Metrosexueller Hahn oder doch Henne?

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  • Metrosexueller Hahn oder doch Henne? Beitrag #1
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Komischer_Vogel

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Hallo Ihr Lieben!

Da will ich mal meinen ersten Beitrag hier absetzen, denn auch wenn ich recherchiert habe wie ein Blöder, habe ich bislang keinen befriedigenden Ansatz gefunden was da derzeit genau in meinem Vogelkäfig abgeht.

Es geht um zwei frisch eingezogene Kanarienvögel, die vor vier Tagen noch unter schrecklich beengten Verhältnissen im Zoohaus residierten. Mir wurden die beiden als Männchen verkauft, da es scheinbar derzeit nicht einfach sei an Hennen im norddeutschen Raum zu gelangen. Der eine Bursche (Horst) kommt scheinbar vom Züchter und ist beringt, der andere Hahn (Edgar) trägt keinen Ring und scheint daher aus Privatzucht.

Der Käfig ist geräumig und dürfte von anderen als Volaire wahrgenommen werden. Er ist reichlich mit Unterhaltung, Begrünung und mehreren Bädern ausgestattet, was bislang scheinbar derart beruhigend wirkt, dass auch beim Umstellen mit der Hand im Käfig keinerlei Fluchtverhalten zu beobachten ist.

Da die beiden sich vom ersten Tag an recht seltsam verhalten haben bin ich gleich mal in die Recherche gegangen, was zu mehr Verwirrung als Klarheit geführt hat. Warum füttert Edgar Horst? Es kein Droh- oder Unterwerfungsgebahren dabei zu beobachten. Es ist einfach so, dass Edgar Horst füttert. Und zwar häufig. Die beiden sind kaum an verschiedenen Stellen im Käfig vorzustellen, sitzen immer beieinander und verhalten sich sehr friedlich, nur jedes Mal, nach wenigen Augenblicken der Ruhe füttert Edgar wieder Horst.

Also haben wir gestern versuchsweise ein Nest aufgehangen und siehe da, Horst vertreibt sich heute die Zeit damit die unterm Sand liegenden Zeitungen zu zerlegen und ins Nest zu tragen (warum auch immer er/sie kein Heu oder Gras dazu nimmt), wobei die Nesttauglichkeit im Feuchtfutternapf, wie auch im normalen bereits erprobt wurden.

Singen will keiner von den beiden, allerdings sind sie ja auch erst sehr frisch hier. Das Nest scheint insgesamt eine zentrale Rolle einzunehmen, verbringen doch beide jetzt sehr viel Zeit darin oder darum. Oder eben beim Futternapf.

Daher die zentrale und abschließende Frage:

Habe ich zwei Hähne / einen Hahn und eine Henne / zwei Hennen?

Besten Dank Leute!

Der komische Vogel
 
  • Metrosexueller Hahn oder doch Henne? Beitrag #2
Hallo und willkommen im Forum! ;)

Bei Kanarienvögeln ist das Geschlecht äußerlich nicht so gut zu bestimmen und es würde mich kaum wundern, wenn das Personal im Zooladen nicht kompetent genug war, es richtig zu erkennen. Scheinbar wurdest du sowieso nicht gut beraten, ansonsten hättest du keine zwei (vermeindlichen) Hähne genommen, da diese sich in der Brutzeit arg bekämpfen und sogar einander verletzten können.
Unter Hähnen kann es dann auch dazu kommen, dass einer derart unterdrückt wird, dass er die Rolle des Weibchens einnimmt. Dann finden manchmal sogar Paarungen statt.

Da sich deine zwei aber insgesamt sehr harmonisch anhören, würde ich spontan auf ein Paar tippen. Wenn sie das Brutverhalten weiter ausleben, wirst du so oder so bald bescheid wissen. Ansonsten könntest du auch einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen, hier findest du Adressen: Sollte einer der beiden Eier legen, tausche diese gegen Plastikeier aus. So kann die Henne ihren Bruttrieb ausleben, ohne dass es zur unkontrollierten Vermehrung kommt. Sollte der Brutrieb anhalten und die Henne ein weiteres Gelege vorbereiten, stelle das Futter um (nährstoffärmer, kein Frischfutter, kein Eifutter) und verkürze das Tageslicht.
 
  • Metrosexueller Hahn oder doch Henne? Beitrag #3
Vielen lieben Dank Laura!

Nun, ich finds ja auch äußerst erhoffenswert, dass die beiden als Heten zueinander finden :) Mittlerweile kann ich ja sowas wie ein Statusupdate der beiden abgeben. Ich seh schon, die beiden brauchen ihren eigenen Facebook-Account :p

Also, das Nestbauverhalten dauert ungeahnt intensiv an. Ich glaube Horst nimmt jetzt gerade während ich tippe das erste Mal am heutigen Tage Futter zu sich. Ich habe mir nämlich heute in der Mittagspause erlaubt die beiden mit Nistmaterial zu versorgen. Ein wenig Moos samt der Zoohausalternativen Kokos und lecker Schnürchen :)

Jetzt ist mittlerweile aber fast sowas wie ein Ritual zwischen den beiden zu erkennen, dass sich abzeichnet.

Horst sammelt Material für's Nest, hält dabei Abstand von Edgar, fliegt zum Nest und beginnt dies ungemein umständlich abzulegen, was natürlich ungemein drollig anzuschauen ist. Am Ende des Ablegens lässt sich Horst ins Nest fallen und zupft nochmal ein wenig zurecht. Vorhang auf für Edgar! Der platziert sich auf einer Stange nen gutes Stück weit weg und beginnt kläglich zu zirpen und zu quietschen. Ich vermute das wird mal Gesang wenn's groß ist :p Danach fliegt Edgar zum Nest, gibt noch ein oder zwei Töne von sich und beginnt dann am Nistmaterial durch die Außenwand des Nestes zu zupfen. Das findet Horst verständlicherweise gar nicht lustig, weswegen er/sie nen langen Hals macht und sich in Edgars Richtung bewegt. Hierauf hört Eddy mit dem Zupfen auf und nähert sich Horst an, wobei dieser jedoch ausweicht, meist indem er wieder Richtung Nistmaterial fliegt um Nachschub zu holen. Und täglich grüßt das Murmeltier, wie ein Uhrwerk lief das heute den ganzen Tag.

Naja, sagen wir ab heute mittag, wo man hier begann die beiden wieder zu beobachten. Aber es schien so, da heute morgen schon genau dieses Uhrwerk lief.

Wir hoffen hier ja wirklich, dass es ein Pärchen ist, da wir, selbstverständlich beizeiten, auch ernsthaft über Vogelnachwuchs nachdenken.
 
  • Metrosexueller Hahn oder doch Henne? Beitrag #4
Wir hoffen hier ja wirklich, dass es ein Pärchen ist, da wir, selbstverständlich beizeiten, auch ernsthaft über Vogelnachwuchs nachdenken.

Davon würde ich ehrlich gesagt abraten. Kanarienvögel sind in der Brutzeit sehr terretorial und die Hähne bekämpfen sich dann bis auf's Blut. Um einen Schwarm halten zu können, braucht es sehr viel Platz, oder jedes Paar braucht zur Brutzeit ein eigenes Zimmer. Wohin also mit dem Nachwuchs? Kanarienvögel gibt es schon zuhauf in Tierheimen, da muss man nicht noch mehr nachproduzieren...

Davon mal abgesehen hast du keine Kenntnisse über den Stammbaum und die Gene der beiden Vögel (würde mich zumindest arg wundern bei der Herkunft aus einem Zooladen). Es ist durchaus möglich, dass die Gene nicht zusammenpassen und missgebildete Küken entstehen.
Außerdem können Komplikationen wie zum Beispiel Legenot auftreten, dann muss die Henne sofort zu einem vogelkundigen Tierarzt, da sie sonst versterben könnte. Bei falscher Ernährung können zudem Mängel auftreten usw. usf. - Die Zucht, auch wenn's nur einmal Babys haben wollen ist - ist eine komplizierte Sache, bei der man sehr viel Verantwortung für die Tiere hat. Das sollte man den Profis überlassen.
 
  • Metrosexueller Hahn oder doch Henne? Beitrag #5
Und da bin ich auch schon wieder. :)

Aaaalso, ich hätte dann da doch nochmal die ein oder andere Frage, wobei ich dir für deine einsame Betreuung danke Laura. Insgesamt schien mir das Forum recht aktiv zu sein, aber entweder hat außer dir keiner Ahnung von Kanarienvögeln oder aber die ganzen Posts im Forum stammen in Wirklichkeit von dir! :eusa_shhh:

Kommen wir aber nun zum Eingemachten. Das Nest ist quasi fertig (wobei das wirklich überraschend groß geworden ist) und nun werden wir sehen was da kommt. Um das, was da kommt jedoch so angenehm wie möglich für Horst(ess) zu gestalten, stehen wir nun vor der Frage ob wir Eifutter beifügen sollen?! Immerhin wollen wir natürlich angesprochene Legenot vermeiden, auch wenn es vielleicht nur einmal ist. Hilft Eifutter dabei das Ei ornidynamischer zu machen?

Soll man sie im Allgemeinen Eier legen lassen oder das Nest lieber entfernen um nach Möglichkeit insgesamt die Legenot auszuschließen? Ich meine, wir wollen ja schließlich nur das Beste für die beiden.

Ferner stellt sich die Frage emotionalen Stresses, der aufkommt wenn der Vogel keine Jungen aufzieht. Man mag jetzt sagen, na komm jetzt hör aber mal auf hier die Tränendrüse zu bemühen, nur weil du gerne Küken haben willst, aber die Frage stellt sich mir ganz ernsthaft und auch rein wissenschaftlich. Der Antrieb allen Lebens ist es nicht zu überleben, sondern neues Leben zu produzieren. Genetisch ist also jedes Tier, jeder Mensch, ja jeder Grashalm mit dem "Sinn" programmiert die vorangegange Generation für das was da folgen mag gewesen zu sein. Ein Platzhalter für die Nachkommen aufs Niederste reduziert. Und was passiert nun mit den beiden, wenn sie keinen Nachwuchs produzieren? Letztlich pflanzen wir Menschen uns doch auch weiter fort, trotz der erheblichen, wenngleich heute schon reduzierten Risiken den Vorgang nicht zu überleben. Darf ich unseren Vögeln das vorenthalten?

Ich weiß, die letzte Frage ist arg philosophischer Natur, daher habe ich Verständnis dafür, wenn du nur die ersten Fragen beantwortest und die letzte aussparst :p

Ich frag auch nicht weiter :) Versprochen :)

Aber wir können Infos zu den beiden und besonders deine Hilfe Laura wirklich gut gebrauchen. :)

Liebe Grüße

Der komische Vogel
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Metrosexueller Hahn oder doch Henne? Beitrag #6
Leider habe ich auch nur ein Grundwissen über Kanarienvögel, da ich selbst eher bei den Papageien heimisch bin.
Wenn du das Nest jetzt entfernst, könnte es sein, dass die Henne versucht ein neues zu bauen. Wenn sie sehr triebig ist, legt sie die Eier vielleicht auch einfach in irgendeine Ecke. Anders als zum Beispiel Wellensittiche sind Kanarienvögel keine Höhlenbrüter, die überhaupt nur dann legen, wenn eine passende Brutgelegenheit gegeben ist. Daher würde ich den Vogel jetzt lassen, bevor sie sich noch mit dem Futternapf oder so abmüht. Nach der Brut würde ich dann kein Nest mehr anbieten, damit sie keinen zweiten Versuch starten.

Mit Eifutter oder Vitaminzugaben würde ich jetzt nicht hantieren, das regt den Bruttrieb nur an. Wenn die Piepser ausgewogenes Futter und Kalk in Form von Grit oder Sepiaschale bekommen, hat die Henne alles was sie braucht. Sollte dennoch eine Legenot auftreten, musst du einen vogelkundigen Tierarzt zur Hand haben.
Und kümmer dich auch schon mal um passende Plastikeier zum austauschen.

Wenn die beiden keine Küken aufziehen, hat das für sie keine psychischen oder gesundheitlichen Folgen. Es kommt in der Natur auch immer wieder vor, dass ein Gelege nicht befruchtet ist und dann aufgegeben wird.
 
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