Knoten, Gedanken, alberne Hoffnungen

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Abbey

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Irgendwie nervt es schon sehr.
Dass ich keinen Hund haben kann, damit habe ich mich abgefunden. So ist das. Ich kann im Tierheim Gassi gehen und werde nebenbei noch fit, weil ich dort hinradle, ist doch super. Aber jetzt haben wir wieder Kontakt zu den Leuten mit den Schlittenhunden, unseren "Patenhunden" quasi, und somit auch mit Molin.
Molin, Molin ... Traum meiner schlaflosen Nächte. Mittlerweile ist sie pensioniert, aber noch topfit. Ich bilde mir nicht ein, dass sie sich nach einem ganzen Jahr noch an mich erinnern konnte. Aber trotzdem war sie so lieb ... ständig kam sie an, um beschmust zu werden, und als das Futter gemacht wurde, habe ich mich zu ihr gesetzt und mein Gesicht in ihrem Fell vergraben und sie die ganze Zeit gekrault. Manchmal dachte ich, ich bedränge sie zu sehr und hab sie in Ruhe gelassen. Hui, das war ein Fehler!
Molin ist aufgestanden, hat mich angeguckt und sich dann demonstrativ auf meinem Schoß eingerollt. (Das ist ein Husky-Jagdhund-Mischling, die ist nun wirklich nicht klein oder leicht!)

Warum ich da jetzt so zu träumen anfange? Genau genommen gehört sie mir zu 40%. Ich hab damals eine Anzahlung für sie gemacht. Dann hatten wir keinen Kontakt mehr, niemand hat sich auf unsere Anrufe hin gemeldet. Bis vor kurzem. Ich hatte Molin komplett abgeschrieben, aber jetzt, ausgerechnet jetzt, wo ich diese wahnsinnige Leidenschaft für Hunde entwickelt habe, kommt sie wieder in mein Leben! Das ist nicht fair!
Früher wusste ich Hunde nicht einmal wirklich zu schätzen. Jetzt schon. Und es macht mich wahnsinnig, zu wissen, sie ist da. Aber ich kann sie nicht sehen, höchstens drei, viermal im Monat und auch dann nur für zwei Stunden.
Mein Kopf weiß es. Es geht nicht. Ich habe schon fünf Tiere, wir müssen sparen, wir wissen nicht, wie die Katzen damit klar kommen würden. Ich weiß es.

Aber mein Herz meint, es muss hoffen. Auf irgendein blödes Wunder oder was auch immer. Einfach immer weiter hoffen, während Molin älter wird. Ich will mein Geld gar nicht zurück. Lieber will ich noch mehr zahlen und sie.
Mit ihr arbeiten, durch die Natur streifen, sie füttern, sie streicheln, wann immer ich will.

Das nervt einfach total. Weil ich diese sinnlose Hoffnung nicht aufgeben kann, denn vom Geld her könnte ich es schaffen. Bis ich eine ordentliche TA-Kasse hätte, würde ich noch mehr über Hunde lernen, damit sie uns nicht auf der Nase herumtanzt wie noch vor einem Jahr. Sie wäre oft vormittags allein - zurzeit lebt sie in einem Zwinger und kommt zweimal täglich für einige Stunden raus. Da ist das für sie doch wohl okay, wenn ich anschließend mit ihr spazieren gehe und sie geistig und körperlich auslaste.

Aber es geht nicht ... und das sehe ich nicht ein. Meine Mutter würde mir nicht einmal ein drittes Schweinchen erlauben, dabei kümmere ich mich immer um sie, selbst wenn ich mit Krücken laufe übernehme ich die Fütterung selbst. Und dann einen Hund? Ja klar! Und mein Bruder würde vor Neid platzen und mich in den Wahnsinn treiben ...
Er kommt nicht einmal damit klar, dass ich lange und hart auf meinen Laptop gespart habe, somit den "neuen" und "besseren" besitze, aber ihn nicht ranlasse. Dabei ist das Thema für mich schon seit einem Jahr gegessen, für ihn aber nicht. Und ständig meint er wir sollen die Katzen abgeben und einen Hund holen.
Nein, es ist unmöglich.

Und trotzdem schöpfe ich neue Hoffnung nachdem ich das hier geschrieben habe?! Ich kapier's einfach nicht. Warum kann ich mich nicht einfach damit abfinden? Die Hunde im Tierheim brauchen auch Gassigeher, ich sehe Molin trotzdem noch und kann mir, wenn ich ausgezogen bin und Zeit und Geld es zulassen, einen Hund holen. Keinen Familienhund, einen, der auf mich geprägt ist als Bezugsperson. Das wäre viel besser, als meinem Bruder zu erklären, wie Hundeerziehung funktioniert. Oder meiner Mutter klar zu machen, dass selbst ein pensionierter Schlittenhund noch eine größere Runde als die um den Block schafft, ohne zu kollabieren. Es ist so viel besser, aber auch so weit weg.

Und noch immer hoffe ich darauf, dass es eine Zauberformel gibt, die diesen übergroßen, wirren Knoten auflöst. Irgendetwas. Schnips und alles löst sich auf. Und meine Fantasie überschlägt sich gleichzeitig und schaut sich tolle kleine Filmchen im Kopf an, was man nicht alles mit seinem Hund anstellen und erleben kann ...

Reif? Verantwortungsbewusst? Papperlapapp, ich benehme mich gerade ein bockiges, kleines Kind. Und ich weiß das. Aber abstellen lässt es sich nicht. Mein Gott, immer sage ich, es ist schon okay. Mir reicht es mit den Tierheimhunden, ich kann damit umgehen, dass wir Molin nicht haben können. Aber so einfach ist das nicht! In mir tobt alles, Gedanken überschlagen sich und türmen sich zu immer waghalsigeren Vorstellungen auf. Ohne dass irgendjemand davon weiß. Und irgendwie musste es raus. Vielleicht wird es jetzt besser, ich werde wohl noch eine Weile brauchen, um darüber hinweg zu kommen und mich endlich wirklich damit abzufinden.

Aber irgendwann wird es vorbeigehen. Es ist nur eine Phase und ich brauche noch ein bisschen. Wenn ich meine Anzahlung zurückhabe wird es sicher auch leichter, dann habe ich nicht mehr diese ganzen Gedanken, dann ist sie wieder nur ein Hund, der Bekannten gehört. Aber irgendwie werde ich doch immer am Liebsten bei ihr sein ... und so viel Zeit mit ihr verbringen wie nur irgendwie möglich ist. Und weiterträumen, noch eine ganze Weile.

Mann, Selbsterkenntnis nervt ...
 
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