Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?!

Diskutiere Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! im Hundehütte Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo zusammen, ich bin seit Samstag total der Feind gegen diese Hundeshows... und wollte euch mal fragen, was ihr davon haltet. Wir waren...
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #1
Picco

Picco

Beiträge
1.038
Punkte Reaktionen
0
Hallo zusammen,

ich bin seit Samstag total der Feind gegen diese Hundeshows... und wollte euch mal fragen, was ihr davon haltet.

Wir waren Samstag bei Hund & Pferd und haben uns ein paar "Schönheitsshows" angeguckt und mussten mit entsetzen feststellen, das viele Hunde nicht artgerecht gehalten werden und auf keinen Fall Hunde sein dürfen.
Natürlich gab es Ausnahmen, bitte fühlt euch nicht auf den Schlips getreten, ich rede hier nur von den Hunden, bei der mir fast die Tränen kamen.
Da standen viele Hunde eingefercht in kleinen Käfigen, ängstlich und am zittern. Auch teilweise hysterisch sabbernd...
Als die "Show" dann anfing, liefen alle im Kreis lang. Ein Hund ist mir dabei besonders ins Auge gefallen, er wurde so gezerrt und gezogen, wollte sichtlich wegrennen...
Dieser Hund hat es "leider" nicht geschafft, durfte mit den "Verliererhunden" noch eine Ehrenrunde drehen:
Frauchen sichtlich enttäuscht und sauer, zog ihn an der Leine hoch, nahm ihn in den Arm und verlies fluchend den Platz.
Sie warf ihn danach auf den Boden und hat ihn angemeckert und auch leicht getreten... :x

Als das Grauen vorbei war, ging es wohl um was höheres und auch in einen Ring mit Live Übertragung.
Jeder Gewinner jeder Rasse der vorher festgestellt worden ist, durfte nun in den "Super Show Ring". Da wurde von der Moderatorin von Guten und Sclechten Hunden geredet?!??!
Ich zitiere:
"Es ist schon schwer, zwischen all den Hunden die guten und schlechten heraus zu filtern,..."
Bitte?! Was soll das denn...

Was haltet ihr von diesen Hundeshows ?
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #2
Hallo,

Auch wenn es hart klingt, aber: Das ist oftmals einfach ein Geschäft. Titel sind in der Hundewelt relativ viel wert, vor allem wenn es um den eigenen Nachwuchs und Zuchtstätte geht.

Da wird ein vielversprechender Welpe bei einem Züchter gekauft, das kostet Geld (1000+)
Da werden die Hündinnen zur Verpaarung mit einem ausgewählten Rüden tausende von Kilometern durch die Länder transportiert, das kostet Geld.
Dann kommt nach der Deckbeitrag dazu, je nach Rasse liegt der auch um die 1000 Euro.

Es wird viel Zeit/Kraft in einen vielversprechenden Hund investiert, mehrere tausend Euro. Dazu noch div. Gesundheitsuntersuchungen wie HD/ED, MDR1, Augenuntersuchungen...alleine HD/ED kostet hier bei mir an die 700 Euro.

Dann kommt die Nenngebühr für Ausstellungen dazu, die Ausstattung für Showleinen, der Hund muss vorher ordentlich gekämmt/hergerichtet werden...Anreisewege, Übernachtung,....manche Leute fahren auch 1000km zu ner Ausstellung...Bezinkosten...

Man investiert viel in einen Zuchthund und wenn er dann nicht den Erwartungen entspricht, ist man natürlich enttäuscht. Es wird viel Herzblut reingesteckt und dann ist der Hund geschäftlich gesehen eine "Niete". Wer ärgert sich da insgeheim nicht ein doch kleines bisschen?

Da geht es um den Nachwuchs, um eventuelle Käufer aus anderen Ländern/Übersee...

Für fast alle User hier, ist jeder Hund gut und toll, aber das spielt's in der Realität oft nicht. Ich rechne zb. auch damit das mir Wega irgendwann als Diensthund im schlechtesten Fall abgeschossen wird. Joar...gehört dazu.
Genauso gehört es in der Zucht zur Erhaltung einer Rasse dazu, das man in "gut" und "schlecht" selektiert. ;)
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #3
Grundsätzlich stimme ich Foss zu: Das ist eben zum großen Teil Geschäft.

Allerdings bin ich der Meinung, dass Hunde, egal in welcher Funktion, nicht ausschließlich als mobiler Genmaterialtransporter behandelt werden dürfen.
Hier kommt einfach mal wieder der Effekt zum Tragen, dass nur auf Optik nicht auf Verhalten selektiert wird- wäre dies der Fall würden die Züchter sich hüten ihren Hund Angst zu machen, weil das im Ring einfach zu Abzügen führen würde.

Natürlich sind nicht alle Züchter so, aber eben doch recht viele. Da darf der Hund dann 3 Tage vorher eben keinen Schritt mehr vor die Tür machen, weil er sich ja das Fell einsauen könnte.

Und Foss: Auch wenn du damit rechnest, dass Wega dir weggeschossen werden könnte wage ich zu behaupten, dass er ein sehr erfülltes Hundeleben führt. Er hat dich, Akos, jede Menge Action, Spaß und darf arbeiten. Davon können die meisten Showhunde nicht mal träumen.
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #4
Es ist einfach: auf Ausstellungen, so auch in Dortmund, wird das äußere Erscheinungsbild bewertet. Ein Hund der dem Rassestandard möglichst nah kommt, ist ein guter (Show)Hund. Ein Hund der den Standard verfehlt ein schlechter.

Ich lege mehr Wert auf Leistung, als auf Schönheit, finde es aber albern sich so darüber aufzuregen. Wir alle wollen Hunde die typisch für ihre Rasse sind, das geht nicht, wenn die Hunde nicht bewertet werden.

Wie du darauf kommst, dass diese Hunde nicht artgerecht gehalten werden und "auf keinen Fall Hund sein dürfen" erschließt sich mir nicht...
Man kann es übrigens dem Richter, oder auch dem Amtsvet melden, wenn man der Meinung ist, einem Hund geschieht unrecht.
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #5
Es ist einfach: auf Ausstellungen, so auch in Dortmund, wird das äußere Erscheinungsbild bewertet. Ein Hund der dem Rassestandard möglichst nah kommt, ist ein guter (Show)Hund. Ein Hund der den Standard verfehlt ein schlechter.

Ich lege mehr Wert auf Leistung, als auf Schönheit, finde es aber albern sich so darüber aufzuregen. Wir alle wollen Hunde die typisch für ihre Rasse sind, das geht nicht, wenn die Hunde nicht bewertet werden.

Wie du darauf kommst, dass diese Hunde nicht artgerecht gehalten werden und "auf keinen Fall Hund sein dürfen" erschließt sich mir nicht...
Man kann es übrigens dem Richter, oder auch dem Amtsvet melden, wenn man der Meinung ist, einem Hund geschieht unrecht.

Unterschreibe ich so. Ich bin nun seit Jahren immer in Dortmund und weiß, dass die Veranstalter solch ein Verhalten missbilligen und ggf einschreiten, wenn nötig. Wenn die Richter/Ärzte es nicht sehen, dann macht man drauf aufmerksam. Hier sich jetzt drüber aufregen bringt nichts.
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #6
Ja, so hab ich das garnicht gesehen... also mit den Kosten usw. Aber trotzdem erschließt es sich mir nicht, wie man manche Hunde so behandeln kann. :(
Ein paar Hunde die ich gesehen habe wurden in kleine Boxen gehalten, Rute eingeklemmt und sahen garnicht gut aus.
Wir standen da richtig lange bei den ersten "Auswahlshows" und haben uns besonders für die Spitze interessiert. Da lief einer, wie gesagt, nicht gut genug für die und würde zum teil echt hart behandelt. Als er rausgewählt worden ist, schmiss er den kleinen Spitz in die Box und knallte das Törchen zu. Wenn der Hund Angst hat, sollte man das vllt. langsamer angehen... aber den Hund dann so zu behandeln?

Da war auch ein Showhund auf der Auslaufwiese, wurde weggezogen von allen Hunden und durfte nicht zu den anderen Hunden. "Mein Hund spielt nicht mit anderen Hunden, der darf das nicht!" wurde dann auch gesagt. Obwohl der Hund wirklich Kontakt zu anderen Hunden haben wollte...Deswegen meinte ich das mit dem "nicht Hund sein dürfen", ein Hund ist doch niemals wirklich ausgeglichen, wenn er keinen Sozialkontakt haben darf. :(
Vorallem das mit den Treten... Gewalt gegen Tiere ist auch nicht hund- bzw. überhaupt tiergerecht, noch nicht einmal menschengerecht.
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #7
Wobei du ja auch nie weißt, wie die Hunde außerhalb "Hund" sein dürfen.
Vielleicht hatte der entsprechende Hund gerade eine Krankheit, letztens erst ein Trauma erlebt oder ist eben nicht mit allen verträglich...
Vielleicht ging´s auch wirklich darum dass das Fell nicht verzottelt...
Vielleicht seh ich das nicht so weil mir selbst oft genug auch Sprüche rausrutschen, warum mein Hund das oder das nicht darf, die im Endeffekt doch vielleicht zu hart waren oder falsch verstanden werden könnten.

Man steckt eben einfach nicht drin und weiß nicht, wie das Gesamtbild aussieht. Deswegen würde ich mich mit Vorverurteilungen zurückhalten...
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #8
das ist ein interessantes Thema und ich kenne leider auch Leute, die an Ausstellungen gehen (nicht nur ab und zu sondern wirklich fast krankhaft, jedes Wochenende) und die Hunde dürfen wirklich nicht toben, spielen oder sich dreckig machen. Hatte auch schon mal mit einer Aussiebesitzern zu tun, deren Hund gerne mit meinem Rudel spielen wollte, da hiess es nur "nein, er darf nicht, wir haben am Wochenende Ausstellung". Da frage ich mich dann auch... Als ob der bis dann nicht sauber geworden wäre. Die Aussage war dann: "wenn sie sich beissen, dann reissen sie sich eventuell Fell am Hals aus oder zerknautschen sich. Das geht dann gar nicht für die Ausstellung!" Okeeeeeee... :roll:
Nebenbei denke ich halt auch, dass die Hunde an diesen Shows wirkliche arme Tiere sind, die meisten sitzen ja den ganzen Tag nur in den Boxen und werden gebürstet und gepudert. Das kann man ja "mal" machen, aber doch nicht jedes Wochenende. :?

Ich finde es absolut ok, wenn Hunde nach Leistung geprüft werden. Wesensteste, Arbeitsprüfungen. Da kann der Hund auch, entsprechend seiner Rasse, wirklich arbeiten und als Interessierter kann man zuschauen, wie diese Hunde so drauf sind. Und dann weiss man auch, worauf man sich einlässt, wenn man sich einen solchen Hund holen will.

Aber dieses "nur nach Schönheit" (die ja eh wieder relativ ist) finde ich auch ganz doof. Ich ärgere mich immer über die Border Collies. Das, was heute an Ausstellungen gezeigt wird, das sind keine Borders mehr, wie ich sie mag und kenne, das sind einfach Fellknäuel, die wahrscheinlich bei der Arbeit bei jedem Sprung über den Schafszaun einen Salto machen würden, weil sie am Zaun mit dem Fell hängen bleiben. :mrgreen: Das sind doch keine Border Collies, keine Working Dogs mehr. Sowas mag ich halt nicht, bei den Aussies ist es übrigens genau das gleiche.

[VERSTECK]und das ist auch einer der Gründe, warum wohl auch mein nächster Border nicht von einem "seriösen" Züchter sondern halt von einem Vermehrer kommen wird,da mir das, was die seriösen Züchter produzieren, einfach nicht gefällt :silence: [/VERSTECK]
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #9
Hey,

man muss halt ein gewisses Maß einhalten. Wozu man fast jeder WE auf eine Ausstellung dackelt ist mir unverständlich, dürfte was mit einem sehr geringen Selbstwertgefühl und der profilierung über die Titel des Hundes zu tun haben. Laut meiner Bekannten (selber Züchterin) muss man einen Hund nur einige wenige male ausstellen bis er eine Zuchtzulassung bekommt. Danach kann man es, wenn es dem Hund absolut keinen Spaß macht, auch lassen.

Und dass auf Hundeausstellungen die Hunde NICHT spielen dürfen ist klar. Die Hunde stehen unter spannung, ungewohntes Umfeld, viele andere Hunde, viele fremde Menschen. Da ist die gefahr groß dass es Krach gibt und sich die Hunde keilen. Ich würde meinen Hund auch nicht auf einer Ausstellung spielen lassen. Und Kontakt an der Leine gibts bei mir GAR nicht. Egal wo.
Das selbe gilt für Kennel. Es treffen so viele Hunde aufeinander, alle sind angespannt. Da würde es bei jeder gelegenheit krachen wie nur was wenn man die Hunde machen lässt. Außerdem ist ein Kennel auch eine super möglichkeit den Hund zur ruhe zu bringen, ihn runterfahren lassen.

Ich kenne einige Rassehunde die immer wieder ausgestellt werden. Und glaubt mir, die dürfen privat durchaus Hund sein. Da wird durch Matsch gerollt, in Aas gewälzt und weiteres. Allerdings ist dies 2 wochen vor einer ausstellung tabu, eine woche vorher wird auch das spielen eingeschränkt. Es besteht nun mal ein verletzungsrisiko und ich verstehe wenn der Besitzer eine woche vor der ausstellung nicht möchte dass sein hund ausschaut wie ein Streuner :mrgreen:

Das setzt aber eben voraus man geht nicht ständig auf ausstellungen. 1-2, max 3-4 mal pro jahr reichen durchaus um genug gute Titel zu bekommen.
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #10
Da war auch ein Showhund auf der Auslaufwiese, wurde weggezogen von allen Hunden und durfte nicht zu den anderen Hunden. "Mein Hund spielt nicht mit anderen Hunden, der darf das nicht!" wurde dann auch gesagt. Obwohl der Hund wirklich Kontakt zu anderen Hunden haben wollte...Deswegen meinte ich das mit dem "nicht Hund sein dürfen", ein Hund ist doch niemals wirklich ausgeglichen, wenn er keinen Sozialkontakt haben darf. :(
Vorallem das mit den Treten... Gewalt gegen Tiere ist auch nicht hund- bzw. überhaupt tiergerecht, noch nicht einmal menschengerecht.

Warum hast du das treten nicht gemeldet?

Btw: das mit dem "der Hund darf nicht spielen" ist bei vielen Leuten schlichtweg ne Ausrede. Es passiert leider immer wieder, dass sich div. Hunde bei Shows mit Zwingerhusten, Flöhen etc pp. anstecken - ganz ehrlich? Ich würde deshalb meinen Hund dort auch nicht in Kontakt mit anderen Hunden kommen lassen - spielen kann er in der Freizeit, nicht auf einer Ausstellung.
Aber davon abgesehen: es soll ja Hunde geben, die wollen tatsächlich von sich aus keinen Kontakt zu Artgenossen und sind trotzdem ausgeglichen ;)
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #11
@ kleinerFalke
Ich hoffe, dass du trotzdem auf die ganzen Kriterien achtest, wie gesunde Elterntiere etc?

Btw verstehe ich echt nicht wieso bei diesen Hütern nicht eingegriffen wird... wenn Corgies zu langes Fell haben (Fluffy) dann sind sie raus aus der Zucht. Nicht weils Krankhaft ist, sondern weil sie mit langem Fell nicht mehr als Hütehunde geeignet wären (so die Begründung). Hab mich schon öfter gewundert wieso es bei anderen Hütehundrassen so egal ist ö-ö
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #12
Ich kann nachvollziehen, wenn man seinen Hunden auf einer Austellung Hundekontakt untersagt. Ich kann sogar verstehen, dass man ein paar Tage vorher besonders auf den Hund achtet. Kein Hund nimmt Schaden, wenn er mal eine Woche nicht mit jedem Hund übers Güllefeld rennen darf. ;)

Eine Ausstellung ist immer auch eine Ausnahmesituation. Die Hunde sitzen ja normalerweise nicht den halben Tag in Boxen oder stehen auf Tischchen zum frisieren - wie kommt man auf sowas?

Hast du vielleicht mal mit einem der dortigen Austeller gesprochen?
Die meisten dort, sind ganz normale Hundehalter die ihre Hunde ein paar mal im Jahr ausstellen.
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #13
War bisher auf keiner Hundeausstellungen, aber die Dokus die ich darüber gesehen habe, haben mir auch die Sprache verschlagen

Ich finde es eher mittlerweile Schade das wirklich fast nur auf Optik bewertet wird.
Selbst wenn das Tier noch so krank ist, wird es mit Bestnoten bewertet und darf weiter in die Zucht. Obwohl es vererbare Krankheiten hat und nicht lange Lebensfähig ist

Da kann ich nur den Kopf schütteln
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #14
Die einschlägigen Dokus, die man so findet, sind fast alle in England aufgenommen - dort sind die "Dogshows" nochmal eine andere Nummer, als bei uns in Deutschland ... der Kennel Club ist auch anders organisiert, so viel ich weiß. ;)

Die AUSSTELLUNG (bzw. das Ergebnis) hat NICHTS mit den geforderten Gesundheitsergebnissen zu tun. Diese schreibt der entsprechende Rasseverein vor.
Als Beispiel: Wenn mein Golden Retriever noch so schön ist, aber leider unter HD E leidet, kommt er nicht in die Zucht. Trotzdem kann er auf einer Austellung vorgestellt werden, die Zuchtzulassung hat er deshalb ja noch längst nicht.

Die Menschen wollen nette Familienhunde, Sofahündchen - Leistung zählt längst nicht mehr - und wenn das Augenmerk auf die "Schönheit" gelegt wird und der Rest vernachlässigt wird, kommt es zwangsläufig zu Problemen. Das liegt aber an den Züchtern (uninformiert, falsche Ziele gesetzt, Kosten gescheut, etc.) und Käufern (informieren sich nicht, kaufen beim erstbesten, hauptsache schön) nicht an den Ausstellungen an sich. Die Menschen wollen die Hunde schließlich so.
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #15
als ich noch Kind / Jugendliche war (lang ist's her :lol:) bin ich regelmässig mit der Züchterin unseres damaligen Lakeland Terriers an diese ganzen Ausstellungen mit. Sei es als Dog Handlerin oder auch um zu Serviere, für die Richter zu schreiben oder sonstige "Jöbchen" zu übernehmen. Gerne hat die Züchterin uns Mädels dann auch "benutzt" um bei den Junior Handling einzusetzen, um dort die Hunde nochmals präsentieren zu können---und wenn man da dem Hund mal das Schwänzchen nicht ganz so exakt gehalten hat, wie sie es gerne gehabt hätte, uiuiuiuiuiuiui, da ging das Donnerwetter aber los!
Also ich hab damals schon einiges gesehen, habe auch einiges hinter den Kulissen gesehen und mitbekommen... :? Und ich denke nicht, dass dies heute viel anders ist, im Gegenteil, gewisse "Schönheitsideale" haben sich noch verstärkt. Finde ich zumindest.
Auch was eben die Haltung der Hunde betrifft. Viele sassen effektiv 7 oder 8 Stunden im Kennel, der Rest der Zeit auf dem Tisch und vielleicht mal 2 Minuten zum Pieseln draussen. Ist übrigens auch bei Tierschützern immer wieder ein brisantes Thema, diese Ausstellungen. Eine Kundin von mir arbeitet beim Tierschutz, darum weiss ich dies (was die Schweiz betrifft) zumindest aus 1. Hand.

Aber natürlich, ich verstehe schon, dass auch hier der Endverbraucher "Schuld" ist. Darum sage ich ja, ich mag Borders, die noch Borders sind und die auch noch rennen und arbeiten können. Das setzt auch voraus (@ drift) dass die ERST RECHT 100% gesunde Elterntiere haben müssen. Denn genau darauf achte ich, nicht auf viel Fell. Aber das ist es ja, oft sind eben die Hunde, die auch zur Arbeit gebraucht werden, gesünder als diejenigen, welche nur schön aussehen sollen... ;)

[VERSTECK]aber ich will jetzt niemanden anstiften, einen Hund beim Vermehrer zu holen, um Gottes Willen! :shock: ich rede nur von mir, mit meiner Erfahrung, die ich habe und davon, das ich mir auch zutraue, erkennen zu können, welcher Hund für mich gut ist. Der "Züchter" meiner Kylja ist ein (in der Schweiz) absolut umstrittener Border Züchter. Habe mehrfach Inserate gesehen, wo gewarnt wurde, bei dem Mann einen Hund zu holen. Aber ich bereue es keine Sekunde! ;) Auch ihre Wurfschwester ist ein top Hund. [/VERSTECK]
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #16
Off-Topic
Falki, darf ich wissen, wieso der Züchter von Kylia so polarisiert? Kyli wirkt mir recht wesenstark (und typisch border-bekloppt ;)) und körperlich gesund. Sind das nur Neider, die dem Züchter was anhängen oder gibts da wirklich ein paar dubiose Sachen?
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #17
War bisher auf keiner Hundeausstellungen, aber die Dokus die ich darüber gesehen habe, haben mir auch die Sprache verschlagen

Ich finde es eher mittlerweile Schade das wirklich fast nur auf Optik bewertet wird.
Selbst wenn das Tier noch so krank ist, wird es mit Bestnoten bewertet und darf weiter in die Zucht. Obwohl es vererbare Krankheiten hat und nicht lange Lebensfähig ist

Da kann ich nur den Kopf schütteln

Meiner Meinung nach sollte man selbst auf ne Ausstellung gehen und sich damit auseinandersetzen und sich das vor Ort angucken, anstatt eine Meinung nur über Dokus her zu bilden. Das sind nämlich zwei unterschiedliche Dinge.
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #18
@pewee:

[VERSTECK]also Züchter kann man dies ja nicht wirklich nennen. Zumindest nicht, wenn man bedenkt, was hier im Forum ein Züchter machen sollte. ;) Im Grunde ist er ein klassischer Vermehrer. Damals (ist ja bald 13 Jahre her) wohnte er in einem kleinen Dorf in der Zentralschweiz. Die Hunde waren in einem Schuppen oberhalb des Dorfes untergebracht. Ein geräumiger, sehr heller und auch sauberer Stall (etwa in der Grösse von 3 Pferdeboxen) mit einem Auslauf vorne dran, der nochmals mindestens diese Grösse hatte. Rundum nur Weiden mit Pferden. Dort befanden sich zu der Zeit, als ich Kylja anschauen ging, 3 erwachsene Hunde: 2 Hündinnen und der Rüde. Beide Hündinnen hatten Welpen, Kylja's Wurf war damals 6 Wochen alt, die anderen waren fast 4 Monate, bzw. es waren davon noch 2 Welpen da.
Was mich damals überzeugte: ich hab gesehen, wie die erwachsenen Hunde an den Schafen arbeiteten (kommen alle aus reiner, englischer Arbeitslinine), ich habe gesehen, dass ALLE dieser Hunde einen absolut tollen Charakter haben (sehr menschenbezogen, freundlich, respektvoll, arbeitsfreudig und einfach nur nett und ausgeglichen). Die Welpen waren sauber und vital, alle mit einem super freundlichen Charakter und auch sehr menschenbezogen. Was ich auch gut fand war, dass eben all diese Hunde zusammen lebten, die Welpen also nicht nur die Mama, sondern auch ältere Halbgeschwister, den Vater und die Tante kannten.
Die Leute, die das beanstanden sagen halt: 1. die Hunde sind nicht im Haus / 2. sie sind nicht geprägt auf das alltägliche Leben / 3. sie haben keine Papiere
Mir war dies alles bewusst, Papiere hätte ich haben können, wenn ich sie wollte. Da die Schäfer, an die er seine Hunde vorwiegend abgibt, das eh nicht brauchen, macht er sich halt den Aufwand nicht. Seine Hunde stammen aus alten englischen Linien, reinen Arbeitslinien, die laufen täglich an den Schafen, wurden wohl tatsächlich kaum auf HD oder ED geröntgt, aber wenn die bis weit über 10 Jahre Beschwerdefrei arbeiten, kann das alles nicht so übel sein. ;) Denn in einer reinen Arbeitslinie wird nicht lange gepäppelt, wenn da ein Hund nicht sauber läuft, ist er schnell weg... Wir (meine damalige gute Freundin und ich) waren übrigens zwei der wenigen, die von dem Mann, ohne selber Schafe zu haben, überhaupt Hunde bekamen. Also an Familien gibt er die (oder gab er damals) gar keine Hunde ab.
Mir war auch bewusst, dass diese Hunde eigentlich nichts kennen. Kein Autos, kein Zug, kein Tram, keine Strasse, keine Häuser... Aber ich traute mir dies absolut zu einen solchen Hund zu übernehmen. Genau dies machte für mich auch irgendwo den Reiz aus. Einem Welpen die Welt zeigen. ;) Und ich denke, wie Du auch sagst und auch alle, die Kylja kennen, bestätigen können---es ist mir gut gelungen.
Dies ist aber sicher nicht jedermanns Sache, das ist mir bewusst und würde ich auch niemand raten!
Die Wurfschwester von Kylja ist übrigens auch ein absoluter (gesunder!) Traumhund. Läuft heute noch regelmässig am Pferd und am Fahrrad mit.
Ich hatte vor etwa 6 Jahren via Internet ein Mädel kennengelernt, das auch 2 Borders hat und die eine Hündin war auch von dem Mann. Sie sah Kylja auch irgendwie ähnlich und lustigerweise haben die beiden sich gut verstanden. ;) Die Hündin war allerdings noch älter, ich habe den Kontakt wieder verloren, meine aber, die müsste jetzt, wenn sie noch lebt, etwa 14 sein. Ebenfalls ein absolut netter, ausgeglichener Powerhund (müsste von dem Treffen sogar irgendwo noch Bilder haben... :eusa_think:)
Ob sich in den letzten Jahren wegen dem "Züchter" was verändert hat, kann ich halt nicht sagen. Diese Anzeigen sind alle so zwischen 3-5 Jahren alt. Also eher neu. Er wohnt wohl nicht mehr am selben Ort. Es wird gesagt, er habe Massenproduktion, kranke Hunde, nicht geimpft, nicht gechippt, nicht entwurmt. Verhaltensgestörte Tiere (naja, reine Arbeitslinine, da muss man schon was machen mit...) Ich weiss nicht, wie gerechtfertigt die Vorwürfe sind, ich kann nur sagen, was ich DAMALS sah, gefiel mir gut, die Hunde waren gechippt, geimpft und entwurmt und ich bereue den Kauf von Kylja keine Sekunde! :lol:[/VERSTECK]
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #19
sich das vor Ort angucken

Nunja, nur leider kann ich auch dann nicht in die Hunde rein schauen und erkennen ob sie krank sind
 
  • Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?! Beitrag #20
Nunja, nur leider kann ich auch dann nicht in die Hunde rein schauen und erkennen ob sie krank sind

Das meinte ich auch gar nicht damit. Sondern vielmehr, wie man da mit den Hunden umgeht und worum es da überhaupt geht und wonach gerichtet wird. Kranke Hunde gibt es immer wieder, auch krankgezüchtete Rassen - deswegen ist das aber nicht immer so.
 
Thema:

Gute Hunde - schlechte Hunde ?!?!

Oben