Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund"

Diskutiere Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" im Hunde Gesundheit Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo zusammen, da ich mit meinem Latein dann doch mal wieder am Ende bin, hoffe ich auf Tipps und evetuelle Lösungsansätze von euch! :mrgreen...
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #1
Tompina

Tompina

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Hallo zusammen,

da ich mit meinem Latein dann doch mal wieder am Ende bin, hoffe ich auf Tipps und evetuelle Lösungsansätze von euch! :mrgreen:

Problem: mein kleines "Spastenkind" (Podencorüde Marte, 3,5 Jahre alt, kastriert und ein, sagen wir mal, sehr eigener Charakter...:roll:) hat aufgrund einer kleinen Kratverletzung (im Garten iwo hängen geblieben, oberflächliche Miniverletzung!) ein inzwischen schon fast als Leckekzem zu bezeichnendes Problem an seinem rechten Hinterbein. Leider sind meine Handlungsmöglichkeiten aufgrund seines recht eigenen Charakters etwas eingeschränkt...:?

Aktion 1 meinerseits, als ich sah, dass er da vermehrt an dem Minikratzer (Länge 2cm, Breite max. 0,5cm) rum macht und die Fläche größer wird, Behandlung mit meinem Standardwundspray vom TA. Schmeckt bitter, desinfiziert leicht und unterstützt die Wundheilung. Naja, nach ca. 5 Mal sprühen war an ein Treffen des Beines und an eine Schadensfreiheit meinerseits nicht mehr zu denken.

Aktion 2, nachdem er weiter dran rum machte und es immer weiter kahl wurde, Teebaumöl. 3-4 Mal täglich drauf tröpfeln. Naja, die ersten drei Tage hab ich mir ein Loch in den Bauch gefreut, er ließ das Bein in Ruhe, die Stelle wurde besser, aber wie meistens...zu früh gefreut. Er entwickelte sich zum Teebaumöljunkie und schleckt das zeug jetzt schon ab bevor es übehaupt auf seinem Bein ist. *gnarf*

Nun hab ich drei Tage gar nichts gemacht und das ist definitiv schlecht. Er hat sich wieder ziemlich dran rum geknibbelt und fängt nun auch an das Bein zu entlasten...:(

Ja der TA-Besuch wäre wohl angebracht. Aber dass hieße für diesen Hund vornarkotisieren, Behandlung unter Vollnarkose und dann?

Halskragen - keine Option, den zerhaut er mir entweder nach Minuten zu Kleinholz oder er tickt damit so rum, dass er sich selbst und uns anderen dabei weh tut.

Verband - ohne Halskragen hat er denn binnen Sekunden zerfleddert, er ist nämlich von Beruf Zerfledderspezialist. :lol:

Maulkorb - schlechte Option, da er dann bei seinen Tickern nichts mehr nehmen und schütteln kann, also sich abreagieren, zudem ist mir das bei dem Wetter zu heikel, wenn er mir dann nichts trinkt bzw. ich werde nach mehrmaligem Runterziehen den Maulkorb nicht mehr drauf bekommen, zumindest nicht über einen längeren Zeitraum.

Gerade bin ich ziemlich verzweifelt und habe auch schon einen TA-Termin, das Narkosezeug hier liegen und plane die Variante mit dem Maulkorb.
Aber wirklich wohl ist mir dabei nicht...gerade wo mir Marte inzwischen wirklich vertraut und sich viel gefallen lässt...*seufz*

Habt ihr noch eine andere Idee?
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #2
Sehr schwer, ich kann b´nur noch Ballistol vorschlagen, hatten mal einen Fall da half nix nur Ballistol am Ende, 3 / 4 Tage und Wunde war quasi zu und der Hund keine Interesse am Lecken.
Ansonsten müsste man irgendwann mal der "Leckmanie" auf den Grund gehen, meistens hat es ja irgendwo eine Ursache...

LG HM
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #3
Hrm.

Schöner Mist.

Wir firm ist denn das "Nein" bei ihm?
Hab hier ja auch so einen Zerfledderer und der wird dann in meiner Anwesenheit übers "Nein" davon abgehalten zu fleddern, wenn ich nicht dabei bin gibt´s ne ordentliche Runde Panzertape:roll: Das dann aber auch wirklich großzügig. Da hat man dann mal bei einer Mini-Macke das halbe Bein bandagiert:p

Blöd zum Runtermachen, aber besser als Dauergelutsche.

Ansonsten, wenn er dich gar nicht machen lässt muss er eben durch die Narkose:/ So doof wie es ist.
Was hast du denn für einen Maulkorb?
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #4
HoundMan, das guck ich mir mal an, vielleicht findet er das ja nicht gleich so "geil" wie das Teebaumöl...:roll:
:)eusa_shhh: - guck mal hier: , dann beantwortet sich deine Frage nach dem Grund für das vielleicht etwas übermäßige Lecken vermutlich von selbst ;))

Mido, das Nein sitzt gut - erstaunlich aber wahr. Und solange ich da bin, kann ich ihn gut vom Lecken abhalten.
Problematisch sind die Zeiten, in denen ich arbeiten bin bzw. nur meine Mitbewohnerin da ist (die nimmt er momentan 0 ernst bzw. nicht mal wirklich wahr...:eusa_shhh:).

Maulkorb haben wir einen Baskerville Gr. 6 - und ja der passt ihm echt verwunderlich gut, liegt wohl daran dass er eigentlich einen kurzen nicht übermäßig schmalen Kopf hat.
Mit dem Maulkorb trainiere ich ja auch schon fast seit Anfang an und 15min drauf lassen sind unter Ablenkung (laufen an der Leine, spielen, Leberwurst füttern) kein Thema, aber dann wird es ihm iwann zu blöd und bisher hab ich halt immer noch innerhalb der "positiven Zeit" abgebrochen und das Ding wieder runter genommen, damit er eben weiter "Spaß" dran hat.

Meine Probleme sind halt:
1. würde es mir das komplette Trainig der letzten beiden Monate verhageln. :(
2. müsste ich ihm den Maulkorb eigentlich drauf lassen bis das Ding verheilt ist - was ist dann mit Trinken und Fressen? (geht mit dem Baskerville und entsprechendem Futter im Prinzip schon, nur fürchte ich, bei diesem Hund nicht...er ist halt...ein bisschen doof...und braucht für alles länger...viel länger...)
3. kann ich nicht sagen, was er macht, wenn der Maulkorb länger als 15-20min drauf ist...:?

Wäre ja auch einfach, wenns einfach wäre...:p
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #5
Ok Tompina, lese ich mir mal alles durch in Ruhe... Hilft dir auf die Schnelle leider auch nicht ;) ballistol bekommst du in der apo und ist nicht teuer.. Vaseline ist auch gut, aber viele Hunde stehen drauf, andere wiederum nicht....
Maulkorb ist wieder einen Zwang mit einem Anderen bekämpfen... ist nicht wirklich die Lösung, aber Legit wenn es hilft.
LG hm
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #6
Hrm.

Doofe Situation.

zu 1. ziemlich sicher, jap, da bliebe nur der Aufbau mit einem anderen MK- quasi ein "böser" und ein "guter" MK^^ Unterscheiden können die Monster das durchaus.

2. Wenn du da bist kann er ja fressen und trinken geht auch mit MK. Muss er sich eben dran gewöhnen und wenn du da bist musst du drauf achten, dass er auch dann auf jeden Fall genug trinkt.

3. Vermutlich ausrasten.
Würde ich jetzt mal spontan vermuten.

Was würde er tun, wenn du ihm wirklich das ganze Bein eintapen würdest?
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #7
Huhu,

zu 1. was meinst du denn mit einen anderen Maulkorb? Ich bin eigentlich überzeugt, dass es neben dem Baskerville kaum was gescheites gibt...:eusa_think:
(die Windhundmaulkörbe taugen nichts, da damit nicht mal getrunken werden kann, die Biothanedinger sind auch nicht so der Hit auch wenn sie maßgefertigt sind, da kann nur ein hochintelligentes Wesen, welches Schritt A seiner Handlung bereits mit Schritt G oder H verknüpft bekommt, gescheit mit trinken bzw. einigermaßen hecheln...Marte nicht...:silence:)

Und zwei gleiche Maulkörbe nur - meinetwegen anders mit Edding verziert - das rafft das Spastenkind nicht...:roll:

zu 2. Fressen und trinken mit Maulkorb, das sagst du so einfach...:lol:
Ich bin froh, wenn der Kerl versteht, dass man wenn man ein Bein langsam vor das andere setzt, unfallfrei laufen kann...*hust*

zum Tapen: Dann würde er solange an einer Ecke des eingetapten Beines knibbeln bis er das ganze Bein befreien könnte. Bei sowas ist er echt vehement...also Geschirr anziehen geht z.B. gar nicht, wenn man nicht augenblicklich mit Leine dran iwo hinläuft, da knibbelt er auch sofort bzw. rastet erstmal für mindestens 15min aus...Also wenn etwas an ihm dran ist, ist er da hoch empfindlich...*seufz*


Ich bin mir sicher, dass die den armen Kerl durch die Kastration mit 3 Monaten und die fast komplette Isolation nach dem ersten Beißvorfall gegen einen Menschen (da war er 5 oder 6 Monate) zu einem echten Kaspar Hauser gemacht haben...er kommt mit Umweltreizen nur schwer klar, braucht ganz, ganz lange bis er Zusammenhänge begreift und hat nie die Anlehnung und Unterstützung bekommen, die er gebraucht hätte, weshalb er jetzt immer erstmal tickt, weil er keine andere Lösung kennt. Und Sachen an ihm machen ist halt nochmal eine Stufe mehr, Dinge an ihn dran bringen, die er nicht kennt usw.

Naja, ich werde da jetzt wohl durch müssen...das Bein sieht heute noch schlimmer aus, obwohl er seit gestern Abend definitiv so gut wie nicht mehr geleckt hat, zumindest nicht, solange ich wach war und er ist eigentlich vor mir weggepennt gewesen und schläft auch in der Regel ziemlich tief und lang am Stück. Mist, blöder...
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #8
Huhu!

Takoda hatte auch mal so eine Stelle am Schwanz. Er ist auch immer ran gegangen, so dass es sich schön fett entzündet hat. Halskrause geht bei ihm gar nicht, Maulkorb ebenso wenig. Verbände hat er immer recht zügig abgeknabbert.

Was ich gemacht habe:
meine eigene Hausapotheke aufgestockt. :roll: Es gibt so selbstklebende Kompressen. Die sind sehr schwer zu zerfleddern, Takoda hat es maximal geschafft, die im ganzen nach unten zu ziehen, was beim Schwanz ja leider leicht ist, denn es wird nach unten hin ja schmaler. ;) Je nachdem wo das am Bein ist, wäre das aber nicht machbar. Einfach mal so zerkauen ist damit nicht so. Ich habe Beta-isodona oder eine Wundheilcreme genommen und auf die Wunde getan, dann eine Kompresse drumgewickelt, anschließend einen Schlauch (für Menschenarme) drüber gestülpt und DANN die selbstklebende Kompresse drumgewickelt. Die ist leider relativ teuer, aber das hat dann echt sogar mal nen Tag gehalten ;) Muss man aber auch regelmäßig wechseln. Würde sagen einmal täglich.

Vielleicht klappt es bei euch ja?
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #9
selbstklebende Kompresse

Ich nehme an, du meinst selbstklebende Fixierbinden;)

Tompina, falls du das ausprobieren willst - bei Aldi Süd für 1,99 erhältlich - habe mich heute nämlich gerade eingedeckt :D Sonst sind die sehr viel teuer
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #10
So, wer nicht wagt, der nicht gewinnt...:cool:
(nach einem kurzen Besuch des TAs bei uns, um Marte den Stress zu ersparen, war klar das was passieren muss und das Verband keine Lösung ist, weil da Luft dran muss...)

Unter Einsatz meines Lebens (ne Scherz ;)) hab ich der kleinen Bestie nun den Maulkorb verpasst.
Joa, das ging auch solange gut, wie er dachte, das ist wie immer und das Ding kommt nach ein bisschen Leberwurst essen wieder runter...:roll:
Dem war aber natürlich nicht so und in selbigem Momente ward "Grumpy Dog" geboren...oder der "Hulk für Arme"...
Es knurrte, es fletschte, es krisch, es kreiselte, es tobte und wütete 30min durch den Garten...(ich hatte schon die Befürchtung er schlägt sich an einem Baum selbst k.o....:?)
Dann ließ es sich endlich beruhigen und hinsetzen. Für 5min...

Danach ging er erstmal auf Lupina los, die unbeteiligt neben ihm stand, aber seiner Meinung nach unweigerlich verantwortlich für das blöde Ding in seinem Gesicht war.
Dann auf Sonny, diedazu gelaufen kam. Dann auf mich. Dann auf sich selbst. Dann bekam ich ihn wieder hingesetzt für 5min...

Naja, nach 2 Stunden hab ich die Hunde dann wieder rein geräumt und siehe da...The grumpy Hulk legte sich aufs Bett und schlief.
Immerhin für fast 30min und ohne Geschubber, Getue oder sonst was! :D *stolz auf das Bubi war*

Fressen war dann das nächste Übel...hat einigermaßen geklappt auch wenn es fast 30min dauerte bis er kapiert hat, dass er das Futter auch mit dem Maulkorb aufschlecken kann.
Jetzt versucht er gerade seit gefühlten Stunden mit Geschubber den Maulkorb loszuwerden, ist dabei aber recht ruhig und rastet nicht aus, lässt sich gut ablenken und legt sich nun hoffentlich bald wieder einfach hin...

Fazit: Es läuft doch besser als gedacht!
Jetzt drückt mal alle die Daumen, dass das doofe Bein sich schnell erholt und The grumpy Hulk bald wieder "frei" ist...;)
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #11
Kurze Zwischenbilanz:

Nach fast zwei Tagen sieht das Bein schon deutlich besser aus! *freu*
Und das Spastenkind benimmt sich VIEL besser als gedacht! *doppel freu*

Fast glaube ich, dass das sogar ein weitere Schritt in die richtige Richtug war...:eusa_think:

Ich traue mich zielstrebiger zu sein und auch mal an ihn zu fassen in Situationen, wo er definitiv schnappt und er lernt, dass es gar nicht so furchtbar ist, wie er denkt. Gerade beim Ticken hab ich jetzt gestern mal ausprobiert ihn abzusetzen und ihm dann eine Hand an die Schulter zu legen zusätzlich zu meinem stimmlichen Beruhigen und siehe da, nach einmal wild schnappen, hat er sich noch schneller entspannt als sonst und sich richtig gehend in die Berührung gelehnt! Ich habe ja eh das Gefühl, dass er echte körperliche Anlehnung braucht in solchen Situationen, nur bisher ging das nicht immer gleich und gut, da er schon ein Schnappkrokodil ist und ich bei diversen Versuchen einige blaue Flecken und Kratzer abbekommen habe. Mal sehen, ob sich das weiter so positiv entwickelt! :D
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #12
Nächste Zwischenbilanz:

Das Bein sieht deutlich besser aus. :D

Allerdings merkt man dem Spastenkind langsam aber sicher deutlich an, dass ihm seine allabendlichen 5min "Ich mache den Teddy tot mit schütteln" enorm fehlen...:?
Er ist richtig unausgeglichen und ich hab heute verzweifelt versucht eine Beschäftigung zu finden, die ihn nicht frustet...er ist sehr "oral" veranlagt, d.h. wenn er Spielzeug
etc. pp nicht ins Maul nehmen kann, wird er wütend...:roll:

Gott sei Dank hat er sich dann vorhin im Garten total in einer Buddelorgie verloren und liegt nun völlig geplättet auf dem Bett und pennt...:)

Ich hoffe mal, dass das Bein weiter so schnell besser wird und wir doch wieder hauptsächlich maulkorbfrei agieren können...:angel:
 
  • Wundbehandlung/Wundschutz bei "schwierigem Hund" Beitrag #13
Klingt alles sehr gut soweit. Ich lese hier eher still mit ;)
 
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