Hallo,
ihr Lieben und auch Michi.
Ganz vorweg, Michi ist 12 Jahre alt. Und ich finde es absolut klasse, daß sie sich in ein Tierforum traut um hier Fragen zu stellen, Tips abholen möchte und uns "alten Hasen" zuhört.
Mit 12 wird sie wohl kaum losziehen (können) und frisch von der Leber weg aus dem TH einen Hund - und schon gar keinen Schäferhund in die Hand gedrückt bekommen. Da wird die ganze Familie - zumindest die Mutter dabei sein müssen - und eben dann auch dahinter stehen.
Zu der Ausgangsfrage: Die qm Anzahl einer Wohnung ist nicht ausschlaggebend - sondern die Zeit die man selbst und die Familie hat um sich um den Hund zu kümmern. Mit kümmern ist allerdings nicht kurze Gassigänge, bürsten und schmusen gemeint - das muss täglich von alleine nebenher laufen.
Sondern kümmern heißt ausgiebige, tägliche (also immer ob es regnet, schneit, stürmt oder man lieber was anderes machen möchte) intensive Zeit mit dem Hund - und zwar draußen.Plus so viel Zeit wie nur möglich zu Hause mit dem Hund verbringen.
bedenke, wenn ein Hund alleine ist - dann ist er wirklich alleine. Er kann nicht lesen, chatten oder TV schauen. Er langweilt sich und wird einsam und traurig:
Kleine Rechenaufgabe, nach deinen Angaben:
JEDER TAG hat 24 Stunden
Training - 1 Stunde
4x 15 Min. Gassi - 1 Stunde
du wach mit Zeit und zu Hause - 3 Stunden
Schlaf Hund / Fam. - 8 Stunden
Da bleiben also noch 11 Stunden in denen sich der Hund langweilt...und ohne Beschäftigung einsam und todunglücklich, entweder traurig und apathisch wird - oder traurig und deshalb zerstörerisch / aggressiv
Du willst ja nicht nur einen Hund sondern vor allem einen glücklichen Hund!
Da du direkt "Schäferhund" angesprochen hast - kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen - die brauchen wirklich sehr viel Aufmerksamkeit und Mensch an ihrer Seite. Sie sind kräftig, haben sehr viel Energie (müssen also wirklich ausgepowert werden - unter täglich 2 Stunden Training & Laufen mit Mensch und am Stück neben den normal Gassi Gängen ist da nichts zu machen) neigen bei falscher/inkonsequenter Erziehung zur Selbstkontrolle und sie sind in der Regel klug.
Letzeres ist oft ein Problem - denn sie FORDERN und WOLLEN gefordert werden - Kopfarbeit wozu auch Fährte, Unterordnung, Begleitschutz oder ähnliches fallen darf - und auch das konsequent und nicht nur alle paar Wochen mal in eine Hundeschule.
Du allein, das hast du ja bereits gelesen, wirst das nicht stemmen können - auch nicht wenn deine Mutter / Schwester unterstützend Zeit haben. Ihr müßtet euch in der ganzen Familie einig sein allen voran die Eltern / Mutter oder Vater . (Ja ich weiß das ist doof - aber nun mal nicht zu ändern).
Zu klug - gehört auch, daß die Hunde super schnell kapieren wer sie führen kann und wer diese Eigenschaft (noch) nicht in sich trägt. Meine hören super, sind ganz klasse erzogen und sehr freundlich. Und doch würden sie sobald ich ein junges Mädchen mit ihnen los ziehen lassen würde - ganz schnell kapieren: das andere Ende der Leine ist noch nicht soweit.... Und dann treffen sie eigene Entscheidungen: andere Hunde anbellen, losrennen, kommen oder eben auch nicht....plötzlich unkontrolliert schützen wollen....nicht gut bei ihrer Kraft.
Was ist denn mit dem Hund deines Bruders -kannst du dich nicht erstmal intensiv um diesen kümmern? Oder wohnen sie zu weit weg?
Magst du nicht mal versuchen im Tierheim zu helfen- klar ausführen wird nicht gehen - aber eben kümmern, putzen, Futter vorbereiten - einfach dort sein und mit arbeiten, helfen oder zu schauen.....
LG Suno