Fährtenarbeit klappt nicht oder: "Der Veganer mit der toten Ente"

Diskutiere Fährtenarbeit klappt nicht oder: "Der Veganer mit der toten Ente" im Hundesport Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo liebe Foris, vielleicht hat ja der oder die Eine von euch noch einen guten Tip für mich. Würde mit meinem Jagd-Nasentier Lilli gerne...
  • Fährtenarbeit klappt nicht oder: "Der Veganer mit der toten Ente" Beitrag #1
Loua

Loua

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Hallo liebe Foris,
vielleicht hat ja der oder die Eine von euch noch einen guten Tip für mich. Würde mit meinem Jagd-Nasentier Lilli gerne Fährtenarbeit machen, um ihre natürliche Begabung sinnvoll einzusetzen. Durch 1Jahr "Anti-Jagdtraining" (eher Rückrufarbeit) kann ich sie inzwischen auch gut lesen denke ich, wenn wir "einfach so" im Wald/Wiese unterwegs sind läuft sie Spuren schon total super, Nase am Boden, kleine Pendelbewegungen des Kopfes, Rute wie ein Metronom und das super konzentriert und ruhig über weitere Abschnitte.
Problem: wenn ich das mit ihr als Training machen will klappt gar nix. Sie kann es ja. Ich kann ihr nur einfach nicht begreiflich machen dass ich von ihr will, dass sie die Nase am Boden lässt und nicht frei sucht.
Meine Hundetrainerin, die selber Jagdhunde ausbildet, und mit der ich jetzt zweimal Fährtenarbeittraining gemacht habe sagt sie hält überhaupt nichts von der Leckerlispur Variante, sie will, dass die Hunde die Suche ohne Leckerli lernen, die Belohnung gibts am Objekt mit viel Party dazu. An sich find ich das einen guten Ansatz, aber leider lässt Lilli ihre Nase dadurch nicht unten, sondern nimmt kurz die Spur auf und rumpelt dann los um frei zu suchen. Wenn ich die Schlepp kurz nehme und versuche sie mit der Hand auf die Spur deutend zu animieren doch mit Nase unten da zu suchen legt sie sich ins Platz und macht gar nichts mehr, weil sie nicht weiß was ich will von ihr.
Meine Trainerin meinte dann wir brauchen eine sehr geruchsintensive Spur um sie besser zu motivieren und zack, da kommt die tote Ente ins Spiel: nach großem Getue meinerseits ("Oh Gott nein, igiiiiittt, wie eklig, nee das mach ich nicht....") hab ichs dann doch mit Ente versucht und es hat viel besser funktioniert. Ich will aber nicht mit toten Tieren arbeiten, davon abgesehen dass ich bei einem nicht jagdlich geführten Hund das Ganze kritisch sehe...

Sorry für den Roman mal wieder, hat denn jemand noch eine Idee wie ich Lilli dazu bringe wirklich die Spur mit Nase unten abzusuchen ohne dass wir Futter auslegen?
Danke schon mal,
auch im Namen aller Enten ;-)
 
  • Fährtenarbeit klappt nicht oder: "Der Veganer mit der toten Ente" Beitrag #2
Hallo Loua,

es muss nicht unbedingt eine tote Ente sein.
Das verdünnte Blut/Fleischsaft von Gulasch oder das Wasser aus einem Glas Würstchen tut es auch. ;)
 
  • Fährtenarbeit klappt nicht oder: "Der Veganer mit der toten Ente" Beitrag #3
Huhu,

vom toten Tier würde ich auch abraten, sonst hättest du kein Anti-Jagd-Training gebraucht ;).

Für mich sind es zwei sehr unterschiedliche Dinge, ob der Hund draußen nach Lust und Laune einer frischen Wildspur nachgeht, oder ob er konzentriert eine genaue Fährte sucht, die nach dir riecht. Zum einen muss sie erst einmal begreifen, dass sie »dich« suchen soll, obwohl du neben ihr stehst, zum anderen kann zwar jeder Hund irgendwie eine Spur aufnehmen und die grob verfolgen, aber konzentriert in Feinarbeit zu suchen ist noch einmal etwas anderes, das liegt nicht jedem und das macht auch nicht jeder gerne.

Daher zwei Ideen:
1. Habt ihr es mal mit Stöberfeldsuche statt Fährten versucht? Oder auch Personensuche? Vielleicht liegt ihr das eher.
2. Wie habt ihr denn aufgebaut? Habt ihr gleich eine Gerade gelegt oder erst einmal Abgangfelder gesucht? Ich würde hier mal ansetzen, denn scheinbar begreift der Hund ja gar nicht, worum es geht.
 
  • Fährtenarbeit klappt nicht oder: "Der Veganer mit der toten Ente" Beitrag #4
Das jemand der Jagdhunde ausbildet nichts von Leckerliespuren hält ist klar, aber wieso nicht du? Zudem schlecfht man diese ja auch wieder aus. Ziel ist es ja das dein Hund fährtet und es geht am besten indem man das nimmt was er am liebsten hat, damit der Spaß vorhanden ist.

Lg Yvi
 
  • Fährtenarbeit klappt nicht oder: "Der Veganer mit der toten Ente" Beitrag #5
Hallo ihr Lieben,
danke erstmal für eure Antworten, die helfen mir schon viel weiter, praktisch und als Denkanstoß ;-)

Das Problem ist glaub ich schon mal als erstes, dass mein Hund nicht sehr Objekt bezogen ist, sprich Dummy, Spielzeug, etc interessiert sie null. Sie findet das Ding das sie suchen soll, zeigt es an im Platz, aber sie will nachher nicht damit spielen, oder es als Belohnung apportieren oder tragen oder sonst was. DAs was aber schon immer so. Sie mag einfach nix tragen und kein Spielzeug, keine Dummies, kein Stöckchen und Oh Gott, bloß keinen Ball (hättet sie mal beim Flyball sehen sollen, die anderen Hundebesitzer konnten es nicht glauben wie ein Hund derart Bälle ignorieren kann *ggg*).
Damit fällt schon viel Motivation flach fürchte ich *seufz*, wie gesagt sie findet das ausgelegte Ding ja locker, nur das suchen findet sie besser als das finden hab ich das Gefühl...

Aufgebaut hat die Trainerin es eigentlich ganz "schlicht", ich sollte ein bisschen mit dem auszulegenden Gegenstand mit Lilli spielen, ihr den interessant machen (schon mal erstes Problem), dann Lilli neben mir mit Schlepp absitzen, sie darf zuschauen wie die Trainerin den Gegenstand hinter sich herzieht, eine Gerade, kurze Distanz. Dann dem Hund den Fährtenanfang (Gegenstand fest in die Erde gedrückt vorher) mit der Hand zeigen und interessant machen, warten bis sie Interesse zeigt, dann mit "such voran" mit der Hand am Boden zeigen, dass sie suchen soll.
Die ersten Male haben wir sie "mal machen lassen", also einfach in ihrem Tempo die Spur abgehen, damit sie den Gegenstand sicher findet und dann dort große Party und AM Gegenstand leckere Belohnung.
Hm, macht das Sinn soweit?
Nein, Stöberfeldsuche haben wir noch nicht versucht, ist das in etwa das, was die Rettungshunde machen? Da durften wir bei der Staffel schon ein paar Mal zuschauen. Die Überlegung Fährtensuche zu machen und keine freie Suche war eben wg ihrem Jagdtrieb, sprich sie läuft ja eh an der Schlepp (ist aber mehr noch eine gedankliche Beruhigung für MICH, sie läuft eh weiter als die Schlepp lang ist)und vor allem ist sie bei der freien Suche ja wieder komplett selbstständig unterwegs und genau das will ich nicht wieder fördern, weißt du was ich mein?
 
  • Fährtenarbeit klappt nicht oder: "Der Veganer mit der toten Ente" Beitrag #6
Das Problem ist glaub ich schon mal als erstes, dass mein Hund nicht sehr Objekt bezogen ist, sprich Dummy, Spielzeug, etc interessiert sie null. Sie findet das Ding das sie suchen soll, zeigt es an im Platz, aber sie will nachher nicht damit spielen, oder es als Belohnung apportieren oder tragen oder sonst was
Sorry, aber als ich das gerade gelesen habe wollte ich am liebsten Stopp schreien *nicht böse gemeint*. Das Problem ist nicht, dass der Hund nicht objektbezogen ist, sondern dass er jetzt schon, wo er nicht einmal einen Schritt fährten kann, einen Gegenstand suchen soll. Verweise kommen erst zur Fährte dazu, wenn der Hund wenigstens mal ein paar hundert Schritte und zwei oder drei Winkel sauber packt. Manche machen es mit dem Dummy schon etwas früher am Spurende als Belohnung, aber dann ist der Gegenstand weniger als Verweis als als wirkliche Belohnung gedacht, weil der Hund bereits auf den Dummy trainiert ist (ersetzt im Endeffekt nur meinen Leckerliturm am Schluss).

Wenn ihr das Suchen allein Belohnung genug ist lass den Gegenstand halt einfach weg, dann braucht es den nicht als Belohnung ;).

Aufgebaut hat die Trainerin es eigentlich ganz "schlicht", ich sollte ein bisschen mit dem auszulegenden Gegenstand mit Lilli spielen, ihr den interessant machen (schon mal erstes Problem), dann Lilli neben mir mit Schlepp absitzen, sie darf zuschauen wie die Trainerin den Gegenstand hinter sich herzieht, eine Gerade, kurze Distanz. Dann dem Hund den Fährtenanfang (Gegenstand fest in die Erde gedrückt vorher) mit der Hand zeigen und interessant machen, warten bis sie Interesse zeigt, dann mit "such voran" mit der Hand am Boden zeigen, dass sie suchen soll.
Ok, das kannte ich so noch nicht... Aber das ist keine Fährte, sondern eine Spur. Eine Fährte setzt sich aus deinen oder den Tritten eines Dritten (wie das klingt :lol:) zusammen. Bei so einer Spur ist es eher die Suche wie sie ein Jagdhund betreibt und kann daher auch eher frei sein, Hauptsache das Ergebnis stimmt. Bei einer richtigen Fährte sucht der Hund deine Spur, nicht die eines Spielzeugs, das ein bisschen nach ihm, ein bisschen nach dir und ein bisschen nach Stoff riecht ;). Und den Gegenstand vorher zu zeigen halte ich für gefährlich, denn der Hund merkt sich, wo er ist, und macht sich dann nicht die Arbeit zu suchen, sondern geht auf Sicht.

Nein, Stöberfeldsuche haben wir noch nicht versucht, ist das in etwa das, was die Rettungshunde machen? Da durften wir bei der Staffel schon ein paar Mal zuschauen. Die Überlegung Fährtensuche zu machen und keine freie Suche war eben wg ihrem Jagdtrieb, sprich sie läuft ja eh an der Schlepp (ist aber mehr noch eine gedankliche Beruhigung für MICH, sie läuft eh weiter als die Schlepp lang ist)und vor allem ist sie bei der freien Suche ja wieder komplett selbstständig unterwegs und genau das will ich nicht wieder fördern, weißt du was ich mein?
So ähnlich, ja, nur dass die Staffel eher Personensuche macht ;). Es gibt auch noch Mantrailing als Form der Personensuche. Und richtig konditioniert würde das vermutlich weniger den Jagdtrieb fördern als die bisherige Jagdhundspurensuche, die ihr da betreibt (genau das ist es nämlich).
Ich würde dir auch raten, zum Fährten ein unbewusstes Anfangssignal zu geben, also ein anderes Geschirr anziehen o.ä., sodass sie weiß, dass das ausschließlich mit diesem Geschirr stattfindet und ansonsten nicht erwünscht ist (bei vielen Hunden klappt die Verknüpfung überraschend einfach, weil es das Fährten ritualisiert).

Ich würde dir – wenn es wirklich Fährten sein soll – einen langsam Aufbau ans Herz legen. D.h. zuerst Vierecke treten, in die kommen Leckerlis, dann Dreiecke, bei denen die Leckerlis an die Spitze führen, dann einen Dreieck-Abgang mit kleiner Geraden usw.. Ihr erwartet hier m.E. viel zu viel auf einmal, was der Hund begreifen soll (wollte eine damalige Trainerin hier auch von meinem und es ging gewaltig in die Hose). Und ich würde mir für die Übung wirklich wen suchen, der weniger aus dem Jagdbereich kommt.
 
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