Unerfahrene Schwester soll angerittenes Jungpferd übernehmen.

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Troya

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Hallo liebe Tierforumler.

Irgendwie habe ich das Gefühl überhaupt nicht mehr zur Ruhe zu kommen.
Jetzt habe ich es mit viel Geduld geschafft, dass mein Youngster sich wieder aufhalftern lässt, wenn gleich er dabei anfänglich
nahezu erstarrt und das er auch wieder aus der Box heraus kommt und sich führen lässt, doch der Stallwechsel ist aktueller denn je.

Derzeit sind wir noch bei den Vorbereitungen des Wechsels, müssen nur noch einige Kleinigkeiten klären, ehe wir kommen können und
alles wäre schön, gäbe es da nicht ein Problem mit meiner mittlerweile 5 jährigen Stute.

Sie besitzen wir jetzt seit Juni 2010, haben sie also als 3 1/2 jährige bekommen und mit einem Trainer habe ich sie gemeinsam antrainiert.
Meine zu dem Zeitpunkt 10 jährige Schwester, die insgesamt in ihrem Leben nur 1 Jahr RU an einem wirklich unqualifizierten Ponyhof hatte
(Von 15 Pferden sind 13 absolut nicht für Kinder reitbar, denn sie steigen, bocken und rennen kopflos los; Die RL selbst beherrscht ihr Fach
weder vom Boden, noch vom Pferd aus und der RU allein verlief katastrophal, da die Fortgeschrittenengruppe sich von den Anfängern so unterscheidet,
dass sie ihr Pferd zumindest in der Bahn halten können.), kurzum: Wirkliches reiten ist ihr mehr als ein Fremdwort, alles was sie kennt ist ziehen zum Halt,
rechts reissen für rechts, andersherum ebenfalls und in die Rippen treten zum Loslaufen.
RU von der großen Schwester hatte sie sich nie geben lassen wollen und allgemein ist sie leider auch nicht die einsichtigste.

Meine Schwester saß also auch im ersten Jahr als wir die Stute hatten das ein oder andere Mal auf ihr drauf, bis das Pferd sich ausbalanciert genug sah, um
einen ordentlichen Bocksprung unterm Reiter zu machen und warf meine Schwester im vollen Galopp ab. Seither hatte sie Angst und ich war wieder
alleinige Reiterin.

Wir machten mehrere Fortschritte, als wir den Hof wechselten leider auch wieder einige Schritte zurück und so kommt es, dass sie derzeit mit halbjähriger
Weide-pause nicht viel weiter ist, als damals.
Das heißt sehr sensibel unter dem Reiter, immer noch nicht voll ausbalanciert, kann sehr schön gehen, an einigen Tagen jedoch sehr aufgedreht und schreckhaft,
nimmt die Hilfen sehr gut an, jedes bisschen mehr kann schon zu viel sein. Eigentlich also auf einen sehr sensiblen Westernreiter ausgelegt.
Die kleinste Gewichtshilfe mit minimalem Schenkelimpuls lässt sie bereits antraben, sich nur geringfügig tiefer in den Sattel setzen lässt sie wieder parieren.

Über den Winter konnte ich krankheitsbedingt leider nicht weiter mit ihr Arbeiten, so dass sie eine weitere Pause hatte und wir nun im Frühjahr wieder von neuem
Beginnen wollten.
Nun habe ich im Dezember einen weiteren Junghengst dazu genommen, den ich komplett selber zahle. Meine Schwester sah dies als Anlass mit meiner Mutter zu
diskutieren, dass es unfair sei, das ich so gesehen 2 Pferde (meinen Hengst und die Familienstute) hätte, während sie nur das 'Familienpferd' und ihre Reitbeteiligung
auf der sie gelegentlich herumhoppeln darf hat.
Kurz um hat meine Mutter ihr nun wieder erlaubt, im Frühjahr ebenfalls auf der Stute zu reiten, was mir aus mehreren Gründen deutlich ein Dorn im Auge ist.

Einerseits ist sie wie gesagt sehr sensibel an den Hilfen, während meine Schwester hingegen nicht von wirklicher Hilfengebung versteht.
Zudem neigt die Stute in Stresssituationen sowie bei reiterlicher Unruhe in jeder Form dazu einfach noch loszurennen, wirft sich in die Kurven und wenn
der Reiter dann auch noch zur Panik und Angst neigt, bockt und springt sie ohne gleichen (verständlicherweise). Das kann mehr als nur gefährlich für meine Schwester enden!
Und zuletzt habe ich auch einfach nur keine Lust darauf, dass alles was ich und die Stute uns erarbeitet haben von meiner Schwester und ihrem rumgegurke wieder zu nichte
gemacht wird, sodass ich mir ernsthaft überlege mich von der Stute komplett zurückzuziehen, mir eine RB für mich zu suchen, bis ich meinen Junghengst anreiten kann und
ich meine Mutter und Schwester einfach machen lasse, denn die beiden zeigen sich was das angeht wirklich beratungsresistent.
Ich möchte einfach keine Arbeit in ein Pferd investieren, wenn das junge Tier am nächsten Tag in der wichtigsten Phase seines Lebens sowieso wieder verhunzt wird.

Erwähne ich dies jedoch vor meiner Mutter, schüttelt diese den Kopf, meinte ich würde mich egoistisch verhalten, dass doch nichts drum bei wäre wenn meine Schwester auch
'2 oder 3 Runden auf ihr reitet' und man da wohl nicht viel mit kaputt machen könnte. Das meine Schwester sich dabei schwer verletzen kann, realisiert sie zudem gar nicht.


Wie würdet ihr in diesem Fall handeln? So gesehen kann ich sie ihrem Schicksal überlassen, den Stall wie geplant wechseln und mich auch nicht weiter um den jetzigen Stall scheren und
zusehen wie sie an der jungen Stute scheitern und sich verletzen, doch auf der einen Seite hab ich das Pferd viel zu gern und außerdem kann ich einfach nicht zusehen, wie meine Schwester sich in den 'Suizid' stürzt.
Meine Schwester, die leider an maßloser Selbstüberschätzung im Bezug aufs Thema Pferd leidet, lässt sich diesbezüglich auch einfach nicht ins Wort reden, ist stolz, dass die Stute jetzt "Ihr Pferd" ist, malt schon Boxenschilder mit ihrem Namen als Besitzerin darauf und prahlt in der Klasse, dass sie jetzt das "wilde Pferd" reiten darf. Mir platzt allmählich wirklich der Kragen bei sowenig Verstand von seiten meiner Schwester und vor allem meiner Mutter. Sonst hilft sie mir, wenn ich die Unterstützung brauche, vor allem da ich momentan durch die
Krankheit einfach nicht viel machen kann, doch auf der anderen Seite nimmt sie mich nicht annähernd für voll. Da stellte sie meinen 2 1/2 jährigen Hengst mit einer 2 jährigen Stute
zusammen und erzählte mir im nachhinein wie schön die beiden spielten und wurde böse, als ich ihr sagte wie verdammt gefährlich und leichtsinnig das wäre; Als ich damals erklärte das wir einen Trainer bei der Stute dabei bräuchten, meinte sie auch, dass ich doch "reiten könnte" und das Geldverschwendung wäre etc.
Viel Pferdeverstand ist also leider nicht unbedingt vorhanden...
LG
 
  • Unerfahrene Schwester soll angerittenes Jungpferd übernehmen. Beitrag #2
Hi,

das ist ja echt schwierig.
Das deine Mutter da so leichtsinnig handelt und die Gesundheit deiner Schwester ihr wohl scheinbar egal zu sein scheint... sowas kann ich nicht verstehen.

Da du sie scheinbar nicht davon abhalten kannst und sie wohl auch so beratungsresistent ist, bleibt dir wohl nicht viel mehr übrig als zu hoffen, das deiner kleinen Schwester nichts all zu schlimmes passiert, wenn sie runterfällt.
Evtl. hat sie dann ja wieder so große Angst, das sie die Stute nicht mehr reiten möchte und dann könntest du weiter arbeiten.

Ich selber würde warscheinlich aus neugierde dabei bleiben und wenn es zu schlimm wird, einfach gehen.
So ähnlich habe ich es gemacht, als meine große Schwester ein wenig die Kontrolle über sich verloren hat und mit ihrer Stute nicht mehr klar kam. Am Anfang habe ich noch versucht zu helfen wo es geht, sie war aber leider ebenso beratungsresistend, wie deine kleine Schwester und so habe ich mit meinem Pferd den Stall gewechselt.

Inzwischen hat sie die Stute verkaufen müssen, da das Stütchen cronisch etwas mit den Atemwegen hat (was bei denen im Stall häufig vorkommt, auch da wollte sie nicht auf mich hören. alle Pferde dort im Stall werden früher oder späöter krank und wer schon krank hinkommt, der wird auch nicht mehr gesund)

LG
Integra
 
  • Unerfahrene Schwester soll angerittenes Jungpferd übernehmen. Beitrag #3
Hallo Troya,

gibt es denn irgendeine reiterfahrene außenstehende Person, die die Situation entsprechend beurteilen kann? Oft lässt man sich von einem "Fremden" ja mehr sagen bzw. nimmt es anders an als von einem Familienmitglied.

Hat deine Schwester denn vor ohne jegliche Hilfe/Unterricht zu reiten?
 
  • Unerfahrene Schwester soll angerittenes Jungpferd übernehmen. Beitrag #4
Meine Schwester ist inzwischen Zwölf, wie sich möglicherweise den Angaben im Eingangspost nach entnehmen lässt. Ich denke sie ist nicht das einzige Mädchen in dem Alter, dass von sich überzeugt ist den schwarzen Hengst zähmen zu können, wenn auch hier die schwarze Stute herhalten muss. Von Unterricht generell hält sie gar nichts, sie denkt aber auch noch nicht weit genug, als das sie den Sinn hinter gymnastizierendem Reiten verstünde, oder das sie dem Pferd in irgendeiner Weise Schaden zufügt. Fange ich an ihr etwas davon zu erzählen, wird es ihr schnell langweilig und sie hat leider überhaupt nichts davon aufgenommen. Meine Mutter ist der Überzeugung meine Schwester könne das wichtigste, was weiteren Unterricht unnötig mache.

Meine Mutter will natürlich meiner Schwester in keiner Weise bewusst schaden, scheinbar kann sie die Gefahr von 500 kg Lebendgewicht im Zusammenhang mit 40 kg Mädchen nicht so recht einschätzen und ist diesbezüglich einfach nur unheimlich naiv. Vielleicht weil es einfacher ist, vielleicht weil sie meine Schwester aber auch nicht benachteiligen will.

Also ich sehe es auch vorher das sie schon beim ersten Mal drauf sitzen einen derben Satz von ihr machen wird, denn mit Beine-am-Pferdebauch-strampeln wird unsere Stute ganz eindeutig komplett erschrocken reagieren und wird erst einmal einen riesigen Satz voran machen und dann lospesen.
Mir macht das alles auf der anderen Seite schon Sorgen, andererseits habe ich es aber auch gründlich satt mir den Mund fusselig zu reden, nur um mir dann sagen zu lassen, dass ich als Tochter nicht so 'Allwissend' herüberkommen soll. Sie denkt halt, ich wolle ihr ihre eigene Unfähigkeit vorhalten, doch muss ich einfach sagen dass ich nach 15 Jahren im Umgang von Pferden und 8 Jahren Gruppen und weiteren 4 Jahren Einzelunterrichts (sponsored by Papa, oder dem eigenen Job) doch einen besseren Einblick in dieses Gebiet habe, als sie, die in ihrer Jugend (13 bis 16) 3 Jahre SchulpferdeRU hatte.

Ich werde wohl wieder auf aussenstehende Personen zurückgreifen müssen, wie es der Fall bei der Hengst x Stuten-Konstellation auf der Weide war, doch da gibt es dann ebenfalls jedes Mal aufs Neue Ärger, da es im Nachhinein heißt, ich wollte sie vor anderen vorführen. Wobei ich es im Großen und Ganzen wirklich leid bin, als Berittperson für das Pferd herzuhalten, jedoch keinerlei Rechte habe, zusätzlich auch noch mit dem Pferd unter Druck gesetzt werde und dann auch noch dabei zusehen muss, wie daran herumgewerkelt wird, zum Nachteil dieses wirklich wunderbaren Pferdes.

Mittlerweile bin ich durch mein eigenes Pferd einfach auf den Geschmack gekommen, nicht mehr für jede Kleinigkeit (Unterricht, Kappzaum, passender Sattel) betteln zu müssen und würde mich gerne davon zurückziehen, aber dafür hab ich einfach deutlich zu viel Zeit, Geld und auch Energie in dieses Pferd gesteckt, dass mir nun einmal unheimlich viel bedeutet.

Lg, Troya
 
  • Unerfahrene Schwester soll angerittenes Jungpferd übernehmen. Beitrag #5
Hi,

dann ist es natürlich besonders schwierig.
So wie es aussieht, hast du wohl wenig Chancen die Beiden zu überzeugen.
Da gibt es dann halt nur die Möglichkeit, weiter zu machen und zu retten was zu retten ist... oder eben ganz aufzuhören und mit deinem Kleinen einen Neuanfang zu beginnen.
Es ist immer sehr schade, wenn Menschen so beratungsresistent sind, besonders die eigene Familie aber vieleicht musst du auch einfach nur abwarten und es entwickelt sich doch noch alles zum Guten.

Du könntest ja auch sagen, entweder nimmt deine Schwester Unterricht oder du wirst das Pferd nich ständig wieder zurechtbiegen.

LG
Integra
 
  • Unerfahrene Schwester soll angerittenes Jungpferd übernehmen. Beitrag #6
reitet deine mutter auch?
ich würde deine schwester wenn es so ist wie du es beschreibst nicht auf dem familienpferd reiten lassen. mein pony darf niemand außer mir reiten da er auch sehr jung ist und sehr sensibel. außerdem kann er auch sehr bockig sein... da wär mir das risiko zu groß (obwohl er ein pony ist^^) wenn er in ein auto reintretet oder jemand anderen verletzt.. das ist es nicht wert.

also: ich würde einfach nochmal mit deiner schwester reden und ihr vorschlagen dass du ihr ein paar reitstunden auf ihrem pflegepferd gibst. wenn sie das kann was du für dein pferd verlangst kann sie ja mal drauf reiten ;)
 
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