- Was soll ich mit der ganzen Limonade? Beitrag #1
Sina
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"Wenn Dir das Leben eine Zitrone reicht, mach Limonade daraus."
Das Leben hat es gestern geschafft, mir einen ganzen Kübel voller Zitronen vor die Haustür zu kippen. Gegen Mittag habe ich von der Arbeit aus meine Mama angerufen. Wie nebenbei erzählte sie mir, dass es meiner Schwester schlechter ginge. Meine Schwester ist sehr krank - sie leidet an der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Meine Eltern haben sich angesichts ihrer Eskapaden mehr als einmal gefragt: "Was geht in ihrem Kopf nur vor?" Ich habe es bisher vermieden, ihnen mit dem cholinergen System und Serotonin-Wiederaufnahmehemmern zu kommen. Eltern sind nicht an Hirnchemie interessiert, wenn ihre Tochter an einer Störung leidet, die häufig durch Vernachlässigung in der Familie hervorgerufen wird. Meine Eltern haben uns niemals vernachlässigt, deshalb mein Interesse an Hirnchemie.
Vorgestern musste meine Schwester von meiner Tante und meinem Onkel in eine psychiatrische Klinik gebracht werden. Sie wurde zwar nicht dabehalten, aber mich traf diese Info wie ein Schlag. Zum ersten Mal musste ich wegen meiner Schwester weinen. Vorher habe ich das Ganze nicht an mich heran gelassen. Nicht, weil ich ein wahnsinnig gefühlskalter Mensch bin, sondern weil ich sonst mein Studium an den Nagel hängen könnte. (Tatsächlich würde ich gerne eine Auszeit nehmen, aber mein Hirn würde einrosten und wenn mein Hirn einrostet, mag ich mich selber nicht mehr.)
Meine Chefin hat mich nach Hause geschickt.
Ich habe mich eingeigelt, mit meiner besten Freundin telefoniert und mir vorgenommen, zuhause anzurufen, sobald ich mich etwas beruhigt habe.
Mit beruhigen war aber erst einmal nichts. Ich rege mich in solchen Situationen über alles auf - um mich vom eigentlichen Problem abzulenken.
Die ehemals beste Freundin meines Verlobten möchte nicht auf meinen Junggesellinnenabschied, sondern zu seinem JGA, weil sie ja mit ihm und nicht mit mir befreundet ist. (Olle Schrapnelle, wenn sie sich so äußert, muss sie sich nicht wundern, wenn sie zu keinem JGA eingeladen wird. Marc will keine Frauen bei seinem und ich muss sie nun auch nicht mehr unbedingt dabei haben.)
Die Freundin von Marcs bestem Freund und Trauzeugen hat sich gestern im Harz ein Kleid für die Hochzeit gekauft und es besteht ernste Gefahr, dass es zu cremefarben ist. (Auf die Gefahr hin, mich als Brautzilla zu entpuppen: Auf meiner Hochzeit trägt genau eine Frau creme/weiß.)
Ich hatte mich gerade zu Ende aufgeregt, als das Telefon klingelte. Als ich die Nummer meiner Eltern sah, wurde mir ganz bange aus Sorge um meine Schwester. "Sina, bei uns wurde eingebrochen." Ich musste mir das Lachen verkneifen. Wenn es Gott gibt, hat er einen grausamen Humor. Wir sind also zu meinen Eltern gefahren, haben noch die Spurensicherung angetroffen und fühlten uns ein bisschen wie im Krimi. Meine Eltern sind versichert, der finanzielle Schaden ist also reversibel. Aber meine Mama ist der festen Überzeugung, die Welt habe sich gegen sie verschworen. Wer kann es ihr verübeln? Ich habe den Schaden auf einer Schadensliste der Polizei festgehalten und ich habe darüber gelacht, dass die Einbrecher eine Kiste voller Kugelschreiber und Nagelklipser mitgenommen haben. Es hilft nichts, man muss das ganze mit Humor nehmen.
Als wir wieder zuhause waren und ich einfach nur noch ins Bett fallen wollte, saß Trüffelchen unter dem Weihnachtsbaum. Wir haben uns dann von ihr zeigen lassen, wie sie aus dem Gehege entkommen ist. Die Maus hat chronische Langeweile. Wir haben das Gehege dann auf 1,50 m² vergrößert und den Mäusen zwei Laufräder gegönnt. Nachdem die Mausis die ganze Nacht lieb waren, kann ich zumindest behaupten, dass die VG geglückt und die Gruppe stabil ist.
Ich halte es mit Monty Python: "Always look on the bright side of life."
P.S.: Mit so viel Vitamin C komme ich zumindest erkältungsfrei durch den Winter.
Das Leben hat es gestern geschafft, mir einen ganzen Kübel voller Zitronen vor die Haustür zu kippen. Gegen Mittag habe ich von der Arbeit aus meine Mama angerufen. Wie nebenbei erzählte sie mir, dass es meiner Schwester schlechter ginge. Meine Schwester ist sehr krank - sie leidet an der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Meine Eltern haben sich angesichts ihrer Eskapaden mehr als einmal gefragt: "Was geht in ihrem Kopf nur vor?" Ich habe es bisher vermieden, ihnen mit dem cholinergen System und Serotonin-Wiederaufnahmehemmern zu kommen. Eltern sind nicht an Hirnchemie interessiert, wenn ihre Tochter an einer Störung leidet, die häufig durch Vernachlässigung in der Familie hervorgerufen wird. Meine Eltern haben uns niemals vernachlässigt, deshalb mein Interesse an Hirnchemie.
Vorgestern musste meine Schwester von meiner Tante und meinem Onkel in eine psychiatrische Klinik gebracht werden. Sie wurde zwar nicht dabehalten, aber mich traf diese Info wie ein Schlag. Zum ersten Mal musste ich wegen meiner Schwester weinen. Vorher habe ich das Ganze nicht an mich heran gelassen. Nicht, weil ich ein wahnsinnig gefühlskalter Mensch bin, sondern weil ich sonst mein Studium an den Nagel hängen könnte. (Tatsächlich würde ich gerne eine Auszeit nehmen, aber mein Hirn würde einrosten und wenn mein Hirn einrostet, mag ich mich selber nicht mehr.)
Meine Chefin hat mich nach Hause geschickt.
Ich habe mich eingeigelt, mit meiner besten Freundin telefoniert und mir vorgenommen, zuhause anzurufen, sobald ich mich etwas beruhigt habe.
Mit beruhigen war aber erst einmal nichts. Ich rege mich in solchen Situationen über alles auf - um mich vom eigentlichen Problem abzulenken.
Die ehemals beste Freundin meines Verlobten möchte nicht auf meinen Junggesellinnenabschied, sondern zu seinem JGA, weil sie ja mit ihm und nicht mit mir befreundet ist. (Olle Schrapnelle, wenn sie sich so äußert, muss sie sich nicht wundern, wenn sie zu keinem JGA eingeladen wird. Marc will keine Frauen bei seinem und ich muss sie nun auch nicht mehr unbedingt dabei haben.)
Die Freundin von Marcs bestem Freund und Trauzeugen hat sich gestern im Harz ein Kleid für die Hochzeit gekauft und es besteht ernste Gefahr, dass es zu cremefarben ist. (Auf die Gefahr hin, mich als Brautzilla zu entpuppen: Auf meiner Hochzeit trägt genau eine Frau creme/weiß.)
Ich hatte mich gerade zu Ende aufgeregt, als das Telefon klingelte. Als ich die Nummer meiner Eltern sah, wurde mir ganz bange aus Sorge um meine Schwester. "Sina, bei uns wurde eingebrochen." Ich musste mir das Lachen verkneifen. Wenn es Gott gibt, hat er einen grausamen Humor. Wir sind also zu meinen Eltern gefahren, haben noch die Spurensicherung angetroffen und fühlten uns ein bisschen wie im Krimi. Meine Eltern sind versichert, der finanzielle Schaden ist also reversibel. Aber meine Mama ist der festen Überzeugung, die Welt habe sich gegen sie verschworen. Wer kann es ihr verübeln? Ich habe den Schaden auf einer Schadensliste der Polizei festgehalten und ich habe darüber gelacht, dass die Einbrecher eine Kiste voller Kugelschreiber und Nagelklipser mitgenommen haben. Es hilft nichts, man muss das ganze mit Humor nehmen.
Als wir wieder zuhause waren und ich einfach nur noch ins Bett fallen wollte, saß Trüffelchen unter dem Weihnachtsbaum. Wir haben uns dann von ihr zeigen lassen, wie sie aus dem Gehege entkommen ist. Die Maus hat chronische Langeweile. Wir haben das Gehege dann auf 1,50 m² vergrößert und den Mäusen zwei Laufräder gegönnt. Nachdem die Mausis die ganze Nacht lieb waren, kann ich zumindest behaupten, dass die VG geglückt und die Gruppe stabil ist.
Ich halte es mit Monty Python: "Always look on the bright side of life."
P.S.: Mit so viel Vitamin C komme ich zumindest erkältungsfrei durch den Winter.