Ein sperrriemen verhindert das übermäßige aufsperren des pferdemauls. Unterkiefer brechen wollen wir ja hoffentlich heute nicht mehr

druck verteilen tut der nicht, wenn man so will stützt der höchsten den Kiefer.
Wenn ich's mag bzw wenn ich noch zu unruhig oder fest mit der hand bin und meinem pferd dadurch besser tue, dann kauf ich mir eine trenae an die das teil gehört, ansonsten macht es meiner Meinung nach mehr Sinn beim Reiter nach der Ursache für jenes übermäßige aufsperren des Mauls zu suchen.
stimm dir voll und ganz zu.
PRO Sperriemen:
Im allgemeinen habe ich es so gelernt (von verschiedenen Reitlehrern und "Pferdemenschen" die ich darauf angesprochen habe), dass ein (korrekt verschnallter) Sperriemen dazu dient, dass
- das Pferd am starken Maul-Aufsperren gehindert wird.
- dem Jungpferd durch die beizäumende Wirkung (Druck auf die Laden wird durch das Sperren auf die Riemen des Nasenbeins gelenkt) die gewünschte Reaktion gezeigt wird (ist meiner Ansicht nach aber eher eine Art Strafe und beschleunigt die Ausbildung höchstens)
- er wird bei unruhiger Reiterhand genutzt, um abmildernd zu wirken (da würde ich auch eher am Reiter ansetzen und diesen zurück an die Longe holen)
- das Gebiss angeblich in einer besseren Position gehalten wird, da der Oberkiefer der Stellung des Unterkiefers angepasst wird, sodass der Zügeldruck minimiert werden könne.
Soweit klingt das ja alles recht schön und gut.
Aber dies gilt doch hauptsächlich für Pferde die ständig sperren - und dessen Ursachen erst einmal gesucht und nicht kaschiert werden sollten? Ein Pferd, welches das Maul ohne Reithalfter zu hat und zufrieden kaut, erhält doch die Signale auf die Laden genauso gut oder besser, als wenn es mit Reithalfter läuft?
Also CONTRA:
Meiner Meinung nach werden durch Sperrriemen viele unschöne Bilder verhindert, da z.B. Springpferde im Parcours oder Dressurpferde ihren Unwillen nicht durch aufgesperrte Mäuler zeigen. Die Fehler der Reiter werden also blendent kaschiert. Soll nicht heißen, dass es z.B. auf einem Westernturnier besser ist, wenn die Pferde das Maul weit aufreißen und der Reiter hart an der Kandare zieht.
Das natürliche Schluckverhalten und Luftholen werden eingeschränkt.
Die Speicheldrüsen werden in ihrer Sekretproduktion behindert (besonders bei nicht sachgemäßer Verschnallung), Zunge und Gaumen können gequetscht werden, die dünne Haut in der Maulgegend sowieso und es kann im schlimmsten Fall sogar zu starker Druck auf die Ohrspeicheldrüse entstehen.
Ich persönlich halte nix von Sperrriemen und bevorzuge es so wenig Leder wie möglich am Pferd zu haben.
Deshalb laufen unsere Pferdis teilweise mit Westerntrense (EinOhr) oder Gebisslos.