Probleme mit meiner Reitbeteiligung

Diskutiere Probleme mit meiner Reitbeteiligung im Pferde Forum Forum im Bereich Tiere Allgemein; Hallo ihr Lieben Ich habe vor 3 Monaten einen lieben Wallach als RB angenommen. Er ist ein herzensguter und superlieber Kerl ( western und...
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Mondfinsternis

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Hallo ihr Lieben

Ich habe vor 3 Monaten einen lieben Wallach als RB angenommen. Er ist ein herzensguter und superlieber Kerl ( western und englisch ausgebildet) aber wenn es ans Reiten geht und ans Longiern wird es schwierig, er wurde von vorherigen Rb´s komplett versaut.Er rast auf dem Platz unkontrolliert rum- versammlung unmöglich ,lässt sich kaum durchparieren, halten ist ohne ziehen am zügel nicht möglich,auf alles andere reagiert er KEIN BISSCHEN. wenn es in die schnellere gangart geht reagiert er auf die leichtesten Stimm- und Beinhilfen. Doch wenns ans anhalten / langsamer werden geht scheint er jede Stimmhilfe und Beinhilfe zu ignorieren und beisst sich fest. Ich bin langsam mit meinem Latein am ende.
Beim Longieren das gleiche. er reagiert auf stimmhilfen die die schnellere gangart " befehlen" aber langsamer AUF KEINEN FALL . er hört mir zu aber ich hab das gefühl das ich entweder IHn nicht verstehe oder er MICH. ich habe aber extrem auf meine Körpersprache geachtet und finde da selber nichts was evtl falsch sein könnte.mir kam schon der gedanke ob er es überhaupt gelernt durchzupaarieren...


Jetzt meine Frage: wie bringe ich ihm bei/kriege ihn dazu , ohne zügelzerren durchzupaarieren/anzuhalten. PS : Im gelände ist anhalten nich total einfach aber deeeutlich besser als auf dem platz.

BIIIITTEE BITTEE HELFT MIR!!
 
  • Probleme mit meiner Reitbeteiligung Beitrag #2
Erstmal herzlich willkommen hier im Forum =)

Was sagt die Besitzerin denn dazu? Ich würde als erstes mal versuchen, mir dort Hilfe zu holen. Kannst du dir sonst vielleicht mal einen Reitlehrer oder einen anderen erfahrenen Reiter zur Hilfe holen? Ein Externer wird da sicher auch viel eher etwas erkennen können als du selbst mitten in der (ja auch nicht immer ganz ungefährlichen) Situation.
 
  • Probleme mit meiner Reitbeteiligung Beitrag #3
Danke :)

die Besitzerin interessiert so etwas leider nicht.
eine freundin hilft mir und mit ihrer hilfe schaffe ich es das er wenigstens in die richtungen geht die ich will allerdings ist sie auch überfordert mit dem unkontrolllierten rasen

Das Zitat ist vollkommen richtig und sehr schön :)
 
  • Probleme mit meiner Reitbeteiligung Beitrag #4
Hallo

Ich habe ein eigenes Pferd und hatte da das selbe Problem.

Ich habe sie solange laufen lassen bis sie selber nicht mehr konnte und als sie dann durchparieren wollte weil sie nicht mehr konnte habe ich sie weiter galloppiert dann war es versammelt. Das machst du solange bis er sagt wenn ich so rase muss ich noch länger galloppieren als ich will und dann merkt er wenn er gleich langsamer galloppiert verbraucht er auch nicht viel Kraft.

Wenn das nicht funktioniert machst du am besten immer im Gallopp wenn er so rennt kleinere Volten und dann wieder gerade aus wenn er dann immer wieder so rast immer mehr kleinere Volten weil das ging meiner dann auf den Keks und dann hat sie es verstanden das es am besten ist gleich versammelt zu galloppieren. ;)

ODER du galloppierst auf einem Zirkel und machst ihn immer Kleiner bis er langsamer ist und wenn er dann wieder rennt das gleiche Spiel von vorne bis sie es verstanden hat. Wegen durchparieren musst du ganz viel Bodenarbeit machen und dann immer wieder Traben mit ihm also nebenher laufen und dannn auf die Stimme anhalten und das machst du so lange bis er es auch wieder verstanden hat. Danach kannst du es an der Longe mit Gallopp versuchen wenn er meint er muss trotzdem rennen lass ihn wieder so lange laufen bis er selber nicht mehr kann und dann lasst du ihn weiter galloppieren (wie beim Reiten oben beschrieben)

Ich hoffe das ist hilfreich bei mir hat es super funktioniert :)

Liebe Grüße und Viel Erfolg

Horselover99
 
  • Probleme mit meiner Reitbeteiligung Beitrag #5
Hey Horselover.
Danke für die Tipps ich werde sie sofort ausprobiern :)
Liebe Grüße und vielen Dank
 
  • Probleme mit meiner Reitbeteiligung Beitrag #6
Pass nur auf bei Horselovers Tipp, das du im Sattel nicht in Flugnot kommst :lol:
Rasendes Pferd (sind meistens nicht ausbalanciert) und kleine Volten ergeben herrliche Fliehkräfte.
Bin dabei mal wie ein Zäpfchen über die Bande geschossen.
 
  • Probleme mit meiner Reitbeteiligung Beitrag #7
Ich würde ihn eher dazu bringen nicht das "Hirn" auszuschalten und durchrasen zu lassen... Dass kannst du machen - indem du das Gewicht verlagerst - nur ein wenig - er kriegt so keine Geschwindigkeiten zusammen - mein ex -Reitlehrer hat es immer so gemacht - wenn so ein Pferd immer wieder zu rasen begonnen hat er hat den HErdenverband reingeholt - das war eine alte betuchte Gallopperstute - ein paar Araber - und sonst relativ hochblütige Pferde... Wenn der kleine Guck in die Luft dann wieder mal losgezischt ist (meist ohne Reiter -) - hat er eben von seinen Kumpels eine Abreibung bekommen (die ex-Gallopperstute war auch nicht von schlechten Eltern - die hatte vielleicht eine Laune - wenn so ein Jungspund dahergerast gekommen ist)... Aber geheil war das Pferd dann von seinem Planlosen rumrasen - weil die anderen haben sich das nie bieten lassen - und schneller waren die mit Garantie ....
 
  • Probleme mit meiner Reitbeteiligung Beitrag #8
Kein Problem Mondfinsternis :)

Ich helfe immer wieder gern.

Hat es funktioniert?

Liebe Grüße :D

PS: Ja bei den Volten musst du dich gut im Sattel halten am besten du reitest dann bei den Volten mit einer Hand und hebst dich mit der anderen Hand am Sattel.

Bist du Westernreiterin Mondfinsternis?

Wenn ja kannst du dich dabei super am Horn halten. ;)
 
  • Probleme mit meiner Reitbeteiligung Beitrag #9
Ich würde dringend auch mal die Ausrüstung untersuchen lassen. Kann sein, dass der Sattel im Schritt vielleicht noch nicht ganz so sehr weh tut, aber in den schnelleren Gangarten ganz furchtbar drückt und das Pferd vor lauter Schmerz weg will. Oder, dass die unruhige Reiterhand mit schnellerem Tempo verdammt im Maul reißt. Auch Zahnprobleme, Rückenschmerzen, Hufprobleme usw. können der Auslöser für Durchgehen sein.
Bitte lass danach mal schauen, bzw. bitte die Besitzerin darum bevor du wilde Tipps ausprobierst.
hast du die Besitzerin denn schon mal reiten sehen? Ist es da genauso? Wie reitet sie ihn?
 
  • Probleme mit meiner Reitbeteiligung Beitrag #10
Ich würde dringend auch mal die Ausrüstung untersuchen lassen. Kann sein, dass der Sattel im Schritt vielleicht noch nicht ganz so sehr weh tut, aber in den schnelleren Gangarten ganz furchtbar drückt und das Pferd vor lauter Schmerz weg will. Oder, dass die unruhige Reiterhand mit schnellerem Tempo verdammt im Maul reißt. Auch Zahnprobleme, Rückenschmerzen, Hufprobleme usw. können der Auslöser für Durchgehen sein.

Das stimmt ich ging davon aus das alles passt bei meiner hat alles gepasst und sie hat es trotzdem gemacht kommt halt auch darauf an wie das Pferd eingeritten worden ist. Also meine wurde gar nicht richtig von ihren Vorbesitzern eingeritten.

Liebe Grüße ;)
 
  • Probleme mit meiner Reitbeteiligung Beitrag #11
Ich gehe mal davon aus, dass das Pferd gesund ist und das Material passend. Gerade, wenn das Pferd von der vorherigen Reiterin 'Versaut' wurde, liegt die Vermutung auf Muskelverspannungen oder klemmende Wirbel und Rippen recht nahe.
Beim Reiten sollte man keinesfalls die Schenkel wegstrecken, wenn das Pferd rennt. Das Pferd würde so lernen, dass Schenkelhilfen pauschal losrennen bedeuten und niemals zu biegen oder zu arbeiten sein.
Versammlung kannst du von dem Pferd zwar sowieso nicht erwarten (s. Ausbildungsskala), ein Pferd das nur rennt, kennt allerdings sein Wohlfühltempo nicht. Ein normales Arbeitstempo sollte schon möglich sein.
Ein Festhalten des Gebisses vom Pferd geht ja mal gar nicht.
Bei solchen Pferden verwende ich gern ein anatomisch geformtes, etwas dünneres Gebiss mit einer Rolle in der Mitte.
$_57.JPG



Ein Pferd, dass das Gebiss mit der Zunge festhält, drückt sich dieses selber in den Oberkiefer, was schmerzhaft ist. Daher nehme ich ein dünneres Gebiss. Die Rolle verhindert, dass dem Pferd die Zunge bei Zügelhilfe nach oben verschoben wird. Die Rolle lässt das Gebiss im Maul gleiten, was den Pferden sehr viel angenehmer ist, außerdem wird die Maultätigkeit angeregt und es kommt nicht zum sog. 'trockenen Maul'.

Ich lasse das Pferd erst einmal rennen und bewege mich ohne jede Hektik ganz locker im Pferd. Ich störe das Pferd absolut nicht. Sobald ich merke, dass das Pferd einfach nur aus alter Gewohnheit rennt und mir eigentlich zuhören will, stehe ich beim Leichttraben langsamer auf. Das Aufstehen erfolgt langsam verzögert und deutlich hoch. Wenn man das nicht kennt, muss man es etwas üben. Meist reißen sich Reiter von hektischen Pferden auch hektisch aus dem Sattel. Wenn ich mich hinsetze gebe ich am äußeren Zügel eine Parade und lasse los, wenn ich wieder aufstehe. Das Pferd muss nun mit dem gleichseitigen Hinterbein (also außen) einen kleineren Tritt machen. Um diesen Tritt nicht hektisch werden zu lassen, eben die gleichzeitige Gewichtshilfe. Die Schenkel liegen dabei ruhig am Pferd und können evtl. beim Hinsetzen sogar leicht drangenommen werden (Absatz tief, nur die angespannte Wade).

Ist das Pferd so auf dem Zirkel in einem fleißigen aber regulierten Arbeitstempo eingestellt, bewege ich mich wieder im Pferd. Das Pferd soll sein Wohlfühltempo kennenlernen und sich nicht gehetzt fühlen. Dann wird auch das Maul lockerer.

Es gibt Pferde, bei denen diese einfache Übung schon reicht. Sie lernen einfach, dass es angenehm ist, wenn der Reiter nicht stört und passen sich nach dem ersten Dampf Ablassen dem Reiter gern an.
Viele Pferde rennen aber sofort wieder los, sobald der Reiter versucht irgendetwas Anderes zu machen, als nur artig auf dem Zirkel möglichst unauffällig auf dem Pferd zu sitzen.
Dann verwende ich folgenden Trick:
Ich lasse das Pferd arbeiten - und wie. Viele schöne lösende Übungen in schneller Folge reiten. Immer und immer wieder. Biegung, Stellung, Außenstellung, HH heraustreiben.....
Das Pferd rennt nun um sich zu entziehen, gleichzeitig findet durch die Übung eine Lockerung der Muskulatur statt. Je flotter das Pferd ist, je höher ist nämlich der Effekt. Mit einem faulen Pferd ist ein Zirkel verkleinern bis Voltengröße, dann die HH rausschicken, Außenstellung und seitwärts wieder herausschicken, eine Qual.
Flotte Pferde arbeite ich dann viel seitwärts, in allen Gangarten.
Ganz wichtig ist das Loben! Macht das Pferd nur das kleinste Zugeständnis oder hat es eine Übung begriffen (selbst wenn sie noch etwas hektisch war), immer ausgiebig loben und dem Pferd evtl. auch eine kleine Pause gönnen. Es soll ja nicht nur die Rittigkeit verbessert werden, sondern das Pferd soll auch motiviert werden.

Zwischendurch dann sollte das Pferd Konzentrationsarbeit machen. Stangen, Pylonen können Vorwärts, Rückwärts und Seitwärts bewältigt werden - immer schön im Schritt. Hier wird das Pferd anfangs sehr aufgeregt sein um sich zu entziehen, denn viele Stangen verwirren. Das Pferd bekommt innerhalb der Übungen immer eine Pause und muss lernen möglichst langsam und umsichtig die Übungen zu bewältigen. Das Stärkt das Vertrauen und den Gehorsam gegenüber den Schenkelhilfen. Allein ein rückwärts Einfädeln zwischen zwei Stangen, ist eine so schwierige Übung, dass man diese ganz hinten anstellen sollte (erstmal vorwärts rein und rückwärts wieder raus, dann vorwärts rein- um eine Ecke- und rückwärts wieder raus). Je langsamer, flüssiger und konzentrierter die Übungen gelingen, je besser. Daher zwischendurch immer wieder anhalten und das Pferd loben. Das Pferd soll lernen, dass es die geforderten Übungen nicht so schnell wie möglich hinter sich bringen soll.

Das Longierproblem löse ich meist durch Bodenarbeit. Eine Mischung aus Bodenarbeit und Longieren ist dabei ideal. Das Pferd muss in der Bodenarbeit lernen, dass es auf die Körpersprache des Menschen zu achten hat. Innerhalb der Bodenarbeit longiere ich das Pferd dann immer wieder ein paar Runden um mich herum, dann wieder zu mir holen, handwechsel, geradeaus laufen, Bodenarbeitsarbeit.

Das Programm muss sehr vielfältig sein und das Pferd menthal ungeheuer fordern. Je mehr das Pferd lernt, sich auf den Menschen zu konzentrieren und je mehr es durch Lob motiviert wird, je eher ist es auch später bei der Arbeit bereit, dem Menschen auf seinem Rücken zuzuhören und seine Anweisungen zu befolgen.
Die Ausbildungsskala muss dabei immer beachtet werden, sonst droht Überforderung durch Übungen, die das Pferd einfach rein körperlich noch nicht beherrschen kann.

Eine Pauschalbehandlung, die sofort greift, gibt es leider nicht. Bei solchen Pferden ist der Weg erstmal das Ziel. Allerdings, wer sagt, dass der Weg keinen Spaß machen soll?
 
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