Ich bin verzweifelt... unser Welpe Akiko :(

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  • Ich bin verzweifelt... unser Welpe Akiko :( Beitrag #1
Mara_Luna

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Hallo liebe Hundefreunde,
gerade eben habe ich mich bei meiner Schwester ausgeweint, da ich es nicht länger für mich behalten konnte und meine Sorgen teilen musste. Sie hat mir dann auch geraten, hier ein Thema zu meinem Fall zu eröffnen, da ja jeder vorhandene Thread individuell ist.

Vorabinfos Akiko:
Alter: Vermutlich 7 Wochen
Rasse des Hundes: Mischling
Herkunft: Tierschutzgesellschaft in Rumänien
Kastriert?: Noch nicht
Wie lange lebt der Hund schon bei euch?: 3 Tage

Akiko wurde in Rumänien in einer Mülltonne entsorgt. Laut Orga soll Akiko 13 Wochen alt sein (Steht auch so im Impfpass), die Pflegestelle hier in Deutschland meinte aber 7 Wochen...ich habe also nicht wirklich eine Ahnung
:eusa_think:
Eine Freundin von mir, die die Welpen vermittelte schrieb mich an und fragte, ob ich jemanden kenne, der ein Plätzchen für die Babys frei hätte. So, dann ging es natürlich los. Ich habe überlegt und überlegt, habe mit meinem Freund (mit dem ich zusammenwohne) lange gesprochen, mit Familienangehörigen und Freunden. Das musste so sein, da ich nämlich bereits eine 9 Jährig Labrador-Dalmatiner Hündin mit Namen Luna habe und natürlich vorher alles abklären musste, ob die "Urlaubsvertretung" und das "Hundesitting" dann für beide in Anspruch genommen werden kann. Ich habe überlegt, ob es vom zeitlichen Aufwand geht mit Arbeit und Studium und vor allem, ob Luna sich mit Akiko verträgt usw usw ( ihr wisst ja die ganzen Überlegungen vor der Aufnahme eines Hundes ;))
Ich bin momentan bei meinen Geschwistern, 240km von meinem Wohnort weg, und seit Montag Abend ist Akiko nun hier. Die Pflegestelle befindet sich nämlich hier und da haben wir das gleich verbunden. Das erste Zusammentreffen der Hunde hat gut geklappt, auch die Ankunft war gut. Luna, der verwöhnte Einzelhund zickt zwar ab und an mit geknurre, aber nichts dramatisches.
Akiko hat sich hier in der Wohnung gut eingelebt, aber schläft noch sehr viel.
Nun zu meinem Problem. Ich bin seit gestern am Boden zerstört...:(:( Akiko kennt absolut NICHTS was draußen vor sich geht. Die "Gassigänge" (eigentlich Pipimarsch ca 5 Min) entpuppen sich als wahrer Horror. Sobald sie sieht, dass ich die Leine in die Hand nehme, haut sie ab und zittert am ganzen Leib. Wir sind hier in 1. Stock, das heißt ich muss sie die Treppe runter tragen und sie Zittert wie Espenlaub. Leider gibt es hier keinen Garten und wir sind direkt an einer gut befahrenen Straße. Sie geht keinen Schritt, zittert und fiept, selbst wenn ich sie ein Stück zu einer kleinen Wiese trage, will sie sofort wieder zurück. Ans Geschäft denken? Keine Chance! das macht sie dann hier in der Wohnung. Ich hab sie zu 98% auf frischer tat ertappt und bin gleich mit ihr runter, aber nur Gezittere und Gefiepse...kein Geschäft. :( Natürlich wird jetzt von euch kommen, dass sie ja alles noch lernen muss. Das ist mir bewusst. Ich habe nur momentan ein richtiges Tief. Innerlich geht es mir richtig richtig schlecht (Ich muss dazu sagen, dass meine ältere Hündin ein top sozialisierter Hund war und ABSOLUT einfach als Welpe war, von daher bin ich natürlich verwöhnt). Ich habe Angst, das Akiko aufgrund ihrer Vergangenheit einfach nicht von ihrer Angst loskommt, ich habe Angst, dass ich es nicht gebacken kriege und die Leute dann sagen, ich hätte es mir nicht gründlich überlegt (oh doch, das habe ich sehr wohl; aber das Szenario, dass man sich ausmalt kommt immer anders als man denkt, das wisst ihr bestimmt), ich habe ein sehr sehr schlechtes Gewissen gegenüber meiner großen Hündin. Sie verhält sich absolut normal, wie immer, muss auch keine vorherigen Privilegien einbüßen. Klar, dass der Welpe gerade ein wenig mehr Aufmerksamkeit braucht, aber ich versuche immer beide mit einzubinden. und vor allem habe ich Angst, die Kleine Maus nicht lieben zu können, (obwohl sie es absolut verdient hat) weil ich manchmal innerlich richtig genervt und ohnmächtig bin..
Wenn ich mit beiden Hunden raus gehe (Luna darf ab und zu mit, wenn ich die 5 Min-Runde mache) aber Akiko orientiert sich auch gar nicht an ihr und will heim. Ich gehe ca. 7-8x täglich (wobei ich manchmal, ich gebe es zu, überhaupt keine Lust habe, weil sie ja eh kein Geschäft macht), nachts schläft sie erfreulicherweise richtig gut durch, wenn sie neben mir fiepst, dann gehen wir raus
Ich bin innerlich zerrissen. Ich bin gestern und heute mit meinem Bruder und beiden Hunden zu einer Waldlichtung gefahren zum spazieren und Akiko war wie ausgewechselt, sie hat gespielt, ist Luna hinterher und hat sogar ihr Geschäft verrichtet..ich konnte es kaum glauben. In diesen Momenten geht es mir gut und ich denke ich schaffe das. gehe ich aber vor die Tür und sehe wie Akiko sich fürchtet, verzweifle ich. Dann kommen wieder die Ängste in mir hoch.
Ich bin nun noch ca 1 Woche hier bei meinen Geschwistern und dann geht es mit beiden ab nach Hause. Dann stellt sich auch die Frage, wie es Akiko dann dort ergeht. Ob sich die Hunde dann da auch noch verstehen? Und Akikos "Rausgehangst"?:? Wir haben zwar dann ein kleines Fleckchen Wiese vor der Tür, aber ich weiß nicht, wie die Kleine reagiert. Außerdem gibt es dann auch mehr ruhigere Plätzchen in der Umgebung ( Ich bin fast täglich mit meiner großen Hündin auf der Hundewiese (ca. 2 Min Autoweg) auf der wir uns immer mit Gassifreunden treffen), aber für die kurzen Pinkelgänge kann ich ja nicht immer das Auto nehmen.

Ich bin verzweifelt... was soll ich nur tun?! Ich will Akiko unbedingt eine Chance geben und manchmal denke ich mir einfach, ich geb sie wieder zurück, weil es ja doch nicht klappt. Das ist immer so ein Hin und Her..je nachdem, wie sich Akiko draußen verhält..ich könnte den ganzen Tag nur weinen..ich bin Hin und Her gerissen.:(
Es tut mir leid, dass dies so ein Roman geworden ist, aber ich fühle mich jetzt auch ein bisschen besser, mir dies von der Seele geschrieben zu haben. Was denkt ihr dabei? Soll ich auf mein Herz oder auf meinen Verstand hören?
Vielen Dank an alle, die sich durch meinen Thread gequält haben,
liebe Grüße, Melly mit Luna und Akiko
 
  • Ich bin verzweifelt... unser Welpe Akiko :( Beitrag #2
So, jetzt erstmal durchatmen.
Die Maus ist 3 (!!!) Tage bei euch- was hast du erwartet?;)

Ihr komplettes Leben ist mir nichts dir nichts zusammen gebrochen und alles ist neu und gruselig und überhaupt.
Es wäre ein Wunder, wenn sie sich anders verhielte.
Vor allen Dingen, wenn sie aus doch zweifelhaften Verhältnissen aus dem Ausland kommt- wenn sie wirklich erst 7 Wochen alt ist, ist sie natürlich auch viel zu jung um überhaupt von der Mutter getrennt worden zu sein.
Viel, viel, viel zu jung.

Ich würde aber noch nicht die Flinte ins Korn schmeißen. Es wird noch dauern bis sie sich an diese für sie gruselige neue Umgebung gewöhnt hat, aber das wird nicht einfacher, wenn sie einen Menschen an ihrer Seite hat, der permanent an ihr und sich selbst zweifelt.
Sie ist eben ein Baby, das jetzt erstmal lernen muss, dass die Welt ihr nichts Böses will.

Sollte dich die ganze Situation jetzt allerdings schon emotional zu sehr belasten dann würde ich sie an eine geeignete Stelle vermitteln.
Entweder du bist dir sicher, dass du diese Sache mit ihr durchstehen kannst und willst oder aber du sorgst dafür, dass sie eben ein solches Zuhause bekommt.

Es wird immer wieder Situationen geben, die dich verzweifeln lassen werden, genau so wird es aber auch Situationen geben, die ein voller Erfolg sein werden.
 
  • Ich bin verzweifelt... unser Welpe Akiko :( Beitrag #3
Ich schließe mich im großen und ganzen Midoriyuki an. Nach drei Tagen kann man da noch kein endgültiges Resümee ziehen. Vielleicht taut sie in den nächsten Wochen ganz schnell auf ;)

Gleichzeitg möchte ich aber auch sagen, dass verpasste Abschnitte in der Prägephase eines Welpen (z.B. fehlende Prägung und Sozialisierung auf den Menschen) unter Umständen ein ganzes Hundeleben lang zu bemerken sein können.

Was du beschreibst klingt sehr nach meinem Ringo als er klein war (ebenfalls ex Straßenhund). Ungefähr bis zu seinem ersten Lebensjahr hat es gedauert bis er zuverlässig stubenrein war. Ewigkeiten bis er vor Unsicherheit draußen mal nicht beim kleinsten Geräusch einfach weggerannt ist, sondern zu mir gekommen ist.
Auch heute (er wird 12 in ein paar Wochen) hat er noch sehr oft vor kleinen Sachen Angst (wenn die Heizung knackt, wenn jemand Schluckauf hat...etc) und ist dann unter Umständen so panisch, dass er gar nicht mehr ansprechbar ist.
Auch gibt es viele Dinge die man mit so einem Hund eben unter Umständen niemals so einfach machen kann (in die Stadt gehen, vor nem Laden anbinden etc).

Dennoch (oder vielleicht gerade deswegen) wächste man auch auf eine ziemlich enge Weise zusammen. Ich hätte mich vielleicht niemals so intensiv mit Hunden beschäftigt und so viel über Hunde gelernt wenn ich einen "einfachen" Hund gehabt hätte ;)
Phasen in denen ich meinen Hund nicht so innig liebe wie ich mir das wünschen würde habe ich tatsächlich auch immer mal wieder, gerade weil Ringo mich (oder irgend einen anderen Menschen) auch nicht so liebt wie das ein auf Menschen geprägter Hund tut und manchmal erwische ich mich, wie ich ein wenig neidisch bin, wenn jemand anders seinen Hund ruft und der dann freudig ankommt um sich durchknuddeln zu lassen :D

Trotzdem, ich würde ihn nicht hergeben wollen und habe mir in all den Jahren auch nie gewünscht er wäre ein anderer (nur eben oft, dass ich besser an ihn rankäme ;)), denn es gibt auch ganz viele Dinge die kann er sehr gut und vorbildlich (mal alleine bleiben, verbotene Plätze (Bett) akzeptieren, keine Dinge vom Tisch stehlen, Leinenführigkeit...).

Lass dir und ihr erstmal noch etwas Zeit, ich denke das meiste wird sich dann finden (und es gibt durchaus viele Hunde die sich nach ein paar Wochen dann doch ganz normal entwickeln).
Falls du dir allerdings bereits jetzt schon sicher bist, dass du auf keinen Fall für viele Jahre mit einem Hund leben möchtest der potenziell das ein oder andere Problem behalten wird, würde ich auch frühzeitig sehen, dass du ein anderes Zuhause für sie findest. Es ist wichtig für sie, dass sie jetzt nicht auch noch rumgereicht wird.
Ich finde es schwer dir dafür einen konkreten Rat zu geben, am Ende musst da wohl auf dein Herz hören.
 
  • Ich bin verzweifelt... unser Welpe Akiko :( Beitrag #4
Also wenn du nach drei Tagen schon frustriert bist und keine Lust mehr hast, dann lass es.
Fakt ist nämlich, dass dir da ein großer Haufen Arbeit bevorsteht, und da muss man das nötige Selbstvertrauen und die nötige Lust dafür mitbringen.
Mein Hund ist jetzt gut 1,5 Jahre bei uns und hat immer noch Momente, in denen man ihm die Vergangenheit anmerkt und er sich querstellt. Nähere ich mich mit dem Halsband und mache in meiner Körpersprache auch nur einen Fehler duckt er sich instinktmäßig und verschwindet. Und das nach 1,5 Jahren, viel Arbeit und der (eigentlichen) Gewissheit, dass ich ihm noch nie etwas Böses wollte.
Kann sein dass sich das irgendwann noch gibt, kann sein dass das sein Leben lang so bleibt... wer weiß. Man kann vorher nichts sagen, außer dass es einen Haufen Arbeit gibt.
BJ wurde langsam an alles herangeführt. Mit dem nötigen Selbstbewusstsein/-verständnis von uns aber auch oft zu seinem Glück gezwungen.
Kannst du von dir sagen, dass du über wirklich genug Selbstbewusstsein, Ruhe und Geduld verfügst? Hast du Lust, deinem Hund die Welt zu zeigen auch wenn es immer wieder Rückschritte geben wird, oder versinkst du in Mitleid mit dir, ihr oder deinem zweiten Hund?
 
  • Ich bin verzweifelt... unser Welpe Akiko :( Beitrag #5
Es hört sich hart an, aber hör bitte auf, dich selbst zu bemitleiden. "Die Anderen werden denken..."- "ich werde versagen"... Was kümmert es dich, was Fremde denken? Du solltest versuchen, dem Welpen zu helfen, bevor du daran denkst, wie Andere reagieren. Du sagst, dein erster Hund war ein Glücksfall und pflegeleicht. Nun, hier hast du die Möglichkeit, zu erfahren, wie sich ein "ungezähmter" Hund verhält und wie man ihn alltagstauglich macht. Du hast quasi nicht den Hund bekommen, den du wolltest, sondern den, den du brauchst, um über deine Grenzen hinauszuwachsen. Und da hast du noch sehr viel Glück, dass er die Flucht wählt, mein Vermehrerhund hatte 1 Jahr lang Tobsuchtsanfälle. War er als Kleiner überfordert, biss er um sich herum, bis er umfiel. Was meinst du, wie ich geheult habe?
Das Beste ist, wenn du dein persönliches Bild vom Hund aus deinem Kopf streichst. Der Welpe ist auf keinen Fall zu vermenschlichen und zu bemitleiden. Der einzige Antrieb, während du mit ihm interagierst, sollte der Wunsch sein, ihm zu zeigen, dass seine Angst bloß Staub und Luft ist. Und so solltest du dich auch verhalten. Ein kühler Kopf und ein warmes Herz für das Problem dieses Tieres.
Angst ist das ursprünglichste, wildeste Gefühl aller Lebewesen. Deswegen wirkt der ängliche Hund, besonders der Welpe, wild. Du wirst es unglaublich schwer haben, da der Hund in seiner sensiblen Phase auf die Angst geprägt wurde.
Hol dir einen guten Trainer, keinen, der Dressur betreibt, sondern einen, der die Psyche des Hundes versteht.
In ca. 1,5 Jahren hast du mit konsequenter Führung dann einen Hund, der dir Freude macht.
Du kannst es schaffen;)
 
  • Ich bin verzweifelt... unser Welpe Akiko :( Beitrag #6
Vielen lieben Dank für eure Unterstützung.
Wenn ich das jetzt so lese, denke ich, dass ich wirklich überreagiert habe. Ich war übermüdet und ein wenig überfordert mit der neuen Situation. Und dann kommt ja noch dazu, dass ich ja gerade nicht in meinen eigenen vier Wänden bin. Heute morgen habe ich Akiko wieder zum Park getragen und sie hat ihr Geschäft gemacht :) :)
Jetzt gerade bin ich nochmal mit beiden Hunde los und Akiko ist mitgelaufen, obwohl ich sie direkt vor der Haustüre abgesetzt habe und hat auf der kleinen Wiese, bei der sie immer so panisch war ihr Geschäft gemacht :)
Nun denke ich mir, dass ich wirklich überreagiert habe, ich habe die Nacht nochmal darüber geschlafen und bin in mich gegangen. Diese Erfolgserlebnisse (auch wenn sie klein sind) helfen mir sehr!
Vielen Dank für die (auch harten) Worte!!
 
Thema:

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