Viele gute Pferde bekommt man durch Mundpropaganda - TA oder Hufschmied.
Es kommt einfach drauf an was du ausgeben willst, wie du das Pferd nutzen willst und welche Rasse du bevorzugst.
Mach dir daheim in aller Ruhe eine Liste mit den Dingen, die du unbedingt willst, die du gerne hättest und die du absolut ablehnst.
Wenn du dann nach der Liste gehst, verfällst du weniger schnell in die typische Euphorie - der ist ja sooo schön und hat soooo tolle Augen und ist soooo kuschelig.....
Für das ideale Pferd solltest du ruhig ein wenig Fahrzeit auf dich nehmen, es geht immerhin um eine Partnerschaft auf Jahre, die auch für das Pferd wie eine Zwangsehe ist. Man lernt auch interessante Leute und Ställe kennen und lernt zwischen den Zeilen zu lesen wenn die Besitzer oder Händler das Pferd in den Himmel loben. Außerdem lernt man die richtigen Fragen zu stellen.
Wir züchten selber und unsere Pferde wurden -außer in einem Fall- noch nie irgendwo angeboten. Sie verkaufen sich durch Mundpropaganda, wobei die neuen Besitzer erstmal beweisen müssen, dass das Pferd bei ihnen ein gutes und dauerhaftes Heim mit eintsprechender Haltung hat.
Blüter oder Traber bekommt man oft von der Rennbahn oder vom Tierschutz. Haflinger, Jungpferde und häufig auch ganz ordentlich gerittene Pferde bekommt man bei der Schlachtfohlenhilfe.
Gute Züchter und Händler in der Nähe .der Google bringt- sollt man sich auch ansehen. Dabei sollte man sich viel Zeit nehmen und den Betrieb genau anschauen -dem eigenen Auge mehr vertrauen als den Leuten und eine neutrale Person mitnehmen.
Da viele Verkaufspferde für den Verkauf 'fertig gemacht' werden, wird häufig sowieso der Idealzustand des Pferdes gezeigt. Daher unbedingt das Pferd vorreiten lassen, bevor man selber in den Sattel steigt. Das Pferd jedoch selber putzen und fertig machen um zu sehen wie es auf fremde Personen und Berührungen reagiert. Beim Vorreiten auf Kleinigkeiten beim Reiten achten (abkippen der Hüfte, Gelassenheit, wie wird das Pferd vorgeführt, welche kleinen Korrekturen macht der Reiter, welche Kombination der Übungen...). Das sagt enorm viel aus!
So kann das ideale Pferd auch ein Jungpferd sein, das aufgrund von Wachstumsproblemen im Augenblick nur im Kreuzgalopp durch die Gegend schießt.
Wenn du dich für ein Pferd entschieden hast, lass dir Zeit. Lass dich nicht drängen, wer drängelt hats nötig.
Geh nicht zum Monatsende zu Privatverkäufern, die drängen oft, da sie die Stallmiete für einen kompletten Monat nicht noch zahlen wollen.
Achte auf die Hufe. Extrem schlechte und lange Hufe zeugen von großer Sparsamkeit und schlechter Versogung. Gerade frisch ausgeschnittene Hufe -gerade bei Barhufgängern- können Lahmheiten und ungleiches Laufen vertuschen.
Wenn du unsicher bist, nimm lieber einen Profi mit, der dich berät. Bezahle diesen Profi aber selber und achte darauf, dass er nicht noch allein mit dem Verkäufer spricht, wenn du diesem nicht 100%ig vertrauen kannst - viele Verkäufer zahlen einem Profi zusätzlich einen Betrag, wenn dieser das Pferd empfiehlt.
Also ist eine weiter Person unerlässlich, das kann auch deine Oma sein. Der normale Betrag für die Beratung eines Profis ist 10% vom Kaufpreis des Pferdes, du musst dir also vorher im Klaren sein, was du ausgeben willst und das auch deutlich sagen, ansonsten Festpreis für die Beratung vereinbaren. Sorry aber ich habe das alles schon erlebt, da ich oft bei Käufen dabei bin.