Das ist etwas, was man von vornherein sehr konsequent unterbinden sollte.
Es geht hier ja nicht darum, dass er da zwei Eier baumeln hat.. man nimmt dem Körper wichtige Hormone, dessen Einfluss auf die Gesundheit wir noch nicht mal vollkommen erforscht haben. Auf jeden Fall sind die Einflüsse größer als "er mag dann nicht mehr Sex haben" (was nicht mal stimmen muss). Gerade bei uns Menschen ist man da viel weiter mit der Forschung und weiß um die gesundheitlichen Folgen. Östrogen ist vor allem wichtig für den Mineralstoffwechsel und Testosteron für den Muskelaufbau, beide sind von großer Bedeutung für den Knochenstoffwechsel. Hinzu kommt, dass alle Hormone ein Gleichgewicht bilden, welches man damit stört. Gerade an so Dingen wie der Fellveränderung sieht man doch sehr deutlich, dass es mehr Folgen haben kann als "da baumelt nichts mehr"... eben auch Dinge, die man gar nicht damit in Verbindung gebracht hätte.

Es ist aber im Endeffekt natürlich deine Entscheidung und so wie du schreibst, hast du sie auch schon gefällt. Das ist für mich auch in Ordnung. Ich bin froh, dass es keine Frühkastration wurde. Wirklich kritisch sehe ich nämlich nur diese. Wenn du also das Gefühl hast die Gründe sind gerechtfertigt und eine Kastration würde Abhilfe schaffen, würdest du auch meinen Segen bekommen (mir ist schon klar, dass du den nicht brauchst ;) )

Nur wie gesagt.. nur von der Beschreibung wären das für MICH noch keine Gründe für eine Kastration.
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #3
Danke Syn.
Würde ich alleine mit ihm leben, hätte ich nicht mal darüber nachgedacht.
Aber es ist wirklich stressig für ihn, sich mit sozialen Situationen auseinander zu setzen, obwohl ich ihn seit dem Welpenalter sozialisiert und geführt hatte.
Ich arbeite nun schon anderthalb Jahre konsequent mit ihm und unterbinde die genannten Dinge jedes Mal. Trotzdem wird es kaum merklich besser.
Nur, ich werde bald studieren und nicht mehr täglich den halben Tag Zeit haben, mich intensiv mit den Problemen auseinander zu setzen.
Er wird dann öfter mit meinen Eltern vorlieb nehmen müssen, die sich zwar auch bemühen, mir in der Führung nachzueifern, aber nicht das Einfühlungsvermögen haben, ihm Ruhe zu vermitteln, wenn er in solche Situationen kommt.
Ich hatte auch nie den Wunsch nach einer routinemäßigen Kastration.
Nur ist er halt ein Hund, der immer wieder auf das Äußerste ausprobiert. Und es ist auch völlig okay, nur ist es ein Unterschied, ob er nicht immer "bleiben" will, oder immer wieder völlig gestresst wird von den gleichen Situationen, obwohl ich schon so lange trainiert habe.
Es ist halt die Überlegung, ob nicht SEIN Leben etwas schöner wird und wir halt, wenn ich studiere, nicht mehr Ausflüge, als Trainingsstunden machen können.

P.S. Der Trainer war auch bis vor Kurzem gegen eine Kastration bei ihm und im Allgemeinen gegen Kastras ohne medizinischen Grund, aber in meinem Fall hat er mir vor Kurzem gestanden, dass es höchstwahrscheinlich etwas bringt und vom Verhalten her bei IHM wahrscheinlich nichts ins Negative zieht, da alle Negativverhalten, die er noch hat, zwar nicht mehr so extrem sind, aber immer wieder aufleuchten werden, weil sie als Grundbaustein das Sexualverhalten haben.
Sein Gedankengang: "Wasserspritzhalsband(sprich Zwang- ich will eigentlich nicht und er auch nicht wirklich:(), Leinenzwang(für mich keine artgerechte Haltung), oder Kastration. Such dir was aus, das Halsband und die OP sind gleich teuer."
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #4
Wie gesagt, musst du das mit dir und deiner Situation ausmachen. Was man aber nicht machen sollte ist, sich auf die Folgen verlassen. Genau wie die Risiken und negativen Folgen, müssen auch die positiven Effekte nicht eintreten. Es gibt kastrierte Rüden die trotzdem noch an läufigen Hündinnen interessiert sind und nicht wenige kastrierte Rüden haben genau wegen ihrer Kastration Stress mit Artgenossen. Das Rammeln ist wie gesagt auch oft Gewöhnungssache.

Ich habe damit zwar selber gar keine Erfahrung, aber wie wäre es denn mit einem Kastrations-Chip zum Testen? Zwar sollen die Folgen selbst dann nicht 100% absehbar sein, aber von den Berichten die ich kenne, hat man damit zumindest schon mal einen kleinen Einblick, was genau die Hormone nun eigentlich beeinflussen und was nicht.
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #5
Eigentlich keine schlechte Idee, aber laut meiner Erfahrung sind die Ergebnisse nicht immer so, wie bei einer "richtigen" Kastration.
Ich kenne einige Rüden, die nach einem Chip aggressiver wurden im Hinblick auf sexuell beeinflusstes Verhalten und dennoch kastriert wurden. Da hat es sich dann verflüchtigt und ist pos. geworden...
Denke mal, ich werde mich noch mit Tierärzten usw. beraten müssen, und ich predige ja auch nicht auf garantierte Veränderungen. Es sind mehr Hoffnungen:uups:.
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #6
Huhu,

meiner Erfahrung nach wird das Verhalten im Alter immer schlimmer. Mein Rüde aus Kindertagen hatte auch das ein oder andere Problem durch sein Intaktsein und es wurde eigentlich von Jahr zu Jahr schlimmer. Ab dem 10. Jahr wurde es wohl sehr schlimm, aber meine Eltern wollten ihn aufgrund des Alters nicht mehr kastrieren lassen. Konnte ja keiner ahnen, dass der Hund 19 wird :lol: Von daher tendiere ich schon zur Kastration, wenn er bereits mit 2 Jahren solche Probleme hat.

Also wenn es ganz sicher ist und dein Hund auch schon geistig ausgereift ist, würde ich wohl kastrieren :eusa_think:
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #7
Ob er auch 19 geworden wäre, wenn er schon früher kastriert worden wäre *hust*

Bei meinem Mylo wurde es mit dem Alter bis jetzt eigentlich zunehmend entspannter. :eusa_think:
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #8
Keine Ahnung, vielleicht wäre er sogar älter geworden, weil er nicht mit Hormonspritzen hätte vollgepumpt werden müssen. Vielleicht wäre er 25 geworden, wenn er besseres Futter bekommen hätte oder die Schlafstelle an einem anderen Ort gewesen wäre. Who knows? ;) Bei ihm war es der Fall, dass er zum Schluss arg gelitten hat (vor allem die letzten 2-3 Jahre) und viele Hormonspritzen bekommen musste. Halte ich jetzt nicht unbedingt für die bessere Alternative zur Kastration. Aber wie so oft weiß man sowas meist erst, wenn es zu spät ist. Rückblickend wäre für ihn eine Kastration der entspanntere Weg gewesen, aber das gilt natürlich nicht für jeden Hund.
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #9
Off-Topic
Schon klar. ;)
Es ging mir nur darum, dass man mit der Wegnahme der Hormone der Gesundheit eher schaden als nützen kann (wenn der Hund nicht gerade zufällig an Hodenkrebs erkrankt).

Was für Hormonspritzen hat er denn bekommen? Wäre bei ihm der Kastrationschips nicht auch eine Alternative gewesen? Damit hat man ja nicht die Risiken der Operation (ich nehme mal an, deswegen wurde es ab einem bestimmten Alter nicht gemacht). Ich frage aus reiner Neugier.
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #10
Hey,

ich habe mit Liam genau die gleiche Situation gehabt.
Bei ihm war es dann irgendwann so schlimm, dass er absolut gar keinen Sozialkontakt mehr mit anderen Hunden haben konnte, weil er einfach alles so extrem bedrängt hat, dass selbst die nettesten Hunde irgendwann zur Furie wurden.
Da half kein Unterbinden, keine Schleppleine, kein Loben, kein Schimpfen, kein Ignorieren- nichts mehr.
Und wir haben wirklich alles versucht was das Training so hergibt- gestresst war er aber immer.

Auslastung ging auch (fast) nicht mehr, weil er sich so in seinen "Wahn" reingesteigert hat, dass er überhaupt nicht mehr auf dieser Welt war.
Körperliche Auslastung hat ihn zwar an den Rand der Erschöpfung (und darüber hinaus) gebracht, aber er konnte dennoch nicht runterkommen.
Das hat der teilweise 4-5 Stunden am Stück durchgezogen.

Jetzt hat er einen Kastrations-Chip und ich habe mein Baby wieder.
Er ist jetzt wieder der nette, kleine Charmeur, der zwar nach wie vor manchmal eine lange Nase dreht, aber er ist wieder auf dem Boden der Tatsachen- er kann sogar wieder mit anderen Hunden spielen ohne zu überdrehen. Auch wenn er da jetzt ganz viel nachholen muss.

Soll eig. nur heißen: Bevor ich kastrieren würde, würde ich immer erst den Chip setzen lassen.
Einfach um abzusichern, dass das nicht einfach eine anderweitig motivierte Verhaltensauffälligkeit ist.
Wenn du der Meinung bist, dass du deinem Hund damit ganz viel Stress ersparen kannst- teste es und schau, ob es wirklich das Richtige ist.
Ist es das nicht, hast du keinen irreversiblen Schaden angerichtet;)

Grundsätzlich bin ich ja auch eher zu der Fraktion "Lieber spät oder gar nicht als zu früh und unnötig" gehörend, aber wenn das Ganze nicht aus Bequemlichkeit, sondern mit dem Hintergedanken der Steigerung der Lebensqualität des Hundes einhergeht sehe ich das inzwischen recht moderat.
Liam wird jetzt auch kastriert werden bevor die Hormone wieder einschießen- nochmal will ich ihm das nicht antun;)
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #11
Off-Topic
Es ging mir nur darum, dass man mit der Wegnahme der Hormone der Gesundheit eher schaden als nützen kann (wenn der Hund nicht gerade zufällig an Hodenkrebs erkrankt).

Was für Hormonspritzen hat er denn bekommen? Wäre bei ihm der Kastrationschips nicht auch eine Alternative gewesen? Damit hat man ja nicht die Risiken der Operation (ich nehme mal an, deswegen wurde es ab einem bestimmten Alter nicht gemacht). Ich frage aus reiner Neugier.

Wenn ich ehrlich bin, kenne ich keine Studie, die besagt, dass es gesundheitlich gesehen nützlicher ist, den Hund nicht zu kastrieren, als ihn zu kastrieren. Literatur und bisherige "Erkenntnisse" halten sich da irgendwie die Waage. Beide Wege haben ihre gesundheitlichen Vor- und Nachteile, weswegen ich bei jedem Individuum einzeln abwäge und keine allgemeingültige Aussage sehe, die für jeden Hund gilt. Es kann auch genügend Probleme durch das Intaktbleiben geben. Bei Andy kam dann zum Schluss noch die Psyche ins Spiel, sodass er das nicht mehr gut vertragen hat. Männer und ihr Schlong :lol:

Ich weiß leider nicht, ob es den Chip damals schon gab. Andy lebte von 1982-2001.

Wobei ich (bis auf das OP-Risiko) keinen wirklichen Unterschied zwischen Chip, Kastra und den Spritzen sehe. In allen Fällen nehme ich ja die Hormone weg. Wenn also die Wegnahme der Hormone ein gesundheitlich starkes Risiko ist, sind ja alle Möglichkeiten nicht gerade erstrebenswert :eusa_think: Chip und Spritzen machen natürlich Sinn, wenn man erst einmal gucken will, ob es sexuell motiviert ist. Aber wenn ich nur mit Hormonen argumentiere, müsste ich ja eigentlich jegliche Form der (chemischen) Kastration ablehnen.
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #12
Danke Leute!
Vor allem Liam vor dem Chip stimmt zu 150% mit Dschins Verhalten überein.
Ich hatte eigentlich nie von vorneherein eine Kastration geplant,nachher habe ich sogar Kastration als Routine abgelehnt, weil mich ein Video von Victoria Stillwell zur Frühkastration völlig geschockt hat:



Es wird bei ihm ja auch nicht immer schlimmer, wie bei Pewees altem Familienhund, er reagiert fast immer auf mich und lässt sich führen, aber in beschriebenen Stuationen steigt sein Stresspegel von 0 auf 100 und auch wenn ich daraus ein Training mache, er entspannt sich einfach nicht. 1 Stunde, 2 Stunden üben, mehr, es ist egal.
Ich habe die Situationen eine Millionen Mal mit ihm geübt. Und auch wenn sie spontan waren, blieb ich immer konsequent.

Dazu kommen halt die typischen Reaktionen- starkes Hecheln, die Pupillen so weit, dass man meint, er hätte schwarze Augen, ausgefahrener Penis...
Und ich weiß- Rammeln ist Erziehungssache- aber er hat vor der Geschlechtsreife nie aus "Dominanz" versucht, aufzureiten.
Weder Mensch, noch Tier.
Ich unterbinde es wirklich jedes Mal bei Gästen, aber entweder er meidet danach die Leute, oder er wird beim normalen Händeschnuffeln steif, weite Pupillen, die sonstigen beschriebenen Reaktionen treten ein, und versucht es wieder. Immer wieder hört er auf, guckt auf mich und kriegt dann eine beschwichtigende Körperhaltung, meidet wieder, aber wenn er von den Gästen gerufen wird, KANN er nicht anders interagieren.
Das übe ich übrigens seit 1,5 Jahren. Und ich bin kein Mensch, der mal sanft, mal sehr hart ist, sondern sehr konsequent. Wäre es reine Erziehungssache, müsste es sich nicht langsam geben?:(

Es ist wirklich- finde ich- Mist, ihn dann teilweise mit Zwang führen zu müssen, obwohl ich weiß, dass es sonst immer anders geht.
Und dann noch, wenn es nicht besser wird, der Stress von außerhalb + wiederholter Zwang, der nichts bringt, außer, dass der Hund nicht völlig abgeht, es ist einfach belastend für ihn,
es fruchtet nicht, man merkt deutlich, dass er selbst hin und her gerissen ist zwischen der Bindung zu mir und den beschriebenen Reizen.

Ich hab ja jetzt den Segen meines Trainers, der eigentlich sonst dagegen war, einen Termin zur Beratung bei unserer Tierärztin und ich frag sie auch nach den Chips.
Erst mal wollte ich mich halt bei so vielen Leuten, wie geht, informieren, damit ich Dschin auf keinen Fall etwas Schlechtes mit der Entscheidung tue:|
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #13
Naja doch, es gibt Studien. Die Bielefelder Kastrationsstudie ist wohl am bekanntesten. Es gibt auch schon neue, wie zum Beispiel von 2013 eine Studie speziell bei Golden Retrievern - die vor allem bei Frühkastration erhebliche Abweichungen bezüglich weiterer Erkrankungen (z.B. HD und ED) zeigte. Zu dem ist bei uns Menschen bekannt welche gesundheitlichen Folgen es haben kann und zu glauben, dass es bei Hunden keine geben soll, sehe ich als sehr naiv - komplett unabhängig von den Studien.

Wie Mido bin ich auch kein absoluter Gegner von Kastration. Ich finde das sehr passend:
"Lieber spät oder gar nicht als zu früh und unnötig"
Ich denke es gibt aber durchaus auch Fälle (auch welche, die nur aus dem Verhalten heraus begründet sind), bei denen eine Kastration angebracht ist und die eventuellen Vorteile die eventuellen Nachteile überwiegen.

Generell sprechen wir ja immer nur von Risiken und Chancen. Es gibt die Chance, dass ein Hund nach der Kastration kein Interesse mehr an läufigen Hündinnen hat und es gibt das Risiko, dass ein kastrierter Hund ein Kastratenfell bekommt (als Beispiel). Es muss aber bei beiden Fällen nicht so sein.

Da wir noch nicht soweit sind und alle gesundheitlichen Risiken abschätzen können, bin ich persönlich da noch sehr vorsichtig.

Wenn ich allerdings einen Hund habe, für den das Leben so wirklich eine Qual ist und es wahrscheinlich an den Hormonen liegt (und das muss am Ende eben der Halter selber entscheiden), dann würde ich das Risiko auf eventuelle negative Folgen auch eingehen. Wenn ich allerdings einen Hund habe der damit im gesunden Maße zurecht kommt sehe ich keinen Grund zur Kastration.

Und ja, Spritze, Chip und Kastration wären was die Hormone angeht natürlich ähnlich zu bewerten. Aber es ging mir ja auch gar nicht darum zu beurteilen, ob der Hund nun die Hormone besser gehabt hätte oder nicht. Das werdet ihr schon am Besten beurteilt haben. Ich fragte aus reiner Neugier.
Ich weiß aber auch nicht ob es zu der Zeit damals den Chip schon gab. Wahrscheinlich wohl nicht.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

@ Eto:

Ich sagte es ja am Anfang schon. Meinen Segen hättest du auch. Ich finde du hast dich ausreichend Informiert und hast auf verschiedenste Weisen probiert es auf andere Weise in den Griff zu bekommen. Ob es am Ende die richtige oder falsche Entscheidung ist, kann man leider vorher nie sagen. Wenn es ihm aber jetzt damit einfach nicht gut geht (und dir ja auch nicht), dann sehe ich da kein Grund der dagegen spricht.

Du machst dir wirklich Gedanken und machst es nicht mal eben so als Routine. Es ist ja auch keine Frühkastration mehr.
Ich denke du musst da wirklich kein schlechtes Gewissen haben.
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #14
Hey,

grundlegend würde ich dir auch zu einem Chip raten- allein aufgrund der tatsache dass eine Kastra Verhalten nicht nur mildern sondern genausogut verstärken kann. Wäre weder für Dschin noch für dich besonders schön :?

Sag mal, zu dem extremen Stressen... wie oft kommt das vor? Ich habe da in den Hintergedanken dass Hunde Adrenalin relativ langsam abbauen (~24std?) und man den Hund dermaßen "überreizen" kann das nichts mehr geht. Würde auch sein extremes Stressverhalten erklären. Dass er also mehr oder weniger von einem Adrenalin-High ins nächste rutscht und so gar nicht mehr runterkommen kann.

Ich mein, Poco ist WIRKLICH hypersexuell. Ein prolo vorm Herrn (und das mit einem Ei :roll:). Aber selbst er zeigt in schlimmsten Momenten (Hündin in der Standhitze vor der Nase) nicht so ein verhalten. Und auch bei Abbey (Angsthund) habe ich ein DERMAßEN massives Stressverhalten nicht beobachten können...
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #15
Off-Topic
Sag mal, zu dem extremen Stressen... wie oft kommt das vor? Ich habe da in den Hintergedanken dass Hunde Adrenalin relativ langsam abbauen (~24std?) und man den Hund dermaßen "überreizen" kann das nichts mehr geht. Würde auch sein extremes Stressverhalten erklären. Dass er also mehr oder weniger von einem Adrenalin-High ins nächste rutscht und so gar nicht mehr runterkommen kann.
Da ich das ganze Spiel ja mit Liam auch durch habe nur kurz dazu: Wir haben das auch immer wieder mit "Isolation" versucht- also alle Reize vermieden von denen ich wusste, dass sie ihn stressen. Dadurch ist man aber verflucht eingeschränkt. Bei ihm fing es schon an stressig zu werden, wenn er auch nur einen Fuß außerhalb unseres Grundstückes gesetzt hat. Hab zwar versucht ihn dann eben nur zuhause/im Garten so auszulasten, dass er kaputt war (eben mit Longieren, Suchspielen usw. usw.), aber wenn man eben einen Hund hat, der auf jeden Reiz so reagiert...bei mir hatte sich dann die Mühsal erledigt als eine Hündin (nicht mal läufig) in unsere Einfahrt gelaufen ist. Er hat sie nicht gesehen, gar nichts, aber ab da war wieder vorbei. Das macht niemandem Spaß mehr...Dosierte Reizkonfrontation ist da einfach verflucht schwer und der Hund rutscht ständig wieder in dieses ekelhafte Stressverhalten rein. Zumindest Liam hatte dadurch dann irgendwann stressbedingt richtig schlechte Blutwerte usw. usf., weil sein ganzer Organismus so am Überdrehen war.
 
  • Dschin kastrieren: ja oder nein? Beitrag #16
Bei uns ist es wie bei Midoriyuki und ihrem Liam:
ich überreize ihn nie, meide auch eher die Situationen, wenn er schon zu erregt ist und versuche es in einer ruhigeren Minute erneut. Dass ich geschrieben habe, dass Übungen von 2 Stunden und mehr nichts bringen, heißt ja nicht, dass ich mich täglich neben intakte Rüden mit ihm stelle und dann anfange rum zu doktorn.
Es sollte nur heißen, dass ich normalerweise meinen Hund kenne, und weiß, dass es manchmal um die halbe Stunde dauert, etwas durchzusetzen. Aber dann geht es auch.
Bei genannten Sachen dachte ich ja auch zuerst, er stellt sich nur ganz besonders eselig und habe es immer wieder probiert.
Und: Er bleibt ja auch "ziemlich" ruhig, solange es nicht zur direkten Interaktion kommt. Er reagiert, achtet so viel wie sein muss auf mich. Was ihm ziemlich schwer fällt, da ich ohne Leckerl trainiere.
Schnüffelt er aber und nimmt den Geruch auf, geht es direkt los mit dem Wahnsinn. Und ja, ich schaffe es, ihn zu kontrollieren, aber er ist nie entspannt, meidet entweder total, oder verfällt in altes Verhalten.
Dazwischen gibt es für ihn nichts. Und es ist ja leider so, dass auch ein erzogener Hund, der dermaßen erregt ist, sich nicht immer an die Kommandos halten kann,der Reiz verführt ihn immer wieder.
Und man ist wirklich ziemlich eingeschränkt,man kann den Hund natürlich immer noch viel mitnehmen, was ich auch tue, aber man muss immer auf mögliche Erreger aufpassen, weil man ja in der direkten Konfrontation gar keinen Einfluss hätte.Insofern- nicht wirklich schön weder für Hund noch Halter:|
 
Thema:

Dschin kastrieren: ja oder nein?

Oben