- Thymian Beitrag #1
Nojiko
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Hallo Leute,
hab mal ne Frage. Dürfen Kaninchen frischen Thymian fressen?
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Thujon hat in geringer Konzentration eine starke Heilwirkung, es wirkt antibakteriell, antiviruell und leicht entwurmend. Ich vermute, daß die typischen Thujonkräuter, wie Beifuß, Salbei und Wermut gerade bei Schnupfenviren extrem gut wirken, jedenfalls konnte ich inzwischen an mehreren Schnupfenkaninchen eine Bevorzugung thujonhaltiger Kräuter feststellen, wenn sie unter chronischen Schnupfen litten. Helfen tun die Kräuter offenbar, die Symptome lassen meist nach Genuß von thujonhaltigen Pflanzen nach.
Thujon wirkt in geringer Konzentration auch appetitanregend und darmfördernd. Wermut ist das Wunderkraut für Kaninchen, die Wirkstoffe spielen derartig perfekt mit dem Thujon zusammen, daß man eigentlich fast jede Darmkrankheit außer Kokzidiose positiv beeinflussen kann. Bei Kokzidiose scheint Thujon die Symptome zu verschlimmern.
Thujon hat allerdings noch eine Eigenschaft - es wirkt abstillend und kann Aborte fördern - auch in geringen Dosen, wie es in Salbei und Co enthalten ist. Es sollte tunlichst vermieden werden, Schwangeren und Stillenden thujonhaltige Kräuter zu geben, Ausnahmen machen hier nur die Kräuter mit äußerst geringen Thujongehalten, wie Rosmarin und Thymian. Das gleiche gilt natürlich auch für andere Säuger wie dem Menschen.
Thujon zeigt auch gleich ein Grundprinzip der Natur auf - die Dosis machts. Was in geringen Mengen ein gutes, nebenwirkungsfreies Heilmittel ist, ist in Auszügen und starken Konzentrationen giftig. Das gilt sogar für Vitamine, mit reinem Vitamin C kann man Menschen töten, dazu braucht es nur ca. 12g pro Kilo Körpergewicht!
Nur bei dringendem Verdacht auf Virenbefall, z. B. bei Kaninchenschnupfen, ist es angebracht, ein derartiges Heilkraut auch getrocknet anzubieten - aber da sollte der Salbei bevorzugt werden, denn er ist getrocknet wirkungsvoller.
Salbei verliert seine Heilwirkung bei Dauergebrauch nicht ...
Ob Thujon heilend oder giftig wirkt, ist rein von der Dosis abhängig. Werden den Kaninchen ein paar dieser Kräuter gegeben, ist dies noch in einer Dosis, die heilt. Zwingt man Kaninchen dazu, diese Kräuter kiloweise zu fressen oder nur noch von Salbei, Wermut, Beifuß und Ysop zu leben, werden sie sich vergiften. Es müssen also immer Pflanzen zum Ausweichen da sein, für getrockneten Wermut ist es Heu, für frische thujonhaltige Kräuter sind es Kräuter ohne Thujon und Gemüse.
Die giftige Wirkung des Thujon ist durch den Absinth bekannt geworden, nun muß man allerdings dazusagen, daß Absinth mit Fuselalkoholen gemixt wurde. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die giftige Nervenwirkung gar nicht vom Thujon kommt, sondern vielmehr vom Methanol, was in diesen minderwertigen Alkoholen drin war.
In großen Dosen ist Thujon allerdings tatsächlich giftig und es gibt auch eine Pflanze, die derartig viel Thujon enthält, daß es selbst für Kaninchen krankmachend ist, und daß ist der Lebensbaum.
Der Genuß führt zu Leberschäden, Nierenschäden, Magenschleimhautblutungen. Nervenschäden konnten beim Genuß vom Lebensbaum jedoch nicht beobachtet werden.
Wichtig zu wissen ist auch, daß alle thujonhaltigen Kräuter problematische Kräuter sind, die nie gegeben werden dürfen, wenn ein Tier oder Mensch schwanger ist oder säugt. Alle thujonhaltigen Kräuter reduzieren die Milchmenge und können zu Aborten führen.
Pflanzliche Auszüge aus thujonhaltigen Pflanzen, wie z. B. aus Ysop, sind übrigens wieder gefährlich, die Konzentration vom Thujon kann ein vielfaches der Konzentration in der Pflanze erreichen und somit schädigende Wirkung bekommen.
Gleiches gilt auch für den Absinth, wenn man ihn selbst herstellt - Absinth ist der Alkoholauszug aus dem Wermuth, wer es da ein wenig zu gut mit der Pflanze meint und zuviel Kraut in den Alkohol tut, wird keinen gesunden Auszug mehr bekommen, sondern einen höchst schädlichen, der genau das Gegenteil von dem erreicht, was Thujon in geringen Dosen bewirkt. Der Alkohol sorgt zudem auch noch dafür, daß der Thujon besonders gut vom Körper aufgenommen werden kann, und zwar sowohl über die Schleimhäute wie auch über den Verdauungstrakt. Die Folge sind nun wieder Magenschleimhautentzündungen, Nieren- und Leberschäden (also genau das, was auch Alkohol in Überdosis macht!)
Eine sehr unglückliche Kombination ...
Thujon ist die Substanz, welche den Lebensbaum (Thuja) so giftig macht. Thuja enthält so viel davon, daß nur ein kleines Zweiglein beim Menschen ausreicht, um Krämpfe und Halluzinationen zu erzeugen, solche Eigenversuche können tödlich ausgehen ... Pflanzenfresser, wie es Meerschweinchen und Kaninchen sind, vertragen davon mehr wie ein Mensch, aber auch hier ist im Lebensbaum eindeutig zuviel des Guten drin, er wirkt giftig.
In den ganzen Artemisia-Kräutern (Wermuth, Beifuß, Eberraute zum Beispiel) und Salbei ist zwar sehr viel weniger dieser Stoffklasse enthalten, aber es reicht immer noch, wenn sehr viel davon gefressen wird, hier Giftwirkungen zu erzielen. Zum Glück hat Thujon einen einzigartigen Geschmack und genauso einzigartigen Geruch, die wenigsten Pflanzenfresser fressen davon freiwillig zu viel ... trotzdem ist es ratsam, solche Kräuter nur in kleinen Mengen anzubieten. Zwei, drei Blättchen pro Tag schaden einem Meerschweinchen nicht, bei einem ganzen Salbeistrauch sieht die Sache schon anders aus ... hier können erste Vergiftungserscheinungen auftreten.
In sehr geringen Mengen findet sich Thujon auch in Rosmarin und einigen Thymiansorten und unterstützt damit ihre antibakterielle und antiviruelle Wirkung. Allerdings wird es bei diesen beiden Kräutern schon sehr schwierig, ein Meerschweinchen mit zu vergiften, es müßte davon weit mehr wie Eigengewicht fressen.
Thujon hat in geringer Konzentration eine starke Heilwirkung, es wirkt antibakteriell, antiviruell und leicht entwurmend. Ich vermute, daß die typischen Thujonkräuter, wie Beifuß, Salbei und Wermut gerade bei Schnupfenviren extrem gut wirken, jedenfalls konnte ich inzwischen an mehreren Schnupfenkaninchen eine Bevorzugung thujonhaltiger Kräuter feststellen, wenn sie unter chronischen Schnupfen litten. Helfen tun die Kräuter offenbar, die Symptome lassen meist nach Genuß von thujonhaltigen Pflanzen nach.
Thujon wirkt in geringer Konzentration auch appetitanregend und darmfördernd. Wermut ist das Wunderkraut für Kaninchen, die Wirkstoffe spielen derartig perfekt mit dem Thujon zusammen, daß man eigentlich fast jede Darmkrankheit außer Kokzidiose positiv beeinflussen kann. Bei Kokzidiose scheint Thujon die Symptome zu verschlimmern.
Thujon hat allerdings noch eine Eigenschaft - es wirkt abstillend und kann Aborte fördern - auch in geringen Dosen, wie es in Salbei und Co enthalten ist. Es sollte tunlichst vermieden werden, Schwangeren und Stillenden thujonhaltige Kräuter zu geben, Ausnahmen machen hier nur die Kräuter mit äußerst geringen Thujongehalten, wie Rosmarin und Thymian. Das gleiche gilt natürlich auch für andere Säuger wie dem Menschen.
Thujon zeigt auch gleich ein Grundprinzip der Natur auf - die Dosis machts. Was in geringen Mengen ein gutes, nebenwirkungsfreies Heilmittel ist, ist in Auszügen und starken Konzentrationen giftig. Das gilt sogar für Vitamine, mit reinem Vitamin C kann man Menschen töten, dazu braucht es nur ca. 12g pro Kilo Körpergewicht!