Hundetrainer die über taktile Einschränkung / Kommunikation arbeiten

Diskutiere Hundetrainer die über taktile Einschränkung / Kommunikation arbeiten im Hundehütte Forum im Bereich Hunde Forum; Moinsen, aus der Diskussion über Ceasar Milan kommend möchte ich hier nun ein Thema starten, um sich über Hundtrainer im Deutschsprachigen Raum...
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Moinsen,
aus der Diskussion über Ceasar Milan kommend möchte ich hier nun ein Thema starten, um sich über Hundtrainer im Deutschsprachigen Raum auszutauschen, die auch unterscheiden in Kommunikation und Konditionierung, bzw. über taktile Einschränkung arbeiten.

Bzw. wie Mensch dies umsetzt für sich.

Kurz zu:
- Kommunikation: Ist ein Austausch von Informationen in einer sozialen Beziehung zwischen mehreren Individuen. ( Situationsgebunden / willkürlich )
siehe auch:

- Konditionierung: Lernen durch Belohnung und Bestrafung ( Immer gleich / konsequent )
siehe auch:

Bei Mensch wie Hund sind die Grenzen natürlich fließend.

Freue mich auf hoffentlich regen Austausch.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Starten möchte ich mit Anita Balser, von der Hundteamschule, (HTS) .de/

HTS beruht auf Erfahrungen, nicht auf wissenschaftliche Beweise. (Anita Balser)

Es geht darum, die Führungsqualitäten, die wirkliche Führer unter den Hunden zeigen, auf den Menschen zu übertragen und transparent zu machen und diese als Menschen umzusetzen: Souveränität, Ruhe, Fairness, Klare deutliche Ansagen, Vertrauen,

Kernpunkt ist, das die sozial freundliche Auseinandersetzung mit einander ganz klar im Vordergrund stehen miuss, sonst läuft irgendwas schief.
Dann geht es darum den Hund das Vertrauen zu geben, folgen zu können, Dies geschieht über Schulung in Austrahlung, Präsenz, vorallem in der taktilen Einschränkung.
Aufgeteilt in ein Ampelsystem, Grün ( Grundaustrahlung) , Gelb (Ankündigung von Konsequenzen), Rot ( unfreundliche körperliche Berührung, niemals im Schmerzbereich).
Das klare Ziel ist es sich im freudlichen Grünen Bereich zu befinden und immer seltener Gelb oder gar Rot zu verwenden. Repektvoller Umgang beruht auf Gegenseitigkeit.
Kommuniziert wird hauptsächlich über die Beanspruchung von Raum.
Es wird klar unterschieden zwischen dem was Hunde auch von sich verlangen ( bspw. Meins, Bleib dort,...) und dem was menschlich ist und dem Hund erstmal gelehrt (kondtioniert) werden muss (bspw. Sitz, Platz, Rolle,.....)

Auch wird unterschieden in vorwärts gerichtetem Verhalten und rückwärts gerichtetem Verhalten (Angst, Unsicherheiten) Was auch heisst das du einen ängstlichen Hund nicht noch zusätzlich einschränken darfst, sondern mitnehmen musst, gibt natürlich mischformen.

Es wird auch klar erklärt das Hunde ( wie Menschen ) ab gewissen Erregungsleveln nicht mehr ansprechbar sind, ausser über Starkzwangs massnahmen. Dementsprechend, früh wird angesetzt .
 
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  • Hundetrainer die über taktile Einschränkung / Kommunikation arbeiten Beitrag #2
Hallo,

wie funktioniert denn die taktile Einschränkung? Hast du da mal ein Beispiel?

Für mich liest sich das alles nach Konditionierung. Aber wie du schon sagst, kann und soll man die Kommunikation nicht davon trennen.

Sitz, Platz, Rolle ist ganz klar. Da arbeitet sie über eine Form der Konditionierung. Nämlich wahrscheinlich über positive Verstärkung.

Aber auch das Ampelsystem ist Konditionierung. Beim allerersten Mal, bei dem man so arbeitet, hat gelb noch keine Bedeutung für den Hund. Dann folgt rot. Eine (vermutlich - habe deswegen oben nachgefragt) milde Form der positiven Strafe (eine Form von Konditionierung).
Beim nächsten Mal, bei dem der Führer in die gelbe Phase kommt, hat der Hund das höchstwahrscheinlich schon als Ankündigung der roten Phase verstanden. Damit wirkt ab sofort die gelben Phase als negative Verstärkung (eine Form von Konditionierung), was zum Ziel der Trainerin führt, dass man die rote Phase immer seltener einsetzen muss, weil das Verhalten nun meist schon allein durch Einsatz der gelben Phase in gewünschter Form verändert werden kann.
Wendet man eine zeitlang konsequent bei unerwünschtem Verhalten Phase gelb an (und notfalls Phase rot) und geht zurück in Phase grün, sobald sich der Hund richtig verhält, wird sich der Hund immer öfter richtig verhalten. Man wird kaum noch und später vielleicht gar nicht mehr in die gelbe Phase oder gar rote Phase müssen. Hier war dann negative Verstärkung wirksam. Eine Form von Konditionierung.

Auch das kleinschrittige Vorgehen - also das frühzeitige Einschreiten - ist ein Prinzip der Konditionierung. Ebenso wie man darauf achten soll, dass der Hund sich in einem aufnahmebereiten Erregungslevel befindet.

Ein großes Missverständnis bzgl Konditionierung ist mMn, dass viele es nur mit positiver Verstärkung in Verbindung bringen und die anderen Facetten vergessen.
Ein zweites Missverständnis ist, dass oft geglaubt wird, dass nur durch neutrale Dinge konditioniert werden kann und sollte. Das liegt wahrscheinlich daran, dass diese Lernform unter neutralen Laborbedingungen erforscht wurde und viele das noch immer in Verbindung bringen. Konditionierung ist aber gerade auch in sozialen Beziehungen super umsetzbar. Besonders negative Verstärkung ist gut über einen mahnenden, bewegungseinschränkenden Schritt auf den Hund umsetzbar. Viele Dinge des Zusammenlebens wirken als positive Verstärker.
Kommunikation ist also gar nicht klar von Konditionierung zu trennen, wenn man nicht im Labor verbleiben will.

Abschließend wollte ich noch erwähnen, dass ich vor längerer Zeit einige Videos der Hundeteamschule auf youtube geschaut habe und nicht schlecht fand.
 
  • Hundetrainer die über taktile Einschränkung / Kommunikation arbeiten Beitrag #3
Moin,

ein Beispiel für taktile Einschränkung?

Mhm. Im prinzip fixierst du den Hund mit den Augen und deiner Körperhaltung und teilst ihm damit mit das, das was er gerade tut oder tun will nicht erwünscht ist.
Egal was er gerade macht.

Selbstverständlch gibt es Paralellen zwischen Konditionierung und Kommunikation. Auch ein Kind das, in bestimmten Situationen komplett ausrastet, kannst du erstmal im selben Moment nicht ansprechen, sondern musst das nächste mal niedrigschwelliger ansetzen.
Geht auch in die Konditionierung hinein, aber beinhaltet, wenn du nicht schweigend einen Lolli für richtiges Verhalten verabreichst, Kommunikation.

Ein anderes Beispiel aus der menschlichen Welt ist:
Situation:
Wenn du dich nicht so oft bei deinen Eltern meldest, wie die es gerne hätten und du rufst an. Dein Vater begrüsst dich mit den Worten: schön das du auch noch lebst. Mit einem leicht vorwurfsvollen Ton.
und zwar nicht nur einmal, sondern wiederholt.
Ergebnis:
Du wirst nicht hoch motiviert sein dich baldigst wieder zu melden.

Auch hier überschneiden sich Kommunikation und Kondtionierung.


Auch bei Hunden ist es der Fall, nicht nur in der Interaktion mit dem Menschen, sondern auch durch in der Innerartlichen Interaktion, das sie sich konditionieren.
Der Mensch hat Konditionierung nicht erfunden sondern nur erforscht. Konditionierung gehört zum Leben eines jeden Individuums dazu, wie Kommunikation auch. Denn durch Erfahrung lernen wir (Konditionierung = Lerntheorie).

Ausserdem ist Konditionierung keine Einbahnstrasse! Hey, auch unsere Hunde konditionieren uns mehr oder weniger.

Wie kommunizieren Hunde untereinander?

Das ist doch die Frage.

Vereinfacht ausgedrückt:

Punkt eins ist das Hunde sich allgemein, nicht als Belohnung, Zuneigung geben. Positive soziale Interaktionen.

Punkt zwei ist, das sie sich Grenzen setzen, oder etwas für sich beanspruchen. Dies machen sie hauptsächlich durch Austrahlung, die sich in der Körpersprache wiederspiegelt.

Hunde kommunizieren über: Lass das!


Mir ist übrigens klar, das Konditionierung nicht nur über Positive Verstärker funktioniert. Und ich habe mich lange damit Schwer getan zu verstehen wo der Unterschied zwischen Konditionierung und Kommunikation ist.

Für mich macht sich das daran fest:
Kommunikation ist verschieden.
Konditionierung ist gleich.


Und wenn die Körpersprache durch Ausstrahlung erst konditioniert werden müsste, dann frage ich mich warum dies bei fast jedem Hund auf Anhieb funktioniert. Auch bei Hundebegegnungen auf Spaziergängen, bei Hunden, die ich noch nie gesehen habe und das auch ohne Berührung.
 
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