Reine Rasse, volle Kasse (WDR)

Diskutiere Reine Rasse, volle Kasse (WDR) im Hundehütte Forum im Bereich Hunde Forum; Gestern lief im TV wieder eine Sendung, die sich kritisch mit der Rassenzucht beschäftigt. Ich habe sie verpasst, schaue aber gerade den Anfang...
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #1
Morastbiene

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Gestern lief im TV wieder eine Sendung, die sich kritisch mit der Rassenzucht beschäftigt.
Ich habe sie verpasst, schaue aber gerade den Anfang. Meinungen dazu sind natürlich gern gelesen.

Wer sie ansehen möchte:

Off-Topic
Ich erstelle den Thread in der Hundehütte, weil auch die Diskussion zur Sendung "Viel Rasse, wenig Klasse" hier zu finden ist.
Sollte das nicht richtig sein, müsste ein Mod den Thread für mich in die TV-Ecke verschieben. :eusa_whistle:
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #2
Ja, naja mittlerweile hab ich ja schon einige Sendungen dazu gesehen.

Deswegen halte ich auch nichts mehr wirklich von den Vereinen. Wie man Rassen so kaputt machen kann... traurig :(
Auch von diesen ganzen Neuen Rassen halte ich nichts wirklich...
Dann lieber so Retromöpse die wenigstens wieder Luft kriegen (zurück zum anfang ^^)

Ich glaube dann würde ich lieber zu einem "Hobbyzüchter" gehen, der wohl noch gesunde Tiere hat
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #3
Grüß dich,

Habe mir das Ganze angesehen und muss sagen, das es interessant aber auch traurig ist. Sehr traurig.

Die Hauptfrage, die ich mir aber stelle: Wie kommt man als Züchter aus diesem "System" heraus?
Im Grunde beißt sich die Katze selbst in den Schwanz: Man braucht Hunde mit einer Ahnentafel zur Zucht, hat man die nicht, kann man auf keine Show. Keine Show= keine Körung oder weitere "Preise". Die Leute wollen aber Hunde mit X Auszeichnungen. Ein absolut gesunder Hund, der topfit ist und vielleicht nur ein "vielversprechend" vorzuweisen hat, ist in dem Grunde weniger wert als ein Hund mit VV, Jugendsieger etc. - auch wenn er vielleicht HD-B etc. hat.


Ich kenne das Ganze aus dem Bekanntenkrreis. Die eine ist offizielle Züchterin, die andere nicht.

Die nicht einem Verband angeschlossene Züchterin die das macht, hat großartige Hunde mit Ahnentafel, stellt selbst aber keine Papiere aus (da sie keinem Verband angehört), dafür gehen die Hunde dort reihenweise in den Dienst als Schutzhund und sind bis ins hohe Alter wirklich aktiv und sehr, sehr gesund.
Erst im Sommer war ein Diensthund von ihr in der Zeitung.
Sie selbst ist kein Fan von dem "Zuchtgehabe" der FCI und züchtet außerhalb. Shows kann sie mit ihren Nachzuchten nicht besuchen, und unter Kollegen wird sie immer nieder gemacht, egal ob es sich um ein Buch von ihr handelt oder um ihre geliebten Hunde. Immer wird sie in irgendeine Richtung angegangen.
Dabei sorgt sie sich großartig um ihre Hunde, läßt auf HD, ED, Herz, MDR-1 und zig andere Sachen testen.

Wie kommt man als Züchter aus dem Zuchtsystem heraus, hat gesunde Hunde und aber auch noch Erfolge in diverse Richtungen? Das macht mich nach der Doku nämlich sehr nachdenklich.
Für mich klingt das fast so wie Gruppenzwang...klingt doof...es zählt nur der Hund mit X Erfolgen, egal ob er jetzt HD b hat.-..dan wird halt mit HD B gezüchtet...aber ein kerngesnder Hund, der vielleicht "nur" ein "vielversprchend" hat und auch die anderen Linien-Hunde nicht mehr vorweisen können, dafür aber gesund sind, wird ignoriert...

Hm, wiss ihr, was ich meine?
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #4
Es wird wohl immer schwerer nen gesunden Hund zu finden.
Ich würde mich glaub ich eh von solchen Modehunden distanzieren.
Solche Hinterhofvermehrer würde ich auch niemals unterstützen, aber wenn ich sehe, das eingetragene Züchter nur noch Totgeburten bekommen oder verkrüppelte Tiere und wollen einen gesunden (rassefremden) Hund einpaaren, damit die Tiere wieder gesund werden... und die fliegen dann raus, naja dann denke ich mir, sind die am Ziel des gesunden Hundes vorbei.

Foss genau das meine ich, Leute die auch sich um die Genetik kümmern und ihre Tiere untersuchen lassen... glaub da ist man mittlerweile besser dran.

Und nun werden die neuen ganzen Rassen kreirt.. Allergikerhunde und so weiter. Sollte man nicht erstmal versuchen, die Rassen wieder auf einen gesunden Standart zu züchten?

Wenn ich sehe das die Kavalier Kings fast alle krank sind...ist doch schrecklich
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #5
Bekannte von mir sind Züchter und leiden auch sehr unter dem Regelwerk. Die Großen Schweizer Sennen leiden als Rasse ja auch unter vielen Jahren der falschen Prioritäten und jetzt versucht man das mühselig wieder zu retten. Trotzdem scheint da noch sehr viel Schmuh zu laufen. Mittlerweile sind sie auf eine andere Rasse umgestiegen (falls ihr Mädel tauglich ist. Das weiß man ja erst in ein paar Jahren), da ihre aktuellen Hündinnen ohnehin in Zuchtrente gegangen sind und dort dann nur noch als normale Haushunde leben. Die Rasse ist aus derselben Gruppe mit demselben Gebrauch, nur in Deutschland relativ selten. Generell keine besonders beliebte Rasse, weswegen sie noch recht gesund scheint und die Regeln noch nicht allzu deftig sind. Die wollen ja auch unter nem Dachverband bleiben, denn sie wollen, dass alles richtig läuft, sie wollen zu "richtigen" Ausstellungen und alles drum und dran. Aber es ist einfach furchtbar, wenn man dann trotzdem mit ansehen muss, wie die eigene Rasse weiter Regeln unterworfen ist, die sie nicht gesünder machem...

Ich glaube, das ist auch einfach für uns (Männe und mich) der Grund, wieso wir bei Tierschutzhunden bleiben. Die können ohne Zweifel auch sehr krank sein, aber die Krankheiten, die meine Hunde bisher hatten, war wenigstens nicht unmittelbar durch den Menschen geschuldet, sondern "natürlich". Auch wenn man diese Aussage natürlich auch nur mit Vorsicht genießen kann (Jerry hätte ja mit einer Impfung gesund sein können, aber das ist ja wieder eine andere Art der Schuld des Menschen). Meine Hunde sind vermutlich in mindestens 10. Generation Mischling. Sie sind nicht zwangsweise gesünder als ein Rassehund, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich mich mehr ärgern würde, wenn Hannas Lebershunt durch eine Zucht begünstigt worden wäre, weil dies bei manchen Rassen vielleicht noch kein Zuchtausschlussgrund ist und Hunde mit diesem Defekt einfach fröhlich weiter vermehrt werden, weil sie ja sonst ganz tolle Noten bekommen haben. So kann ich zumindest sagen, dass sie einfach bescheidene Gene hatte, wofür kein Mensch was kann (Eltern und Geschwister sind gesund).
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #6
Die Sendung lief übrigens bereits im August, anscheinend wurde der Titel angepasst. Nachdem ich sie nun gesehen habe, sitze ich wieder mit diesem mulmigen Gefühl im Magen da. Der Schlüssel zu allem scheint weiterhin der Markt zu sein und damit die Kunden. Wenn diese genügend Druck erzeugen, durch informiertes Auftreten und kritische Fragen, sind die Züchter gezwungen, sich mit der Thematik zu befassen. An sich eine gute Voraussetzung, die teilweise lapidaren Bekundungen wie denen vom VDH den Wind aus den Segeln nehmen könnte. Trotzdem habe ich meine heiligen Zweifel, dass dieses Umdenken in ausreichend großer Fläche so schnell erfolgen wird. Solange es Menschen gibt, die Welpen aus Puppy Mills oder aus privater Vermehrung kaufen und besonders nach Aussehen gehen, auf Kosten der Gesundheit und der genetischen Vielfalt, bleibt der Markt existent und damit viel krankes Erbgut.

Überrascht haben mich die positiven Worte über Zoo Zajac. Ich würde dort weiterhin niemals einen Hund erwerben wollen, weil die Bedingungen für eine vernünftige Sozialisierung der Welpen nicht in Ordnung sind und ich den Verkauf von Tieren in Zooläden (besonders Welpen) moralisch fragwürdig finde und inzwischen ablehne, aber dass Qualzuchten gar nicht erst ins Sortiment (so nüchtern muss man es sagen) aufgenommen werden und Tests von den Elterntieren gefordert werden, ist doch mehr, als ich erwartet hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Hunde und Katzen dort abgelehnt werden. Immerhin ein kleines Signal nach außen, obgleich aus wirtschaftlichen Gründen...

Den Ansatz, der nun bei Crufts in Gang gebracht wurde, fände ich gut, wenn man ihn konsequenter umsetzen würde. Also unabhängige Veterinäre ins Boot holt und keine vom Club bezahlten. Dennoch ist die "Maßnahme Vet Check" bereits mehr, als wir hier vorweisen können und aus meiner Sicht ist jeder Schritt in Richtung eines vernünftigeren Umgangs mit der Zucht besser als keiner. Ich würde mir wünschen, dass die Denkweise "Gesundheit vor Schönheit" in Züchter- und Käuferkreisen verbreiteter wäre. Bis dahin empfinde ich Shows eher als eine Wurzel des Übels. Die Reputation, die dort erlangt wird, ist von zu großer Bedeutung, um die Entstehung gesunder Hunde zu begünstigen. Ich finde es traurig, wie falsch die Prioritäten liegen. Projektionen in unsere Welt sind immer schwierig, aber mal ehrlich: Kein Paar würde die Geburt eines kranken Kindes riskieren, nur damit es der gängigen Vorstellung von Schönheit entspricht. Bei vierbeinigen Familienmitgliedern nimmt man das bereitwillig in Kauf und fördert es sogar. Das ist schon sehr pervers, wenn man es für sich betrachtet.

Ich bin gespannt, ob und was sich in den kommenden Jahren tun wird...
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #7
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #8
Würde der VDH nur noch Möpse mit längeren Nasen zulassen, dann würden sich die Leute ihre Kurznasen-Möpse eben beim Vermehrer oder Hobbyzüchter kaufen. Ich bin sicher kein VDH Fan, aber es wird doch immer gerne verdrängt, dass das eigentliche Problem wir Menschen mit unseren Geschmäckern sind.
Würde keiner mehr die kranken Hunde kaufen, dann gäbe es sie nicht und solange die Nachfrage da ist, wird es sie auch immer geben (ob nun vom VDH oder eben von wo anders).

Sicher tragen die Ausstellungen dazu bei dieses Problem zu verschlimmern und meiner Meinung nach wird auch viel zu viel Wert auf eben diese gelegt, aber trotzdem liegt die Entscheidung am Ende bei den Käufern. Die Käufer haben alle Macht etwas zu ändern!
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #9
Würde der VDH nur noch Möpse mit längeren Nasen zulassen, dann würden sich die Leute ihre Kurznasen-Möpse eben beim Vermehrer oder Hobbyzüchter kaufen. Ich bin sicher kein VDH Fan, aber es wird doch immer gerne verdrängt, dass das eigentliche Problem wir Menschen mit unseren Geschmäckern sind.

Dem würde ich prinzipiell zustimmen. ABER der VDH arbeitet u.a. mit Tasso zusammen und will zurecht nicht mit Vermehrern in einen Topf geschmissen, sondern mit gesunden, schönen und vitalen Hunden assoziiert werden. Also sollen sie diesem Anspruch auch gerecht werden, finde ich. Natürlich werden sich die Leute ihre "Exoten" dann anderweitig holen, aber das sollte ohnehin nicht das Klientel eines offiziellen Zuchtverbandes sein. Eigentlich sollten diese rein aufs Aussehen fixierte Menschen sogar weggejagt werden. Gerade (vermeintlich) seriöse Züchter schmücken sich immer mit Phrasen wie "Liebhaber der Rasse". Wenn sie das sind, müssen sie Tiere an verantwortungsvolle Menschen abgeben, die die Tiere ihrem Wesen nach haben wollen und nicht nur nach dem Aussehen. Denn exakt diese sind die "wahren" Liebhaber einer Rasse. Genau diese legen ja auch Wert auf gesunde Hunde und würden entsprechende Modifikationen in den Zuchtregeln sicher begrüßen.

So kann es m.E. zumindest nicht weitergehen. Wenn man sieht, dass sich ehrliche Züchter von Dachverbänden distanzieren oder zumindest die Rasse wechseln, scheint ein ernstes Problem vorzuliegen. Der VDH (oder auch andere Verbände) verlieren dauerhaft ihre Glaubwürdigkeit und Interessenten können zwischen seriös und unseriös kaum unterscheiden, weil sich das außerhalb eines Verbandes bunt mischt.
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #10
Natürlich, das finde ich auch! Ich denke es würde schon sehr viel ändern, wenn die ganze Rassezucht nicht so fixiert auf Ausstellungen wäre, sondern eher auf Wesen und Gesundheit achten würde.
Dennoch werden weiterhin kranke Hunde gezüchtet werden, solange die Nachfrage da ist (und es nicht gesetzlich verboten ist - und selbst dann wird es nicht aufhören.. siehe kupierte Hunde).

Die Lösung des Problems "kranke gezüchtete Hunde" liegt nicht alleine beim VDH, sondern zum großen Teil einfach bei den Käufern.
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #11
Ich werfe einfach nochmal ein: Schaut Euch mal die Welpenstatistik des VDHs, der "ach so kranken" Möpse/Bulldoggen/what ever an. Und dann überlegt, wie viele Hunde der Rassen IHR kennt ...

Die Schuld ist ganz sicher nicht (einzig) bei den Züchtern, oder gar "nur den FCI-Züchtern" zu suchen.
Ein "Hobby-Züchter", ohne Verband, kann auch keine gesünderen Hunde züchten - oder wo kriegt er seine Hunde her?
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #12
Bei dieser Thematik gibt es leider so viele Faktoren, dass man sich echt nur noch an den Kopf packen kann.

Bei Rassehunden ist die Problematik m.M.n. übrigens durchaus auch, dass die Züchter oft gar nicht ganz genau wissen was sie da tun.
Natürlich müssen sie Züchter-Seminare besuchen etc., aber effektiv...es gibt durchaus VDH-Züchter eig. relativ gesunder Rassen von denen ich mir niemals einen Hund holen würde, weil es da an absolutem Grundwissen mangelt.

Der VDH hat aber grundsätzlich den Ruf, dass alle Hunde aus diesem Verband auf jeden Fall von kompetenten Züchtern stammen.
Wäre dem so wäre das sehr zu begrüßen.

Was nicht heißt, dass alle VDH-Züchter keine Ahnung haben- aber auch da gibt es eben welche, die wirklich nur nach "Wer ist hübsch und lässt sich gut verkaufen" arbeiten.

Persönlich fällt mir in letzter Zeit vermehrt auf, dass viele "Laien" auf Mischlinge aus absolut problembehafteten Rassen ausweichen- weil die schließlich gesünder sind etc.
Da entwickelt bzw. hat sich ein riesiger Markt entwickelt, der wirklich absolut nicht mehr überschaubar ist.
Wenn man da dann wieder die Anzeigen zu Border Collie- Labradoodle- Mixen, Mops-Jagdterrier, Weimaraner-Dalmatiner usw. usw. liest kann einem echt anders werden.

Heißt nicht, dass das nicht tolle Hunde sind, aber da werden dann eben munter ungetestete Hunde vollkommen abstruser Rassekombinationen zusammengeworfen, weil sie "gesünder" seien als die Rassehunde ohne zu beachten, dass die Ursprungsrassen ja auch alle Krankheiten einbringen können, die man damit eig. umgehen will.

Die Tatsache, dass Rassezucht oft auch mit vielen Problemen einhergeht scheint daher durchaus bei einem Teil der Käufer angekommen zu sein- nur leider noch nicht ganz richtig.

Es ist scheinbar nach wie vor zu sehr in den Köpfen, dass eine bestimmte Rassezugehörigkeit Gesundheit garantiert- unabhängig von der Herkunft.

Das ist aber auch nur das, was ich so als persönlichen Eindruck gewonnen habe, wenn man sich so gerade mit Welpenbesitzern unterhält.
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #13
Na das war doch mal ein schönes Abendprogram, Danke :D.

Ich finde den Bericht wirklich toll, der TA ist sehr sympatisch und macht sich wirklich sehr große Mühe, das sich im VDH mal was ändert. Was auch dringend nötig ist!

Das Problem ist allerdings wirklich, wenn sich Leute die armen Franz. Bulldoggen und Möpse kaufen wie sie sind, dann wird niemand diese Rassen gesünder züchten. Mal ganz erlich warum kauft man sich denn so eine Rasse? Echt wegen dem Kindchenchema? Ich sehe diese Hunde mehrmals täglich auf Arbeit und nicht nur das auch bei uns die Hunde sehr unter Atemnot und sämtliche Krankheiten haben, sind sie auch einfach nur hässlich. Wie kann man so ein Gesicht toll finden? Mir tun die Hunde einfach nur leid, ich möchte auch nicht mein ganzen Leben durch einen Strohhalm atmen müssen .....
Auch der Cavalier ist genauso schlimm dran, keiner dieser Hunde wird sonderlich alt und haben z.T. kaum Lebensqualität, traurig!

Natürlich sind das nicht die einzigen Rassen die krank sind, aber ob es wirklich die richtige Lösung ist, deshalb Rassen zu mischen weiß ich auch nicht ..... Ich bin mir nicht sicher ob man Duck Tolling Retriever mit einem Aussie kreuzen sollte?

Auf jeden Fall, sollten auch auf den VDH Ausstellungen Kontrollen eingeführt werden, einfach damit die Züchter mal drüber nachdenken was sie vermehren und ein Umdenken stattfindet.
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #14
Ja, den Eindruck habe ich leider auch gewonnen.
Es scheint sich mittlerweile gut festgesetzt zu haben, dass Rassehunde generell krank (und das gilt ja dann sowieso für alle Rassen.. nicht ein paar wenige) und Mischlinge alle viel gesünder und robuster sind. Gerade bei uns in der Umgebung und den Leuten, die nicht in Foren/Internet unterwegs sind und sich informieren, sondern höchstens mal so ein Bericht im Fernsehen sehen oder irgendwelche Hundetrainer wie Martin Rütter, wird es gerne angenommen zu sagen "Rassehunde? Nääääh.. ich bezahl doch ned 1000 Euro für nen überzüchteten und kranken Hund! Mein Mix hier vom Bauernhof nebenan hat keine 100 Euro gekostet und ist sowieso viel gesünder und robuster!"

Es ist auch sinnlos dagegen zu argumentieren...

Die Leute fassen solche Berichte eben gerne als Bestätigung dafür auf. Allerdings ist sie das keineswegs. Wie schon gesagt wurde: Zwei kranke Hunde ergeben keinen gesunden Hund!

Natürlich kann mehr Erbmaterial positiv sein, aber nur dann, wenn es auch gesundes Erbmaterial ist.

Ich habe absolut nichts gegen eine gesunde Mischlingszucht mit gesunden Elterntieren, die auch auf viele Generationen hin untersucht sind (nennt man auch Stammbaum - für viele ein "Papier" was sowas wie ein unnötigen Adelstand darstellt, in Wirklichkeit aber einfach eine wichtige Dokumentation der Vorfahren) und die auch für ein gutes Zuchtziel zueinander passen.

Das Problem ist aber, dass eine solche Mischlingszucht dann soviel kosten würde, dass man mindestens das Gleiche dafür verlangen müsste wie für Rassehunde. Und wer will schon soviel ausgeben für ein "Mischling" (solange es nicht ein neuer Modemix ist - und das führt dann wieder zu anderen Problemen: Vermehrer und die fehlenden Kontrollen der Züchter und der Trittbrettzüchter, die nur das schnelle Geld machen wollen).

Mit am sinnvollsten finde ich ja die Zuchtverbände und Zuchtziele vieler Arbeitshunde. Diese sind oft nicht im VDH, da sie die Kriterien beim Aussehen nicht erfüllen können ohne Einbüßungen bei der Leistungsfähigkeit zu machen. Es gibt dort wesentlich härtere Gesundheits- und vor allem Leistungskontrollen. Der Hund muss also schlicht und ergreifend top fit sein!
Allerdings kann man solche Tiere dann schlecht an Privathalter geben, die den Arbeitswillen nicht erfüllen können.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Natürlich sind das nicht die einzigen Rassen die krank sind, aber ob es wirklich die richtige Lösung ist, deshalb Rassen zu mischen weiß ich auch nicht ..... Ich bin mir nicht sicher ob man Duck Tolling Retriever mit einem Aussie kreuzen sollte?

Ja, das fand ich auch sehr befremdlich. Einerseits wird gesagt, dass man weniger auf das Aussehen achten soll und mehr auf die Gesundheit und das Wesen und dann verpaart man einen Hütehund mit einem Jagdhund und gibt ihn an Familien als Familienhund. Warum? Weil es vom Aussehen passt.
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #15
Hallo Syn,

aber sein wir mal erlich 1000€ für einen Hund aus der Zoohandlung würdest du sicher auch nicht bezahlen oder? Bei mir ist es grundsätzlich keine Geldfrage welchen Hund ich mir hole, ob er nun 500€ oder 1500€ kostet wäre mir egal, hauptsache gesund! Und da liegt das Problem, denn auch die teuren VDH Hunde scheinen ja nicht gesund zu sein.
Allerdings kaufe ich auch keinen Bauernhofhund für 100€, dann lieber ein paar Eure mehr und vom Tierschutz!

Ich werde sehr oft auf meine Leni angesprochen, sie ist ja ein Langhaardackel - Mix, ist 35cm hoch und hat damit längere Beine und einen kurzen Rücken, wiegt aber nur 7,2kg. Viele Leuten sagen mir so sollte man Dackel züchten, das wäre viel gesünder und Angebote von Deckrüden hatte ich auch schon ....... Allerdings muss auch ein Mischling nicht gesünder sein, meine Maus hatte ja Partellaluxation und musste nun operiert werden, eine Seite 700€ die andere ist o.k. Also man steckt nie drin, gerade bei einem Hund aus dem Tierschutz natürlich nicht, aber ich kann damit leben und würde mir immer wieder einen Dackelmix holen ;).
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #16
Ich finde es einfach nur krank das gesunde Tiere/Welpen einfach mal eingeschläfert werden, weil (Rodesian Ridgeback) der Streifen aufm Rücken fehlt, obwohl dieser ja bei vielen krank macht cO

Oder die gewollte Inzucht... das die sowas erlauben finde ich echt ne Sauerei..

Oder wie der Kommentator über die Bulldoggen... das is Bullshit
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #17
Das Problem ist aber, dass eine solche Mischlingszucht dann soviel kosten würde, dass man mindestens das Gleiche dafür verlangen müsste wie für Rassehunde. Und wer will schon soviel ausgeben für ein "Mischling"

Naja, solche kontrollierten Mischlingszuchten gibt es ja durchaus;)
Das Elo-Zuchtprojekt ist da ja im Moment recht bekannt und da ist es definitiv so, dass die Welpen 900-1200,- kosten.

Mal ganz erlich warum kauft man sich denn so eine Rasse? Echt wegen dem Kindchenchema?

Ich bin mir recht sicher, dass es Menschen gibt, die den Charakter des Mopses einfach grandios finden.
Persönlich gefallen mir Franz. Bullys von ihrer Art her auch unheimlich gut- daher würde ich nicht jeden, der so einen Hund besitzt dafür verurteilen, dass es ihm ausgerechnet diese Rasse angetan hat.
Wie Pewee aber auch schon sagte: "Wahren" Liebhabern wird auch viel daran liegen, dass ihre Hunde gesund sind.
Off-Topic

Es gibt auch Menschen, die ganz gezielt solche "Schwer-Atmer" aufnehmen, weil sie sonst einfach niemand mehr will, wenn sie bereits im Tierheim sitzen;) Man sieht niemandem an warum er sich jetzt ausgerechnet diesen Hund geholt hat.
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #18
Habe mir gestern dann auch die Sendung angesehen .... und bin einigermassen geschockt. Traurig, dass der Mensch absichtlich lebensunfähige oder schwer behinderte Tiere kreiert, nur wegen vermeintlicher Schönheitsideale. Dass Möpse so dermassen benachteiligt sind aufgrund ihrer Überzüchtung, wusste ich bis vor relativ kurzem auch nicht. Meine Mutter findet Möpse so süss und ich war teilweise schon nah dran, ihr einen zu besorgen (jetzt, wo sie eh wegen meinem Vater praktisch ans Haus gebunden ist und auch nie wieder in Urlaub fahren kann, hätte sie Zeit für einen Hund). Davon bin ich nunmehr ganz abgekommen.

Umso froher bin ich, dass ich einen nicht überzüchteten, Ahnentafel- und Pedigree-freien Mastin habe, der zwar auf keiner Hundeshow zugelassen werden würde, dafür aber umso vitaler und gesünder ist. Ja, wenn ichs mir recht überlege, unsere erste Mastin-Hündin, Jara, war von einem professionellen Züchter, ihre Vorfahren waren alle blaublütig und konnten bis weiss nicht wohin in der Ahnentafel verfolgt werden. Aber Jara hatte genau das Problem, welches auch in dem Film bei den Bernhardinern angesprochen wurde, nämlich die blutunterlaufenen und Bindehaut-Entzündeten Augen, die wir auch einmal operieren mussten, da sie kaum noch aus den AUgen sehen konnte. Mit Mora dagegen, die auch "Bauernadel" war, hatten wir nie auch noch das geringste Problem, die strotzte nur so vor Gesundheit.

Es ist traurig, welches Schindluder mit Tieren getrieben wird. Anstatt jedesmal widerstandfähigere und kräftigere, gesündere Tiere zu züchten, wie das die Natur machen würde, würde man ihr den Lauf lassen, kreieren wir arme, kranke Karikaturen, zur Befriedigung unserer Eitelkeiten.
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #19
Umso froher bin ich, dass ich einen nicht überzüchteten, Ahnentafel- und Pedigree-freien Mastin habe, der zwar auf keiner Hundeshow zugelassen werden würde, dafür aber umso vitaler und gesünder ist. .

Und da ist genau das, was ich meinte.
Das ist das, was die Leute gerne heraushören...
Eine Ahnentafel ist etwas positives und wichtiges, um gesunde Hunde züchten zu können. Wenn du ein gesunden Hund ohne Ahnentafel hast, dann ist das einfach nur pures Glück gewesen! Nur mit einer Ahnentafel kann man Erbkrankheiten über Generationen verfolgen und das ist wichtig, da es nicht reicht nur die Eltern zu untersuchen.

Eine Ahnentafel ist kein "Adel", auch wenn ihn sogar viele Züchter gerne so behandeln...

Ich habe einen Saarloos Wolfhund mit Ahnentafel. Das ist sehr wichtig, da die Rasse vom Schäferhund zwei Erbkrankheiten bekommen hat, die man mit Labortests und Ahnentafeln zu 100% ausschließen kann und die ohne solche Untersuchungen sehr viel Leid bedeuten. Trotzdem ist es eine der gesündesten Rassen und auch Askan ist topfit (mein reinrassiger Golden Retriever übrigens auch - obwohl ich ehrlich gesagt keinen mehr holen würde).

Reinrassig =/= ungesund
Ahnentafel =/= Adel

Es geht um bestimmte Rassen, die im Laufe der Zeit von uns Menschen auf bestimmte Merkmale gezüchtet wurden und deswegen Probleme haben und es geht auch um den hohen Inzuchtfaktor, den wir herausbekommen müssen. Früher war Inzucht nun mal etwas positives. Bei uns Menschen übrigens auch eine ganze Zeit lang.
Man weiß mittlerweile, dass dem nicht so ist und viele Züchter schreiben den Inzuchtkoeffizient offen dazu und versuchen dort möglichst runter zu kommen.

Wir Käufer haben es in der Hand nach Züchtern zu suchen, die verantwortungsvoll züchten und nach Rassen zu schauen, die möglichst gesund sind.

Einfach Mischlinge zu produzieren mit dem Gedanken, dass Ahnentafeln ja unnötiger Adel sind, ist sicherlich nicht der richtige Weg zu einem gesundes Begleiter!

Auch interessant dazu:
100 Years of Breed “Improvement”



Wirklich traurig, was wir mit unseren Hunden machen...
 
  • Reine Rasse, volle Kasse (WDR) Beitrag #20
Aber am allergesündesten sind doch meist die Tiere, bei denen man gar nicht mehr feststellen kann, welche Rassen da mal reingespielt haben, die echten Strassenköter-Mischlinge, robust, unverwüstlich und jeder mit unnachahmbarer Physiognomie. Eben alles Originale.
Und die findet man meistens im Tierheim. Leider. Denn es sind oft die treuesten Gefährten, die ein Mensch haben kann.
 
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