Kein Problem Jefferson. Die Sache mit den Stretchbandagen ist gar nicht schwer. Wer ein klein wenig Ahnung hat, kann das auch ruhig probieren, da es sich um eine wirklich sanfte Trainingsethode handelt, bei der man wenig fasch machen kann.
Wichtig ist, dass man 2 superelastische Bandagen nimmt.
Das Pferd sollte vorsichtig daran gewöhnt werden, dass es hinten berührt wird. Mit der Hand abstreichen und dann locker einen Strick um die Krupe legen - oberhalb des Sprunggelenks. Da ich weiß, dass du einen Blüter hast, musst du dir bei der Vorbereitung sehr viel mehr Zeit nehmen, denn Blüter reagieren manchmal auf Druck mit Hektik und das muss unbedingt vermieden werden. Ein hektisches oder ängstliches Pferd lernt nicht und das Pferd soll diese Trainingsart als angenehm und nicht als beängstigend empfinden, denn die Arbeit it dem Körperband ist noch für andere sehr wichtie Dinge gut.
Wenn du also den Strick um die Kruppe gelegt hast, halte diesen mit der Hand auf dem Rücken zusammen und führ das Pferd, ganz ohne Druck. Das Pferd soll sich einfach an die Reibung dort hinten gewöhnen und sich eher eingerahmt und sicher fühlen. Oft reichen ein paar Schritte.
Beherrscht das Pferd dieses, beginnst du mit dem eigentlichen Körperband. Beide Bandagen werde am Gurt befestigt. Ich longiere grundsätzlich mit Sattel und Longiergurt darüber. Ein gut sitzender Sattel ist einfach die beste Druckverteiung auf dem Pferderücken.
Die Bandagen werden nach hinten geführt und zusammengeknotet. Sie sollen oberhalb der Sprunggelenke liegen. Die Bandagen müssen so stramm sein, dass sie nicht über die Sprunggelenke rutschen können, wenn das Pferd das Hinterteil mehr einzieht (Hüfte bei aufen abkippt). Sie dürfen auch nicht so stramm sein, dass permanent ein solcher Druck entsteht, dass dem Pferd quasi die Hinterbeine unter den Körper gezogen werden. Das Pferd soll nicht mit permanent aufgewölbten Rücken laufen, gewollt ist ein An- und Abspannen der Bauchmuskulatur und nicht das Verspannen. Daher ist ja Stretch so wichtig. Der Schweif wird über das Körperband gelegt.
Dann beginnt schon das Longieren. Die meisten Pferde reagieren darauf schon mit sehr schneller Lösung und Hinterhandaktivität. Damit das Pferd den Hals fallenlässt, ist dann meist nur noch geschicktes Longieren mit Biegung des Halses und Peitscheneinsatz an der Schenkellage (Biegen) notwendig. Sollte das Pferd darauf nicht reagieren (meist Unterhalspferde), kann man einen Dreieckszügel in Wienerzügelverschnallung verwenden.
Der Dreieckszügel wird so verschnallt, dass das Pferd Kopf und Hals weit heben kann, den Unterhalsmuskel aber nicht herausdrücken kann. Bisher hatte ich noch nie ein Pferd, das sich nicht nach kurzer Zeit vorne schön gedehnt hat und hinten aktiv weitergelaufen ist (kein Kippen auf die VH).
Man kann dann auch mit dem Körperband reiten, bei korrekter Schenkellage stört das überhaupt nicht. Bei Reiten ist das Körperband zudem Hilfreich für Übungen wie Schulter vor, Rückwärtsrichten und alle Übungen, die eine gute HH Koordination benötigen. Die meisten Pferde haben keine Idee über ihre eigenen Ausmaße. In Kombination mit den richtigen Bodenarbeitsübungen kann man dem Pferd auch hier helfen und die Pferde bekommen eine gute Koordination der HH und eine Idee über die eigenen Ausmaße. Das erleichtert sehr viele Übungen, da die HH vom Pferd nicht 'vergessen' und mitgeschleift wird.