Verladen trainieren...

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  • Verladen trainieren... Beitrag #1
Anja&Emeli

Anja&Emeli

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Hallo liebe Leute! Es geht heut um Lucky, meinen 5 Jährigen. Das Problem ist Folgendes: er geht absolut brav in den Hänger, das ist ja schonmal gut. Allerdings geht er einfach nicht mehr heraus. Der Hintergrund ist Folgender: als ich ihn mit eineinhalb bekommen habe, ließ er sich von niemandem anfassen. Der Händler hat ihn also in den Hänger geprügelt, natürlich nicht angebunden und so konnte der "Kleine" damals schön auch vorwärts wieder heraus.. Als wir dann so weit waren, dass er sich führen ließ, rückwärts richten und alles, war er schon was größer. Wollte den Stall wechseln und wieder versuchte er sich umzudrehen und vorwärts raus zu gehen. Der Mann, der Lucky ausladen wollte hatte schon echt Ahnung, aber auch er ist gescheitert. Wieder musste er sich also drehen. Irgendwann wollte ich das einfach mal in Ruhe probieren.... Folgende Versuche sind gescheitert: rückwärts richten, Spur mit Leckerchen/ Futter legen (wofür er sonst ALLES tut), dabei lieb, dann streng. Nach vier einhalb Stunden hatte ich dann ehrlich gesagt keine Lust mehr. Was ich noch gehört habe ist, dass man einfach mal n Auto mit Anhänger auf die Wiese stellen soll, ihn rein führt und einfach ewig wartet, irgendwann MUSS er ja raus. Auch das habe ich durch,dabei hat er die Trennwand raus gehebelt und sich doch wieder gedreht... Könnte mir ja einen Anhänger mit Frontausstieg holen, aber eigentlich möchte ich das so irgendwie hin bekommen... Hat jemand Ideen??? Ach so, falls jemadn denkt, es sei ein Dominanzproblem: nein, sowohl am Boden als auch im Sattel klappt alles prima.... Außer eben das rausholen aus dem Hänger...
 
  • Verladen trainieren... Beitrag #2
also wenn ich es richtig verstanden habe, geht er jetzt zwar in den Hänger. Aber dreht sich darin immer um und will vorwärts raus. Stimmt das so ?
Vielleicht traut er sich nicht rückwärts raus weil er nicht sieht was da ist. Weißt du wie ich das meine ?
Vielleicht kannst du ja von vorn anfangen. Also das du mit ihm auf die Rampe gehst und dann wieder rückwärts runter. Und so immer ein stückchen weiter. zB mit den beiden Vorderhufen in den Hänger, stehen bleiben und rückwärts wieder raus. Und das immer und immer wiederholen. Klar wenn er das einigezeit so gemacht hat mit dem Vorwärts rausgehen, dann bekommt man das nicht so schnell weg. Sind halt auch gewohnheitstiere.
Aber ehrlich gesagt würde ich niemals 4 1/2 Stunden am Stück rumprobieren. Das überfordert das Pferd. Lieber 2mal am Tag 10-15min und immer mit etwas positiven aufhören.
Dir sollte aber halt auch bewusst sein das das schon ein paar Wochen dauern kann.
Viel Erfolg
 
  • Verladen trainieren... Beitrag #3
Dein Pferd hat einfach Angst, da es nicht weiß wo seine HH ist. Es hat Angst hinten herauszufallen. Daher sind Übunge, die die Koordination der HH fördern und dem Pferd ein Gefühl für seine eigene Länge geben, angesagt.
Ich wette wenn dein Pferd einsteigt, macht es hinten einen kleinen Seitwärtsschritt und fühlt mit der HH wo an der Seite Ende ist.
Wurde das Pferd dann noch anfangs in den Hänger geprügelt, erwartet es Schläge, wenn es rückwärts heraustritt.

Ich mache mit Pferden anfangs Bodenarbeitsübungen, die das dem Pferd eine bessere Koordination und ein Gefühl für seine Ausmaße beibringen. Auch RR wenn du hinter dem Pferd stehst und es an der Hüfte stabilisierst sind hilfreich. Z.B. eine Trailbrücke, da muss das Pferd dann auch bergab rückwärts gehen.
Beim Ausladen stehe ich dann niemals im Hänger, ich bin draußen. Ich verlade immer allein. Ich löse vorne den Strick und lege ihn über den Hals, dann gehe ich nach hinten und lege meine Hand hinten auf das Pferd damit es die Stange nicht mehr berührt, ich löse die Stange und gebe dem Pferd das Kommando zurück zu treten bzw. zu mir zu kommen. Wärhend das Pferd heraustritt stehe ich neben der Rampe und stabilisiere das Pferd seitlich, damit es nicht beim schräg treten von der Rampe fällt. Sobald das Pferd mit dem Widerrhist auf der Rampe ist, greife ich den Strick-ziehe aber nicht. Die letzten Meter, die die VH noch auf der Rampe ist, helfe ich dem Pferd mit dem Führstrick, damit es gerade läuft und sich an mir orientiert.
Niemals würde ich zulassen, dass Jemand mit dabei 'hilft' und mein Pferd durch zu viele Leute verwirrt ist.

Mit deinem Pferd würde ich vom Boden aus Übungen machen, die eben sein HH Gefühl stärken und das Pferd dann mit einem anderen Pferd verladen und fahren. Beide Pferde sollten dann gleichzeitig ausgeladen werden, wobei das Beipferd sehr langsam Schritt für Schritt gehen soll und immer gelobt wird.

Du solltest dann auch dein Pferd nicht ganz einsteigen lassen.
Bodenarbeit vor dem Hänger, dann halb in den Hänger (Hinterbeine noch nicht auf der Rampe) und wieder zurück - loben.
Halb rein in den Hänger, Hinterbeine ein wenig auf der Rampe - wieder mit Kommando zurück - loben.
Immer ein kleines Stück weiter.
Vor - zurück - vor - zurück, dann wieder zwischendurch lockeres stehen mit tiefem Hals vor dem Hänger und loben.
Sollte das Pferd schon spannig beim Einladen sein, kann ein Pferdekumpel schon im Hänger stehen und Heu mümmeln.

Der Hänger und das Stehen oder Arbeiten vor dem Hänger dürfen vom Pferd nicht als Strafe empfunden werden.

Dieses Programm sollte auf mehrere Tage verteilt werden und nicht an einem Tag durchgeführt werden.
15-30 Min. -je nach Konzentrationsfähigkeit des Pferdes- reichen völlig aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Verladen trainieren... Beitrag #4
Hallo! Erstmal danke für eure Antworten! Also das mit den vier einhalb Stunden kam dadurch zustande, dass er ja nun irgendwie wieder aus dem Hänger musste.. Das mit dem Schritt für Schritt habe ich auch ausprobiert, klappt super. Nur leider bis zu dem Zeitpunkt, wo er komplett mit dem Oberkörper im Hänger steht, geht er nicht mehr zurück. Stattdessen springt er nach vorne.. Ein anderes Pferd brauche ich zum Verladen nicht einmal, sobald ich ihn vor den Hänger führe, geht er absolut freiwillig da rein. Angst vor Schläge hat er auch nicht mehr, schon lange nicht, wie gesagt, er ist jetzt fünf, habe ihn mit eineinhalb bekommen und seit er zwei, zweieinhalb ist, haben wir eine innige Verbindung zueinander. Eigentlich folgt er mir überall hin, nur eben nicht aus dem Hänger... Das mit den Übungen für die HH finde ich recht gut, er weiß glaub ich wirklich nicht, wie groß er ist... Ich habe aber mal in einem Stall gestanden, wo die Pferde jeweils über eine Rampe in ihre Boxen mussten. Sah wirklich aus wie bei einem Anhänger, die Boxentüren waren also die Rampen... Da z.B. ging er auch rückwärts raus, habe das sozusagen als Anhängerrampenersatz genutzt, da ich zu dem Zeitpunkt noch keinen Anhänger zur Verfügung hatte. Und da hat es geklappt. Ganz locker, ohne Stress. Auch lässt er sich bei der Bodenarbeit perfekt rückwärts durch z.B. ein Stangen-L richten...
 
  • Verladen trainieren... Beitrag #5
Dann ist das Problem ja erkannt. Sobald das Pferd mit dem Körper im Hänger ist, traut er sich nicht mehr rückwärts nach unten zu treten, da er nicht weiß, wo seine HH ist.
Das Pferd hat vermutlich Angst zurückzugehen, weil es gefühlsmäßig hinten erst einmal ins Leere tritt (die Rampe geht ja nach unten). Rückwärts bergab ist häufig ein Problem und wird von Pferden gern abgelehnt, wenn sie nicht sehen können, wohin sie treten. Da hilft auch kein RR im Stangen L oder Ähnliches, da das Pferd bei diesen Übungen aufgrund seines guten Rückblicks ja sehen kann.
Also nochmal der Tipp erstens Bodenarbeitsübungen für ein besseres HH Gefühl (kann ich bei Bedarb beschreiben, ist aber dann lang).

Danach -und bitte nicht vorher- sollte eine zweite Person im Hänger stehen. Diese Person stabilisiert eine Stange, die die Hälfte des Hängers sperrt. Gerade so viel, wie das Pferd noch für Rückwärts akzeptiert. Der Hals des Pferdes sollte über die Stange reichen. Dann wieder das Kommando für zurück.
Die Stange als Begrenzung wird immer ein Stück weiter vor gelegt.
Falls das Pferd die Stange nicht akzeptiert und diese umrennt, kann man auch sonstige Hilfsmittel verwenden. Je nachdem was das Pferd bremst, kann eine große Pylone, ein umgebauter Besen (von vorn geführt mit einem breiten gepolsterten Brett, oder ein weißes Band (Stromlitze) verwendet werden. Eben irgendetwas, was das Pferd akzeptiert, wovor es aber keine wirkliche Angst hat (sonst will das Pferd gar nicht mehr in den Hänger).
Das Pferd wird also beim Einsteigen bis zur Abtrennung locker gehalten, dann sehr gelobt (evtl. Möhren oder Futter), dann wieder zurückgeführt und draußen wieder Lob (oder Futter).

Grundsätzlich sollte ein Pferd vor dem Fahren eher nachlässig (zwar korrekt aber eher technisch ohne große Emotionen) behandelt werden.
Im Hänger wartet dann Heu.
In der neuen Umgebung erwartet das Pferd nur angenehme Dinge (Arbeit, die ihm leicht fällt -im Training immer mehr fordern als z.B. auf einem Turnier-, ein Ausritt, Vorzugsbehandlung -Verwöhnen- ...).
Daheim nach dem Ausladen ist die Verwöhnerei beendet. Kein Futter im Trog (erst später), keine übertriebenen Leckerchen...
So erzieht man sich ein Pferd, das gern reist und neugierig in jeder fremden Umgebung Gutes erwartet - eben ein Pferd, das gern ein- und aussteigt.
 
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