Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt

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Barcelos

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Die Frau uns gegenüber ist vor einiger Zeit an Krebs erkrankt. Soweit wie ich das mitbekommen habe, unheilbar. Nun hat diese Frau einen Schäferhundrüden, das Alter des Hundes kenne ich nicht wirklich, aber er müsste so 10 Jahre (+-) alt sein. Nun sieht es schwer danach aus, dass die Frau vor ihrem Hund sterben wird (ihr Mann ist schon vor vielen Jahren gestorben). Sie hatten den Hund vor einigen Jahren schon übernommen, der Hund würde also zum zweiten Mal sein Heim verlieren.
Der Schäferhund war nun schon zeitweise bei ihrem Sohn, weil sie es mit dem Hund kaum noch schafft. Der Sohn wohnt eine Straße weiter, so dass der Hund für sie immer "erreichbar" war. Das fand ich ne tolle Lösung, einfach weil sie sich so gut um sich kümmern konnte, aber ihren Hund gleichzeitig nicht komplett verloren hatte. Nun kam der Hund gestern zurück. So wie ich das verstanden habe, weil das mit den Kindern nicht klappen würde (der Sohn hat schon einen neuen Hund, also ob der Grund so stimmt - keine Ahnung).
Nun steht sie ja wieder da. Es würde ihr das Herz brechen den Hund in ein Tierheim zu geben (wo er schätzungsweise nie wieder rauskommen würde), sie braucht ihn irgendwo, aber sollte sie bald sterben, dann würde der Hund da wohl so oder so landen, denn zum Sohn kann er ja offensichtlich nicht und die Tochter kann ihn auch nicht nehmen.

Mir tut die Frau und auch der Hund wahnsinnig leid. Wie soll man denn so den Rest seines Lebens geniessen?

Natürlich habe ich über diese Situation nachgedacht (lässt einen ja alles nicht völlig kalt) und mich gefragt: Was sollte man als Hundehalter (oder eigentlich als Tierhalter allgemein) in der Situation machen?
Der Hund ist ihr ein und alles, sie liebt ihn. Sie möchte nur das Beste für ihn, aber kann man von einem totkranken Menschen wirklich verlangen/erwarten, dass er sein geliebtes Tier weggibt? Dass er sich schon vorher verabschiedet?
Wo hört die gesunde Portion Egoismus auf? Wo geht es in totalen Egoismus über?

Man liest hier oft: "Ich würde niemals meine Tiere abgeben, eher würde ich meinen Freund in die Wüste schicken." (als Beispiel), andererseits soll aber auch immer das Wohl des Tiers bedacht werden.

Ganz ehrlich, ich weiß nicht was ich an ihrer Stelle machen würde und würde nun gerne wissen: Was würdet Ihr tun?
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #2
Huhu Barcelos,
das ist in der Tat eine sehr traurige Situation :(

Wie gut kennst Du denn die Nachbarin?
Wenn Du ein wenig Kontakt zu ihr hast - vielleicht kannst Du ihr anbieten, schon im Vorfeld einen neuen Halter für den Hund zu suchen, zu dem er dann im Todesfall direkt umziehen kann?
(Ich weiß, das klingt furchbar hart und grausam und ist sicher nicht einfach!)
Wir haben es jetzt gerade erst erlebt - vor etwas mehr als 2 Jahren ist unsere Freundin an Krebs gestorben, vor 5 Wochen ist ihr Mann, im Grunde unser bester Freund, mal eben mit Herzinfarkt tot umgefallen.... die beiden haben zwei Katzen hinterlassen, die innerhalb weniger Tage im Tierheim gelandet wären - was also tun? Wir haben eine Katze genommen, obwohl das unser Limit überschreitet, und Ina4482 hat die andere Katze genommen. Das war ein Glücksfall, dass das so gut geklappt hat - und bei Hunden denke ich, dass das nochmal ´ne Nummer schwieriger wird...
Vielleicht kannst Du Dich ja einfach schon mal umhören, wer evtl. diesen Hund aufnehmen wollen würde, und vielleicht kannst Du mit der Nachbarin darüber reden (wobei ich natürlich eben nicht weiß, wie gut Ihr Euch kennt und ob sie das hinnehmen und verkraften würde....)

LG, seven
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #3
Ich würde mir zu Lebzeiten ein neues Heim für den Vierbeiner suchen und
a) ihn dann in dieses abgeben wenn ich entweder nicht mehr für das Tier sorgen kann oder
b) vereinbaren das die neuen Besitzer nach meinem Tot das Tier ganz übernehmen und bis dahin täglich das Tier bei mir besuchen, so das ihm der Wechsel nicht allzu schwer fällt
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #4
Aus einer gemachten Erfahrung kann ich sagen, wie ich es versuchen würde.
Ich würde Menschen suchen, die bereit wären nach meinem Tod die Hunde zu sich zu nehmen, soweit sie nicht in der Familie bleiben können. Sicherlich benötigt dies Überwindung und auch eine Menge Zeit, aber es kann gehen. In dem mir bekannten Fall ist die Familie für die Kosten aufgekommen und Vereinskameraden haben je eine Hündin zu sich genommen und haben sie bis zu ihrem Tod versorgt.
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #5
Huhu,

puh krasse Situation :? Solche Situationen halte ich für grundlegend anders als die "eher schicke ich meinen Freund in die Wüste". Bei sowas kommts ja auch echt drauf an, was das Problem beim Freund ist - wenn da eine Allergie hintersteckt kann er da ja nichts für, aber das ist ein anderes Thema.

Ich denke, wenn man sich wirklich reinhängt, kann man nach einem Tod das Tierheim umgehen und zumindest eine Pflegestelle finden. Das hat das Forum (allen voran Mariama) bei Dogmas Tieren auch wunderbar hingekriegt. Allerdings ist es noch einmal etwas Anderes, ob der Halter plötzlich stirbt oder noch einen langen Leidensweg hat. Krebs zeichnet sich ja leider nicht dadurch aus, dass es einem heute gut geht und morgen fällt man einfach um. Ich denke, der Hund wird schon woanders hin müssen, ehe sie stirbt. Irgendwann wird sie ins Krankenhaus müssen oder ist zumindest bettlägerig und wird dem Hund nichtmal Fressen machen können :(

Ich hab das Glück mit einer Familie und Freunden gesegnet zu sein, die sehr tierlieb sind (bis auf Ausnahmen :roll:). Hier war es schon immer so, dass man Hilfe bekommen hat, wenn Hilfe gebraucht wurde. Man hat für den anderen bis in die Nächte recherchiert und sich umgehört, um Hilfe zu bekommen bei Krankheiten. Wenn ein Tier weg musste - wieso auch immer -, dann hat sich auch dafür immer etwas gefunden, um dem Tierheim aus dem Weg zu gehen. Das ist glücklicherweise so eine eingeschworene Truppe, dass wir daher nicht selten Anfragen aus der Nachbarschaft oder vom Kollegen der Nachbarn bekommen haben und auch für diese Tiere hat immer noch jemand ein Plätzchen gefunden. Ich bin da sehr dankbar für, denn so muss ich mir nie Gedanken machen, dass meine Tiere irgendwohin kommen, wo sich keiner kümmern kann oder gar ins Tierheim.

Hätte ich Krebs, weiß ich, dass jemand da wäre, der sich kümmert. Eltern, Freund, Freunde... hauptsächlich Eltern und Freund, auf die ich mich besonders verlassen würde. Die Vernunft in mir sagt, dass ich die Hunde rechtzeitig an jene abgeben würde, wenn ich merke, es geht nicht mehr. Wie die Realität aussieht, werde ich hoffentlich nicht erfahren müssen. Ich fänd es auf jeden Fall wichtig, dass der Schäfi seine neuen Leute schon frühzeitig kennenlernt, damit die Umstellung später nicht so plötzlich ist und er sich völlig fremd fühlt.

Meine Eltern machen nach Hanna und Jerry Schluss. Ihnen ist die Angst zu groß, dass die Tiere sie überleben oder dem Ganzen körperlich nicht mehr gewachsen sind, auch wenn sie wissen, dass ich ihre Hunde nehmen würde. Ihre Freunde sehen das übrigens genauso und halten es auch so. Das finde ich vernünftig.

Halt uns doch bitte auf dem Laufenden :( Vielleicht kann man ja dann auch von hier was tun (Anzeigen schalten o.ä.).

Liebe Grüße
Pewee
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #6
An Tequila und Bonetti musste ich auch direkt denken, Seven. Ich kenne die Geschichte - als stiller Mitleser verirre ich mich öfter ins Katzenabteil.

Wir kennen die Frau so gut wie gar nicht. Haben zwar keine Probleme mit ihr (was daran liegt, dass es uns 5 Jahre lang gelungen ihrem Hund aus dem Weg zu gehen, wenn wir mit unserem draußen sind), aber eben auch keinen Kontakt. Was wir wissen, das wissen wir von unseren direkten Nachbarn.
Wir reden zwar schon mit ihr, aber eigentlich nur "Guten Tag, schönes Wetter". Was auch daran liegt, dass sie und ich uns so gut wie gar nicht verständigen können. Sie mag uns aber, was daran liegen dürfte, dass wir hier als die "Deppen" des Dorfes gelten, die sich für Tiere ein Bein ausreißen und sie mag solche "Deppen" eben. Würde ihr Hund unseren nicht so sehr hassen, könnte ich mir vorstellen, dass sie sogar uns fragen würde, ob wir den Schäfi nehmen würden - aber das geht nun so gar nicht.

Jedenfalls können wir ihr überhaupt nicht helfen, wir kennen hier fast niemanden und schon gar nicht jemanden, der diesen Hund nehmen würde.

Ich halte mal meine Ohren offen, vielleicht kriegt man ja irgendwas raus/mit und kann sie doch in irgendeiner Form unterstützen. Wobei ich auch nicht weiß ob es überhaupt eine Diagnose über ihre Lebenserwartung gibt. Vielleicht hat sie ja noch etwas Zeit - ich bin sehr unerfahren (zum Glück) was Krebs bei Menschen angeht.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Nun war ich grad mal jemanden fragen, bei dem ich mir sicher war, dass sie mehr weiß und auch keinen Blödsinn erzählt:

Die Frau hat Lungenkrebs und die Ärzte geben ihr wohl noch 1 bis 1 1/2 Jahre (wobei so ein Diagnose ja auch nicht wirklich 100% sicher ist). Der Hund ist wirklich 10 bzw. wird jetzt 10 Jahre alt und bleibt jetzt bei ihr. Tochter und Sohn kümmern sich um das Rausgehen, aber der Hund bleibt bei ihr.

Ich kann das auch irgendwie verstehen.

Ich weiß wirklich nicht was ich an ihrer Stelle tun würde, vielleicht würde ich genauso handeln. Ich weiß nicht ob ich die Kraft hätte mich auch noch von meinem Tier zu verabschieden, wenn ich schon eine begrenzte Lebensdauer vor der Nase habe.
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #7
Also, wenn ich die Zeit dazu hätte würde ich die Arbeiten die den Hund anbelangen übernehmen.
Also so das der hund bei der frau bleiben darf und ich dann halt für sie den hund füttere, mit ihm gehe etc & wenn die Frau sterben würde und ich platz und zeit hätte würde ich den Hund wahrscheinlich übernehmen.
Denn für so einen alten hund ist es nochmal was anderes zu fremden menschen zu kommen, als für einen jüngeren & du wohnst ja nicht so weit weg von dem Hund.

Viel glück an deine nachbarin und an dich :)
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #8
Wobei ich befürchte, dass die Prognose 1 - 1,5 Jahre hochgegriffen ist...
Meine Frau arbeitet als Krankenschwester in einer Lungenklinik, zwei unserer Freundinnen sind an Lungenkrebs gestorben... da war die Prognose 1 - 1,5 Jahre ab Diagnosedatum gerade mal so gültig.... wenn sie´s schon länger hat, sehe ich da eher dunkelschwarz und würde das Ganze eher um mindestens ein halbes Jahr verkürzen.... :(

Du sagst, Tochter und Sohn kümmern sich derzeit - der Sohn kann den Hund nicht nehmen, aber was ist mit der Tochter?
Wie gesagt, ich finde es wesentlich schwieriger, "mal eben" einen Hund aufzunehmen als eine Katze...
Sie soll sich ja auch nicht zu Lebzeiten von dem Tier verabschieden - aber es wäre doch vielleicht auch für sie selbst beruhigend, wenn sie wüsste, dass ihr Hund nach ihrem Tod nicht in der Ungewissheit schwebt, sondern in ein gutes neues Zuhause käme?
So würde es mir jedenfalls gehen, denke ich...

LG, seven
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #9
Ich hab so vor ca. 2 Monaten gehört, dass sie Krebs haben soll. Wie lange die Diagnose her ist - das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass sie Chemo und Bestrahlungen wohl schon hinter sich hat und alle 3 Wochen ins KH muss - mehr weiß ich nicht (außer, dass sie weiterhin raucht).

Ich glaube nicht, dass die Tochter den Hund übernehmen kann/wird. Ich weiß es natürlich nicht, aber die Tochter hat selbst 3 Kinder und wenn der Hund vom Sohn wegen der Kinder weg musste, dann wäre bei der Tochter ja das gleiche Problem.
Und ehrlich gesagt, so egoistisch es klingt, für uns wäre es der blanke Horror, wenn der Hund zur Tochter käme. Früher hatten die nen Cocker, der öfter mal abgehauen ist, das ging ja noch so gerade, weil der Cocker nur Scheinangriffe tätigte. Der Schäferhund jedoch hasst unseren Hund und würde ihn schlicht und ergreifend totbeißen bzw. es zumindest versuchen, wenn er die Chance hätte und bei 3 Kinder (Alter so geschätzt 4 bis 12) ist bei denen die Tür schon mehr offen als geschlossen. Die Tochter wohnt 2 Häuser neben der Frau, also uns schräg gegenüber.
Wobei der Schäfi ja die Kinder alle kennt und auch auf der Straße nie Anstalten gemacht hatte, irgendwelchen Kindern was zu tun. Aber es ist ja auch ein Unterschied, ob Kinder zu Besuch da sind oder auf der Straße stehen oder eben 24 Stunden am Tag um ihn rum sind.

Ich denke, dass sie hofft, dass der Hund noch bei ihr stirbt. Dass sie selbst lange genug durchhält um dem Hund bis zu seinem Ende ein Heim geben zu können. Ich schätze die Chancen zwar als sehr utopisch ein, aber dies wird wohl die Hoffnung sein.

@Demon: Ja wir wohnen direkt gegenüber, das stimmt schon. Aber wir haben selbst 12 Haustiere, darunter einen Hund. Der Schäfi hasst unseren Hund abgrundtief, wir könnten den Schäfi also nicht mal eben mitnehmen. Zum anderen könnte ich den Hund schlicht und ergreifend nicht halten (schätze ich mal so).Die Frau konnte ihn auch nie halten, genausowenig wie die Tochter - die lassen ihn deshalb immer einfach frei laufen (weshalb wir immer vorsichtig um die Ecke schielen, bevor wir rumgehen) und auch der Sohn (erwachsener Mann im besten Alter) kriegt ihn kaum gehalten. Und hinzu kommt noch, dass ich den Schäfi an sich zwar mag (bildhübsches Tier), ich ihm aber sehr misstrauisch gegenüberstehe.

Ich habe der Frau, mit der ich eben geredet habe allerdings gesagt, dass sie der kranken Frau sagen kann, dass wir im Notfall ihr auch helfen würden, mal mit dem Hund rausgehen eben. Wenn ich ihn näher kennenlernen würde, dann ginge wohl auch das Misstrauen weg - hoffe ich mal. Und halten? Na ja, wenn es hart auf hart kommt bin ich schon immer über mich rausgewachsen und da mein Hund der einzige ist, den er so gar nicht leiden kann, würde ich den totalen Härtefall nicht mal abbekommen, weil er meinem Hund nicht begegnen kann, wenn ich mit ihm draußen wäre.
Sollte sie uns fragen, werden wir versuchen ihr und dem Schäfi zu helfen.
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #10
Barcelos, ich finde es toll, wie Du Dich einsetzst!
Scheint ja wirklich kein einfacher Fall zu sein, und viele Leute würden da auch einfach wegsehen:(
Darf ich fragen, welche Gegend das so grob ist?
Freundinnen von uns würden sich nämlich über kurz oder lang gern einen Hund zulegen - auch gern was in Schäferhundgröße - ob sie allerdings ´nen über 10jährigen Hund nehmen würden, wäre die andere Frage, und zur derzeitigen Wohnsituation (sie suchen gerade Eigentum) würde es leider auch noch nicht passen.... aber nur falls und hätte, wäre, wenn.... evtl... vielleicht und so...

LG, seven
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #11
Ich wohne in Holland, aber jetzt schreib bitte nicht holländisch (ich weiß, dass Du es kannst), denn ich kann es nicht.:uups::(

Genau darin sehe ich aber auch ein Problem. Der Schäfi ist jetzt schon 10. Nehmen wir an, sie lebt noch ein jahr, dann wäre er 11. Wer bitte möchte einen 11jährigen Hund aufnehmen, der zudem nicht gerade leicht ist (Erziehung gleich Null, das einzige was er wirklich kennt ist der Befehl "Auto", welcher bedeutet, dass er an die Seite gehen muss; er verrichtet sein Geschäft nur im Garten, er war ursprünglich ein Kneipenhund und kannte es jahrelang nicht anders und er hat es beibehalten, auch wenn er jetzt spazieren geht usw.). Vor allem wer ist bereit auf einen so alten Hund ungewisse Zeit zu warten? Es kann in einem halben Jahr so weit sein, in einem, in 1 1/2 usw.
Denn die Frau (mit der ich geredet habe) sagte mir, dass sie den Hund auf keinen Fall zu Lebzeiten abgeben will, zu dem Sohn wäre wegen der Nähe was anderes gewesen und hier in diesem Ach-so-tierfreundlichen-Kuhdorf (200 Einwohner) kommt sonst niemand in Frage.
Ich weiß auch nicht ob sie die Kraft hat sich so mit ihrem Tod auseinanderzusetzen, dass sie überhaupt Bereit wäre jetzt schon Vorsorge zu treffen um für den Fall der Fälle schon einen Platz für den Hund zu haben.
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #12
Ich hatte mir letztes Jahr mal gründliche Gedanken zu dem Thema gemacht und auch einen Thread hier eröffnet, wobei es da eher um den unerwarteten Todesfall ging (bei Interesse: ). Da hatte ich auch ein Beispiel genannt, was ich bis heute gruselig finde. Diese Katzenbesitzerin hat genau gewusst, dass sie sterben muss und hat schlicht nicht gehandelt und mit keinem geredet. Es ist zum einen absolut traurig, dass sie so einsam gestorben ist, zum anderen hat es da (ehemaliger Züchterhaushalt) direkt 13 Katzen getroffen, die plötzlich nach mehreren Tagen ohne Versorgung aus ihrem Umfeld gerissen und untergebracht werden mussten. Das war ein absolutes Drama und hat viel Einsatz und schlaflose Nächte von Freunden gefordert, denn die Familie hätte eiskalt die Tiere ins Tierheim gesteckt oder gar versucht noch Geld mit ihnen zu machen.
Wie ich persönlich reagieren würde, weiß ich nicht. Ich kann jetzt natürlich groß behaupten, dass ich so vernünftig wäre, rechtzeitig zu handeln. Ob ich das dann wirklich könnte, muss ich hoffentlich niemals rausfinden. Bei einem Katzenschutzverein läuft aktuell glaube ich so eine Vermittlung: die Besitzerin hat Krebs und weiß, dass sie in absehbarer Zeit nicht mehr für ihre Katzen da sein kann. Sie sucht jetzt ein gutes Zuhause, dass sie sich auch noch selbst anschauen kann, auch wenn ihr das das Herz bricht. Ich stelle es mir mehr als schwer vor, wenn man sein eigenes Ende vor Augen hat und sich dann auch noch von den geliebten Tieren trennen und alleine zurück bleiben muss :(.

Ich find´s auch toll, dass du dich da so einsetzt, Barcelos :clap:.
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #13
Gestern habe ich die Frau nach längerer Zeit mal wieder gesehen. Ich war richtig schockiert wie schlecht sie aussah.:shock:
Der Hund ist weiterhin noch bei ihr. Ich habe nicht die geringste Idee, wie das weitergehen soll, aber unsere angebotene Hilfe wird nicht angenommen. Wir haben nur "Danke, das ist nett, aber wir kommen klar" als Antwort bekommen.

Aufgrund der Situation habe ich mir allerdings nun auch mal Gedanken wegen Marley (unserem Hund) gemacht. Natürlich hatte man vorher schon mal so Gedanken, aber irgendwie war es für mich nie ein Problem, weil wir ja zu Zweit sind. Passiert mir was, bleibt der Hund bei meinem Freund und passiert ihm was, bleibt er bei mir. Aber irgendwie ist mir jetzt erst der Gedanke gekommen, dass man ja auch z.B. einen Autounfall haben könnte und dann beide gleichzeitig "weg" sein könnten.
Also haben mein Freund und ich uns besprochen und uns entschieden einen ehemaligen Arbeitskollegen von ihm zu fragen, ob er im Fall der Fälle bereit wäre für Marley zu sorgen. Dieser ehemalige Kollege gehört zu den wenigen Menschen, die wir hier ein wenig kennen und vor allem kennt Marley ihn und liebt ihn und er findet auch Marley klasse. An sich würde er sich keinen eigenen Hund zur Zeit anschaffen (wegen Arbeit), aber in so einem Notfall würde er Marley sofort übernehmen.
Als mein Freund ihn danach fragte, war seine erste Reaktion: "Habt Ihr was vor?". Tja unser Jahr lief bisher so beschissen, da hat er sich wohl Sorgen gemacht. Aber nein, wir haben nichts vor. Seine zweite Reaktion war: "Ich fühle mich geehrt" (er hatte Tränen in den Augen als er dies sagte, er weiß wie sehr wir unsere Tiere lieben und dass wir sie nicht irgendwem anvertrauen würden).
Jedenfalls ist also Marleys Zukunft gesichert.
Nur frage ich mich gerade: Wie legt man so was am Besten fest? Würden wir in D wohnen - kein Thema, weil da bräuchte ich es nur meinem Dad sagen und der würde dann dafür sorgen, dass es erfüllt wird. Aber wir wohnen nunmal in Holland und kennen hier kaum jemanden. Ich wüsste nicht mal wie lange es hier dauern würde bis jemand merken würde, dass es uns nicht mehr gibt. Würde ein beigeführtes Papier helfen? Denn ein Papier im Haus aufbewahren - bis das gefunden ist kann ja alles zu spät sein und Geldbörse wird ja durchsucht im Notfall, oder?
Hat da jemand eine Idee?
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #14
Off-Topic
Theoretisch könnt ihr es notariell festlegen. Ansonsten, wenn euch wirklich was passiert würden ja doch auch eure Hinterbliebenen informiert. Denen auf jeden Fall was schriftliches geben und in der Wohnung hinterlegen. Ich weiss nicht ob ihr aus so ein Testament oder ne Patientenverfügung habt. Sinn macht es vll. auch dort aufzuführen aus welchen Notstationen der Rest der Tiere kommt. Oder wo die hinsollen.
Allerdings - die Frage die sich mir grade stellt, wenn euch wirklich was passiert wie schnell würde das eigentlich jemand merken wenn ihr da so einsam wohnt. Nachbarn? Vll. könnt ihr bei denen überhaupt mal Notfalltelefonnummern hinterlegen, wie eben vom Dad und vom Kollegen.
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #15
Nun ja, bei einem Autounfall würde ja wohl durch die Polizei die Familie in D informiert werden, wie schnell sich das bis ins Dorf rumsprechen würde? Keine Ahnung, kann wohl lange dauern. Sollten wir beide tot im Bett liegen, dann kann es auch ewig dauern bis es jemand merkt.
Das ist ja grad so mein Problem, dass ich nicht weiß wie der Ex-Kollege benachrichtigt werden soll, dass er Marley holen muss (er würde es wohl eher als darf ansehen;)).
Testament/Patientenverfügung - so was haben wir alles nicht.
Also werde ich das meinem Dad sagen bzw. ein Briefchen mit "Anweisungen", Adressen und Telefonnummern in die Hand drücken und eine entsprechenden "Brief" auch im Auto deponieren und vielleicht würden ja meine Nachbarn auch so einen Brief bei sich deponieren.

Aufzuschreiben, dass die Meerschweinchen zurück in ihre Auffangstation müssen ist auch eine sehr gute Idee.
Bei den Hamstern kann ich nur hoffen, dass sie die in eine Auffangstation bringen würden, die sind nämlich alle aus Kleinanzeigen. Den Wunsch kann man aber bestimmt auch schriftlich festhalten.
Für unsere Nager hätten wir nämlich überhaupt niemanden, der die übernehmen würde.
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #16
Mein Freund - und Pauls offizieller Halter - starb vor drei Monaten an Lungenkrebs. Ich hatte aber schon zu seinen Lebzeiten eine über seinen Tod hinausgehende Vollmacht, mich um seine Belange und auch um seinen weltlichen Besitz zu kümmern, so dass der nahtlosen Übernahme von Paul nichts im Wege stand und ich mich auch nicht mit evt. Erben herumschlagen musste.

Noch mal kurz zu Deiner Nachbarin: "Danke, wir kommen klar." Aufgrund meiner Erfahrung glaube ich, dass Schwerkranke möglichst lange daran festhalten möchten, dass es irgendwie geht. Gerade bei einer Erkrankung wie Krebs, die das ganze Leben umkrempelt. Für meinen Freund war es wichtig, sagen zu können "Ich habe einen Hund", auch wenn der Hund damals schon bei mir lebte und nur besuchsweise bei ihm war. Die Krankheit hat ihm schon so viel genommen: Arbeit, Haare, Mobilität, da stellte das Tier wahrscheinlich eines der letzten Bindeglieder zur Zeit "davor" dar.

Falls ihr helfen wollt und Kontakt zum Sohn habt, würde ich ihm Hilfe anbieten. Wenn es erst mal so weit ist, wird er sie vielleicht gerne annehmen.
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #17
Hey,
Wie toll dass du dir so Gedanken um deine Nachbarin machst.
Fakt ist, der Hund wird schon deutlich früher einen neuen Platz brauchen, nicht erst wenn die Besitzerin verstorben ist. Ich kann nur von meiner persönlichen Erfahrung sprechen. Mein Vater ist vor einem Jahr an LungenKrebs verstorben. Ihm blieb nach der Diagnose ziemlich genau ein Jahr. Im letzten Monat waren wir alle den ganzen Tag bei ihm im Krh, unsere Hunde kamen komplett zu kurz und ein Glück hatten wir Freunde die zum Gassi gehen kamen und die zwei versorgen konnten. Mein Vater konnte sich die letzten Wochen nicht mal umsich selbst kümmern, geschweigedenn um einen Hund. So traurig das also ist, ich glaube nicht mal, dass der Hund sie bis zum Ende begleiten kann.
Es ist schwierig, vorallem wenn ihr gar nicht so engen Kontakt mit der Nachbarin habt, ich würde ihr dennoch nahe legen jetzt jemand Neuen für den Hund zu suchen, denn dann kann sie sich selbst auch davon überzeugen, dass es ihr Hund gut hat.
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #18
Ich bin gerade auf dem Spaziergang zufällig der Tochter begegnet und sie war mal - oh Wunder - allein unterwegs. Sie sprach mich dann wegen Marley (meinem Hund) an und so haben wir das erste Mal länger als 30 Sekunden miteinander geredet. Ich habe sie dann "eiskalt" wegen dem Schäferhund angesprochen. Mit ihr hatte ich ja bisher noch nicht geredet.
Der Schäfi bleibt bei der Frau bis es gar nicht mehr geht, sie geben der Frau noch weniger als ein Jahr:(. Danach kommt der Schäferhund zu ihr (also der Tochter), denn da ihre Kinder etwas größer sind als die des Bruders, geht es mit ihren Kindern. Sie nimmt ihn allerdings nur, weil sie den Hund a) natürlich mag und b) der Mutter zuliebe. Sie wollen nicht, dass er in einem Tierheim stirbt. Sie hatte sich zwar wohl mal grob umgeschaut nach einem neuen Besitzer, aber hat dann festgestellt, dass hier in der näheren Umgebung über 75 Schäferhunde abzugeben sind, davon über die Hälfte Welpen und dadurch direkt gemerkt wie aussichtslos es ist für den Hund ein neues schönes Heim zu finden. Gerade wo er ein Haus mit Garten braucht, nicht zu kleinen Kindern sollte usw.
Ich freue mich für die kranke Frau und ihren Hund, dass der Hund nun auch nach ihrem Tod ein festes Heim hat und die Frau sich neben ihrer Krankheit auch noch mit Sorgen um ihren Hund quälen muss.
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #19
Gestern nachmittag sind wir der Frau (und ihrer Tochter, denn selbst Auto fahren kann die Frau ja nicht mehr) im Supermarkt begegnet. Und es hat sich dort schon wieder alles geändert. Zum einen übernimmt die Tochter den Hund doch nicht (warum weiß ich nicht, wollte auch nicht zu sehr nachfragen und in deren Privatleben eindringen) und zum anderen muss der Hund jetzt schon zu Lebzeiten der Frau weg und das sogar relativ dringend. Was nicht an Spaziergängen oder Füttern oder dergleichen liegt sondern daran, dass der Hund die Frau inzwischen gesundheitlich belastet. Sie kriegt durch ihn nun wohl schlechter Luft und was weiß ich noch alles. Jedenfalls muss der Hund so schnell wie möglich aus dem Haus raus.
Das hat mich dann nochmals ziemlich geschockt, weil ich ja dachte, da wäre nun alles geklärt.

Jedenfalls ist der Hund jetzt wohl bei so einem SOS-Verein angemeldet und darüber wird ein neuer Besitzer gesucht, denn die Frau will unter allen Umständen vermeiden, dass der Hund ins Tierheim kommt und sie will sich die Leute genau anschauen, die den Hund nehmen würden.

Da bleibt mir nur dem Hund und seinem Noch-Frauchen alle Daumen zu drücken und erleichtert darüber zu sein, dass wir inzwischen wüssten wohin unser Hund im Fall der Fälle käme (haben wir schon alles schriftlich).
Armer halbalter Schäferhund und armes krankes Frauchen! Manchmal ist das Leben echt einfach nur zum Ko....:(
 
  • Wenn der Hund einen voraussichtlich überlebt Beitrag #20
Das Alles hat jetzt ein Ende gefunden mit dem ich nicht gerechnet habe.
Gerade wurde mir erzählt, dass der Schäferhund letzte Woche eingeschläfert wurde, weil sie einfach keinen Platz für ihn gefunden haben. Dabei dachte ich, sie hätten einen Platz für ihn, denn letztens hatten sie selbst mir erzählt, dass sie einen Interessenten hätten, der sich gut anhören würde. Das scheint dann ja doch nicht geklappt zu haben.
Armer Schäfi - Rest in Peace.
 
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