Einreiten ohne Rückenmuskeln?

Diskutiere Einreiten ohne Rückenmuskeln? im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo! Mein Norweger mix ist dieses Jahr nun endlich soweitgeritten werden zu können. Nun hat mit jemand erzählter habe zu wenig Rückenmuskulatur...

kann ich ihn nur schon reiten odee nicht

  • ja warum nicht

    Stimmen: 0 0,0%
  • nein lass es lieber

    Stimmen: 1 100,0%

  • Umfrageteilnehmer
    1
  • Umfrage geschlossen .
  • Einreiten ohne Rückenmuskeln? Beitrag #1
E

Emily liebt Micky

Beiträge
9
Punkte Reaktionen
0
Hallo! Mein Norweger mix ist dieses Jahr nun endlich soweitgeritten werden zu können. Nun hat mit jemand erzählter habe zu wenig Rückenmuskulatur um angeritten zu werden.Ich wollte ihn eigendlich auch erstmal nur im Gelände reiten daser sich strecken kann und sein Schritt Tempo selber bestimmen kannOhne Druck usw. Baut er im Schritt nicht schon diese Muskeln auf?Ich gehe seit 2 Jahren regelmäßig spatzieren fahre Fahrrad mit ihm longiere ihn bodenarbeit usw. Meint ihr ich wùrde ihn schaden wenn ichihn ohne viele rückenMuskeln erstmal nur entspannt Schritt reiten wùrde? Freue mich auf Antworten!
 
  • Einreiten ohne Rückenmuskeln? Beitrag #2
Hi,

Die Frage ist ja, für wen das Schritt reiten dann entspannt ist.

Wenn der Rücken vollkommen unterbemuskelt ist, wird das für deinen Norweger eine ganz unangenehme Angelengenheit. Die Muskeln haben die Aufgabe Dein Gewicht halten zu können. Fehlen diese Schmerzt es im Rücken. um es simpel auszudrücken.


Was spricht denn dagegen jetzt die nächsten Wochen die Longenarbeit in den Focus zu nehmen und ihm so den Einstieg ins Reitpferdeleben zu erleichtern?

Wie alt ist er denn eigentlich?
 
  • Einreiten ohne Rückenmuskeln? Beitrag #3
Jungpferde haben alle wenig Rückenmuskulatur - warum sollten sie auch.
Selbst wenn die gut aussehen, sind die Muskeln eben schwach. Aufgefüttert ist nicht kraftvoll und stark.
Du solltest das Pferd erstmal mit Sattel longieren, dann kann es sich an das wenige Gewicht gewöhnen. Beim Longieren versuche immer mal den Zirkel zu verkleinern, damit das Pferd sein Gleichgewicht besser hält und lernt.
Beim Longieren -gerade im Galopp- solltest du möglichst wenig treiben. Immer nur treibend eingreifen (Schnalzen oder mit der Peitsche bzw. dem Arbeitsseil nachtreiben) wenn das Pferd den 3-Takt verliert oder ganz ausfällt. Fällt das Pferd in den Trab aus, wird einfach sofort ganz ohne Stress wieder angaloppiert.
Das Pferd lernt so, sein Gleichgewicht zu halten und gleichzeitig, dass ihm die Aufgabe einfacher fällt, wenn es den Hals etwas fallen lässt (Balancestange) und die Kraft aus der HH holt. Es wird dieses schnell merken und nach kurzer Zeit mehr untersetzten, den Rücken mehr dehnen und die Bauchmuskulatur an- und abspannen (nicht verspannen).

Versteht das Pferd dieses nicht oder ist durch Wachstum in seinem Gleichgewicht so gestört, dass es diese Übungen nicht absolvieren kann, kann man folgendes machen:
Das Pferd sollte in der Bodenarbeit an ein Körperband gewöhnt werden. Hierfür reichen normalerweise 2 zusammegeknotete Stretchbandagen. Das Körperband sollte so nachgiebig sein, dass es nicht verrutschen kann und auch dem Pferd nicht die Hinterbeine unter den Bauch zieht. Das Körperband wird vom Sattelgurt zu Sattelgurt hinter dem Pferd geführt und liegt knapp oberhalb der Sprunggelenke.
Bei Pferden, die von Natur aus einen Unterhals haben, kann zusätzlich ein Hilfszügel (Dreieckszügel) verwendet werden. Das Pferd ist zuvor an den Dreieckszügel zu gewöhnen. Der Dreieckszügel sollte so verschnallt sein, dass das Pferd den Hals und Kopf weit über die Senkrechte nehmen kann, jedoch gerade so den Unterhals nicht herausdrücken kann. Auf gar keinen Fall darf der Kopf des Pferdes heruntergezogen werden, das Pferd soll aus Erfahrung lernen, dass es Lob einheimsen kann, wenn es entspannt arbeitet.
Das Pferd lernt so leichter die HH unterzuschieben, und den Hals fallen zu lassen. Das Pferd ist beim Longieren immer wieder an den richtige Stellung zu erinnern, indem man sehr leicht an der Longe zupft, wenn es nach außen schaut. Senkt das Pferd den Hals oder schanubt ab, ist sofort zu loben. Das Pferd lernt so, sich zu entspannen und eine Arbeitshaltung einzunehmen, die die Rückenmuskulatur stärkt.
Ganz wichtig ist dabei das Lob an der richtigen Stelle, das darf nie vergessen werden.
Wer das wirklich gut beherrscht, kann auch mit der Doppellonge arbeiten, hierfür benötigt man jedoch sehr viel Erfahrung, da man sich sonst schnell ein Pferd bastelt, das hart im Maul und stumpf gegen treibende Hilfen ist.
Die beste Lösung ist das Körperband ohne weitere Hilfszügel und geschicktes Longieren - erstmal nicht zu lange.
Das Pferd soll aus pos. Erfahrung die richtige Arbeitshaltung einnehmen und darf weder überfordert noch durch konfuse Hilfen verwirrt werden.
Das Reiten kann dann beginnen, wenn das Pferd mit Leichtigkeit 20 Min. arbeiten kann (davon 10 Min. Schritt).
Das Reiten kann anschließend ohne Ausbinder erfolgen. Je nach Pferd kann das Körperband dran bleiben.
Nach und nach kann man von sämtlichen Hilfsmitteln wieder los kommen und die Reitzeit erhöhen. Dann kann das Pferd auch im Gelände den Reiter leicht balancieren und weiß seinen Körper einzusetzen. Man erkent diesen Zeitpunkt, indem man sich die Muskulatur und das Verhalten des Pferdes (seine Fortschritte) genau anschaut.

Nur im Schritt im Gelände wird das Pferd zwar brav und schult sein Gleichgewicht, es wird aber vermulicht durch Wachstum und Unerfahrenheit eine falsche Haltung annehmen und im Rücken schwach bleiben.
 
  • Einreiten ohne Rückenmuskeln? Beitrag #4
Er ist jetzt 4 Jahre alt die Longe kennt er habe ihn das ganze
Letzte Jahr longiert auch alles problemlos..Nur halt die ausbinder
Mag er nicht. wenn ich ihn versuche Schritt zu Schritt dran zu gewöhnen .
Mag er irgendwann nicht mehr. Deshalb wollte ich dieses eigendlich ..
Nicht so gerne. Ich habe mit ihn jetzt seit 2 Wochen stangenarbeit an der Longe
Gemacht weiß aber nicht ob das reicht um die Muskeln im Rücken auf zu bauen oder halt wenn ich Schritt reite und er im Gelände den Kopf unten hält im Schritt wenn
Ich ihn reite ob das halt schon reichen wùrde erstmal:)
 
  • Einreiten ohne Rückenmuskeln? Beitrag #5
Was für Ausbinder nimmst Du denn und wie kurz sind diese verschnallt?

Ich longiere für gewöhnlich mit locker eingeschnalltem Lauferzügel. Das Pferd soll so viel Freiheit haben, dass es den Kopf heben aber nach Unten die Anlehnung suchen kann.
Das ein junges Pferd noch nicht konstant die Anlehnung halten kann ist absolut normal und ist erst nach weiterer Ausbildung und die dadurch erlangte Kraft möglich.

Wie gesagt: Bevor keine Anfangsmuskulatur vorhanden ist, würde ich mich da nicht drauf setzen. Nur weil der Hals krumm ist, geht ein Pferd noch lange nicht am Zügel. Und ein bisschen durchs Gelände dümpeln und den Kopf runterziehen bringt keine Muskeln.

Wie wäre es denn, wenn Du mal gezielt nach Longentraining für Dich suchst? Es gibt viele Höfe, welche zumindest Seminare anbieten und Dir somit Grundlagen vermitteln können.
 
  • Einreiten ohne Rückenmuskeln? Beitrag #6
Beim Anreiten von Jungpferden muss/darf den Korpf gar nicht runter. Das Pferd sollte vor dem Widerrist abkippen und den Kopf deutlich vor der Senkrechten halten. Kurzfristig darf der Kopf auch knapp vor der Senkrechten getragen werden. Die Nase sollte idealerweise auf Höhe vom Bugspitz sein. So kann das Pferd seinen Rücken dehnen, Muskulatur aufbauen und sein Gleichgewicht finden. Anfangs benötigt das Pferd den Hals als Balancestange, daher führt ein superrund gewölbter Hals zu Gleichgewichtsproblemen, Ermüdung und Verspannungen im Rückenbereich.
Der Rücken sollte schwingen. Man sieht das deutlich am gesattelten Pferd.
Die Hüfte schiebt sich gleichmäßig und rechts/links gleichweit vor ohne, dass das Pferd hinten breit tritt.
Die Kruppe federt gleichmäßig auf und ab. Der Hinterzwiesel des Sattels macht eine U-förmige Bewegung, schön von rechts nach links (Rückenmuskulatur arbeitet).
Das Pferd geht entspannt ohne zu latschen in fleißigem Tempo ohne zu rennen.
 
Thema:

Einreiten ohne Rückenmuskeln?

Oben