Hey,
Wie viele Integrationen hast du denn schon durchgeführt ?
Allein, dass es mit Aneinanderstellen der Käfige bisher gut ging, war eher Zufall, weil diese Methode der Natur der Ratte widerspricht. Man stellt einfach fremde Artgenossen ins eigene Revier (das hört nicht an den Gitterstäben auf !), diese können aber weder vertrieben noch unterworfen werden, weshalb sich Aggressionen aufbauen, die beim ersten Treffen dann ausgelassen werden.
Es gibt wenige Ratten, die das tolerieren, die meisten reagieren aggressiv, weshalb diese Methode nicht empfehlenswert ist.
kennen die Tiere das Sofa ?
Die ersten Treffen bei Integrationen sollten auf neutralem Gebiet stattfinden.
Nach wie vielen Treffen gibt es die Decken als Verstecke ?
Am Anfang sollte nichts, was Ratten für sich beanspruchen können, im neutralen Gebiet sein. Das gibt nur Streit und Kämpfe um Ressourcen.
Wie lange dauerte es damals, bis McLovin angegriffen wurde ?
Wie viele Treffen fanden vorher statt, wie liefen diese ?
Wie hat sich der Angreifer vorher verhalten ?
Ich hatte hier schon Tiere, die ich eine ganze Woche lang 2mal täglich für 5-10 Sekunden mit neuen Tieren zusammen setzen musste, bis sie nicht mehr direkt hochbeinig und aufgeplüscht mit dem Hintern voran (pure Dominanz !) auf neue Ratten zugingen. Dann machte es plötzlich klick und wir konnten anfangen, die Zeit zu steigern.
Integrationen sollten nie nur nach Schema F ablaufen, sondern den Charakteren der Tiere angepasst sein. Manche brauchen eben länger, bis sie akzeptieren, dass man neue Tiere nicht sofort zerfleischt, aber auch die lernen das in den aller meisten Fällen.
Nur wenige Tiere harmonieren nicht, sodass sich kein stabiles Rudel bildet.
Aber gibt es ne Chance ihn noch handzahm zu bekommen, denn es belastet mich sehr eine so schöne Ratte nicht anfassen zu können, vor Angst wieder gebissen zu werden oder Der gleichen.. :/
Schönheit sollte kein Grund sein, ein Tier unbedingt anfassen zu müssen.
Ob er zahm werden kann, hängt davon ab, warum er beisst.
Ist er ein Revierbeisser, muss man sich damit arrangieren, was durch Rituale in den meisten Fällen gut klappt.
Ist er aggressiv, weil er einsam und durch die Isolation gestresst ist, kann die Haltung im artgerechten Rudel eine Verbesserung bringen.
Ist er aggressiv, weil seine Hormone Achterbahn fahren, kann eine Kastration helfen. Oft sind solche Tiere dann nicht nur ihren Artgenossen gegenüber übermässig dominant und aggressiv, sondern auch dem Menschen gegenüber. Eine Kastration hilft aber nur, wenn es wirklich dir Hormone sind. Bei einem Einzeltier ist das sehr schwer einzuschätzen, weil die Interaktion mit Artgenossen einfach fehlt. Man kann einfach nicht ausschliessen, dass es eine durch die Isolation entstandene Verhaltensstörung ist.
Aber du solltest dich nicht so sehr auf die Zahmheit versteifen. Das ist ein Tier und keine Maschine, ein Tier hat einen Charakter und auch das Recht, Menschen nicht sonderlich toll zu finden. Das muss man akzeptieren und sich so verhalten, dass das Tier trotzdem artgerecht leben kann. Also nicht ständig nach ihm greifen sondern ihn eher als Beobachtungstier schätzen lernen.