Lass dir am Besten von einem Profi helfen.
Viele RL verleihen auch mal für einige Zeit Gebisse, dann ersparst du dir teure Neukäufe. Der RL kann dir dann auch ein Gebiss empfehlen, das sowohl zu deinem Pferd als auch zu deinem reiterlichen Können passt.
Bei manchen Pferden nehme ich sogar ein entweder doppelt gebrochenes oder einfach gebrochenes anatomisch geformtes Gebiss, das eine Gebissgröße zu groß ist. So kann man durch geschicktes Bewegen des Gebisses das Festhalten des Gebisses im Maul verhindern, ohne dass das Pferd gleich mit dem Kopf immer nach rechts und links gezogen wird (ohne Druck der Trensenringe gegen den Pferdekopf).
Einige Pferde sind auch gebisslos sehr gut zu korrigieren, wenn das Maul entsprechend geschädigt ist. Andere Pferde mit geschädigter Zunge mögen lieber die Einwirkung eines Kandarengebisses, andere wiederum sollten ein ganz weiches und flexibles Ledergebiss tragen, bis sich Zunge und Psyche wieder erholt haben.
Korrekturen erfordern häufig ganz individuelle Korrekturmethoden.
Es ist daher müßig darüber zu Fachsimpeln welches Gebiss das richtige ist. Häufig ist es nämlich so, dass das Abstützen auf dem Gebiss gar kein Gebissproblem ist, sondern ein Schenkel und Rückenproblem.
Oft hilft es das Pferd sensibel am Schenkel zu machen und (in solchen Fällen dann eben entweder gebisslos oder mit superweichem Gebiss) einfach nur locker zu machen und entsprechend zu bemuskeln (Longe, Doppellonge) oder bei entsprechend reiterlichem Können, Sporen zu tragen und diese in der richtigen Form einzusetzen - also kein Sporeneinsatz um das Pferd vorwärts zu bekommen, sondern gezielter, seltener (oft nur 1 ode 2x während einer Reiteinheit) Sporeneinsatz zum Aktivieren des Hinterbeins.
Ist der Rücken locker und die HH aktiv ist bei 99% der Pferde auch das Maul locker.
Es ist daher nur die Frage, wie der Teufelskreis Maul, Schenkel, Rücken zu durchbrechen ist. Bei ca. 60% der Pferde ist kein Gebisswechsel notwendig. Von den restlichen 40% entfallen ca. 10 % auf Pferde mit Schmerzen im Maul, die mit sanfteren Gebissen geritten werden sollten, 5% sollten völlig gebisslos erst einmal an der Psyche gearbeitet werden und ca. 25% benötigen ein schärferes Gebiss in der Hand eines damit versierten Profis, um zu lernen, dass man loslassen muss um wirklich locker, frei und ohne Druck zu laufen. Hierfür gibt es recht scharfe Gebisse, die bei richtiger Anwendung jedoch extrem weich sind und dem Pferd beibringen sich dorthin zu biegen wo der Druck weggenommen wird.
Auch gibt es Gebisse, die sich im Maul erstmal nur drehen, dann auf einem sehr kleinen Teil der Zunge einwirken und erst bei stärkerem Zug auf die komplette Zunge einwirken. Die empfindlichen Laden werden geschont, da das Gebiss an dieser Stelle dünner ist. Das Pferd lernt so, dass der Druck langsam ansteigt, wenn es nicht folgt.
Diese Gebisse kann man jedoch nicht einfach einschnallen und meinen, jetzt läufts - das wäre völlig falsch. Man muss sich damit auskennen.
Wenn du nur ein anderes Gebiss verwedest und nicht das komplette Trainingsprogramm umstellst, kannst du nicht davon ausgehen, dass dein Problem nicht in 6 Monaten wieder da ist.