Einriten irgenwie komisch...

Diskutiere Einriten irgenwie komisch... im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hi Leute! Ich habe mal eine Frage, und zwar, die Situation ist folgende: Meine Freundin at einen opa, und der hat einen Händlerstall. Hier reiten...
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  • Einriten irgenwie komisch... Beitrag #1
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Keksiboy

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Hi Leute!
Ich habe mal eine Frage, und zwar, die Situation ist folgende:
Meine Freundin at einen opa, und der hat einen Händlerstall. Hier reiten die auch Pferde ein, und irgendwie vestehe ich nicht so wirklich was daran toll sein sol. Meine Freundin hat mir nämlich davon vorgeaschwärmt. Sie hat mir das so erklärt, dass immer, wenn das Pferd dann anfängt zu bocken oder so gibt es hinten einen drauf und vorne wird es total festgehaltewn. Muss mqan das Pferd nicht eh erst an das Gebiss und an den Sattel gewöhnen? Und es ist doch auch nicht richtig das die Pferde gleich mit Stange oder so eingeritten werden? Ich habe immer gedcht, es gibt dafür eine besondere Zäumung. Aber so wie das da oben beschrieben ist, also wie meine Freundin mir das erzählt hat ist es doch wohl nicht richtig. Weiss vielleicht jemand, wie man ein Pferd richtig einreitet? Also nur so einen ungefähren Ablauf! Und ein letzte Frage habe ich noch: Meine Freundin reitet nur manchmal am Wochenende und hängt dann auch wie ein Kartoffelsack auf dem Pferd und kriegt es nur mit Gerten Einsatz voran. Dann kann sie doch noch kein Pferd einreiten, oder ? Sie behauptet nämlich immer, dass sie das könnte. Das ist doch auch Quatsch! Was sagt ihr dazu?
Danke schon mal für die Antworten!
lg :lol:
 
  • Einriten irgenwie komisch... Beitrag #3
Das grenzt schon an Tierquälerei!! So werden Pferde NIE eingeritten!! Vllt. mal vor 80 Jahren aber jetzt ist es schonendes einreiten. Gewöhnen an Mensch, Halfter, Sattel, Trense. Wenn das angenommen wurde, langsam ans Reitegewicht gewöhnen. Niemals schlagen, das verdirbt das Vertrauen! ... oh man... gegen sowas bin ich echt allergisch. Ich hätte da mal das Vet-Amt oder den Tierschutz angerufen...!!
 
  • Einriten irgenwie komisch... Beitrag #4
Darfst deiner Freundin nen lieben Gruß ausrichten - das was sie da für "Einreiten" hält, ist nichts weiter als das Pferd zusammenstauchen und soweit verunsichern, dass es den Reiter auf dem Rücken duldet.
Sie kanns defintiv scheinbar nicht.

LG
 
  • Einriten irgenwie komisch... Beitrag #5
Also lernt das Pferd da bei denen eigentlich nur, dass wenn es buckelt eins drauf kriegt?
---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

mir ist noch etwas eingefalln. Im Reitstll wo mich reite haben wir ein Pferd von diesem mHändler das da zwar nicht eingeritten, aber weiter bewegt wurde. Jetzt hat es totalen attelzwang. Kann e ws sein, dass das davon kommt, dass die den Sattel da falsch drauflegen?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Einriten irgenwie komisch... Beitrag #6
Ja natürlich! Stell dir mal vor, einer von uns schnallt dir einen Gurt um Bauch, so doll, dass du starken druck am bauch hast und vllt. sogar schmerzen. Da kriegt jeder sattelzwang... ihr solltet bei diesem pferd sehr vorsichtig sein mit dem satteln und ihn ganz sanft drauflegen. und dann bissl liegen lassen und wieder abnehmen. Es muss merken, dass der sattel nichts schlimmes ist.

wir hatten auch schon ein pferd mit sattelzwang, das war so stark ausgeprägt, dass das pferd schon panisch wurde, wenn es nur einen sattel gesehen hat. wir haben wochen gebraucht, um es einigermaßen entspannt hinzukriegen. und auch jetzt noch muss man vorsichtig sein.
 
  • Einriten irgenwie komisch... Beitrag #7
Naja, ich glaub jetzt nicht das die nicht satteln lönnen... aber ich denke in so einem großen stall werden die nicht für jedes pferd einen angepassten sattel haben. und bei den Hau Ruck methoden werden sie den sattel gleich bis zum anschlag festziehen, damit da ja nichts verrutscht.
Welche Methode die richtige ist zum einreiten, darüber lässt sich bestimmt streiten. es gibt da viele ansichten, unter anderem auch die von dir genannte methode.
Klar, theoretisch kann jeder ein Pferd einreiten...
 
  • Einriten irgenwie komisch... Beitrag #8
Kommt drauf an was man unter Einreiten versteht. Also ich persönlich sicherlich nicht das was Keksi da geschildert hat.

Darum meine Meinung: es kann sich vielleicht jeder auf ein Pferd setzen und es dazu bringen einigermaßen ohne Widerstand geradeaus zu laufen, aber das hat nicht zwingend was mit Einreiten zu tun
 
  • Einriten irgenwie komisch... Beitrag #9
hi

bei großen Händlern ist es leider häufig so, Sattel drauf und festziehen, Trense drauf, Reiter drauf und los, wenns nicht mehr buckelt kann mans verkaufen.
das ist alles andere als schön für die Pferde aber das nennt sich nunmal Profitgier, je eher mans reiten kenn, desto eher findet sich ein Käufer dafür, denn wer hat heute noch "Zeit" sie Pferd auf die Alte langwierige Methode einzureiten und auszubilden?

Ich persönlich bin ein Fan von der Akademischen Reitweise, da läuft es so: als erstes fange ich an Vertrauen zu meinem Pferd aufzubauen, dann fange ich an mit leichter Bodenarbeit weitergehend dazu, dass das Pferd lernt zum Schwerpunkt zu treten (alles vom Boden aus) und erst wenn mein Pferd gelernt hat, das Gewicht auf die Hinterhand zu verlagern und der Rücken hochzuwölben, dann kann ich anfangen mit einreiten

das Einreiten sähe dann so aus: es setzt sich jemand drauf und das Pferd wird ertmal geführt, es gewöhnt sich erstmal an das Gewicht, mit dem Reiter drauf mache ich nochmal die Übungen wie vorher ohne Reiter.
wenn das Pferd das alles gut mitmacht, bringe ich ihm die einzelnen Hilfen bei, also während der Reiter eine bestimmte hilfe gibt, gebe ich die gleiche vom Boden aus, das mache ich solange (immer in einzelnen abschnitten, denn das junge Pferd kann sich noch nicht so lange konzentrieren) bis es das verstanden hat, erst dann nehme ich die Longe ab und gehe erst noch mit, klappt das alles gut, gehe ich weg und mein Pferdchen wird geritten.

und das wäre dann gerade mal "angeritten"
das allein dauert schon Monate

LG

Integra
 
  • Einriten irgenwie komisch... Beitrag #10
Für mich fängt "Einreiten" schon bei der täglichen Arbeit mit dem Pferd an. Führen, putzen etc. Einfach, dass das Pferd lernt, zu vertrauen, auf Kommandos oder Zeichen zu reagieren, sich berühren und leiten zu lassen etc etc etc.
Das Ganze geht natürlich auch per Bodenarbeit, klar.
Dann kommt für mich die "spielerische" Gewöhnung ans Gebiss ins Spiel, die Gewöhnung an ein Gewicht auf dem Rücken (erstmal nur ne Decke, später dann der Sattel).
Wenns dann soweit ist, dann gehts an Bodenarbeit oder Longieren mit diesen neuen "Accessoires", so dass das Pferd sich dran gewöhnen kann, an das neue Gefühl, lernen kann wie man sich damit ausbalanciert usw usw. Dann kommen irgendwann die hängenden Bügel dazu (ohne Reiter) und wenn es soweit ist dass das Pferd das alles als selbstverständlich hin nimmt, dann kann man anfangen sich mal über den Sattel zu legen usw usw usw. Ein langer Weg bis man dann endlich mal drauf sitzt. Und ne riesen große Vertrauenssache.
Von Vorteil ist natürlich, wenn man sein Pferd zu dem Zeitpunkt schon mit Stimme/Zeichen lenken kann.

Aber das dauert leider den allermeisten Leuten, gerade den Händlern, viel zu lange.
Da wird er 2einhalbjährige mit Sattel und Trense nen paar mal im Kreis gescheucht und ne Woche später schon "durchs Genick" im Viereck präsentiert sozusagen...

LG
 
  • Einriten irgenwie komisch... Beitrag #11
Bei mir läuft das Anreiten (ich spreche extra nicht von Einreiten, da das immer einen Beigeschmack von Brechen hat, was es leider häufig auch ist) so ab:

Je nach Pferd wird anfangs mehr oder weniger Longiert um das Pferd an die Kommandos zu gewöhnen, daran zu gewöhnen dem Zug der Longe willig zu folgen, das Pferd ins Gleichgewicht zu bringen, Gleichgewicht und Gangqualität besser beurteilen zu können (es gibt talentierte Pferde, die sofort mit tiefem Hals entspannt an der Longe galoppieren können, andere tun sich damit enorm schwer), sie zu bemuskeln...
Andere Pferde, die schon recht gut bemuskelt, ruhig und dem Menschen sehr zugewand sind, longiere ich weniger.
Nach einigen Tagen longieren am Sidepull bekommt das Pferd beim Longieren einen Sattel drauf, die Bügel hängen runter. Ich berühre beim Longieren das Pferd mit der Peitsche, schlage jedoch nicht. Es soll nur die treibende Hilfe begreifen, damit es beim Reiten mit einer Gerte vorwärts zu bekommen ist, bis es die Schenkelhilfen annimmt.
Das erste Aufsitzen erfolgt nach dem Longieren mit einem Helfer, der am Kopf steht. Ich steige auf, sitze drauf und steige ab.
Das Pferd kennt dann auch schon die Dehnung (Flexen) im Stand durch den Zügel (Nachgeben auf seitlichen Zügelzug am Sidepull).
Am Tag nach dem Aufsteigen, lasse ich mich dann führen. Ich versuche dann schon durch seitlichen Zug am Sidepull das Pferd selbständig zu lenken.
Das Führen geht so lange, bis ich das Pferd durch Stimme, klopfen mit dem Schenkel und evtl. antippen mit einer kurzen Springgerte (damit ich mit den Schenkeln nicht zu viel machen muss und das Pferd zu viel unangenehmen Druck, den es vielleicht nicht einordnen kann, bekommt) selbständig in Gang bekomme, Anhalten ist bei jungen Pferden normalerweise kein Problem.
Danach reite ich frei im Schritt.
Nach 1-3 Tagen ablongieren und selbständigem Schritt reiten beginne ich normalerweise mit dem Trab. Das Pferd läuft dabei möglichst ohne Zügelkontakt einfach vorwärts und wird durch Gewicht und seitlichen Zügelzug gelenkt. Die Schenkel lege ich beim Lenken schon in die entsprechend richtige Position ohne großartigen Druck. Der Schenkel nervt -also leichtes Klopfen- am Anfang nur. Stimme und Gerte sind wichtiger (daher muss das Pferd die Berührung mit der Peitsche kennen ohne Angst davor zu haben).
Nach und nach steigern sich dann die Anforderungen an das junge Pferd.
Das ist natürlich nur ein 08/15 Beispiel des Normalpferdes. Da jedes Pferd anders ist, ist auch jedes Anreiten ein wenig individuell anders.

Nach 3 Monaten kann aber ein Pferd normalerweise: Ruhig stehen beim Auf- und Absteigen, alle 3 GGA ganze Bahn und auf dem Zirkel, Rückwärts, Seitwärts, nachgeben des Halses in die Tiefe am Gebiss und Sidepull. Das Pferd beginnt Biegung zu begreifen, einige biegen sich schon sehr gut. Die Gerte ist dann weg und das Pferd reagiert auf sanfte Schenkel- und Stimmhilfen.

Ein Anreiten mit Schlägen, Stange, zugezogenem Maul etc. lehne ich komplett ab, da das nur Pferde hervorbringen kann, die ungern und durch Androhung von Schmerz arbeiten - kein entspannt freies Laufen, keine Entwicklung der natürlichen Gangqualität.


Das Anreiten in einem Rennstall lief wie folgt ab.
Die jungen Pferde wurden laufen gelassen, dabei wurde ihnen ein Sattel aufgelegt. Es wurde lediglich darauf geachtet, dass sie sich nicht hinschmeißen, sie durften sich frei bewegen. Nach 1-2 Tagen wurden die Pferde in der Box gesattelt und der Reiter stieg mit einem Helfer auf.
Die Pferde wurden dann ruhig aus den Boxen geführt und gingen neben erfahrenen Pferden raus. Sie liefen einfach mit Reiter drauf hinter den anderen Pferden her. Es wurde relativ schnell getrabt, jedoch noch nicht galoppiert. Machte ein Pferd Probleme, wurde es sofort von 2 Pferden eingerahmt, die es quasi mitzogen. Die Reiter blieben passiv. Die Pferde gingen auf einem breiten Sandweg um die Weiden, den sie gut kannten.
Auch hier wurde kein Pferd geschlagen oder an ihm gezogen obwohl die Zügel nach einiger Zeit in sanftem Kontakt gehalten wurden. Sie durften auch ruhig mal einen Buckler machen, das regelte sich normalerweise schnell dadurch, dass die gesamte Truppe trabte.
 
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