- Stute seit Jahren Dämpfig - Erlösen? -nur wann? Beitrag #1
finkerbell
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Hallo!
Ich brauche Eure Hilfe bzw zumindest Eure Meinung in einem Fall.
Es betrifft meine 21-jährige Stute, die seit Jahren dämpfig ist und ich nun mit meinem Latein am Ende bin. Ich weiß einfach nicht wann der richtige Moment da ist, sie davon zu erlösen... ich wäre Euch für eure Meinung sehr dankbar.
Kurze Lebensgeschichte:
Mein kleines fettes Pony-Hafi-Alles-Mix Stute Kim habe ich vor 12 Jahren aus dem Schulbetrieb eines Reiterhofs übernommen. Bei mir stand sie dann jahrelang auf einem kleinen Bauernhof, auf dem sie jeden Tag mit den anderen Pferden auf die Koppel kam und ich jeden Tag mit ihr ins Gelände ging. -Also ein gemütliches Leben für die Kleine. Vor einigen Jahren hat sie dann immer häufiger angefangen zu Husten. Mein damaliger Tierarzt konnte mir allerdings einfach gar nichts sagen und hat einfach immer wild mit Cortison behandelt, was mich natürlich irgendwann stutzig machte. Allerdings lehnte er jegliche Allergietests ab. Kims Husten wurde nicht besser, sie konnte nicht mehr geritten werden und so beschloss ich sie in einen anderen Stall umzusiedeln, der luftiger und offener sein sollte (Bauernhöfe sind da eben doch nicht immer so optimal...).
Weniger Monate später habe ich den perfekten Stall gefunden. Da ich kurz vor meinem Studium stand und Kim in diesem Zustand nicht mitnehmen konnte, entschied ich mich für einen riesigen Bewegungsstall mit 6000qm, in dem die Pferde den ganzen Tag durch kleine Futterportionen auf Trapp gehalten werden und in der Herde zusammenleben.
Kim steht jetzt bereits zwei Jahre dort, ich kann durch mein Studium leider nicht immer bei ihr sein aber ich habe Gott sei Danke eine gute Seele (eine ältere Dame), die mehrmals die Woche nach meiner Kleinen guckt.
Jetzt das Problem:
Anfangs dachten wir, durch den Stallwechsel hätte sich der Husten von meiner Kleinen regeneriert. Leider traf es uns im folgenden Sommer umso härter, aus meiner sonst immer sehr pummeligen Stute wurde wie von heut auf morgen ein Klappergestell, bei dem man die Rippen zählen konnte. Als ich sie so sah ist für mich natürlich eine Welt zusammengebrochen. Sie nahm nämlich nicht etwa ab, weil sie nicht fraß, nein, sie musste so schwer pumpen! Man hat richtig gesehen wie sie die Luft rein und rauspresste und an manchen Tagen war sie ganz verschwitzt von der ganzen Anstrengung. Der Tierarzt (mittlerweile natürlich ein Neuer!) versuchte es eine Weile noch medikamentös, wir machten Allergietests (da kam diverses Raus wie zB. Staub, Milben, diverse Pollen...), stellten sie auf Sägespäne, inhalierten mit ihr...alles! Dann rieht der Tierarzt mir zu einer Bronchoskopie, der ich natürlich auch gleich zustimmte. Die ergab dass meine Kleine eine komplett verschleimte Lunge hatte und dass eine Lungenspühlung da die einzige Möglichkeit sei.
Als mir der Tierarzt das sagte dachte ich im ersten Moment "nein, ich will nicht das Kim jetzt auch noch das mitmachen muss. das schafft sie nicht... Lieber erlöse ich sie in frieden" -als ich das dem Tierarzt sagte meinte der nur "Da machen sie sichs aber leicht, mit dieser Entscheidung tun sie ihrem Pferd keinen gefallen, nur sich selbst." -das war wie ein Schlag vor den Kopf. Das war ja wohl das letzte was ich wollte... und nach vielen Tränen und Hin und Her hab ich dem Tierarzt dann doch Grünes Licht für die Lungenspühlung gegeben. Mein Pferdchen hat diese Lungenspühlung (7Tage!) auch ganz gut Überstanden... die Bronchoskopie danach ergab allerdings "nur" 15% mehr Sauerstoff als davor. -pumpen musste sie immernoch, Cortison bekommt sie auch immernoch... aber dem Tierarzt zufolge wäre es ohne die Lungenspühlung viel schlimmer.
Das ist jetzt ein Jahr her und es ist ein ständiges Auf und Ab. Mal geht es Kim richtig gut und sie tänzelt vor der Hengstkoppel rum und jagt die anderen alten Pferde auf ihrer Seniorenkoppel und am nächsten Tag steht sie wieder in ihrer Box und ist komplett nassgeschwizt von dem schweren Atmen und im Sommer lag sie zwei Tage in ihrer Box und wollte nicht aufstehen. Für mich ist es allerdings auch schwer ihren Zustand zu beurteilen, weil ich sie nur alle zwei Wochen sehen kann und ihren Zustand ansonsten nur telefonisch durch die Bekannte, die sich noch um sie kümmert, verfolgen kann.
Gerade hat sie mal wieder eine gute Phase, aber als ich gestern da war, hat meine Bekannte mir ans Herz gelegt mal darüber nachzudenken wann man sie erlöst. Wenn ich allerdings die Stallbesitzerin und den Tierarzt darauf anspreche sagen die wiederum "ach der geht es doch ganz gut. ist halt ein auf und ab"
Ich bin völlig hin und her gerissen. Einerseits merkt man Kim durch ihre Fresssucht an, dass sie Freude am Leben hat, andererseits will ich nicht so lange warten, bis sie kaum noch Luft bekommt und starke Schmerzen hat... und das wird spätestens im Sommer passieren. Es ist so schwer einzuschätzen ab wann die schlechten Tage überwiegen und sie mehr leidet als glücklich ist... kann man das überhaupt bei einem Pferd so sehen, oder ist jeder Lebenswille genug um ein Pferd nicht einzuschläfern?
Ich weiß, dass das von Tier zu Tier unterschiedlich ist und ihr auch keine Wunderlösung parat habt. Trotzdem wäre ich für Rat und Meinung sehr dankbar. Bin selber nämlich grade ziemlich hilflos...
Danke,
liebe Grüße, Fee
Ich brauche Eure Hilfe bzw zumindest Eure Meinung in einem Fall.
Es betrifft meine 21-jährige Stute, die seit Jahren dämpfig ist und ich nun mit meinem Latein am Ende bin. Ich weiß einfach nicht wann der richtige Moment da ist, sie davon zu erlösen... ich wäre Euch für eure Meinung sehr dankbar.
Kurze Lebensgeschichte:
Mein kleines fettes Pony-Hafi-Alles-Mix Stute Kim habe ich vor 12 Jahren aus dem Schulbetrieb eines Reiterhofs übernommen. Bei mir stand sie dann jahrelang auf einem kleinen Bauernhof, auf dem sie jeden Tag mit den anderen Pferden auf die Koppel kam und ich jeden Tag mit ihr ins Gelände ging. -Also ein gemütliches Leben für die Kleine. Vor einigen Jahren hat sie dann immer häufiger angefangen zu Husten. Mein damaliger Tierarzt konnte mir allerdings einfach gar nichts sagen und hat einfach immer wild mit Cortison behandelt, was mich natürlich irgendwann stutzig machte. Allerdings lehnte er jegliche Allergietests ab. Kims Husten wurde nicht besser, sie konnte nicht mehr geritten werden und so beschloss ich sie in einen anderen Stall umzusiedeln, der luftiger und offener sein sollte (Bauernhöfe sind da eben doch nicht immer so optimal...).
Weniger Monate später habe ich den perfekten Stall gefunden. Da ich kurz vor meinem Studium stand und Kim in diesem Zustand nicht mitnehmen konnte, entschied ich mich für einen riesigen Bewegungsstall mit 6000qm, in dem die Pferde den ganzen Tag durch kleine Futterportionen auf Trapp gehalten werden und in der Herde zusammenleben.
Kim steht jetzt bereits zwei Jahre dort, ich kann durch mein Studium leider nicht immer bei ihr sein aber ich habe Gott sei Danke eine gute Seele (eine ältere Dame), die mehrmals die Woche nach meiner Kleinen guckt.
Jetzt das Problem:
Anfangs dachten wir, durch den Stallwechsel hätte sich der Husten von meiner Kleinen regeneriert. Leider traf es uns im folgenden Sommer umso härter, aus meiner sonst immer sehr pummeligen Stute wurde wie von heut auf morgen ein Klappergestell, bei dem man die Rippen zählen konnte. Als ich sie so sah ist für mich natürlich eine Welt zusammengebrochen. Sie nahm nämlich nicht etwa ab, weil sie nicht fraß, nein, sie musste so schwer pumpen! Man hat richtig gesehen wie sie die Luft rein und rauspresste und an manchen Tagen war sie ganz verschwitzt von der ganzen Anstrengung. Der Tierarzt (mittlerweile natürlich ein Neuer!) versuchte es eine Weile noch medikamentös, wir machten Allergietests (da kam diverses Raus wie zB. Staub, Milben, diverse Pollen...), stellten sie auf Sägespäne, inhalierten mit ihr...alles! Dann rieht der Tierarzt mir zu einer Bronchoskopie, der ich natürlich auch gleich zustimmte. Die ergab dass meine Kleine eine komplett verschleimte Lunge hatte und dass eine Lungenspühlung da die einzige Möglichkeit sei.
Als mir der Tierarzt das sagte dachte ich im ersten Moment "nein, ich will nicht das Kim jetzt auch noch das mitmachen muss. das schafft sie nicht... Lieber erlöse ich sie in frieden" -als ich das dem Tierarzt sagte meinte der nur "Da machen sie sichs aber leicht, mit dieser Entscheidung tun sie ihrem Pferd keinen gefallen, nur sich selbst." -das war wie ein Schlag vor den Kopf. Das war ja wohl das letzte was ich wollte... und nach vielen Tränen und Hin und Her hab ich dem Tierarzt dann doch Grünes Licht für die Lungenspühlung gegeben. Mein Pferdchen hat diese Lungenspühlung (7Tage!) auch ganz gut Überstanden... die Bronchoskopie danach ergab allerdings "nur" 15% mehr Sauerstoff als davor. -pumpen musste sie immernoch, Cortison bekommt sie auch immernoch... aber dem Tierarzt zufolge wäre es ohne die Lungenspühlung viel schlimmer.
Das ist jetzt ein Jahr her und es ist ein ständiges Auf und Ab. Mal geht es Kim richtig gut und sie tänzelt vor der Hengstkoppel rum und jagt die anderen alten Pferde auf ihrer Seniorenkoppel und am nächsten Tag steht sie wieder in ihrer Box und ist komplett nassgeschwizt von dem schweren Atmen und im Sommer lag sie zwei Tage in ihrer Box und wollte nicht aufstehen. Für mich ist es allerdings auch schwer ihren Zustand zu beurteilen, weil ich sie nur alle zwei Wochen sehen kann und ihren Zustand ansonsten nur telefonisch durch die Bekannte, die sich noch um sie kümmert, verfolgen kann.
Gerade hat sie mal wieder eine gute Phase, aber als ich gestern da war, hat meine Bekannte mir ans Herz gelegt mal darüber nachzudenken wann man sie erlöst. Wenn ich allerdings die Stallbesitzerin und den Tierarzt darauf anspreche sagen die wiederum "ach der geht es doch ganz gut. ist halt ein auf und ab"
Ich bin völlig hin und her gerissen. Einerseits merkt man Kim durch ihre Fresssucht an, dass sie Freude am Leben hat, andererseits will ich nicht so lange warten, bis sie kaum noch Luft bekommt und starke Schmerzen hat... und das wird spätestens im Sommer passieren. Es ist so schwer einzuschätzen ab wann die schlechten Tage überwiegen und sie mehr leidet als glücklich ist... kann man das überhaupt bei einem Pferd so sehen, oder ist jeder Lebenswille genug um ein Pferd nicht einzuschläfern?
Ich weiß, dass das von Tier zu Tier unterschiedlich ist und ihr auch keine Wunderlösung parat habt. Trotzdem wäre ich für Rat und Meinung sehr dankbar. Bin selber nämlich grade ziemlich hilflos...
Danke,
liebe Grüße, Fee