- weiter behandeln lassen oder letztes Geleit? Beitrag #1
crispi
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Hallo Leute ,
ich bin neu hier und ich fall gleich mal mit der Tür ins Wohnzimmer, doch ich weiß einfach nicht mehr weiter und würde gerne von Euch wissen, was ihr an meiner Stelle tun würdet wenn ihr das Problem hättet. Ihr sollt hier keine Diagnosen stellen oder sagen was ich tun soll, ich möchte ausschließlich Meinungen hören wie ihr in so einem Fall handeln würdet. Ich suche nach Meinungen die mir hoffentlich helfen die richtige Entscheidung zu treffen.
Ich habe da ein Problem mit meinem 7 Jahre alten Kaninchenjungen Namens Paul. Seit langer Zeit leidet er unter Fehlwachstum der Backenzähne. Um eines vorweg zu nehmen: trotz intensiven Bemühens was die Futtermittel und Lebensumstände des Tieres betrifft, und engstes Zusammenarbeiten mit der Tierarztpraxis und einer Klinik, ist es uns nicht gelungen das Problem in den Griff zu bekommen, eher im Gegenteil es hat sich nur stetig verschlechtert. Keiner konnte uns all die Jahre sagen wo die Ursache zu suchen oder zu finden sei. Bislang konnte ihm immer geholfen werden wenn die Zähne gekürzt oder geschliffen wurden. Bei drei Zähnen reichte es leider nicht mehr aus und sie mussten entfernt werden. Seit Weihnachten nimmt nun alles einen sehr schlechten Verlauf.
Er hatte sich wohl beim Knabbern an seinem leicht wackelnden Backenzahn oben rechts sehr wehgetan. Er buddelte wie verrückt, fraß nicht mehr und kam überhaupt nicht zur Ruhe. Wie sind sofort zu einem TA gefahren, unsere Stammärztin hatte Urlaub also musste ein anderer ran. Dieser empfahl die sofortige Entfernung mehrerer Zähne. Da unsere Ärztin ein Tag nach Weihnachten wieder da war, bat ich um Schmerzmittel zur Überbrückung und ging drei Tage später zu meiner TA. Sie fertigte eine Röntgenaufnahme an und entschied den Zahn noch stehen zu lassen und es erst einmal mit Medikamenten zu versuchen. Eine 10 Tägige Antibiosekur mit zusätzlicher Cortiosongabe versprach zunächst Besserung, zwei Tage später ging es ihm wieder schlecht und die Augen, vor allem das rechte, fingen an zu tränen. Wieder zum TA. Dieses mal entschied sie den Zahn zu entfernen und wir waren alle guter Hoffnung dass es nun besser werden würde. Der Zustand verschlechtert sich weiter. Er buddelt, kommt nicht zur Ruhe, geistert unruhig durch die Wohnung, frisst nicht oder nur sehr wenig von alleine, Päppelkost will er nicht, rechtes Auge tränt stark, linkes etwas weniger. Wieder zum TA. Er bekommt jetzt Cortison damit die Schwellung im Kiefer etwas abklingt, Wunde verheilt recht gut, die restlichen Zähne wackeln. TA empfiehlt, wenn die Wunde verheilt ist, die letzten Zähne im Oberkiefer zu entfernen um eine Besserung zu erzielen. Wir müssen aber warten bis der Wundkanal geschlossen ist, sonst würde es eine zu große Wunde sein. Zustand verschlechtert sich weiter, jetzt kommt auch noch leichte Atemnot dazu und er scheint das Schmerzmittel nicht mehr richtig zu vertragen, welches er täglich seit Weihnachten bekommt. Versuche es zwischenzeitlich abzusetzen schlugen fehl, da er sofort wieder Schmerzen bekommt. Die Wunde in der Schnauze ist nun langsam verheilt und übermorgen sollen ihm die restlichen Zähne im rechten Oberkiefer entfernt werden.
Ich weiß nur nicht, ob das alles so richtig ist. Versteht mich nicht falsch, wenn es da noch eine Chance gäbe, das der Kleine wieder richtig gesund werden würde, oder das danach das alles ein Ende hat, würde ich mit ihm bis ans Ende der Welt gehen. Doch die Aussicht ist gleich null.
Wenn die Zähne im rechten Oberkiefer alle weg sind werden über kurz oder lang die im Unterkiefer wohl folgen müssen, denn alle Wurzeln der Unterkieferzähne zeigen das gleiche fehlerhafte Wachstum. Ebenso die im linken Oberkiefer, und auch diese werden sicherlich auch irgendwann entfernt werden müssen. Die Wurzeln der Schneidezähne sind auch inzwischen schon sehr lang, so dass irgendwann ein Durchstoßen durch den Kiefer nicht mehr zu vermeiden ist. Also was bringt das Zahnziehen am Dienstag? Ich möchte nicht, dass mein kleines Monster nicht mehr aus dem Leiden rauskommt. Ich bin bis jetzt an seiner Seite geblieben, weil ich immer hoffte dass es besser werden wird. Er ist ein mörder Kämpfer und immer wieder mobilisiert er Kräfte wo ich keine mehr vermutet hätte. Wenn es ihm ein wenig besser geht, zeigt er einen Lebenswillen der mich und auch die TA`s sprachlos macht. Ehrlich, ich habe schon viele Tiere gehabt, viele sind dem Alter erlegen, einige der Spritze, doch habe ich noch nie ein Tier mit so viel Lebenswillen gesehen. Und genau das macht es alles so schwierig zu entscheiden, denn es nagen schon seit langem starke Zweifel an mir, ob es nicht besser sei, dem Leiden ein Ende setzen zu lassen. Denn was ist das für ein Leben als zahnloser Kaninchenmann? Und was ist mit den ganzen Schmerzen und TA-Besuchen die dann noch vor ihm lägen? Ist es das Ganze Wert? Wäre es denn dann noch ein lebenswertes Leben für ihn? Dazu kommt, dass er Breikost jeglicher Art ablehnt, er verhungert lieber als selbstständig irgendwelchen Brei zu futtern. Was wäre also, wenn er das ganze Zahnziehen überstanden hat aber dann das Futter verweigert?
Ich habe auch meine TA gefragt (sie kennt ihn nun seit 6 Jahren), was sie tun würde wenn Paul ihr Kaninchen wäre. Anwort: Ich würde ihm nicht alle Zähne entfernen lassen, aber jetzt würde ich noch weitermachen, damit er hoffentlich noch ein paar schöne Tage hat.
Entschuldigt das endlose Pamphlet aber das ist schon die Kurzfassung. Ich danke Euch für das Lesen und auch für Eure etwaigen Antworten. Lieben Gruß in die Runde das Crispi und Paul
ich bin neu hier und ich fall gleich mal mit der Tür ins Wohnzimmer, doch ich weiß einfach nicht mehr weiter und würde gerne von Euch wissen, was ihr an meiner Stelle tun würdet wenn ihr das Problem hättet. Ihr sollt hier keine Diagnosen stellen oder sagen was ich tun soll, ich möchte ausschließlich Meinungen hören wie ihr in so einem Fall handeln würdet. Ich suche nach Meinungen die mir hoffentlich helfen die richtige Entscheidung zu treffen.
Ich habe da ein Problem mit meinem 7 Jahre alten Kaninchenjungen Namens Paul. Seit langer Zeit leidet er unter Fehlwachstum der Backenzähne. Um eines vorweg zu nehmen: trotz intensiven Bemühens was die Futtermittel und Lebensumstände des Tieres betrifft, und engstes Zusammenarbeiten mit der Tierarztpraxis und einer Klinik, ist es uns nicht gelungen das Problem in den Griff zu bekommen, eher im Gegenteil es hat sich nur stetig verschlechtert. Keiner konnte uns all die Jahre sagen wo die Ursache zu suchen oder zu finden sei. Bislang konnte ihm immer geholfen werden wenn die Zähne gekürzt oder geschliffen wurden. Bei drei Zähnen reichte es leider nicht mehr aus und sie mussten entfernt werden. Seit Weihnachten nimmt nun alles einen sehr schlechten Verlauf.
Er hatte sich wohl beim Knabbern an seinem leicht wackelnden Backenzahn oben rechts sehr wehgetan. Er buddelte wie verrückt, fraß nicht mehr und kam überhaupt nicht zur Ruhe. Wie sind sofort zu einem TA gefahren, unsere Stammärztin hatte Urlaub also musste ein anderer ran. Dieser empfahl die sofortige Entfernung mehrerer Zähne. Da unsere Ärztin ein Tag nach Weihnachten wieder da war, bat ich um Schmerzmittel zur Überbrückung und ging drei Tage später zu meiner TA. Sie fertigte eine Röntgenaufnahme an und entschied den Zahn noch stehen zu lassen und es erst einmal mit Medikamenten zu versuchen. Eine 10 Tägige Antibiosekur mit zusätzlicher Cortiosongabe versprach zunächst Besserung, zwei Tage später ging es ihm wieder schlecht und die Augen, vor allem das rechte, fingen an zu tränen. Wieder zum TA. Dieses mal entschied sie den Zahn zu entfernen und wir waren alle guter Hoffnung dass es nun besser werden würde. Der Zustand verschlechtert sich weiter. Er buddelt, kommt nicht zur Ruhe, geistert unruhig durch die Wohnung, frisst nicht oder nur sehr wenig von alleine, Päppelkost will er nicht, rechtes Auge tränt stark, linkes etwas weniger. Wieder zum TA. Er bekommt jetzt Cortison damit die Schwellung im Kiefer etwas abklingt, Wunde verheilt recht gut, die restlichen Zähne wackeln. TA empfiehlt, wenn die Wunde verheilt ist, die letzten Zähne im Oberkiefer zu entfernen um eine Besserung zu erzielen. Wir müssen aber warten bis der Wundkanal geschlossen ist, sonst würde es eine zu große Wunde sein. Zustand verschlechtert sich weiter, jetzt kommt auch noch leichte Atemnot dazu und er scheint das Schmerzmittel nicht mehr richtig zu vertragen, welches er täglich seit Weihnachten bekommt. Versuche es zwischenzeitlich abzusetzen schlugen fehl, da er sofort wieder Schmerzen bekommt. Die Wunde in der Schnauze ist nun langsam verheilt und übermorgen sollen ihm die restlichen Zähne im rechten Oberkiefer entfernt werden.
Ich weiß nur nicht, ob das alles so richtig ist. Versteht mich nicht falsch, wenn es da noch eine Chance gäbe, das der Kleine wieder richtig gesund werden würde, oder das danach das alles ein Ende hat, würde ich mit ihm bis ans Ende der Welt gehen. Doch die Aussicht ist gleich null.
Wenn die Zähne im rechten Oberkiefer alle weg sind werden über kurz oder lang die im Unterkiefer wohl folgen müssen, denn alle Wurzeln der Unterkieferzähne zeigen das gleiche fehlerhafte Wachstum. Ebenso die im linken Oberkiefer, und auch diese werden sicherlich auch irgendwann entfernt werden müssen. Die Wurzeln der Schneidezähne sind auch inzwischen schon sehr lang, so dass irgendwann ein Durchstoßen durch den Kiefer nicht mehr zu vermeiden ist. Also was bringt das Zahnziehen am Dienstag? Ich möchte nicht, dass mein kleines Monster nicht mehr aus dem Leiden rauskommt. Ich bin bis jetzt an seiner Seite geblieben, weil ich immer hoffte dass es besser werden wird. Er ist ein mörder Kämpfer und immer wieder mobilisiert er Kräfte wo ich keine mehr vermutet hätte. Wenn es ihm ein wenig besser geht, zeigt er einen Lebenswillen der mich und auch die TA`s sprachlos macht. Ehrlich, ich habe schon viele Tiere gehabt, viele sind dem Alter erlegen, einige der Spritze, doch habe ich noch nie ein Tier mit so viel Lebenswillen gesehen. Und genau das macht es alles so schwierig zu entscheiden, denn es nagen schon seit langem starke Zweifel an mir, ob es nicht besser sei, dem Leiden ein Ende setzen zu lassen. Denn was ist das für ein Leben als zahnloser Kaninchenmann? Und was ist mit den ganzen Schmerzen und TA-Besuchen die dann noch vor ihm lägen? Ist es das Ganze Wert? Wäre es denn dann noch ein lebenswertes Leben für ihn? Dazu kommt, dass er Breikost jeglicher Art ablehnt, er verhungert lieber als selbstständig irgendwelchen Brei zu futtern. Was wäre also, wenn er das ganze Zahnziehen überstanden hat aber dann das Futter verweigert?
Ich habe auch meine TA gefragt (sie kennt ihn nun seit 6 Jahren), was sie tun würde wenn Paul ihr Kaninchen wäre. Anwort: Ich würde ihm nicht alle Zähne entfernen lassen, aber jetzt würde ich noch weitermachen, damit er hoffentlich noch ein paar schöne Tage hat.
Entschuldigt das endlose Pamphlet aber das ist schon die Kurzfassung. Ich danke Euch für das Lesen und auch für Eure etwaigen Antworten. Lieben Gruß in die Runde das Crispi und Paul