Eigentlich liebe, mal aggressive Katze zu oft im Angriffsmodus

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Dafiro

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Hallo in den Runde,

nach einigem Querlesen bin ich schon etwas schlauer geworden, aber da jede Katze einzigartig ist gibt es vielleicht noch genauere Hinweise von den versammelten Experten zu meinem (unseren) Problem.
Zur genaueren Erläuterung wollte ich kurz unsere Katzenerfahrung beschreiben: Meine Freundin lebt, seitdem sie neun Jahre alt war mit Katzen in einem Einfamilienhaus mit mehreren Freigängerkatzen über die Jahre zusammen, ich bin sozusagen Novize, kenne und kannte aber natürlich die Tiere durch die Zeit die ich dort oft mit ihr verbracht habe. Nach unserem Umzug war es für uns natürlich klar, dass in die erste Wohnung natürlich auch ein Stubentiger gehört.
Nach kurzem Einleben entschied sich meine Freundin im April letzten Jahres für eine weiße, kastrierte, dreijährige, Prinzessin aus dem Tierheim (Liebe auf den ersten Blick), die völlig verängstigt seit zwei Tagen dort in ihrem Käfig saß. Nach ein bis zwei Tagen zu Hause bekamen wir sie dann auch in der Wohnung zu Gesicht und sie wurde zutraulicher, vor allem in Bezug auf meine Freundin. Das Katzenklo benutzte sie von Anfang an (bis heute nicht einmal ein Problem), sie legt sich abends mit uns schlafen (auf ihrem eigenen Platz natürlich), aber immer in unserer Nähe. Wie wir nach dem ersten Tierarztbesuch festgestellt haben, hat sie ein kleines Wohlstandbäuchlein, mit Futterkontrolle haben wir es geschafft, sie etwas zu "erleichtern", ein bisschen mehr sollte aber laut Tierazt noch runter.
Bis zum heutigen Tag versteht sie sich mit meiner Freundin sehr gut, kuschelt mit ihr regelmäßig und lange. Bei mir ist sie etwas distanzierter, ich gebe ihr auch Futter, spiele mit ihr, aber ab und zu krieg ich schonmal den einen oder anderen Kratzer ab (ich kann damit leben). Ich lasse sie dann auch in Ruhe, sie kommt zu mir, wenn sie Hunger hat oder den Drang nach Spiel und Spaß. Ich bin auch nicht immer vor Ort, manchmal auch zwei Wochen nicht. Dann dauert es immer ein bis zwei Tage bis wir einigermaßen Freunde werden.
Nun komme ich zum zum Problem: Sobald wir Gäste haben ist sie verständlicherweise immer sehr aufgeregt (wenn die Türklingel geht beginnt schon das knurren), beruhigt sich aber nach einiger Zeit wieder, bei Leuten, die öfter vorbeikommen kommt sie schonmal zum schnuppern vorbei, aber ansonsten ist sie eher auf Verteidigung ausgelegt (Kratzer für einige Gäste die sie trotz Warnung streicheln wollten).
Meine Mutter, die keine Katzenerfahrung hat und sich auch nie der Katze schon aus Eigenschutz von sich aus nicht nähern würde, war mittlerweile drei Wochenenden zu Besuch. Vor zwei Wochen, aus heiterem Himmel griff die Katze sie nun an und biss sie in die Wade. Wir waren natürlich entsetzt ob der plötzlichen Aggression und konnte es uns nicht recht erklären. Natürlich war im ersten Moment die Aufregung groß, was nun zu tun sei. Meine Freundin ist verzweifelt, da sie so etwas bei einer Katze noch nicht erlebt hat, ich bin bin der Meinung, dass die Katze zwar ein Problem hat, dies sich aber lösen lässt. Diese Lösungen würde ich ihr natürlich gerne vorstellen, und dazu benötige ich Rat von ausserhalb, um besser Überzeugen können. Generell wollen wir die Katze nicht abgeben, da wir sie mit ihrer Art sehr lieb gewonnen haben und ich sehr ungern ein Tier wieder in diess Heim bringen möchte. Der Verantwortung für das Tier sollten wir uns schon stellen, einfach austauschen ist sicher nicht mit mir zu machen. Wie ich aus anderen Post schon erfahren habe wird gerne (oder auch unbedingt) eine zweite Katze empfohlen. Da wären meiner Unerfahrenheit geschuldete Fragen wie: Welches Geschlecht,Alter (ich denke auch etwa 3-4 Jahre,weiblich?) und sind 58 qm mit zwei Zimmern groß genug? Geht das auch bei einer Katze die laut Vorbesitzerin komplett in der Wohnung lebte und noch keinen "Feindkontakt" hatte (außer in der Folge drei Wochen bei der Familie im Haus meiner Freundin, wo sie auf die anderen zwei Katzen, um es milde zu sagen, sehr abweisend reagierte). Sollten wir sie vorher auf andere Art etwas beruhigen (Bachblüten oder andere Mittelchen) ?
Ich bedanke mich schon im Vorraus für jegliche Tips und Hinweise, sollte ich irgendwelche Infos vergessen haben kann ich diese gerne Ergänzen.
LG,
dafiro
 
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  • Eigentlich liebe, mal aggressive Katze zu oft im Angriffsmodus Beitrag #2
Ich für meinen Teil denke, ich hab alle Infos und rate euch dringendst zu einer zweiten Katze bzw. einem Kater. Das Tier sollte ähnlich alt und vor allem ähnlich aktiv sein, wie eure - also was Spielen, Schlafen etc. angeht. Vor allem sollte es aber sehr sozial gegenüber Artgenossen sein, um die Zusammenführung einfacher zu machen. Hier im Forum wird häufig zu gleichgeschlechtlichen Paaren geraten, viele haben aber auch mit gemischten Paaren gute Erfahrungen gemacht.
Dass deine Freundin solch ein Verhalten noch nicht erlebt hat, ist verständlich, wenn sie bisher nur in Gruppen lebende Freigänger kannte. Das aggressive Verhalten ist vermutlich eine direkte Folge der Wohnungs-Einzelhaft-Haltung. Sicherheitshalber sollte sie aber nochmal beim Tierarzt durchgecheckt werden, manchmal reagieren Katzen auch aggressiv, weil sie sich körperlich nicht wohl fühlen.

58 qm reichen locker für 2 Katzen, noch angenehmer kann man es ihnen natürlich machen, wenn man die Wohnung insgesamt katzengerecht einrichtet - Kratzbäume, sog. "Catwalks" an den Wänden (Regalbretter auf denen sie spazieren können), nach oben zugängliche Schränke etc. und möglichst wenig Tabuzonen. Katzen leben nicht nur auf dem Boden, sondern 3-dimensional, so dass man noch Lebenraum in der Höhe schaffen kann.

Wenn die Zweitkatze dann einzieht, ist es am besten, da gar nicht so viel Trara drum zu machen, Box rein, aufmachen, weggehen, Katzen machen lassen, Flasche Wein öffnen, Kopfhörer auf und das Gefauche ignorieren...
Mit ca. 3 Jahren ist eure Prinzessin auf keinen Fall zu alt, um vergesellschaftet zu werden, es könnte aber eine Weile dauern. Irgendwann in den ersten Tagen wird es dann ziemlich sicher zu fröhlichen Raufereien um Revier und Rangordnung kommen, die meistens von sehr lautem Gefauche und Geheule und Jagen etc. begleitet sind. Das müsst ihr ignorieren. Katzen machen lassen, nicht einmischen, das gehört dazu und geht auch wieder vorbei. Gemeinsames Füttern und Spielen kann hilfreich sein.
Insgesamt sieht das eigentlich immer viel schlimmer aus als es ist.
Und am Ende, wenn die sich zusammengerauft haben (was hier wörtlich zu verstehen ist!) werdet ihr feststellen, dass das genau die richtige Entscheidung war. :)
 
  • Eigentlich liebe, mal aggressive Katze zu oft im Angriffsmodus Beitrag #3
Ich kann mich da Suni nur anschließen: das liest sich ganz klassisch, die typischen Verhaltensauffälligkeiten einer Katze nach jahrelanger "Einzelhaft" in der Wohnung.
Mit drei Jahren ist sie ja nun noch nicht alt; eine Vergesellschaftung mit einer anderen Katze wird wahrscheinlich etwas schwieriger als mit einem sozialisierten Tier (ihr wisst nicht zufällig, ob sie vorher auch ein Einzeltier war?), ist aber durchaus machbar. Meine erste Katze hat 6 Jahre alleine gelebt und hat eure an Aggressivität noch weit übertroffen - trotzdem hat das mit einer Vergesellschaftung im zweiten Versuch toll funktioniert.

Aber, der Fairness halber: meine Katze hat nie ganz ihre Verhaltensauffälligkeiten abgelegt. Ich habe deutliche Verbesserungen bemerkt und auch ganz klar gesehen, dass es ihr besser ging mit Artgenossen. Aber einige Dinge waren schon zu tief drin, als dass man alles wieder hätte gut machen können :(. Damit will ich es absolut nicht schlecht reden; ich würde es immer wieder so machen, denn sie hatte noch ein paar schöne Jahre in Gesellschaft. Aber eine Garantie, dass wie von Zauberhand alles perfekt wird gibt es leider nicht. Wir haben doch noch mal den ein oder anderen Kratzer abbekommen (sie war halt auch eine "richtige" Katze ;)) und mit Kleinkindern ging das gar nicht. Und TA-Besuche waren auch fast ein Ding der Unmöglichkeit. Nur nicht, dass ihr mit falschen Erwartungen da dran geht und hinterher tierisch enttäuscht seid ;).

Ich finde es toll, dass ihr jetzt drüber nachdenkt und versucht was zu ändern, anstatt das Tier - wie es ja leider so oft passiert - einfach abzugeben. Und ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass ihr schnell einen passenden Partner findet und alles gut funktioniert :)!
 
  • Eigentlich liebe, mal aggressive Katze zu oft im Angriffsmodus Beitrag #4
Schon einmal vielen Dank für die schnellen Antworten.
Laut den Angaben der Vorbesitzerin war sie eine Einzelkatze.Wir denken mittlerweile auch, dass sie wegen den Verhaltenstendenzen abgegeben wurde.Jedenfall wurde uns schnell klar, dass sie nicht ganz ausgeglichen ist.Insgesamt stehen wir den Angaben der Vorbesitzerin (tolles Tier,super lieb, kuschelt ganz viel,aber keine negativen Eigenschaften) eher kritisch gegenüber,der Abgabegrund "keine Zeit" macht uns noch heute stutzig, da sie wirklich eine Schönheit ist und es auch von allen Seiten bestätigt bekommt :) So ein Tier gibt man nicht einfach so ins Tierheim. Wahrscheinlich fehlt wohl generell das Verständnis (wie bei uns bis zum jetzigen Zeitpunkt), dass Katzen alleine in einer Wohnung nicht gut funktionieren.
Zu den anderen Fragen noch: Beim Tierarzt waren wir, sie hatte keine Problem bis auf einen kleinen Hautausschlag, der aber wieder abgeklungen ist, war wohl eine Reaktion auf ein Futter. Ihre Bewegungsfreiheit hat sie in der gesamten Wohnung inklusive Balkon, und er wird auch extensiv genutzt. Tiefe Fensterbänke mit weitem Ausblick werden ebenso gut angenommen, Kratzbaum und Spielzeug sind zahlreich vorhanden.

Dann werden wir uns auf die Suche machen, und hoffen dass alles sich zum Guten wendet.Wunder werden wir auch nicht erwarten, und ein paar Kratzer werden wir immer in Kauf nehmen, dazu sind es eben Katzen.
 
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