Also, erst einmal muss ich Dich loben, dass Du in Deinem Alter schon so reif bist und Dir VORAB so viele Gedanken machst und zudem hier postest, um andere Meinungen einzuholen! Das finde ich klasse von Dir :clap:
Wären doch nur alle potentiellen Hundebesitzer so....
Prinzipiell finde ich Deine Idee gut. Dafür spricht, dass
- Du bereits Hundeerfahrung hast
- Du direkt neben Deiner Wohnung arbeitest
- Du auch Lust hast, mit dem Hund zu arbeiten - bei einem Dobi sehr wichtig (!!!)
Die Entscheidung kann und will Dir keiner abnehmen.
Bedenke aber bitte noch folgendes:
- Bei der Anschaffung (gerade eines Welpen) solltest Du Dir
mindestens 3 Wochen Urlaub nehmen, ich tendiere sogar eher zu 4 oder zwischendurch Halbtagsarbeit! Bedenke: Du holst einen Welpen aus seiner "Familie". Da kann man ihn nicht schon nach kurzer Zeit letztlich 9 Stunden alleine lassen, auch wenn Du zwischendurch da bist. Die Zeit ist zulange! Er hat seine Familie verloren, kommt zu jemand ganz Fremden in eine ganz fremde Umgebung zu ganz fremden Gerüchen - SCHOCK! Er wird sich notgedrungen schnell an Dir orientieren und Dich als Bezugsperson nehmen, aber er braucht dann auch jemanden um sich herum.
Versuch, ob Du das anders regeln kannst, z.B. 2 Wochen Urlaub und dann 4 Wochen halbtags. Ausserdem solltest Du Deine Arbeitszeiten auch überdenken: Du bist zwar sofort bei ihm, aber bist faktisch von 7.30 bis
mindestens 16.15 Uhr außer Haus, Du kommst also nur zum kurzen Rauslassen des Hundes zwecks Lösen, der Hund hat aber 9 Stunden lang keine Bezugsperson, ist ganz alleine (Beim Lösen wird er sich aufs Schnuppern und Pipi machen konzentrieren, nicht aber auf Dich; Du bist quasi nur der "Türöffner" für ihn). Kannst Du ihn evtl. stundenweise mit in die Firma nehmen? Weiß ja nicht, wo Du arbeitest.
- Der Jahresurlaub geht quasi auf die Anschaffung des Hundes drauf; ich meine das "zeitlich" gesehen. Du wirst also danach kaum noch Urlaub in dem Jahr haben.
- Nach dem 9-stündigen "Warten" hat der Hund POWER! Egal wie hart, doof, blöd oder anstrengend und nervig Dein Arbeitstag war, egal wie erkältet oder kaputt Du bist, egal wer heut noch Geburtstag hat, egal wie hungrig Du bist oder wie dringend Du einkaufen musst, egal wie es stürmt oder schneit - der Hund will JETZT richtig raus! Gassi gehen!

An sich solltest Du auch 2 Stunden einplanen. D.h. dass Du effektiv frühestens (ohne Überstunden gerechnet!) um 18.30 Uhr richtig zuhause ankommst und erst dann Zeit für DIch hast (äääähm, nicht das Putzen vergessen, ein Hund macht seeehr viel Dreck

). Um spätestens 6 Uhr klingelt aber schon der Wecker. Wenn der Hund den ganzen Tag alleine zuhause bleiben muss, dann sollte er morgens auch ca. 45-60 Minuten Auslauf haben - auch bei nasskaltem Regen, auch im kalten, tiefsten Winter *bibber* und auch wenn er schon 3 Jahre alt ist...
- Ein Hund kostet Geld, nicht nur die regelmäßig anfallenden Kosten, sondern es müssen auch ausreichende Rücklagen für Tierarzt, Hundeschule, u.ä. da sein. Ich persönlich habe z.B. kein Verständnis für Menschen, die sich ein Tier zulegen (was letztendlich nichts anderes als "Luxus" ist), aber beim Tierarzt nach einer OP oder teils schon nach simplen Behandlungen nach
Ratenzahlung fragen! Ich kann das nur verstehen, wenn die Leute aus einer Not heraus das Tier genommen haben, z.B. um es zu retten, nach Todesfall, o.ä. und damit letztlich selbstlos reagierten, aber ansonsten nicht! Obwohl es natürlich besser ist, dass sie auf Pump zum TA gehen, statt das Tier leiden zu lassen, klar!
- Du musst den Hund, gerade wenn es ein Dobi ist, gut erziehen. Es ist ein großer Hund, der lauffreudig ist und konsequente, aber liebevolle Erziehung und viel Beschäftigung benötigt. Bedenke auch, dass gerade die gute Erziehung wichtig ist, weil viele Menschen Angst vor Dobis haben: Erstens sind Dobis große und dunkle Hunde, zweitens sind sie "böse"; Du wirst Dir einiges wegen Thema "Kampfhund" anhören müssen. Umso unerzogener der Hund, desto mehr harte und gemeine Sprüche wird es geben. Das klingt fies, es ist aber - LEIDER!!! - bittere Realität

Gerade die großen Hunde, und dann noch groß und dunkel oder gar aus den Medien als "böse Rasse" bekannt - und Du hast als Besi schlechte Karten, vor allem wenn der Hund unerzogen ist. Ich spreche aus Erfahrung: Ich habe einen sehr lieben, top erzogenen und 1a sozialisierten Hund, aber er ist eben groß und schwarz...:twisted:
- Ein Hund wird 10-15 Jahre alt. Du legst Dich also für diese Zeit auf den Hund fest und übernimmst die Verantwortung für ein Tier. Klar gibt es Tierheime, wo man den Hund abgeben kann, wenn man nicht mehr will oder kann, und viele halten sich diese Option offen, und es ist natüüüürlich der leichteste Weg... Aber will man das? Du wirst also, egal was kommt, den Hund an den Hacken haben und ihn einbinden müssen, denn er ist von Dir abhängig.
Ich denke, wenn Du Dir die o.g. Sachen soweit überlegt hast und immer noch überzeugt bist, dass Du einen Hund haben willst, trotz aller o.g. Eventualitäten, dann klär das mit Deinen Job (Punkt 1), und der Hund ist Deiner
Du hast es als alleinstehende Person (seh ich das richtig?) schwerer, da Du alleine die Verantwortung hast und
Du immer Gassi gehen musst. Vielleicht kannst Du es Dir leichter machen, wenn Du einen ausgewachsenen Hund nimmst, vielleicht aber auch nicht... Die Entscheidung liegt bei Dir! Aber zieh es evtl. in Erwägung.
Wünsche Dir alles Gute!!
