Als kleiner Züchter nebenberuflich (also Hobbyzucht) muss man sehr viel Enthusiasmus und Geld aufbringen. Die Pferde können dann nicht so promotet werden, wie bei Vollprofis.
Gegen eine vernünftige Hobbyzucht ist nichts einzwenden.
Jedes Jahr ein Fohlen ist definitiv zu viel für eine Stute und auch für die Fohlen - sie müssen schnell weg, ansonsten fallen die Stuten stark ein.
Die Stuten sollten spätestens nach einigen Jahren eine Fohlenpause bekommen. In dieser Pause müssen sie nicht geritten werden.
Reiten braucht eigentlich kein Pferd. Ein Pferd ohne Reiter ist immernoch ein Pferd, ein Reiter ohne Pferd ist nur ein Mensch. Ein Pferd kann bei sachgemäßer Haltung sehr gut ohne Reiter und Menschenhand (ausgenommen die Basispflege eines Hauspferdes) leben.
Wer jedoch mit der Pferdezucht Geld verdienen will, muss entweder sehr viel Zeit, Ausbildung und Promotion investieren oder auf Masse Pferde produzieren (ich nenn das dann nicht Zucht).
Wir haben selber eine Hobbyzucht mit 2 gekörten Deckhengsten, derzeit 3 Zuchtstuten und einer Turnierstute, die später mal in die Zucht gehen soll.
Wir buttern kräftig rein, es ist eben Hobby. Promotion der Pferde ist für uns entweder zu teuer oder wir lehnen die Methoden ab.
Auch wird nicht jede angebl. Zuchtstute angenommen, da wir nur dann züchten (auch unsere Hengste springen lassen), wenns wirklich passt und sich die Tendenz einer Verbesserung der Stute voraussehen lässt. Wir züchten ausschließlich einen bestimmten Typ Pferd und kennen die Vererbung unserer Hengste, da diese anfangs nur Stuten decken, deren Vererbung bekannt ist. Schönheit ist nicht unbedingt ausschlaggebend - wenn auch für den Markt wünschenswert. Ausschlaggebend sind Inerieur, Coolness, Fundament, Langlebigkeit, Reiteigenschaften, Menschenbezogenheit, Exterieur und Belastbarkeit. Der Henst muss die evtl. Mankos der Stute ausgleichen, die Eigenschaften der Stute erhalten und verbessern - eben ein Veredler sein. Das zu erwartende Fohlen muss auf jeden Fall besser sein als die Stute. Daher haben wir auch schon mit Stuten gezüchtet, wo die Zeichen im Falle Schönheit nicht so gut standen, dafür waren die Fohlen in allen anderen Punken einfach erstklassig (nur die erwünschte Farbe fehlte).
Die Fohlen bleiben bei uns ca. 1 Jahr bei der Mutter und werden von ihr selber abgesetzt, das bringt sehr selbstsichere Jungpferde hervor, die sehr selbstbewust sind und weder Trennungsängste noch eine reine Fohlenherde ohne Führung älterer Pferde kennen. Sie sind bei Abgabe immer wohlerzogen und integrieren sich superschnell in neue Herden.
Das ist eben unsere Philosiphie, auch wenn die Stuten dann eben nicht jedes Jahr gedeckt werden können und häufiger eine Fohlenpause haben (teuer, denn allein die Futterkosten für die Stuten sind enorm).
Wir haben selber beide 2 Jobs um eine selektive und vernünftige Zucht und Aufzucht finanzieren zu können und sind froh, wenn wir bei einem Fohlen +/- 0 rauskommen (gerade bei der Stute, die mit beiden Hengsten verwand ist und daher von sehr guten Fremdhengsten gedeckt werden muss).
Allerdings verkaufen wir die Fohlen nicht an den Höchstbietenden, sondern an den, der den Pferden ein gutes Leben bieten kann - bekannte Leute stark bevorzugt, auch preislich (da wird ein Fohlen eben an die Leute abgegeben, die nur 2000€ zahlen können und nicht an die, die 6000€ geboten haben).