Infothread zum Thema Impfen

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Hallo alle miteinander,

wie viele vielleicht gesehen haben, haben wir unsere beiden Impfthemen zusammen gelegt, außerdem haben wir die Themen der Übersicht halber etwas entschlackt.
Und da der erste Post zwar mit vielen Informationen gefüllt, aber leider schon etwas älter war, möchten wir an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Sachen zum Thema Impfen zusammen fassen:


Abkürzungen:
S =
H = Hcc = (eine Kreuzimmunisierung mit Pi ist möglich, siehe Link)
P =
T =
Pi = Parainfluenza =
L = = der Tod aus der Pfütze, ausführliche Erklärung ab hier: , gesamte Diskussion in den Posts darum herum


Die hinterlegten Links enthalten einen kurzen Überblick über Krankheitsverlauf, Symptome, Behandlung und Vorbeugung und sind auch im Ganzen durchaus lesenswert!
Ausländische Abkürzungen können davon abweichen!


Lebend- und Totimpfstoffe:
• Aktive Immunisierung:

Bei der aktiven Immunisierung erhält der Hund abgeschwächte, abgetötete oder in Bruchstücke gespaltene nicht infektiöse Antigene, die sein Immunsystem zur Bildung spezifischer Antikörper anregen. Ziel der aktiven Immunisierung ist ein spezifischer, langfristiger Schutz (Immunität) gegen Infektionserreger. Der Nachteil bei dieser Form der Impfung ist, dass der Körper des Hundes für die Bildung der Antikörper einige Tage bis Wochen benötigt.


• Passive Immunisierung:

Bei der passiven Immunisierung bekommt der Hund ein Immunserum, in dem die benötigten Antikörper bereits enthalten sind. Der Impfstoff schützt daher bereits unmittelbar nach der Verabreichung. Da die Antikörper jedoch körperfremd sind, baut der Organismus sie wieder ab. Eine passive Immunisierung schützt den Hund daher nur kurzfristig.
Quelle:


Welche Kombinationsimpfstoffe gibt es?
Dies schwankt von Hersteller zu Hersteller, verschafft aber einen guten Überblick. Fast alle Impfstoffe sind auch einzeln erhältlich und das von vielen . Hier einige Beipackzettel der bekanntesten und wichtigsten Impfstoffe:

Intervet Nobivac:
SHP:
SHPPi:
T:
L:

Virbagen:
SHAP (verwendete Abkürzung von Virbagen für Hepatitis ist HA):
SHAP/L:
LT:
SHAPPI/LT:
T:

Puppyimpfstoffe:
Z.B.:


Gibt es in Deutschland eine generelle Impfpflicht?
Nein, in Deutschland gibt es eine solche nicht. Allerdings werden bestimmte Impfungen bei Grenzübertritt und Veranstaltungen wie Hundesportwettkämpfen gefordert. Außerdem wird ein Hund, der keine gültige Tollwutimpfung hat und mit einem Wildtier in Berührung kommt, u.U. eingeschläfert, weil eine Infektion vorliegen könnte und die Verbreitung verhindert werden soll. Die Einreisebestimmungen für EU- und nicht EU-Länder sind entweder bei der entsprechenden Botschaft explizit nachzufragen, oder für einen kurzen Überblick hier nachzulesen:


Wie sollte mein Impfpass aussehen?
Da wir ein deutschsprachiges Forum sind dürfte fast jeder hier einen EU-Impfausweis haben und auch brauchen. Dieser ist für die Ausreise/Einreise vorgeschrieben, weshalb ihn auch Auslandshunde besitzen.
Der Pass enthält einen Bereich für SHP/SHPPi-Impfungen und einen für T/LT-Impfungen. In beiden wird links der Kleber mit Ablaufdatum des Impfstoffes (nicht mit der Gültigkeit zu verwechseln!) eingeklebt, ein Fach weiter rechts folgt die Eintragung des Impfdatums (obere Zeile) und darunter des Datums, bis zu dem die Impfung gültig ist (untere Zeile). Dahinter folgt die Unterschrift des Tierarztes, mit welcher die Impfung in genau dieser Weise gültig eingetragen ist, nachträgliche Änderungen sind nicht gestattet, also sprecht die Eintragung zuvor genau mit eurem Tierarzt ab!


Welche Impfschemata gibt es?
Die Beipackzettel empfehlen eine Impfung mit 8 Wochen (SHP/SHPPi), eine Wiederholungsimpfung mit 12 Wochen (SHP/SHPPi) und eine Tollwutimpfung ab 12 Wochen (T/LT). Ab einem Alter von 12 Wochen genügt eine einmalige SHP-Impfung. Die weiteren Wiederholungsimpfungen gelten je nach Impfstoff: L und Pi müssen jährlich, SHP und T alle drei Jahre (bitte Packungsbeilage des Herstellers beachten) nachgeimpft werden.

Die ständige Impfkommission im Bundesverband praktizierender Tierärzte empfiehlt folgendes Schema:
GrundimmunisierungAls Grundimmunisierung von Welpen gelten alle Impfungen in den
ersten beiden Lebensjahren
1. Im Alter von
8 Lebenswochen: HCC*), Leptospirose, Parvovirose**), Staupe
12 Lebenswochen: HCC*), Leptospirose, Parvovirose, Staupe, Tollwut***)
16 Lebenswochen: HCC*), Parvovirose, Staupe, Tollwut ****)
15 Lebensmonaten: HCC*), Leptospirose, Parvovirose, Staupe, Tollwut

In einem höheren Alter vorgestellte Tiere erhalten ihre Impfungen
in denselben Abständen. Ab einem Alter von 12 Lebenswochen ist
eine zweimalige Impfung im Abstand von 3–4 Wochen, gefolgt von
einer weiteren Impfung nach 1 Jahr für eine erfolgreiche Grundimmunisierung ausreichend.


Wie sinnvoll dieses Schema ist wurde bereits im Verlauf des Themas diskutiert, an dieser Stelle sei lediglich gesagt, dass dies von den Empfehlungen in den oben verlinkten Beipackzetteln abweicht.


Muss ich das Schema auf den Tag genau einhalten?
Nein, die Impfung verliert ihre Wirkung nicht genau nach Ablauf der eingetragenen Gültigkeit. Gerade bei Verwendung von Nobivac bleibt die Titerkonzentration über drei Jahre nahezu konstant und zeigt noch keine Tendenz nach unten:
[VERSTECK]
Staupe:
15144981hk.png



Parvovirose:
15144985cb.png



Hepatitis:
15144989pj.png



Tollwut:
15144994cc.png



Quelle: [/VERSTECK]


Manche Studien zeigen sogar, dass Impfungen u.U. viel länger als angegeben, vielleicht sogar ein Leben lang immunisieren können. Dr. Ron Schultz zeigte im Jahr 2000 in einer Studie folgende Wirkungsdauern der Impfstoffe:
minimum „duration of immunity“ (DOI)
basierend auf Antikörper- und Challenge-Studien
- Staupe > 7 Jahre- canine Parvovirose > 7 Jahre
- canines Adenovirus (HCC) > 7 Jahre
- Tollwut >/= 3 Jahre
- Parainfluenza >/= 3 Jahre
- Borreliose >/= 1 Jahr
- Bordetella bronchiseptica </= 1 Jahr
- Leptospirose </= 1 Jahr
- Giardiose </= 1 Jahr
Nachzulesen auf: und


Dennoch ist es ratsam, bei einer Impfung auf drei Jahre auch nach etwa drei Jahren nachimpfen zu gehen, unter anderem, da jede Studie angezweifelt werden kann, besonders wenn sie nicht in meinem Heimatland durchgeführt wurde. Die Ergebnisse weichen auch von den Angaben der Hersteller ab, weshalb es schwer sein wird, ein auf der Studie basierendes Schema beim Tierarzt durchzusetzen. Nichts desto trotz lässt die Impfung eine Tendenz erkennen, nach der es kein Drama ist, wenn der Hund mal »ein paar Wochen drüber« ist. Es besteht auch noch die Möglichkeit einer Titerbestimmung (siehe unten).


Mögliche Nebenwirkungen:
Eine Impfung ist immer auch eine Belastung für den Körper, da sie eine Immunreaktion in Gang setzt. Aus diesem Grund sollte die Impfung kranker, alter oder vorbelasteter Tiere genau mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Leichtes Unwohlsein, Empfindlichkeit, Durchfall, Erbrechen oder andere Krankheitssymptome sind dem Tierarzt vor der Impfung mitzuteilen, ggf. sollte diese aus Sicherheitsgründen verschoben werden. Auch bei einem gesunden Hund empfiehlt es sich, die Tollwutimpfung etwa vier Wochen versetzt zur SHP-Impfung setzen zu lassen, um die Belastung möglichst gering zu halten. Das Setzen der Spritze kann ebenfalls Auswirkungen auf die Reaktion haben, mögliche Injektionsstellen sind der Becken- sowie der Nackenbereich. Gelegentlich auftretende Nebenwirkungen sind unter anderem Impfsarkome, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz und manchmal auch Überreaktionen in Form von Atemproblemen und Krämpfen (bitte sofort Tierarzt kontaktieren!). Bei länger anhaltenden Symptomen ist ebenfalls ein Tierarzt zu kontaktieren. Außerdem sollte dies vor der nächsten Impfung erwähnt und ggf. ein angepasstes Impfschema gewählt werden.
Impfungen stehen wegen möglicher Nebenwirkungen immer wieder in der Kritik, auch wegen bestimmter Inhaltsstoffe, entsprechende Diskussion findet ihr hier:


Vor dem Impfen entwurmen?
Wie bereits geschrieben sollte der Hund bei der Impfung möglichst gesund sein. Aus diesem Grund empfehlen viele Tierärzte eine Entwurmung etwa zwei Wochen vor der Impfung. Wird der Hund allerdings in einem anderen Rhythmus regelmäßig entwurmt oder untersucht entfällt diese Notwendigkeit. Auch hierzu ist näheres mit dem Tierarzt zu besprechen.


Die Titerbestimmung
Titerbestimmungen werden bei der Einreise in bestimmte Länder gefordert. Aber auch ab davon kann ein Hundehalter bei seinem Tierarzt eine Titerbestimmung in Auftrag geben, wenn er nur dann impfen lassen möchte, wenn der Titer auch nachweislich gesunken ist. Das genaue Vorgehen ist mit dem Tierarzt abzusprechen.


Was erwartet mich bei einem Impftermin?
Zu einer Impfung gehört immer auch eine vorab stattfindende Untersuchung mit Beratung, im Rahmen welcher der Tierarzt fragen zum Befinden und Zustand des Hundes stellt und das Tier untersucht. Herz und Lunge werden abgehört, Zähne, Ohren, Augen, Schleimhäute und Pfoten angeschaut, Bauch und falls vorhanden Hoden werden abgetastet. Anschließend erfolgen Injektion und Eintrag in den Impfpass. Wie und vor allem was geimpft werden soll ist auf jeden Fall vorab mit dem Tierarzt abzusprechen und zu klären, nicht erst, wenn die Spritze aufgezogen ist!


Wenn ihr noch Fragen habt oder über das Thema sprechen wollt, bitte hier entlang:


Interessante Links:









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