- Ziegengrippe ... Beitrag #1
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Niederlande keulen 36.000 Ziegen
Quelle: http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2009-12/ziegengrippe-qfieber-niederlande?page=1Die Ziegengrippe ist keine Grippe. Richtig heißt sie Q-Fieber. Da die Tierseuche auch Menschen befällt, werden in den Niederlanden jetzt Tausende Ziegen getötet.
Das Q-Fieber (auf Englisch: Query-Fever) wurde 1937 im australischen Bundesstaat Queensland erstmals bei Arbeitern in Schlachtbetrieben diagnostiziert. Daher ist es auch unter dem Namen Queensland-Fieber bekannt. Weitere Bezeichnungen sind Balkan-Grippe, Siebentage-Fieber und der irreführende Begriff Ziegengrippe. Ausgelöst wird die Krankheit durch ein Bakterium namens Coxiella burnetii.
Infiziert sich der Mensch, kommt es zu grippeähnlichen Symptomen. Etwa die Hälfte der Erkrankten leiden an hohem Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen. In schweren Fällen kommt es zu einer Lungenentzündung. Selten nistet sich der Erreger in den Organen ein – so dass die Erkrankung chronisch verläuft.
Der ErregerDie Bakterien der Art Coxiella burnetii sind eng verwandt mit Legionellen, die die Legionärskrankheit auslösen. Der Q-Fieber-Erreger vermehrt sich nur in den Zellen von ihren Wirten. Da es sehr widerstandsfähig ist, kann es außerhalb von Mensch oder Tiere lange Zeit überleben, bis sich ein neuer Wirt anbietet, den es befallen kann.
Die ÜbertragungÜberträger der Bakterien können Rinder, Schafe, Ziegen und Haustiere sein. Auch Wildtiere, Vögel, Zecken, Milben und Fliegen dienen als Reservoire. Ebenfalls riskant ist die Verarbeitung tierischer Produkte, wenn diese infiziert sind.
Der Erreger wird hauptsächlich durch das Einatmen von Staub oder durch direkten Kontakt zu infizierten Tieren übertragen. Während der Geburt von Nutztieren werden besonders große Mengen des Erregers frei, die auch das Neugeborene kontaminieren. Die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten.
Ähnlich wie die Vogelgrippe – eine auf Vögel spezialisierte echte Influenza-Erkrankung – kann auch das Bakterium Coxiella burnetii vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Infizieren kann sich der Mensch bei Ziegen oder Schafen. Auch die Ausscheidungen von Zecken können den Erreger enthalten.
In den Niederlanden sind seit Anfang des Jahres 2300 Menschen am Q-Fieber erkrankt. Sechs Patienten starben nach Komplikationen. Sie litten allerdings alle bereits an anderen Krankheiten, als sie sich mit der Tierseuche infizierten. Bislang wurde der Erreger in 55 Agrarbetrieben im Süden des Landes nachgewiesen. Die Regierung ordnete zunächst die Tötung von 20.000 erkrankten Ziegen an. Nachdem sich das Fieber weiter ausbreitete, werden nun auch 34.500 gesunde, aber trächtige Ziegen der betroffenen Bauernhöfe gekeult. Der Grund: Der Erreger wird beim Geburtsvorgang freigesetzt.
Trotz der Massentötung erwarten die Behörden die Ausweitung der Bakterien-Infektion. Sie ist in den vergangenen Jahren in mehreren europäischen Ländern – auch in Deutschland – häufiger aufgetreten. Wie das niederländische Landwirtschaftsministerium bestätigte, bestehe bei weiteren 16 Viehzuchtbetrieben der Verdacht eines Befalls. Testergebnisse aus diesen Betrieben mit insgesamt 17.500 Tieren erwarte man bis Ende der Woche.
Für die Tierbestände in Deutschland stellt der Ausbruch nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit (FLI) bisher keine größere Gefahr dar. "Wir beobachten das Geschehen in den Niederlanden", sagte FLI-Sprecherin Elke Reinking. In Deutschland gebe es bisher keine Anzeichen für ungewöhnlich hohe Fallzahlen. Besondere Vorsichtsmaßnahmen seien deshalb derzeit nicht erforderlich.
Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) kann in Deutschland bislang "nichts Auffälliges beobachten". Allerdings dauere der jetzige Ausbruch im internationalen Vergleich bereits ungewöhnlich lang, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Deshalb seien die angrenzenden Bundesländer "verstärkt aufmerksam".
Nach Angaben des RKI stecken sich hierzulande jährlich rund 100 bis 400 Menschen mit Q-Fieber an, in diesem Jahr sind es bisher knapp 190. Tödlich endete die Erkrankung bisher in zwei Fällen, in den vergangenen Jahren gab es bundesweit häufig auch nur einen oder keinen Todesfall.
Was kommt als nächstes?
Die Goldfischgrippe? Sorry, aber ich kann es nicht mehr hören. Und hauptsache mal wieder abertausende Tiere "gekeult" - vorsorglich. Ich hasse dieses Wort...