Leider werden von vielen Tierärzten sämtliche Verdauungsprobleme ohne viele weitere Untersuchungen als "Infekt" abgetan und dann (meistens überflüssig) mit Antibiotika behandelt (welche die Probleme im schlimmsten Fall sogar noch verschlimmern können, da sie auch die guten Bakterien der Darmflora töten).
Bei einem einem grippalen Infekt kommen beim Hund meistens genau wie bei uns Menschen mehrere Symptome zusammen - Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Fieber.
Ich würde dazu raten, bei Verdauungsproblemen nicht immer sofort den Tierarzt aufzusuchen, sondern erstmal 1-3 Tage auf Schonkost umzustellen um zu sehen ob eine Besserung eintritt.
Als Schonkost eignet sich gekochter Reis (bei Durchfall, darf der Reis auch ruhig mit Salz gekocht werden um den Elektrolyt-Haushalt im Gleichgewicht zu halten) und Hühnchenfleisch (wenn der Hund rohes gewohnt ist, braucht man es auch als Schonkost nicht zu kochen). Das Mischverhältnis von Reis und Fleisch sollte etwa 1 zu 1 sein.
Das Hühnerfleisch liefert schnell und leicht verwertbares, hochwertiges Eiweiß, der Reis hat zwar für den Hund überwiegen nutzlose Kohlenhydrate, liefert aber bei Krankheit und Appetitlosigkeit auch schnelle Kalorien und entzieht zudem dem Darm Wasser bei der Verdauung, so dass er hilft den Durchfall zu lindern.
Ebenfalls untermischen kann man Hüttenkäse oder einen klein geriebenen Apfel (enthält Pektin, welches bei der Verdauung aufquillt und so ebenfalls helfen kann den Kot wieder etwas fester zu bekommen).
Wenn die Schonkost über mehrere Tage gegeben wird, darf auch ruhig ein kleiner Löffel Öl mit dabei sein um die Mahlzeit komplett zu machen.
Die Schonkost sollte am Besten in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt gegeben werden.
Als Langzeiternährung ist die Zusammensetzung der Schonkost nicht geeignet da nicht alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge enthalten sind, im Ernstfall kann sie aber sicher bedenkenlos für 1-2 Wochen gegeben werden.
Verschwindet oder bessert sich der Durchfall nicht nach drei Tagen, oder kommen noch andere akute Symptome hinzu würde ich den Hund zum Tierarzt bringen, dort dann allerdings verlangen dass aussagekräftige Untersuchungen gemacht werden (z.B. ein Blutbild, je nachdem in welche Richtung der Verdacht geht) um eine Diagnose zu finden und nicht, dass der Hund auf Verdacht mit verschiedenen Medikamenten behandelt wird.
Hinter Verdauungsproblemen können alle möglichen Ursachen stecken, von Infekten über Allergien und Futterunverträglichkeiten bis hin zu organischen Erkrankungen und verschluckten Fremdkörpern.
Vorübergehende Verdauungsprobleme sind in der Regel harmlos (und müssen meist außer evtl mit Schonkost nicht weiter behandelt werden), aber wenn sie länger anhalten sollten sie umfangreich untersucht werden, da eben dann doch auch ein schlimmeres Problem dahinter stecken kann.
Auch wenn es ja oben so klingt, als wenn es deinem Hund jetzt schon besser geht wünsche ich trotzdem noch gute Besserung
