Ja, den Eindruck habe ich leider auch gewonnen.
Es scheint sich mittlerweile gut festgesetzt zu haben, dass Rassehunde generell krank (und das gilt ja dann sowieso für alle Rassen.. nicht ein paar wenige) und Mischlinge alle viel gesünder und robuster sind. Gerade bei uns in der Umgebung und den Leuten, die nicht in Foren/Internet unterwegs sind und sich informieren, sondern höchstens mal so ein Bericht im Fernsehen sehen oder irgendwelche Hundetrainer wie Martin Rütter, wird es gerne angenommen zu sagen "Rassehunde? Nääääh.. ich bezahl doch ned 1000 Euro für nen überzüchteten und kranken Hund! Mein Mix hier vom Bauernhof nebenan hat keine 100 Euro gekostet und ist sowieso viel gesünder und robuster!"
Es ist auch sinnlos dagegen zu argumentieren...
Die Leute fassen solche Berichte eben gerne als Bestätigung dafür auf. Allerdings ist sie das keineswegs. Wie schon gesagt wurde: Zwei kranke Hunde ergeben keinen gesunden Hund!
Natürlich kann mehr Erbmaterial positiv sein, aber nur dann, wenn es auch gesundes Erbmaterial ist.
Ich habe absolut nichts gegen eine gesunde Mischlingszucht mit gesunden Elterntieren, die auch auf viele Generationen hin untersucht sind (nennt man auch Stammbaum - für viele ein "Papier" was sowas wie ein unnötigen Adelstand darstellt, in Wirklichkeit aber einfach eine wichtige Dokumentation der Vorfahren) und die auch für ein gutes Zuchtziel zueinander passen.
Das Problem ist aber, dass eine solche Mischlingszucht dann soviel kosten würde, dass man mindestens das Gleiche dafür verlangen müsste wie für Rassehunde. Und wer will schon soviel ausgeben für ein "Mischling" (solange es nicht ein neuer Modemix ist - und das führt dann wieder zu anderen Problemen: Vermehrer und die fehlenden Kontrollen der Züchter und der Trittbrettzüchter, die nur das schnelle Geld machen wollen).
Mit am sinnvollsten finde ich ja die Zuchtverbände und Zuchtziele vieler Arbeitshunde. Diese sind oft nicht im VDH, da sie die Kriterien beim Aussehen nicht erfüllen können ohne Einbüßungen bei der Leistungsfähigkeit zu machen. Es gibt dort wesentlich härtere Gesundheits- und vor allem Leistungskontrollen. Der Hund muss also schlicht und ergreifend top fit sein!
Allerdings kann man solche Tiere dann schlecht an Privathalter geben, die den Arbeitswillen nicht erfüllen können.
EDIT (automatische Beitragszusammenführung)
Natürlich sind das nicht die einzigen Rassen die krank sind, aber ob es wirklich die richtige Lösung ist, deshalb Rassen zu mischen weiß ich auch nicht ..... Ich bin mir nicht sicher ob man Duck Tolling Retriever mit einem Aussie kreuzen sollte?
Ja, das fand ich auch sehr befremdlich. Einerseits wird gesagt, dass man weniger auf das Aussehen achten soll und mehr auf die Gesundheit und das Wesen und dann verpaart man einen Hütehund mit einem Jagdhund und gibt ihn an Familien als Familienhund. Warum? Weil es vom Aussehen passt.