Manche schließen sich einem Verein an, andere machen es auf eigene faust - tiere die in Supermärkten und Kleinanzeigen angeboten werden, oft kriegt das dann auch so was selbstständiges dass einen leute von sich aus anschreiben.
Kosten? ja, da bleibst Du drauf sitzen. oft steckt man in ein Notschweinchen 50 Euro (und das hatte gerade mal milben und wegen der schlimmen Haltung hat man noch ne Kotprobe untersuchen lassen), viele haben viel höhere tierarztkosten, und wenn das Schwein dann 6 Wochen lang noch zu krank zur Vermittlung ist und sich dann niemand drum reißt hast Du die Futterkosten. Man sollte ideal tiere einige Wochen in Quarantäne halten, also anderer Raum als die eigenen, und mal einige Wochen beobachten ob krankheiten kommen - zu den eigenen Schweinchen setzen ist keine gute idee, weil ggf, krankheiten alle anstecken und außerdem der stress häufiger Vgs und Trennungen niemand gut tut.
Am ende kriegst Du dann magere 20 Euro schutzgebühr und darfst das tier auch noch zum neuen Halter bringen - du musst dich ja selber überzeugen, dass es ihm im neuen zu hause wirklich gut geht. Nur auf Fotos vermitteln sollte man nur machen, wenn man jemand gut kennt, oder vielleicht bei jemand wie Shadowwolf, wo man jede Woche neue Fotos sieht. sonst ist es einfach zu leicht, ein gehegefoto irgendwo zu kopieren und das als eigenes ausgeben, während man nur nen 120er Käfig hat (aber die in den foren übertreiben und spinnen ja eh alle, gell)
Was immer kommen kann: Du vermittelst ein Schweinchen und 4 Monate später kriegst du das mit seinen 5 Kollegen wieder zurück, weil die leute auswandern oder sonstwie die haltung aufgeben wollen.
man nimmt immer mal mehr mal weniger auf und nur sehr wenige menschen haben die stahlharten nerven, es länger als 3-4 jahre durch zu halten. man sieht einfach viel zu viel, Dinge die einen nicht mehr gut schlafen lassen, man ist soooo hilflos. man schreibt alle drei Wochen Mails mit Vetämtern die keinen bock haben einzugreifen oder Haltungsbedingungen durch winken, bei denen einem schlecht wird.
bevor Du richtig los legst solltest Du Dich auch mal mit deinem zuständigen veterinäramt unterhalten, wie viele tiere du vermitteln darfst. Manche wollen unbedingt vermeiden, dass da immer mehr "tierheimähnliche Einrichtungen" entstehen, weil es eben gar zu viele gibt, die damit einen großen Reibach machen - sagen wir mal, da nimmt jemand für geschenkt nette kleine hunde auf, gerne rassen, und vermittelt sie dann für 300 euro, ohne groß was rein zu stecken. Da gibt es eben echt leute, die nahezu null kosten haben, aber nen berg geld mit schutzgebühren einstreichen.
wenn dein Veterinäramt dich als "tierheimähnliche Einrichtung" betrachtet, weil du mehr als X Meerschweinchen im jahr vermittelst, musst du einen Sachkundenachweis machen und einige Auflagen erfüllen, die aber von Amt zu Amt ein wenig anders aussehen. Das kann von 150-500Euro alles kosten.
Schließt du dich einem verein an, der diesen Sachkundenachweis schon hat, brauchst du den nicht machen und hast im notfall etwas Rückendeckung, wenn es dir über den Kopf wächst.
Allerdings muss man sich dann auch nach den Regeln des vereins halten, ggf. absprechen wem man tiere vermitteln darf, die vom Verein üblichen Schutzgebühren einhalten. Wenn das relativ ortsnah ist klappt das meist recht gut, ist das aber über ganz deutschland verteilt, sind die regionalen unterschiede zu groß.
allerdings kann da eben immer auch mal der zickenkrieg ausbrechen und am ende geht gar ncihts mehr, weil eben pflegestelle A in 120er Käfige vermitteln würde und Pflegestelle B das deutlich zu klein findet, und Pflegestelle C hat nen unkastrierten Bock vermittelt, obwohl pflegestellen A und B gesagt haben, nur Kastraten in die vermittlung.
ich habe auf die Dauer das einfach nach eigenem geschmack und völlig inoffiziell aufgezogen, es gibt nicht mal eine HP über vermittlungstiere. Aber wenn jemand ein tier sucht - frage ich eben ob interesse besteht. dadurch vermittelt man natürlich viel weniger, aber ich weiß eben genau wo sie hin kommen.
je größer eine Notstation ist desto mehr vermittelt sie, weil der Bekanntheitsgrad größer ist.
und man sollte überlegen wo man wohnt: es gibt regionen die schon fast zu viele Notstationen haben und regionen, wo es viel zu wenige gibt. man sollte da mal mit den kollegen reden, wie es so klappt oder ob man in der Region auch mal 2 jahre auf einem Böckchen sitzen bleibt...
was ich sehr empfehlen würde: einen absolut tollen tierarzt, viel wissen was krankheiten und Verhalten angeht, um auch mit schwierigen traumatisierten tieren fertig zu werden, und nen stabilen Magen, der auch halbnackte, blutig gekratzte, eitrige Wunden, durchfall etc. gut verträgt.
Also meine erfahrungen waren bisher eher ernüchternd, auch weil man sich selber ziemlich kaputt macht und es durchaus auch zeiten gibt, wo man am liebsten die Haltung ganz hinschmeißen will, inklusive der eigenen Tiere. Und es nimmt auch schnell überhand, weil man eben nicht nein sagen kann, und zu viele Nottiere hängen bleiben. ist ja gut und schön wenn das 10 super süße Notschweine im jahr sind, aber wenn man von den zehn immer drei behält hat man irgendwann auch 30 Schweinchen.
und wenn ich mir das so im Moment anschaue, wo ich immer noch nicht wieder voll einsatzfähig bin und mein mann sich ganz alleine kümmern muss sind das einfach ZU viele. deswegen geben wir derzeit auch eigene ab, insbesondere hängen gebliebene notfälle, weil es echt zu viele sind. und das tut echt weh, sich eingestehen zu müssen dass man sich auch übernommen hat...