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S

SaintJimmy

Guest
Ich dachte ich frag mal nach. Hat jemand von euch AuPair Erfahrungen? Interesse?

Ich bin selbst als Au Pair nach FIN gekommen und wie im Finnisch Thread erwähnt, es war eine schreckliche Zeit.
Selbst Schuld muss man wohl sagen. Ich hab wie andere AuPair Mädels die ich kannte (die Au Pair Welt scheint relativ gross zu sein) eine Internet Seite genutzt um eine Familie zu finden und es ging auch sehr schnell. Innerhalb von 5 Wochen hatte ich nen Vertrag mit meiner erste AuPair Familie.
Eine sehr reiche Familie mit 2 Kindern, Junge und Mädchen. Alter 7 und 9, vor mir hatten sie schon 8 (!) Au Pairs gehabt. Dass das Haus 13 Zimmer hatte und einen riesen Garten hat mich zu erst nicht gestört, die Mutter meinte sie hätten ne Putzfrau dafür und ich wäre nur für das einräumen des Geschirrs in den Gesch.spüler verantwortlich. Und das sauber halten meines eigenen Bereiches (Schlafzimmer plus Gäste WC). Klang alright dachte ich mir.
Anfang August 2005 kam ich dann also in Helsinki an. das Haus war in der Tat GIGANTISCH. Alle waren zu meiner Begrüssung dabei: Die Kiddies, die Ellis, Putzfrau und Ex-AuPair. "Gartenparty", alles super organisiert, ich dachte mir "Whoa, was für ein Glücksgriff!"... Aber schon nach ungef 3 Std zog mich die Mutter zur Seite und zählte mir Regeln auf:

1. Keine Poster im Zimmer weil der Kleber die Wände versaut
2. Mo - Fr wenn ich weggehe muss ich um 22 wieder zu Hause sein, Sa und So 23 Uhr...
3. Keinen Freund
4. Musik durfte nur bis 19 Uhr

5. Arbeitszeit: 06.20 - 20.30 + Samstags 8 Std..

Am Anfang war das alles nicht so das Problem, weil wenn man kaum Freunde hat (und schon gar keinen Freund) stören diese Punkte nicht so.
Allerdings habe ich schnell ne riesen Gruppe an Au Pair Mädels ausfindig gemacht und mich mit dneen öfters getroffen. es ist mehrmals passiert dass ich nach 22 uhr nach Hause kam und die haben nie was gesagt, im Gegenteil, am Anfang fanden sie es so toll dass ich einen Freundeskreis aufbaue etc bla bla. Die hatten ihre Families alle aus dem Inet und schienen alle ziemlich unglücklich über ihre Families. Ich war von meiner eigenen Fam positiv überrascht weil diese Regeln anscheinend doch nur aufm Papier gültig waren, denn ich kam nach ner Zeit immer öfter mitten in der Nacht nach Hause, was eigentlich nicht störend war, denn ich hab ja in der Untersten Etage gewohnt und die Ellis und Kiddies ganz oben (Dritte Etage). Putzen musste ich auch so gut wie nie. Ausser halt meinen eigenen Beriech.

Wenn die Family nicht zu Hause war durfte sogar meine zu dem Zeitpunkt beste (AuPair) Freundin zu Besuch kommen. Die Regeln 8die sie mir schriftlich gab) waren somit verworfen und ich freute mich eine "tolle" Familie gefunden zu haben.

Dass die Kinder vor mir 8 Au Pairs hatten, zeigte sich deutlich, denn die Kinder waren total verzogen. Benehmen kannten sie keines. essen wurde rumgeschmissen, auf den Teller des anderen wurde liebend gerne gespukt, geprügelt haben sie sich sowieso immer und überall, 22 von 24 Std waren die Kiddies am heulen... Ich habe 5 jahre als Co-Trainerin in ner kinderturngruppe gearbeitet und hab versucht sie mit Sport etc zu unterhalten, da sie beide sehr sportlich waren.Das hat geholfen, nach ner Zeit waren beide schon etwas ausgeglichener. Mit dem Mädel habe ich viel gesungen, da ich selbst 13 Jahte Gesangsunterricht hatte, das hat ihr total Spass gemacht und die Mutter fand es richtig toll (und die Mutter fand normalerweise nichts toll...). Mit den Kindern verstand ich mich also nach ner Weile sehr gut.

Die Wende kam dann wohl als die Mutter an einem Tag entschied die Putzfrau zu feuern weil sie in der Sauna in einer Ecke Asche übersehen hatte. Von da an durfte ich ran. Die 13 Zimmer mussten täglich geputzt werden, Staubwischen (täglich??!!), Saugen, Wischen... Nebenbei noch mit den Kindern spielen nachdem ich sie aus der Schule abgeholt hatte, kochen. Am Anfang hiess es sie suchen sich ne neue Putzfrau. Dass ich am Anfang richtig überfordert war mit den 13 Zimmern, den 2 Kindern und Finnisch lernen (denn das haben sie vorraus gesetzt) war für die Mutter die total zum Hausdrachen mutierte noch ok. Sie gab mir 2 Wochen mich an den Rythmus zu gewöhnen. Ich habe sie mehrmals gefragt wie ich das schaffen soll... Kiddies zur Schule bringen, putzen, kochen, Wäsche machen etc... Das Haus war bei weitem nicht klein... Abgesehen davon ist es bei weitem keine Au Pair Aufgabe das komplette Haus zu putzen - JEDEN TAG!
Zitat der Mutter: "Du musst halt lernen flexibel zu sein!"
Das ging 2 Monate so, irgendwann reichte es mir und ich hab mich dann nur noch auf die Kiddies konzentriert und den gröbsten Dreck weggeputzt. Die Mutter kam dann eines Abends an und brüllte mich an "Seitdem du hier bist ist unser Leben die Hölle! Es war hier noch nie so dreckig! Unsere letzten Au Pairs haben immer getan was wir verlangt haben!" Als ich ihr sagte dass es bei Au Pair um Kinder geht, schmiss sie ihr Weinglass auf den Boden und fragte mich was ich denn glaubte zu wissen, gab mir 10 Tage meine Sahen zu packen und ich bräuchte bloss nicht denken das sich mein letztes Gehalt noch bekommen würde.
Dass ich schon längst ne neue Familie hatte, hab ich ihr damals noch nicht gesagt, ich hatte laut Vertrag 4 Wochen Kündigungsfrist und hatte noch 3 Wochen Zeit ihnen Bescheid zu sagen. Als musste ich bei meiner neuen Familie nachfragen ob ich evtl früher kommen durfte. Das hat Got sei Dank geklappt, die haben mich dann einfach mit in ihren Skiurlaub genommen.
Eines Abends stand ich dann mit gepackten Koffern im Flur und rief nur nach oben "Ich geh dann mal!" Die Mutter kam runter, guckte nur dumm und sagte nichts. Der Vater lachte und sagte "Na dann! Auf dass du dein verkorkstes Leben in den Griff bekommst!"

Damit war das Thema in der Familie erledigt und das Kapitel mit der neuen Familie begann. Das "Kind" war 13 und brauchte nicht viel Aufmerksamkeit...
Mit ihr und ihrer grossen Schwester (23, wohnte nicht mehr da) kam ich sehr gut klar. Einmal in der Woche musste ich das gesamte Haus puzten (5 Zimmer), ich konnte es mir aufteilen und mit dem Kind pro Tag eine Stunde Deutsch lernen. Gehalt war fast das doppelte und ich hatte verdammt viel Freizeit. Und meine Monatskarten wurden mir auch bezahlt. Mit der Jobsuche nach meiner AuPair Zeit haben sie mir auch geholfen. Die Familie war total toll, obwohl ich mit denen jetzt kaum noch Kontakt habe :(

Achja... Während meiner Zeit in der ersten Familie wurde eine AuPair Freundin von heute auf Morgen von ihrer Familie auf die Strasse gesetzt. Ich bin mit ihr zur Deutschen Botschaft gefahren. Kommentar von denen "Und wie können wir dir jetzt helfen??!" :roll: Deutsche Botschaft ist also zu nix zu gebrauchen... Sie wohnte dann 2 Wochen bei ner Freundin und flog dann zurück nach D :(

Ich selbst würde Au Pair kaum jemandem empfehlen, vielleicht bin ich paranoid, aber die meisten meiner Au Pair bekannten waren todunglücklich mit ihren Familien. Meine letzte Familie wra ein Glücksfall. Oder zumindest kam es mir so vor.Für die meisten sind Au Pairs heutzutage nur noch billige Putzhilfen... :evil:
 
  • Au Pair Beitrag #2
hy ,

""""Die Wende kam dann wohl als die Mutter an einem Tag entschied die Putzfrau zu feuern weil sie in der Sauna in einer Ecke Asche übersehen hatte. Von da an durfte ich ran. Die 13 Zimmer mussten täglich geputzt werden, Staubwischen (täglich??!!), Saugen, Wischen... Nebenbei noch mit den Kindern spielen nachdem ich sie aus der Schule abgeholt hatte, kochen. Am Anfang hiess es sie suchen sich ne neue Putzfrau. """"


aber hattest du nicht in deinem vertrag alles fest geregelt? da gibt es doch verschiedene vertragsarten!
was war das denn für eine argentur... die haben nix gemacht dagegen??
ist ja echt hart!!!

ich war nur mal 3 monate damals auf malta bei einer familie, aber da waren wir ungefähr 3 jugendliche.. und hausarbeit war nicht zu machen. eigentlich nur party gewesen .. :)

bye jumeirah
 
  • Au Pair Beitrag #3
Wie gesagt, ich habe die Familie nicht über eine Agentur sondern privat übers Inet gefunden. Als ich Agenturen angerufen habe, haben die zwar versprochen zu helfen, aber von denen kam erst n halbes Jahr danach ne Antwort... "Wir hätten jetzt ne Familie für dich"!"

Ja es war alles vertraglich geregelt, aber die Mutter bezeichnete es als einen "Extremfall" dass sie die Putzfrau gefeuert hat denn "darauf kann man sich ja nicht vorbereiten" und "da musst du halt jetzt ran!"...
 
  • Au Pair Beitrag #4
Ja dann will ich auch mal... ich hab das (leider) anders gemacht - ich hatte kein Vertrauen in Agenturen und hab das insofern privat gemacht. Mein Vater hat(te) eine Kundin, die in Leeds lebt, also hat sie in ihrem Bekanntenkreis rumgefragt und prompt eine Familie gefunden. Muß dazu sagen, daß ich das (zum Glück!!) nicht für 1 Jahr geplant hatte, sondern nur für 3 Monate (eben zwischen Abi und Studiumsbeginn...).

Der Vater war also Rektor einer Privatschule, die Mutter hat an dieser Schule in allem mitgemischt. Die hatten 3 Kinder, 5 (das Mädel) und die Jungs 7 und 10.

Tja, nachdem das also über privat war war da nichts vertraglich geregelt... und so kam es, daß ich GAR kein Geld bekam - sondern für meine "Dienste" freie Kost und Logis. Regeln bzgl. ausgehen oder potentiellen Freunden waren gar nicht nötig, denn ich war jeden (!) Abend daheim, Kinder hüten, während die Eltern schick ausgingen. Dazu kam, daß wir zwar zu Anfang in. Leeds waren, aber am totalen Rand, da war NICHTS... und den Großteil der Zeit in deren Ferienhaus in Norfolk, am Meer. Landschaftlich superschön, aber nur Familien mit Kindern oder alte Leute... ein ehemaliges Fischerdorf eben, das selbst für Touristen unattraktiv war. In dieser Ferienzeit haben dann die Eltern am Strand geschlafen, während ich mit den Kiddies baden mußte etc. Die Wäsche für mit mir 6 Personen durfte ich bügeln, das Bad putzen, alle Einkäufe erledigen etc. Also ein toll kostenloses Dienstmädchen und Babysitterin. Sagen konnte ich ja auch nichts, weil war ja alles "über Freundschaft".

Dazu kam, daß es eine vegetarische Familie war. Von mir aus - ICH bin tolerant. Aber bei der Erziehung der Kinder diesbezüglich hörte halt meine Toleranz auf. Die wurden erzogen im Sinne von "wir sind Vegetarier - wir sind was weit besseres". Ich weiß noch als das 5jährige Mädel sich einmal neben mich setzte und im arrogantesten Tonfall sagte "well you know, at school I don't want to sit next to Alice" ("in der Schule will ich nicht neben Alice sitzen") - ich natürlich nachgefragt warum denn nicht. Und sie "because Alice eats meat" ("weil Alice Fleisch ist"). Sie war ja nu eh das Nesthäkchen, dazu noch blond und bekam 20x täglich gesagt, wie hübsch sie denn sei. Der ältere Sohn bekam dauernd gesagt, wie unglaublich klug er denn sei... und der mittlere? Er war halt nur der mittlere... kein Wunder also, daß er hyperaktiv war - und sich automatisch zu meinem Favoriten entwickelte.

Der Tag als ich endlich heim durfte war mit der schönste meines Lebens... immerhin hab ich ein absolut tolles Englischl mit heimgebracht - also sprachlich hat sich das auf JEDEN Fall gelohnt, und diesbezüglich würde ich das sogar empfehlen. Außerdem hab ich viel gelernt - u.a. daß ich mir seitdem eben nicht mehr alles gefallen lasse. Aber es war eine harte Schule...
 
  • Au Pair Beitrag #5
Naja ich habs ja auch privat gemacht. Und das Resultat ist ähnlich.. Fazit: Finger weg! Da sucht man sich lieber ne Agentur..
 
  • Au Pair Beitrag #6
gut das man hier mal sowas hört.
ich wäre auch gern als au-pair in andere länder gefahren, um dort die sprache zu lernen, hatte aber nie die gelegenheit.
da auf vox jetzt diese sendung kommt, "träumte" ich schon davon, vielleicht wollen meine kinder ja mal. gut sie sind erst 6 und 7 aber man kann ja mal träumen.
doch jetzt denke ich, da muß man sich ja richtig gut erkundigen, au-pair ist nicht gleich au-pair.
vielen dank für eure berichte,
und schade das ihr solche erfahrungen machen musstet.
 
  • Au Pair Beitrag #7
Naja, wie gesagt, mit Hilfe von ner Agentur wär das wohl besser gelaufen. Nur wusste ich damals nicht dass Agenturen für AuPairs kostenlos sind und nun für die Familien was kosten. ûber die Schiene hat man glaub ich grössere Erfolgschancen. Nur habe ich festgestellt dass der Trend "AuPair Familie schnell und günstig ausm Inet" wächst. Was ich schrecklich finde, denn die ganzen AuPairs die ich kannte, waren alle privat da und hatten alle (bis auf 2) Probleme mit ihren Familien und mussten dann zurückfliegen...
 
  • Au Pair Beitrag #8
ich habe auch ein jahr als au-pair gearbeitet. allerdings in der schweiz. naja, au-pair kann man dem nicht wirklich sagen ;) war mehr ein zwischenjahr in ner familie...
hab die familie auch selber gesucht. so schlimm wars bei mir zwar nicht, allerdings möchte ich es nicht noch einmal machen.
war auch da um zu putzen (das hab ich aber schon vorher gewusst, stand auch im vertrag) und zu kochen. das war das schlimmste. ich kann definitv NICHT kochen *g* die beiden kinder (5 und 7) gingen in die schule, bzw. kindergarten und waren meistens nur am nachmittag zuhause. und die waren recht selbständig, zum glück ;) aber wenn sie sonst zuhause waren sehr oft sehr mühsam. ich konnte nein sagen und dann rannten sie zur mama und die sagte dann natürlich ja. super *rolleyes*
im nachhinein muss ich sagen, das jahr war eigentlich recht gemütlich. abgesehen von den kinder. ich konnte nur am WE nach hause, und damit hatte ich am meisten mühe... ich glaube wenn ich irgendwo gewesen wäre und nicht nach hause hätte gehen können, ich hätte wohl krise geschoben x)
 
  • Au Pair Beitrag #9
Ich konnte nicht nach Hause, hab mich dann meistens in mein Zimmer verzogen oder i die fin. Natur =))
 
  • Au Pair Beitrag #10
Oh ja, die Natur... wenn ich denn frei hatte (tagsüber) war ich auf deren klapperigen Radl und hab die Gegend erkundet - es gibt wohl keine Kirche in Norfolk, wo ich nicht im Besucherbuch stehe ;) Die Natur - und v.a. die Friedhöfe (vielleicht hab ich meine Liebe zu englischen Friedhöfen von damals??) hat mir da sehr viel gegeben...
 
  • Au Pair Beitrag #11
Ich wollte auch immer gerne als Au Pair arbeiten, was aber wegen meinem Hund nicht ging bzw geht. Alle die ich kenne die Au pair gemacht hatten, waren in Familien mit total verwöhnten und schrecklichen Kindern. ich denke mal das es daran liegt, dass sich nur die etwas reicheren Leute Au pairs leisten können.
Nicole
 
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