- Die Zeit heilt alle Wunden? Beitrag #1
Ina4482
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Heute kommt mir dieser Spruch wieder mal vor wie eine freche Lüge und blanker Hohn. Er ist wahrscheinlich gut gemeint, aber doch bewirkt er bei mir das Gegenteil
.
Heute früh um kurz vor halb 7 war es genau 9 Monate her, dass Papa seinen letzen Atemzug getan hat. Heute früh um diese Uhrzeit ging mein Wecker und es hat sich angefühlt, als würde man einen Schlag ins Gesicht bekommen.
In neun Monaten ist gar nichts geheilt. Manchmal ist es sogar schlimmer. Die ersten Tage und Wochen, nachdem Papa seinen Kampf mit gerade mal 58 Jahren verloren hat, waren ein wenig so, als würde man in einer Seifenblase schweben. Ich war außerdem mehrere Wochen krank geschrieben, weil ich psychisch gar nicht in der Lage gewesen wäre zu arbeiten. Alle haben Rücksicht genommen und ich hatte außerdem meine Mama, um die ich mich kümmern konnte und musste.
Da wir zunächst eine Trauerfeier mit Sarg hatten, damit sich "alle" verabschieden konnten, war die Urnenbeisetzung erst am 10. Mai, drei Wochen nach diesem bisher schlimmsten Tag meines Lebens. Ich weiß, dass ich es erst da verstanden habe. In dem Moment, als der Bestatter die Urne versenkte, war es mit meiner Selbstbeherrschung vorbei und ich habe gar nicht mehr aufhören können zu weinen. Und wirklich besser geht´s mir heute auch nicht.
Die Zeit heilt alle Wunden? Nein, sicher nicht. Ich vermute, dass ich im Laufe der Zeit lerne, besser damit umzugehen. Mit dem Schmerz zu leben. Ich hoffe es zumindest. Für alle Außenstehende ist das Thema lange erledigt und sie sind immer wieder erschrocken, wenn sie dann doch mal mit bekommen, wie schlimm es tatsächlich noch ist.
Vor ein paar Wochen bin ich morgens im Auto in Tränen ausgebrochen, weil ein bestimmtes Lied im Radio lief und meine Kollegin, die ich immer mitnehme, war richtig sprachlos im ersten Moment. Mir tut das auch leid, aber ich kann es nicht ändern.
Mein Mann muss mich so oft trösten, wenn ich einfach mal zwischendurch ohne ersichtlichen Grund anfange zu weinen. Silvester war es ein kurzer Bericht über Deep Purple. Vor fast 14 Jahren haben Papa und ich zu "Smoke on the Water" auf meinem Abiball getanzt. Klar, es kommt ein kurzes Lächeln bei solchen Erinnerungen. Und dann überwältigt mich direkt der Schmerz.
Papa fehlt mir. Unbeschreiblich. Es ist unglaublich und nicht in Worte zu fassen, wie groß dieser Schmerz ist. Und das nach 9 Monaten immer noch fast wie am ersten Tag. Ich fahre so regelmäßig wie möglich, meist einmal die Woche, an sein Grab. Da stehe ich dann und weine stumm vor mich hin und erzähle ihm in Gedanken, was so passiert ist, wie sehr ich ihn vermisse und manchmal auch, wie scheiße ich es von ihm finde, dass er einfach weg ist. Ich hätte ihn noch gebraucht.
Die Zeit heilt alle Wunden? So ein Quatsch.
Heute früh um kurz vor halb 7 war es genau 9 Monate her, dass Papa seinen letzen Atemzug getan hat. Heute früh um diese Uhrzeit ging mein Wecker und es hat sich angefühlt, als würde man einen Schlag ins Gesicht bekommen.
In neun Monaten ist gar nichts geheilt. Manchmal ist es sogar schlimmer. Die ersten Tage und Wochen, nachdem Papa seinen Kampf mit gerade mal 58 Jahren verloren hat, waren ein wenig so, als würde man in einer Seifenblase schweben. Ich war außerdem mehrere Wochen krank geschrieben, weil ich psychisch gar nicht in der Lage gewesen wäre zu arbeiten. Alle haben Rücksicht genommen und ich hatte außerdem meine Mama, um die ich mich kümmern konnte und musste.
Da wir zunächst eine Trauerfeier mit Sarg hatten, damit sich "alle" verabschieden konnten, war die Urnenbeisetzung erst am 10. Mai, drei Wochen nach diesem bisher schlimmsten Tag meines Lebens. Ich weiß, dass ich es erst da verstanden habe. In dem Moment, als der Bestatter die Urne versenkte, war es mit meiner Selbstbeherrschung vorbei und ich habe gar nicht mehr aufhören können zu weinen. Und wirklich besser geht´s mir heute auch nicht.
Die Zeit heilt alle Wunden? Nein, sicher nicht. Ich vermute, dass ich im Laufe der Zeit lerne, besser damit umzugehen. Mit dem Schmerz zu leben. Ich hoffe es zumindest. Für alle Außenstehende ist das Thema lange erledigt und sie sind immer wieder erschrocken, wenn sie dann doch mal mit bekommen, wie schlimm es tatsächlich noch ist.
Vor ein paar Wochen bin ich morgens im Auto in Tränen ausgebrochen, weil ein bestimmtes Lied im Radio lief und meine Kollegin, die ich immer mitnehme, war richtig sprachlos im ersten Moment. Mir tut das auch leid, aber ich kann es nicht ändern.
Mein Mann muss mich so oft trösten, wenn ich einfach mal zwischendurch ohne ersichtlichen Grund anfange zu weinen. Silvester war es ein kurzer Bericht über Deep Purple. Vor fast 14 Jahren haben Papa und ich zu "Smoke on the Water" auf meinem Abiball getanzt. Klar, es kommt ein kurzes Lächeln bei solchen Erinnerungen. Und dann überwältigt mich direkt der Schmerz.
Papa fehlt mir. Unbeschreiblich. Es ist unglaublich und nicht in Worte zu fassen, wie groß dieser Schmerz ist. Und das nach 9 Monaten immer noch fast wie am ersten Tag. Ich fahre so regelmäßig wie möglich, meist einmal die Woche, an sein Grab. Da stehe ich dann und weine stumm vor mich hin und erzähle ihm in Gedanken, was so passiert ist, wie sehr ich ihn vermisse und manchmal auch, wie scheiße ich es von ihm finde, dass er einfach weg ist. Ich hätte ihn noch gebraucht.
Die Zeit heilt alle Wunden? So ein Quatsch.