Impfungen - Welpen und Erwachsene

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  • Impfungen - Welpen und Erwachsene Beitrag #1
Wuffie

Wuffie

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Wie oft und gegen was muss man Welpen impfen? Ich weiss, dass man ausgewachsene Hunde nicht mehr so oft impfen muss. Wie oft und gegen was muss man Erwachsene impfen?

Wie transportiert ihr euren Hunde zum Tierarzt (Box o. Leine)? Haben sie Angst for der Spritze? Kommt die Impfung in den Popo?
 
  • Impfungen - Welpen und Erwachsene Beitrag #2
Wie oft und gegen was muss man Welpen impfen?

Es gibt verschiedene Impfpläne, aber so ungefähr läuft das so:
Der Welpe bekommt erstmal die Grundimmunisierung gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Hepatitis und eventuell Zwingerhusten. Dann wird ein paar Wochen später noch mal nachgeimpft, gegen die gleichen Erreger, einmal wirkt nicht. Dann wenn der Welpe mindestens 12 Wochen alt ist kommt Tollwut.

Danach jährliche Auffrischungsimpfungen, meistens gegen Parvo, Lepto und Tollwut (wobei es seit neuerem Tollwutimpstoffe gibt die für 3 Jahre zugelassen sind).

Wie transportiert ihr euren Hunde zum Tierarzt (Box o. Leine)? Haben sie Angst for der Spritze? Kommt die Impfung in den Popo?

Ganz normal mit der Leine. Bis die Grundimmunisierung abgeschlossen ist sollte man aber den Welpen lieber in der Box transportieren oder tragen, damit er nicht mit eventuellen Erregern am Strassenboden in Kontakt kommt. Aber wenn der Welpe von Züchter kommt hat er die Grundimpfungen eigentlich schon.

Die meisten Hunde haben Angst beim Tierarzt, aber eher vor der Situation allgemein, und nicht vor der Spritze. Die spüren sie so gut wie überhaupt nicht. Gespritzt wird unter eine Hautfalte am Rücken, nicht intramuskulär "in den Popo", das würde mehr weh tun.
 
  • Impfungen - Welpen und Erwachsene Beitrag #3
Hallo,

Es gibt Studien, die besagen, dass die Erstimpfung eigentlich etwas zu früh ist, da der Welpe noch maternale Antikörper hat. Da man aber nicht genau weiss, wie lange ein Welpe über solche Antikörper der Mutter verfügt, wird halt recht früh geimpft.

Nach erfolgreicher Grundimmunisierung, gehen immer mehr Hundehalter dazu über, eine Titerbestimmung machen zu lassen. Ich mache es auch so. Das bedeutet...meine Hunde bekommen die Impfungen, die sie wirklich brauchen.

Zur Tollwutimpfung:
Inzwischen nicht mehr jährlich, sondern alle 3 Jahre Wiederholungsimpfung. Studien in den USA besagen, dass auch das noch zu häufig ist, da die Immunität viel länger als 3 Jahre gewährleistet ist.

Zur Leptospirose-Impfung:
Deutsche Impfstoffe bieten nur gegen zwei Leptospiren-Arten Schutz, geimpfte Hunde infizieren sich aber zunehmend mit anderen Arten. Die Impfstoffe sind besonders für Welpen oft schlecht verträglich, doch auch ausgewachsene Tiere haben überdurchschnittlich häufig Nebenwirkungen. Sogar deutsche Hochschulveterinäre raten inzwischen von dieser Impfung ab. Es wird gefordert, daß die Impfstoffhersteller neue Lepto-Vakzinen entwickeln mit einem größeren Wirkspektrum und besserer Verträglichkeit.

Gegen Pi (Parainfluenza) und Borreliose würde ich überhaupt nicht impfen lassen.

Der Zwingerhusten-Impfstoff (Pi), der in vielen Kombinationsvakzinen enthalten ist, schützt nur vor einem Erreger des Zwingerhustens, dem caninen Para influenza-Virus. Die sogenannte "Hundegrippe" kann aber durch mehrere virale und verschiedene bakterielle Erreger ausgelöst und zusätzlich kompliziert und verschlimmert werden. Die Wirksamkeit dieses Impfstoffs ist daher sehr fraglich, denn geimpfte Hunde können genauso erkranken wie ungeimpfte.
Es gibt eine Studie in den USA, welche besagt, dass Zwingerhusten durch Impfungen nicht in den Griff zu bekommen ist. (Es wurden dabei viele Hunde auf engem Raum gehalten).
Trotz Impfung waren viele Hunde in dieser Studie mit Pi (Parainfluenza) infiziert und man hat ausserdem noch folgende Erreger gefunden: Canines Herpesvirus und Canines respiratorisches Coronavirus.
Also bei Einzelhaltung, oder nur kleine Gruppen nicht notwendig.

Zur Borreliose-Impfung:
Die bekanntesten Borrelien-Stämme sind:
Borrelia burgdorferi afzelii
Borrelia burgdorferi garinii
Borrelia burgdorferi valaisiana
Borrelia burgdorferi sensu stricto
Der Impfstoff, welcher hier in Deutschland angeboten wird von der Fa. Merial “Merilym”, (Dosis 0,6 mg Aluminiumhydroxid und inaktivierte Spirochäten der Gattung Borrelia burgdorferi sensu stricto)...ist nur gegen einen Borrelienstamm/Erreger (wenn überhaupt) wirksam. Und dieser eine ist der hier in Deutschland seltenere! Also...unnötig.

Ich habe das grosse Glück bei einer impfkritischen Tierärztin zu arbeiten.
Das bedeutet nun nicht, dass sie oder ich generell gegen das impfen sind, (Grundimunisierung ist notwendig), aber wenn man berücksichtigt, dass immer noch Thiomersal (Quecksilberverbindung) in den Impfstoffen enthalten ist, dieses bei Impfstoffen für den Menschen weitestgehend herausgenommen wurde, wir immer häufiger heftige Impfreaktionen in unserer Praxis haben, die wenigsten Tierärzte diese Reaktionen beim P E I melden, dazu sind sie auch nicht verpflicht, im Gegensatz zu Humanmedizinern), und sie diese auch nicht als solche (an)erkennen, dann sollte man, so meine ich jedenfalls, nur so viel wie unbedingt nötig, aber so wenig wie möglich impfen. Unsere Kinder werden auch nicht jährlich gegen alles mögliche geimpft.

Für ausführlichere Erklärungen :




LG

Bettina
 
  • Impfungen - Welpen und Erwachsene Beitrag #4
Nochmal zum Thema Zwingerhustenimpfung: mein Hund hatte trotz Impfung schon zwei mal Zwingerhusten :|

Erstmal sind mehrere Erreger daran beteiligt, meistens sieht es so aus das zuerst ein Virus (Und zwar nicht nur eine Virenart, sondern verschiedene, mindestens 5, geimpft wird aber nur gegen zwei...) die Atemwege vorschädigt, und erst dadurch können andere Erreger aktiv werden, wie Bordatella bronchiseptica, eine Bakterie. Bei sonst gesunden Hunden ist die Krankheit relativ harmlos, der Hund hustet und es geht ihm ein paar Tage etwas "dreckig", wobei er meistens kein Fieber hat. Problematischer ist es bei Welpen oder immungeschwächten Hunden, da kann die Infektion den Hund sehr schwächen, es kann Komplikationen geben, und auch dauernde Schäden an den Atemwegen hervorrufen.
Aber wie gesagt, die Impfung gibt keinen 100% Schutz. Was vielleicht trotzdem empfehlenswert ist, ist Hunde zu impfen die häufig auf Ausstellungen, Agility, Hundeplätzen sind, die also häufiger mit vielen verschiedenen Hunden zusammen sind. Wenn da einer Zwingerhusten hat, haben es bald alle... Die Impfung schüzt zwar nicht 100%, aber einen gewissen Schutz bietet sie schon, und hat auch keine besonders gravierenden Nebenwirkungen.
 
  • Impfungen - Welpen und Erwachsene Beitrag #5
Hallo Cosili,

meine Hunde auch! Und zwar fast jedes Jahr!

Das ist genau das was ich meine.

Und ich würde keinen Hund mehr gegen Pi impfen, auch wenn ich wieder ausstellen würde und aktiv auf dem Hundeplatz wäre. (Die Hündin wird ja noch im Agility von meiner Tochter geführt.)

Obwohl mein Rüde früher regelmäßig gegen Zwingerhusten geimpft wurde, bekam er fast fast jedes Jahr Husten. Dass es in unserer Region sehr häufig Zwingerhusten gibt, lässt sich unter anderem daraus schließen, das sogar zwei Hundeplätze in der Nähe fast jedes Jahr für ein paar Wochen geschlossen werden. Die Hunde dort sind/waren alle geimpft - auch gegen Zwingerhusten -Pflicht auf diesen Übungsplätzen - Impfpasskontrolle!
Und ulkiger Weise.... seit ich meine Hunde nicht mehr gegen Pi impfen lasse, haben sie keinen Zwingerhusten mehr.

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, was er impfen lässt und was eben nicht.
Wir haben keinen Kombi-Impfstoff mit Pi mehr in der Praxis. Und wenn das jemand wünscht, muss er eben eine andere Praxis aufsuchen.

LG

Bettina
 
  • Impfungen - Welpen und Erwachsene Beitrag #6
Danke fuer eure tollen Antworten :clap:
 
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