Hallo Luzia,
ja, dann melde ich mich doch selbst noch mal.
Flyt musste nach einer Nervus Radialis Lähmung im Herbst 2010 das linke Vorderbein amputiert werden.
Insbesondere am Anfang hatte ich daran schon erstmal zu schlucken. Im Nachhinein betrachtet aber wohl eher aufgrund der Reaktionen aus meinem Umfeld, wo ich immer wieder zu hören bekommen habe, dass es Tierquälerei wäre, die Katze nicht gleich einschläfern zu lassen.
Das war für mich bei einer gesunden, gerade mal zweijährigen Katze aber auch keine Alternative und ich bin heilfroh, dass ich den Schritt gemacht habe.
Wie ich damit umgehe?
Im ersten Moment wollte ich Flyt zu einer Wohnungskatze umerziehen - ich bin kläglich gescheitert. Und heute gehe ich überhaupt nicht mehr damit um und unterstützen tue ich sie schon mal gar nicht - denn da gibt es nichts, wobei man sie unterstützen könnte.
Die Katze klettert auf Bäume, balanciert auf dem Gartenzaun, fängt Mäuse und Vögel (ja, nicht einmal das bleibt einem erspart) - kurz, sie macht alles, was sie auch gesund gemacht hat. Einzig bei Auseinandersetzungen mit anderen Katzen habe ich manchmal das Gefühl, dass sie sich übermäßig rasch zurück zieht.
Aussehen tut es natürlich etwas seltsam, besonders beim Gehen, da der Gang eher einem hoppeln gleicht. Beim Laufen fällt es aber dafür überhaupt nicht auf. Inzwischen ist es mir schon mehrmals passiert, dass jemand zu Besuch gekommen ist und erst nach zehn Minuten ganz überrascht festgestellt hat: "Moment mal, irgendetwas stimmt mit der Katze nicht!"
Kurz nach dem Amputation beim Spielen - da hatte sie noch leichte Schwierigkeiten, weil sie oft die nicht mehr vorhandene Pfote benutzen wollte:
Und das Bild spricht dann wohl für sich:

(jap, das sind wirklich nur drei Beine!

)
Mein Fazit: Tiere mit Behinderung können noch ein wundervolles Leben haben!
Meist haben wir Menschen damit viel mehr Probleme als die Tiere selbst, auch wenn man da sicher immer den Einzelfall betrachten muss.
LG
blackcat