- Traurige Brutnische Beitrag #1
A
AlexBerlin
- Beiträge
- 2
- Punkte Reaktionen
- 0
Ich schreibe heute zum ersten Mal, weil ich etwas sehr trauriges gesehen habe. Ich wohne in Berlin in einem alten Haus mit Ziegelsteingemäuer, wo es einige Nisthöhlen gibt. Direkt gegenüber meinem Küchenfenster gibt es in der Ziegelwand eine wohl etwas größere Höhle, die jedes Jahr von Mauerseglerweibchen begeistert genutzt wird. Jedes Jahr liegen aber dann auch - rund vier Stockwerke unter der Höhle - die toten Jungen.
Heute war es besonders schlimm: Ein etwa 4 Wochen altes Mauerseglerjunges hatte sich für längere Zeit außerhalb der Nisthöhle festgekrallt, mit seinen noch nicht gut ausgebildeten Flügeln geschlagen und die ganze Zeit seinen Schnabbel aufgesperrt. Als ob er noch eine weitere Fütterung erwartete.
Die Eltern, die hier zu mit anderen zu Dutzenden um das Gebäude herumfliegen, waren aber nicht in der Nähe. Ich hatte dann versucht, den verzweifelt am Höhlenrand sich festklammerenden Segler auf ein aus dem Treppenhaus gereichte Pappe aufzufangen. Aber ich kam zu spät. Er hatte wenige Sekunden vorher losgelassen und ist in den Hof gestürzt.
Mein Freund hatte nachgeschaut und gesagt, daß er sofort tot gewesen sein muß. Glatter Genickbruch.
Meine Frage ist: Hätte der kleine Kerl überlebt, wenn ich ihn auf der Pappe hätte ins Treppenhaus ziehen können? Was soll ich in den nächsten Jahren mit diesem Loch im Gemäuer machen? Macht es Sinn, das Loch zuzumachen und stattdessen eine künstliche Nisthöhle zu bauen. Wir würdet ihr damit umgehen?
Habe vor einigen Jahren mal einen im gleichen Hof gelandeten adulten Mauersegler versucht auf die "Beine" zu helfen, in dem ich ihn wieder in einem Pappkarton in die vierte Etage gebracht habe und dann wieder fliegen lassen wollte. Er ist nur traurig und mit wenig effektiven Flügelschlag Richtung Erde gesegelt.
Verletzt war er wohl nicht. Vielleicht nur müde. Aber auf dem Hofboden kann ich ihn ja nicht liegen lassen, da er ganz schnell von Katze oder Hund angegriffen werden würde.
Mein Freund hat dann den kleinen Segel rund 20 Kilometer weit zur nächsten Nabu-Station gefahren. Da gab es für ihn eine fette Made. Vielleicht hat er es ja wieder geschafft.
Was mich aber jetzt interessiert: Muß ich mir Vorwürfe machen, weil ich nicht schnell genug den kleinen Kerl aufgefangen habe, oder war er sowieso in dieser Situation nicht mehr aufpäppelfähig?
Heute war es besonders schlimm: Ein etwa 4 Wochen altes Mauerseglerjunges hatte sich für längere Zeit außerhalb der Nisthöhle festgekrallt, mit seinen noch nicht gut ausgebildeten Flügeln geschlagen und die ganze Zeit seinen Schnabbel aufgesperrt. Als ob er noch eine weitere Fütterung erwartete.
Die Eltern, die hier zu mit anderen zu Dutzenden um das Gebäude herumfliegen, waren aber nicht in der Nähe. Ich hatte dann versucht, den verzweifelt am Höhlenrand sich festklammerenden Segler auf ein aus dem Treppenhaus gereichte Pappe aufzufangen. Aber ich kam zu spät. Er hatte wenige Sekunden vorher losgelassen und ist in den Hof gestürzt.
Mein Freund hatte nachgeschaut und gesagt, daß er sofort tot gewesen sein muß. Glatter Genickbruch.
Meine Frage ist: Hätte der kleine Kerl überlebt, wenn ich ihn auf der Pappe hätte ins Treppenhaus ziehen können? Was soll ich in den nächsten Jahren mit diesem Loch im Gemäuer machen? Macht es Sinn, das Loch zuzumachen und stattdessen eine künstliche Nisthöhle zu bauen. Wir würdet ihr damit umgehen?
Habe vor einigen Jahren mal einen im gleichen Hof gelandeten adulten Mauersegler versucht auf die "Beine" zu helfen, in dem ich ihn wieder in einem Pappkarton in die vierte Etage gebracht habe und dann wieder fliegen lassen wollte. Er ist nur traurig und mit wenig effektiven Flügelschlag Richtung Erde gesegelt.
Verletzt war er wohl nicht. Vielleicht nur müde. Aber auf dem Hofboden kann ich ihn ja nicht liegen lassen, da er ganz schnell von Katze oder Hund angegriffen werden würde.
Mein Freund hat dann den kleinen Segel rund 20 Kilometer weit zur nächsten Nabu-Station gefahren. Da gab es für ihn eine fette Made. Vielleicht hat er es ja wieder geschafft.
Was mich aber jetzt interessiert: Muß ich mir Vorwürfe machen, weil ich nicht schnell genug den kleinen Kerl aufgefangen habe, oder war er sowieso in dieser Situation nicht mehr aufpäppelfähig?