Hallo!
Meine Haltung zu diesem Thema hat sich in der letzten Zeit ziemlich verändert. Zuerst dachte ich: Tierschutz sollte keine Grenzen kennen, also ist es natürlich in Ordnung, auch Tiere aus dem Ausland zu holen.
Dann hatte ich einen Pflegehund aus Griechenland, der mit unseren Umweltbedingungen so eindeutig überfordert und auf Menschen so schlecht sozialisiert war, dass ich diese Haltung arg infrage stellen musste. Dieser Hund, anderthalb Jahre alt, wird wohl nie imstande sein, sich an das anzupassen, was wir hier von unseren Hunden verlangen. Er war obendrein regelrecht gefährlich, da er aus Angst gebissen hat. Sehr geärgert habe ich mich seinerzeit über den Tierschutzverein, der den Hund als "Labrador-" später gar als "Boxermischling" vermitteln wollte, obwohl eindeutig Staffordshireterrier drin war. Mit Beschönigung ist da auch nicht weiterzukommen! :x
Ich finde das inzwischen sehr fraglich, ob das in der Form, wie es betrieben wird, wirklich noch Tierschutz ist. Wäre es nicht besser, Tiere vorort zu kastrieren, damit sie sich nicht immer weiter vermehren, und sie dann dort zu lassen? Zumal sich durch die Hunde, die dort aus Tötungsstationen geholt werden, die Zustände im Land nie ändern werden - oder?
Nun habe ich seit knapp einer Woche eine Pflegehündin hier, die auch ursprünglilch aus Spanien kommt. Ein hübsches, schmusiges und anhängliches Ding, aber wild und ohne ein Gefühl für irgendwelche Grenzen. Sie kommt auch aus einer Tötungsstation, wurde hier im April auch schon vermittelt und nun zurückgegeben. Ich bin quasi für eine Bekannte eingesprungen, denn die Hündin ist läufig. Nika ist so lieb, die hat es allemal verdient, ein schönes Leben in einer netten Familie haben zu dürfen!
Nun aber eine Kehrseite der Medaille: Die Schutzgebühr soll 240 Euro betragen! Denn schließlich waren, wie man mir sagte, viele Kosten nötig, bis die Hündin nach Deutschland durfte: Das Freikaufen aus der Tötungsstation, die Untersuchung auf Mittelmeerkrankheiten, das Chipen, die Impfungen, der Transport...
Da kommt so im Hinterkopf leise die Frage auf: Tierschutz als neuer Wirtschaftszweig? :roll:
Wie gesagt: Jedes einzelne Tier ist wunderbar und hat es verdient, ein schönes Hundeleben zu führen. Aber die Flut wird nie enden, und erst recht nicht, wenn an dieser Art Tierschutz jede Menge Leute etwas verdienen! :eusa_think: