- Neuseeland: Predator-Free 2050 Beitrag #1
Elkecita
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https://www.theatlantic.com/science...tor-free-2050-rats-gene-drive-ruh-roh/546011/
Ich stelle hier mal - leider auf Englisch, aber ich hoffe, die meisten von Euch können sich ein Bild davon machen, was da vorgeht - einen Link rein, den ich sehr interessant für eine Diskussion finde.
Im November erfüllten wir uns unseren bisher grössten Reisewunsch und besuchten unser Traumziel NEUSEELAND. Ein umwerfend schönes Land, für das man sich wirklich viel Zeit nehmen sollte. Wir waren nur 16 Tage (plus die Tage der Anreise und Rückreise) effektiv im Land, definitiv zu wenig. Haben daher nur die Nordinsel bereist, die Südinsel heben wir uns für unseren nächsten Besuch auf. Vorsicht bei Nachahmung: die Flugreise ist sehr sehr gewöhnungsbedürftig, über 17 Stunden in einem Flugzeug eingepfercht zu sein (von Qatar nach Auckland) ist recht grenzwertig und nur etwas für hartgesottene Reisende.
Langer Rede kurzer Sinn: Bei einem Besuch auf einer "Vogelinsel" - Kapiti Island - wurde das grosse Problem Neuseelands mit den eingeschleppten nicht autoktonen Säugetieren angesprochen. Kapiti Island ist seit 1996 absolut "predator-free", die letzte Ratte wurde in dem Jahr erfolgreich durch Giftköder getötet. Nun gibt es auf Kapiti Island wirklich nur noch Vögel und einige Kleinreptilien, ein Abbild des "ursprünglichen Neuseelands", ein Fleckchen Paradies. Man ist stolz darauf, und nun geht man landesweit daran, das gleiche zu erreichen.
Neuseeland war bis zum 13. Jahrhundert fast ausschliesslich säugetierfrei, die einzigen Säugetiere waren verschiedene Fledermausarten. Ansonsten nur Vögel, Reptilien (aber keine Schlangen) und Insekten. Da die Vögel keine natürlichen Feinde hatten, entwickelten die meisten von ihnen keine Flugfähigkeit, war ja wirklich nicht nötig. Dann kamen die Maoris aus Polynesien. Sie brachten Ratten (Bestandteil ihrer Nahrung) und Hunde mit. Die Ratten breiteten sich in Windeseile aus und vernichteten Nester, machten Jagd auf Jungvögel. Danach kamen die Walfänger, brachten noch mehr Ratten, noch mehr Hunde und Katzen. Als dann die Engländer die Insel langsam bevölkerten, kamen zu Ratten, Hunden und Katzen noch Schafe, Ziegen, Pferde und Kühe dazu, und die Einführung anderer Grassorten, um diese Tiere zu ernähren. Den letzten fast tödlichen Schlag versetzten die Australier, die dachten, sie könnten durch die Einführung des niedlichen Opossums den Neuseeländern nur Freude bereiten. Viele flugunfähige Vögel sind inzwischen restlos ausgerottet, die Kiwis standen am Rande der Ausrottung, und die wenigen Exemplare, die überleben, werden auf Neuseelands Strassen plattgefahren. Sie stehen unter totalem Artenschutz. Das Taheke, ein blauer plumper und dickschnabeliger Laufvogel, war bereits ausgerottet, bzw. glaubte man das. Bis man ein einziges Paar auf der Südinsel fand und somit die Art retten konnte. Ich selbst habe Tahekes in freier Wildbahn gesehen.
Der Kampf gegen Ratten und vor allem das nicht nur Vögel, sondern auch einheimische Bäume zerstörende Opossum wurde bisher mit Gift betrieben. Nicht sehr ökologisch, denn wenn dieses Gift auch nicht direkt die Vögel angreift, so filtert es sich ins Grundwasser und kommt so auch zum Menschen. Nun will man den Plagegeistern mit Gentechnik auf den Leib rücken. CRISPR ist das Geheimwort, es sollen genmanipulierte Tiere ausgesetzt werden, die nach und nach die gesamte Population steril machen. Ziel ist, dass Neuseeland bis 2050 absolut "predator-free" ist. An sich eine geniale Idee, denn es paart sich ja keine Ratte mit anderen Tierarten. Aaaaber: kann dies auf die Insel beschränkt bleiben oder sehen wir einer Ausbreitung dieser genmanipulierten Ratten weltweit entgegen, was ein nicht abzusehender Eingriff in die Natur unseres Planten wäre?
Hat das ganze überhaupt einen Sinn oder eine Rechfertigung, denn: ein Zurück zum idyllischen Ausgangspunkt wird es eh nie wieder geben, dann müssten nämlich auch sämtliche Schafe, Kühe, Pferde, Ziegen, sowie auch sämtliche Haustiere, wie Hunde und Katzen, aus Neuseeland verbannt werden. Utopisch und nicht umsetzbar.
Wie ich glaube, ein interessantes Diskussionsthema, bin auf Eure Meinung gespannt. Ich hänge mal Bilder von neuseeländischen Laufvögeln an:
Weka - sieht man überall, sind alles andere als scheu. Daneben ein Weka Küken, das mich sehr neugierig beäugte.

Pukeko - sehr weit verbreitet, laufen meist kirre über Strassen mit der gesamten Brut hinterher

Taheke - sehr selten, die Aufnahme ist von Kapiti Island

Ich stelle hier mal - leider auf Englisch, aber ich hoffe, die meisten von Euch können sich ein Bild davon machen, was da vorgeht - einen Link rein, den ich sehr interessant für eine Diskussion finde.
Im November erfüllten wir uns unseren bisher grössten Reisewunsch und besuchten unser Traumziel NEUSEELAND. Ein umwerfend schönes Land, für das man sich wirklich viel Zeit nehmen sollte. Wir waren nur 16 Tage (plus die Tage der Anreise und Rückreise) effektiv im Land, definitiv zu wenig. Haben daher nur die Nordinsel bereist, die Südinsel heben wir uns für unseren nächsten Besuch auf. Vorsicht bei Nachahmung: die Flugreise ist sehr sehr gewöhnungsbedürftig, über 17 Stunden in einem Flugzeug eingepfercht zu sein (von Qatar nach Auckland) ist recht grenzwertig und nur etwas für hartgesottene Reisende.
Langer Rede kurzer Sinn: Bei einem Besuch auf einer "Vogelinsel" - Kapiti Island - wurde das grosse Problem Neuseelands mit den eingeschleppten nicht autoktonen Säugetieren angesprochen. Kapiti Island ist seit 1996 absolut "predator-free", die letzte Ratte wurde in dem Jahr erfolgreich durch Giftköder getötet. Nun gibt es auf Kapiti Island wirklich nur noch Vögel und einige Kleinreptilien, ein Abbild des "ursprünglichen Neuseelands", ein Fleckchen Paradies. Man ist stolz darauf, und nun geht man landesweit daran, das gleiche zu erreichen.
Neuseeland war bis zum 13. Jahrhundert fast ausschliesslich säugetierfrei, die einzigen Säugetiere waren verschiedene Fledermausarten. Ansonsten nur Vögel, Reptilien (aber keine Schlangen) und Insekten. Da die Vögel keine natürlichen Feinde hatten, entwickelten die meisten von ihnen keine Flugfähigkeit, war ja wirklich nicht nötig. Dann kamen die Maoris aus Polynesien. Sie brachten Ratten (Bestandteil ihrer Nahrung) und Hunde mit. Die Ratten breiteten sich in Windeseile aus und vernichteten Nester, machten Jagd auf Jungvögel. Danach kamen die Walfänger, brachten noch mehr Ratten, noch mehr Hunde und Katzen. Als dann die Engländer die Insel langsam bevölkerten, kamen zu Ratten, Hunden und Katzen noch Schafe, Ziegen, Pferde und Kühe dazu, und die Einführung anderer Grassorten, um diese Tiere zu ernähren. Den letzten fast tödlichen Schlag versetzten die Australier, die dachten, sie könnten durch die Einführung des niedlichen Opossums den Neuseeländern nur Freude bereiten. Viele flugunfähige Vögel sind inzwischen restlos ausgerottet, die Kiwis standen am Rande der Ausrottung, und die wenigen Exemplare, die überleben, werden auf Neuseelands Strassen plattgefahren. Sie stehen unter totalem Artenschutz. Das Taheke, ein blauer plumper und dickschnabeliger Laufvogel, war bereits ausgerottet, bzw. glaubte man das. Bis man ein einziges Paar auf der Südinsel fand und somit die Art retten konnte. Ich selbst habe Tahekes in freier Wildbahn gesehen.
Der Kampf gegen Ratten und vor allem das nicht nur Vögel, sondern auch einheimische Bäume zerstörende Opossum wurde bisher mit Gift betrieben. Nicht sehr ökologisch, denn wenn dieses Gift auch nicht direkt die Vögel angreift, so filtert es sich ins Grundwasser und kommt so auch zum Menschen. Nun will man den Plagegeistern mit Gentechnik auf den Leib rücken. CRISPR ist das Geheimwort, es sollen genmanipulierte Tiere ausgesetzt werden, die nach und nach die gesamte Population steril machen. Ziel ist, dass Neuseeland bis 2050 absolut "predator-free" ist. An sich eine geniale Idee, denn es paart sich ja keine Ratte mit anderen Tierarten. Aaaaber: kann dies auf die Insel beschränkt bleiben oder sehen wir einer Ausbreitung dieser genmanipulierten Ratten weltweit entgegen, was ein nicht abzusehender Eingriff in die Natur unseres Planten wäre?
Hat das ganze überhaupt einen Sinn oder eine Rechfertigung, denn: ein Zurück zum idyllischen Ausgangspunkt wird es eh nie wieder geben, dann müssten nämlich auch sämtliche Schafe, Kühe, Pferde, Ziegen, sowie auch sämtliche Haustiere, wie Hunde und Katzen, aus Neuseeland verbannt werden. Utopisch und nicht umsetzbar.
Wie ich glaube, ein interessantes Diskussionsthema, bin auf Eure Meinung gespannt. Ich hänge mal Bilder von neuseeländischen Laufvögeln an:
Weka - sieht man überall, sind alles andere als scheu. Daneben ein Weka Küken, das mich sehr neugierig beäugte.

Pukeko - sehr weit verbreitet, laufen meist kirre über Strassen mit der gesamten Brut hinterher

Taheke - sehr selten, die Aufnahme ist von Kapiti Island
