Ricos weiteres Leben mit SLO + DLE und neues Problem

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tanja_79

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Hallöchen!
melde mich heute wieder mal zurück mit einem Update hinsichtlich Ricos Autoimmunerkrankung ( ) und der aktuellsten gesundheitlichen Problematik:

Rico ist nun im Oktober zwischenzeitlich 15 Jahre alt geworden.

Mit dem SLO können wir inzwischen gut leben. Wie bei vielen SLO-Hunden scheint die Fettsäuren-Therapie hier ganz gut anzuschlagen. Desweiteren halten die Chlorhexidin-Bäder die Nagelbettentzündungen im Zaum. Klar finde ich hier und da noch abgefallene Krallenhüllen in der Wohnung, aber alles bricht inzwischen doch meist unspektakulär und unproblematisch weg. Zum TA wegen kritisch freiliegendem "Leben" mussten wir schon ewig nicht mehr.

Weit weniger erfreulich ist die ganze DLE-Geschichte. Seine Nase ist eine reine Kraterlandschaft und ist er mal ne halbe Stunde unbeaufsichtigt, reißt er sich massakerähnlich mit den Krallen das Grind herunter. Mit den regelmäßigen Kortisonkuren hab ich zwischenzeitlich aufgehört, da sich bei der letzten Dosierung schon keine nennenswerten Besserungen/Linderungen mehr erzielen ließen, jedoch aber Unverträglichkeiten ggü. dem Kortison zum Vorschein kamen. Ich bin dann hergangen und habe mir in der Apotheke ein Mini-Zerstäuberfläschchen geholt und dieses mit (reinem) Sesamöl befüllt. Wenn er schläft bekommt er nen Sprüher (natürlich nicht von vorne in die Nasenlöcher, sondern von der anderen Seite auf den Nasenrücken) aufs Näs´chen, damit sie ein klein weniger geschmeidiger und feuchter ist und somit nicht ständig bei jedem kleinen Nieser an allen Stellen stark blutend aufreißt.

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Ansonsten ist er, gerade in Anbetracht seines Alters, noch unglaublich fit. Er trabt locker noch 1 ¼ Stunden durchgehend neben od. vor mir her, ohne Ermüdungserscheinungen, spielt durchaus noch gern, hat viel Blödsinn im Kopf, freut sich wie ein kleines Kind wenn es rausgeht, jumpt fröhlich die Couch noch rauf und runter, nimmt unverändert am Alltagsgeschehen teil und zeigt noch keine Altersdemenzanzeichen. Beim täglichen "Oma-Besuch" muss er vor sich selbst geschützt werden und grunsätzlich angeleint in die Wohnung geführt werden, weil er sich vor lauter Freude schon noch im Aufzug nicht mehr einbekommt und bereits mehrfach übelst (auch blutig) bei der "Wohnungsstürmung" aufgrund des glatten Laminatbodens verletzt hat.

Unterm Strich könnte alles eigentlich so schön sein, wenn Rico nicht die männliche Version der Pechmarie wäre. Durch die Folgen eines letztjährigen Mißgeschicks spiele ich nun mit dem Gedanken, ihn kommende Woche zuhause einschläfern zu lassen, was mir beinahe das Herz zerreißt. Beim Fressen eines Hühnerhalses hatte er es leider geschafft, sich einen Fremdkörper (Knochen-/Knorpelsplitter?) im Oberkiefer einzubeißen. Aufgrund der gezeigten Symptome damals war mir sofort klar, dass was "schlimmes" passiert ist. Zunächst hoffte ich noch, dass "nur" irgendwas irgendwo zwischen den Zähnen o.ä. feststeckt, aber eine gründliche Nachschau mit Taschenlampe führte zu keinerlei Fund, außer einer auffälligen Stelle seitlich im Oberkiefer. Da er sich aber im direkten Anschluss des Hühnerhalses versuchte mit den Pfoten etwas aus der Maulhöhle zu "kratzen", war nicht klar, ob es sich hier nun um eine Krallenverletzung oder eine "Einbiss-Stelle" handelt. Ich rief in der TK an, schilderte den Unfall und wir einigten uns darauf, dass ich als Sofortmaßnahme mit Kortison beginne. Rico ist in der TK bekannt wie ein "bunter Hund" und dass ihm ein TA nicht bei Bewusstsein in die Nähe seiner Nase kommt, war uns allen klar. Da seine Selbstverletzungsattacken im Maul am 2. Tag traurigen Höhepunkt erlangten, rief ich direkt in TK an und teilte mit, dass ich ihn trotz des hohen Narkoserisikos jetzt sofort zum narkotisieren und untersuchen bringe. Ich war sehr entschlossen in meiner Entscheidung und wollte das Risiko in jedem Fall eingehen; seine TÄin brach die Narkosevoruntersuchung jedoch ab mit den Worten "mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 90% wacht er nicht mehr aus der Narkose auf. Dennoch ist seine Zeit noch lange nicht gekommen - lassen Sie es uns mit einer Verdachtsbehandlung auf eine vergehende Verletzung probieren. Wenn Sie auf eine Untersuchung bestehen, suchen Sie bitte eine andere TK auf - ich werde ihn nicht narkotisieren!". Toll, dachte ich mir und es folgte eine lange Diskussion und am Ende überstimmten mich die TÄin und meine Mutter letztlich doch, auf was "verheilendes" zu hoffen und ihn mit massenweise Kortison, 8 Novalgin-Tabletten am Tag, Magenschoner und haste nicht gesehen vollzupumpen.

Die Selbstverletzungsattacken mit den Pfoten hörten auf - nicht aber das abgehackte Gähnverhalten das er seit dem Hühnerhalsvorfall hatte (als würden die Kiefer nicht mehr "ineinander passen") und mein Bauchgefühl. Lange Rede - kurzer Sinn, es hat sich im Laufe der Zeit seitlich am Oberkiefer eine inzw. groß gewordene Wucherung (?) gebildet. Er hat eine nun deutlich sichtbare dicke Backe und ich vernehme Eitergeruch. Er frisst zwar noch ohne Probleme, aber das dürfte eine Frage der Zeit sein. Er ist sehr tapfer was das wegstecken von Schmerzen ist. Man merkt ihm kaum etwas an und er spielt uns den lustigen fröhlichen Hund. Seit 1 Woche ist es nun aber so, dass er regelrecht Angst hat in sein k9-geschirr oder in seinen Regenmantel zu schlüpfen - auch lässt er sich nun selbst von mir nicht mehr im betroffenen Maulbereich anfassen. Für mich nun ein Zeichen, dass jetzt was geschehen muss. Inzwischen bin ich soweit, dass ich dazu tendiere, jetzt in Ruhe abzuschließen, als ihn einem aussichtslosen OP-Versuch zu unterziehen, zumal ich seine Angst und Panik in der TK/vor Tierärzten kenne. Ich liebe ihn zu sehr und es wäre für mich unverzeihlich, wenn Angst und Panik das Letzte wäre, was er empfindet und mir dann auf dem OP-Tisch verstirbt.

Ich weiß grad nicht was richtig und falsch ist. Seine Herzerkrankung samt regelmäßigen Aussetzern ist mit Sicherheit nicht besser geworden und die mittlerweile ins Land gezogenen Monate haben ihn auch alles andere als jünger werden lassen. Wie würdet denn ihr handeln in einer derartigen Situation? Würdet ihr überhaupt in Betracht ziehen, einen 15 Jahre alten (großen) Hund noch einer OP zu unterziehen? Allein für die Überlegung halten mich schon viele für verrückt.

Kann mir schwer vorstellen, dass es annährend wirklich ertragbare Schmerzen sein können, die er da hat
 
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  • Ricos weiteres Leben mit SLO + DLE und neues Problem Beitrag #2
Hallo Tanja,
mit zunehmender Traurigkeit habe ich deinen Bericht gelesen.

Ich würde an deiner Stelle genauso handeln.
Ich liebe meine Hunde zu sehr um Ihnen solche Qualen - und in dem Falle erscheint mir eine Untersuchung eher eine Qual - anzutun.

Es gehört häufig eine größere Portion Liebe dazu sein geliebtes Tier gehen zu lassen.
Rico ist 15 und hatte bei dir ein gutes Leben. Du hast ihm das Leben so angenehm wie möglich gemacht.

Ich verstehe auch die Aussage der TÄ. Wenn sie die Probleme des Hundes kennt und davon ausgeht kann/muss, dass der Hund die Narkose nicht überlebt dann zu sagen: "nein, mache ich nicht"... dazu gehört auch eine Menge Mut.
Denn den Frust und das Unverständnis der Besitzer muss sie "ertragen".

Ich würde meine Hunde gehen lassen, wenn ich in der gleichen Situation wäre.
Wenn dann noch die Möglichkeit besteht, dies zu Hause in seiner gewohnten Umgebung geschehen zu lassen....

Ich wünsche dir bei der bevorstehenden Entscheidung jede Menge Kraft.

Rico wird es verstehen.
Auf der anderen Seite des Regenbogens wird er keine Schmerzen mehr haben und er wird mit all unseren Vierbeinern, die wir schon gehen lassen mussten eine gute Zeit haben und auf dich warten.

Fühle dich gedrückt, wenn du magst.
 
  • Ricos weiteres Leben mit SLO + DLE und neues Problem Beitrag #3
danke für deine Worte Para.

Nachdem sich in der Vornacht die Gelegenheit ergab einen Blick auf das ganze Ausmaß in seiner Maulhöhle zu erhaschen, war für mich klar, dass ohne weiteres Zuwarten gehandelt werden muss.

Nachdem ihm die TÄ ein Beruhigungsmittel gespritzt hatte, schlief er 5 Minuten später leise schnarchend in meinen Armen ein. Danach wurde dann der Venenzugang gelegt und kurz darauf ging er für immer. Den ganzen Vorgang hat er glücklicherweise verschlafen.


Gute Reise mein Schatz!!
 
  • Ricos weiteres Leben mit SLO + DLE und neues Problem Beitrag #4
Das tut mir so leid.
Aber du hast das Richtige getan. Er wird es dir danken.
Ich drück dich still.
Gute Reise Rico. Schlaf gut
 
  • Ricos weiteres Leben mit SLO + DLE und neues Problem Beitrag #5
Tanja - es tut mir schrecklich leid. Ich kann deinen Schmerz verstehen.

Aber du hast richtig entschieden.
Rico ist nun auf der anderen Seite des Regenbogens. Dort hat er keine Schmerzen mehr.

Ich kann dir nur sagen, dass ich in Gedanken bei dir bin und dich noch einmal ganz feste drücke.
 
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