Irgendwie finde ich es lustig, dass (nicht nur hier) die Nicht-Allergiker immer wieder schreiben, das sei doch alles nicht so schlimm, kann man aushalten, Tier weggeben geht gar nicht etc. pp... (Ich übertreibe bewusst ein bisschen!

)
Ich weiß auch, dass Allergien gern als Ausreden benutzt werden, um unliebsam gewordene Haustiere ins Tierheim abzuschieben - leider...
Denn die, die wirklich allergiegeplagt sind, stehen dann da wie die doofen Deppen, die zu bequem sind, ihre Allergie zu ertragen, und die ihre Allergie als blöde Ausrede vorschieben...
Ich hatte nie Allergien - ich hab´ immer pollenallergische Freunde bedauert, die in Dauerniesen ausbrachen, sobald der Frühling kam... Und ich hab´ gedacht: "Tierallergie - ach was... kann so schlimm ja wohl nicht sein..."
Joar... und dann hat´s mich erwischt... mit Mäusen und Ratten...
Anfangs hab´ ich gedacht, das sei nur ein hartnäckiger Sommerhusten... aber nach 3 Monaten bin ich dann doch mal zum Arzt marschiert (zu der Zeit hielten wir schon über 1 Jahr Mäuse, hatten die Zahl aber deutlich aufgestockt...).. Der verwies mich dann an einen Allergologen (welcher mich auslachte, als ich fragte, ob es evtl. eine Mäuse- oder Rattenallergie sein könnte... Er diagnostizierte eine Brennnesselallergie... harhar... wer reagiert bitte nicht mit Pocken auf die Berührung von Brennnesseln?)
Fakt war aber: Ich konnte mich im Mäusezimmer (Wohnzimmer) nicht mehr aufhalten, ohne nach kurzer Zeit Hustenanfälle zu bekommen und nächtliche Erstickungsanfälle... Fakt war auch: Wenn ich länger bei den Ratten war, bekam ich Niesattacken, und wenn eine Ratte über meine Haut lief, bekam ich immer dickere rote Pusteln, die immer länger brauchten, bis sie verschwanden... am Ende gar mehrere Tage...
Fakt war auch: War ich 2 Tage weg von den Tieren, war ich komplett symptomfrei... Sobald ich wieder nach Hause kam, ging´s von vorn los... Ich habe täglich 2x Cortisonspray genommen und nachts zuletzt regelmäßig ein Notfallspray...
Eine Immunisierung hätte länger gedauert als die Lebenszeit der Tiere überhaupt, abgesehen vom fragwürdigen Erfolg...
Daher haben wir die Mäuse- und Rattenhaltung dann schweren Herzens aufgegeben (quasi "ausgesessen", weil wir die Tiere nicht weggeben wollten - und dann eben nur die letzten Exemplare in liebevolle Hände weitervermittelt... Ich habe also ein Jahr lang im Schlafzimmer gewohnt und bin nur zum Füttern in die Nähe der Mäuse/Ratten gegangen... allein das hat schon gereicht...)
Seit die Tierchen weg sind, habe ich keinerlei Beschwerden mehr...
Wir haben lange überlegt, ob wir Katzen anschaffen - eben wegen meiner allergischen Vorgeschichte (aber gegen Katzen hatte ich noch nie allergische Symptome gezeigt....) Und Gott sei Dank - seit 2,5 Jahren wohnen hier Katzen - erst 2, dann 4 - und von Allergie - toi toi toi - keine Spur...
Ich wüsste nicht, was wir täten... Unsere Tiere herzugeben, bräche uns das Herz... aber wir haben katzenallergische Freunde bzw. Verwandte, und die fangen auch an zu röcheln, kaum dass sie ´ne halbe Stunde hier sind... unter solchen Umständen ginge eine Katzenhaltung natürlich gar nicht mehr....
Wie das mit dieser Eigenbluttherapie in Sachen Hund und Katze aussieht, weiß ich nicht - aber "Aussitzen" oder "Abwarten" kann in manchen Fällen auch nach hinten losgehen, daher würde ich in jedem Fall alle Optionen und Möglichkeiten gründlich durchdenken und letztendlich, so schwer es auch fällt, im Sinne der eigenen Gesundheit entscheiden.... Einen Hund oder eine Katze kann man nicht "aussitzen"....
LG, seven