@Jackminchen:
Von mir als Grundschullehrerin ein ganz klares NEIN zu diesem Vorschlag
Prinzipiell finde ich die Idee, Kindern das Leben und den richtigen Umgang mit Tieren nahezubringen, sehr hervorragend und lobenswert.
Für mich käme es jedoch nie in Frage, Tiere in der Grundschule zu halten (Ausnahme: Fische... Ein Kollege von mir hatte ein Aquarium in der Klasse stehen und die Kinder angeleitet, die Fische richtig zu versorgen... Reinigung und Wartung des Aquas hat er übernommen, ebenso die Versorgung in den Ferien - aber ansonsten haben die Kinder weitgehend selbst die Versorgung der Fische übernommen (anfangs natürlich immer unter seiner Anleitung, aber Dritt- und Viertklässler können das auch schon weitgehend selbstständig...)
Mäuse sind da aber schon ein ganz anderes Kaliber.
Sie sind scheu, geräuschempfindlich und eben nicht zu jeder Tageszeit aktiv.
Sie haben den "Kuschelfaktor", und natürlich wollen die Kinder die Tiere dann auch mal rausnehmen und/oder streicheln.
Eine Grundschulklasse kann furchtbar laut werden. (Wirklich absolut leise ist es selten, ein gewisser Geräuschpegel ist halt meist vorhanden - wobei meine Kids tatsächlich auch mal mucksmäuschenstill arbeiten können, wenn´s drauf ankommt

Aber das geht eben nur für begrenzte Zeit...)
Außerdem sind die Kinder nicht zu jeder Sekunde unter Aufsicht (mal ist jemandem schlecht und man muss die Eltern anrufen gehen, mal muss man noch schnell was kopieren, mal ist dies, mal ist das...) - wie schnell hat da ein nicht ganz so gehorsames Kind das Terra geöffnet und mit den Mäuschen irgendwas angestellt...
Auch Renner, auch wenn sie vielleicht mal Auslauf mögen, sind eher Beobachtungstiere und keine Kuscheltiere... Für sie wäre ein Leben in einer Schule einfach Stress pur...
Ich habe es mit meiner Klasse so gemacht, dass ich ihnen vom ersten Schuljahr an immer von meinen Mäusen und Ratten erzählt habe, dass wir eine Haustier-Werkstatt gemacht haben, wo die Kinder über verschiedene Haustiere Infos gesammelt, Plakate und Info-Blätter erstellt haben, Fotos von ihren Tieren mitbrachten etc...
Vielleicht ist es der "ultimative Kick", lebende Tiere in der Schule zu haben - aber meine Kinder waren auch so sehr begeistert.
Zwei meiner Kolleginnen hatten ihren Kindern im Rahmen einer Haustier-Werkstatt erlaubt, einen Tag lang ihre Haustiere mitzubringen. Da wurde dann ein Hamster von Hand zu Hand gereicht (der arme Kerl tat mir total Leid...), ein einsamer Vogel saß im Miniknast auf dem Flur und wurde schaukelnd durch den Regen wieder nach Hause getragen.
(Dass Deine Freundin sowas nicht vorhat, ist mir klar - sollte nur ein Beispiel sein, wie es bei unwissenden Leuten laufen kann - boooooaaaaahr, was hab´ ich mich aufgeregt - sowas machen die nie wieder

)
Ach ja - und last not least ist es offiziell verboten, lebende Tiere mit in Schulen zu bringen - aus hygienischen Gründen.
Jetzt stell Dir vor, eines der Kinder hat eine Allergie gegen die Mäuse... (Ich hab´ ´ne Mäuseallergie, spreche also aus Erfahrung

)
Ich bin also insgesamt massiv dagegen - im Sinne der Tiere...
Man kann mit Fotos und Filmen ebenso gut informieren und schont die Tiere...
Man kann das Thema erweitern und übergehen zu Wildtieren - und dann kann man einen feinen Zoobesuch machen, da hat man dann echte Tiere... (Wobei man dann über den Sinn und Zweck von Zoos diskutieren könnte, wenn man denn wollte

)
LG, seven (deren Kinder immer laut aufschreien, wenn im Mathebuch steht: "Lisa kauft für ihr Meerschweinchen 2 Gurken,..." - dann kommt: "Meerschweinchen gehören nicht in Einzelhaltung!!!"

)