Bei unserer Katze dauerte die "Gewöhnung" an den Kamm fast 3 Jahre

Seit wir unsere Kiwi haben, also von Klein auf, weigerte sie sich strikt sich kämmen zu lassen. Hat sie Leckerlies bekommen waren sie schnell verputzt und für die Katze war damit alles erledigt... Sah sie vorher den Kamm war sie gleich weg.
Sie ist eine Ragdoll-Perser-Mix-Dame und das Fell ist seidenweich und sehr fein. Die Knötchen bzw. Knoten zu entfernen ging erst gar nicht. Sie sträubte sich, schnappte nach meiner Hand uns rannte sofort los. Uns blieb dann nur, zum Fellwechsel im Frühjahr, der Gang zum Tierarzt bevor es zu schlimm wurde. Sie wurde dann ganz leicht sediert, gerade so viel das sie etwas dämmert und dann erst konnten die Knoten abgeschoren werden.
Denn: Lässt man die Knoten im Fell dann werden es regelrechte Fellplatten und die Haut darunter leidet und kann erkranken. Die Dinger müssen weg.
Was habe ich gemacht:
Nur mit ganz viel Geduld und immer gleichen Ritualen am Morgen (nie abweichen!!!) konnte ich sie an den verhassten Kamm gewöhnen:
Nach dem Aufstehen ist der erste Weg in die Küche zum Kämmen. Punkt.
Und sie liebt es sofort auf ihre Terrasse zu gehen. Naja, das ist der Schwachpunkt den man ausnutzen muss. Bevor sie nicht in die Küche kam hat sich absolut nichts bewegt.
Ich habe in der Küche die Neugier meiner Kiwi ausgenutzt: Sie knabbert gern an Apfelstielen und Obststielen und noch lieber an Katzengras. Also alles entsprechend am morgen "präsentiert" und beim schnuppern und knabbern habe ich sie gelobt, gestreichelt und begonnen ganz wenig zu kämmen. Erst 20 Sek. denn danach beendete sie die Sitzung von alleine. Das habe ich erst zugelassen und keinen Druck aufgebaut.
Je nach ihrer Stimmung wurde es dann von selber immer länger.
Ich war dabei immer bedacht das es bloß nicht ziept. Spürte ich einen Widerstand im Fell habe ich die Finger darunter gehalten und dann gekämmt.
Irgendwann gab sie ihren strikten Widerstand auf und ich konnte, Kiwi blieb von selber auf dem Tisch stehend, den Arm um sie legen, dabei kraulen und mit ihr schmusen... Sie spürte das das Kämmen eigentlich ganz gut tut: Fellpflege und dabei wird man beschmust... Klasse! Ich spürte sie genoss es wenn der Kamm durch ihre Halskrause fuhr, sie schnurrte was das Zeug hält...Habe ich sie dabei gelobt!! Naja und danach klappte es auch besser am Bauch.
Frage nicht, unsere Galerie an Kämmen und Bürsten lässt jeden Friseur neidisch werden. Bis man endlich DIE perfekte Bürste oder DEN perfekten Kamm gefunden hat - unendliche Geduld beim probieren und testen.
Aber wie schon gesagt, das dauert bei den "Verweigerern" bis sie Vertrauen haben und es als ihre zusätzliche Fellpflege ansehen. Und unsere Kiwi kann Ausdauer haben

Meine Eltern besitzen eine Heilige Birma: Die legt sich mehrfach am Tag freiwillig von selber !!! hin und lässt sich kämmen, ein Traum!!