Hallo,
die Transportbox ist eine gute Idee. Klopfer hat die Transport als Hilfsmittel akzeptiert. In meiner Wohnung ist Parkett und es ist für ihn unangenehm, darüber zu laufen, weil es glatt ist und er immer wegrutscht. Wenn er irgendwo hin will und ich ihm die Box vor die Nase halte ist er sofort da drin. Ist auch praktisch, wenn er sich in kritische Situationen manövriert (z.B. im Regal sizt) und sich nicht wieder weg traut. Box vor die Nase und die Situation ist gelöst. Denn Hochheben mag er überhaupt nicht und ist nur Streß für ihn.
Du schreibst, daß eure Kleine es haßt, wenn man in ihren Bereich greift, wie äußerst sich das? Der Käfig ist ihr Revier. Wenn sie jetzt noch nur schlechte Erinnerungen (z.B. Hochheben) damit verbindet, wenn jemand in ihren Bereich greift, ist doch vollkommen normal, daß ihr das nicht paßt.
Zwischen den Zeilen lese ich (bitte korrigiert mich, wenn es falsch ist), daß eure Kleine einen Käfig im Wohnraum, ein Außengehege hat und außer im Käfig im Wohnraum nicht frei laufen darf. Für Auslauf soll sie aus dem Käfig direkt in das Außengehege transportiert werden. Verstehe ich das richtig?
Gebt eurer Kleinen doch einfach mal Auslauf im Wohnraum. Errichtet einen kleinen Zaum (bei Tchibo gibt's z.Zt. was im Angebot) um oder vor dem Käfig und macht die Käfigtür auf. In diesen Auslauf stellt ihr dann sofort die offene Transportbox, so daß diese von Anfang an natürlicher Bestandteil der Umgebung ist. Am Anfang nicht übertreiben - so 15-20 Minuten. Die Käfigtür sollte offen sein, so daß sie selber entscheiden kann, ob sie rein oder raus will. Die Rückkehr in den Käfig wird erleichtert, wenn sie Futter nur im Käfig bekommt. Bei meinem ist es ganz einfach. Der Käfig ist sein Revier, ich muß nur irgendwas da drin machen und er kommt sofort gucken. Ich möchte aber auch keine Illusionen wecken, das ein oder andere Mal wird sie im Auslauf hinkötteln oder hinpinkeln. Aber darauf kann man sich im Vorfeld ja einstellen. Als Gegenleistung sieht man aber ein Fellknäuel putzmunter durch die Gegend hoppeln. Hin und wieder verwandelt sich das Fellknäuel dann auch in einen durch die Gegend titschenden Flummi. Klopfer ist jetzt seit ca. 12 Wochen bei mir. Nach drei Wochen war er stubenrein und läuft mittlerweile, wenn ich da bin, durch die ganze Wohnung.
Bezieht die Kleine mit in eurer tägliches Leben ein. Auch wenn sie ein Einzelgänger zu sein scheint und keine Gesellschaft duldet, braucht auch sie hin und wieder soziale Kontakte. Laßt sie entscheiden, wann sie zu euch kommen will, wann sie gestreichelt werden will. Zeigt ihr, daß ihr freundlich seid, ihr sie nicht bedrängt und von euch keine Gefahr ausgeht. Ein bißchen Geduld müßt ihr aber schon haben.
Warum deckt ihr abends den Käfig ab? Grenzt sie doch nicht aus. Kaninchen sind von Natur aus neugierig. Eure kleine bekommt mit, daß außerhalb vom Käfig das Leben weitergeht. Es sind Geräusche da und sie weiß nicht wo die her kommen. Sie sieht ja nichts mehr. Vielleicht sind es auch fremde Geräusche und sie hat Angst, weil sie nicht sehen kann, wo diese herkommen. Laßt das Abdecken des Käfigs einfach mal bleiben und schaut, was passiert. Bei mir war es ähnlich. Mein Kleiner hat ein eigenes Zimmer und immer wenn ich wußte, daß ich spät nach Hause komme, habe ich die Tür zu gemacht. Als ich dann gekommen bin, war sofort ein Klopfen aus dem Zimmer zu hören. Wenn ich nach einer Weile Klopfen nachgeschaut habe, saß der Kleine verängstigt und aufgeregt im Käfig. Nach ein paar mal habe die Tür offen gelassen und Situation war sofort entspannt. Er hat neugierig geguckt und wenn ich dann angesprochen habe, war nicht nur Ruhe im Käfig, sonder er hat sich sogar gefreut.
Als Kind hatte ich schon mal ein Kaninchen. Das war auch ein Mädchen. Die Kleine hatten wir in unserer Leben eingebunden. Das Vertrauen und die Anhänglichkeit ging dann sogar soweit, daß wir sie draußem im Garten frei laufen lassen konnten. Sie ging immer bei Fuß und hat sich nicht mehr als 2 Meter von einem entfernt. Ein bißchen Geduld ist freilich erforderlich. Aber das Tier gibt es dann einem vielfach zurück.
Grüße
Matthias