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Wölfi
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»Live» am Unfallgeschehen Präventionsaktion startet: Dreibeinige Symbole in Orange warnen vor Wildunfällen
gel Lüchow. Warnende Symbole in Orange werden demnächst zuhauf an den Straßenrändern Lüchow-Dannenbergs zu sehen sein. Sie signalisieren den Autofahrern: Fuß runter vom Gaspedal - aufpassen vor Wildwechsel! Denn jedes dieser dreibeinigen Holzsymbole steht für einen Wildunfall, der sich an dieser Stelle ereignet hat.
Mit der spektakulären, gestern gestarteten Präventionsaktion »Drei Beine in drei Landkreisen» will die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen zusammen mit den Jägern die Zahl der Wildunfälle in der hiesigen Region drastisch senken. Und das ist auch nötig - wie die Zahlen belegen. Allein in Lüchow-Dannenberg hatte es im vorigen Jahr 528 Mal gekracht, weil sich Wild auf der Straße befand. Das waren 36,6 Prozent aller Verkehrsunfälle. Bisher haben sich die Fachleute die Zähne an dem Problem ausgebissen: Weder reflektierende CDs an Bäumen noch die Warnschilder für Autofahrer haben die Unfallzahlen deutlich senken können. Der Wildbestand in den Wäldern ist zurzeit einfach zu hoch; das Verkehrsaufkommen dagegen ist gestiegen. Hinzukommt, dass sich jährlich fast willkürlich die Unfallschwerpunkte ändern. Besonders viele Wildunfälle gab es im vorigen Jahr beispielsweise auf der Bundesstraße 493 zwischen Waddeweitz und der Kreisgrenze, auf der B191 in Seybruch und auf der B248 in Höhe der Kieskuhle in Tramm. Doch bereits in diesem Jahr kann es ganz andere Schwerpunkte geben.
Und genau da setzt das neue Projekt an. Die vor Ort zuständigen Jäger stellen pro Wildunfall zwei Meter neben dem Straßenrand ein orangefarbenes hölzernes Dreibein auf, das mindes-tens ein halbes Jahr dort stehen bleiben soll. So werden die Unfalldaten direkt auf die Straße und für die Autofahrer optisch realisierbar zurückgespiegelt. Polizei-Verkehrsexperte Andreas Dobslaw: »Das aktuelle örtliche Unfallgeschehen wird so ,live» für jedermann wahrnehmbar». Es werde durch ständige Veränderungen ein aktuelles Lagebild dokumentiert; Unfallschwerpunkte seien in den Landkreisen Uelzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg zeitnah erkennbar. Die Polizei setzt also auf eine »Wirkung in den Köpfen» der Autofahrer, damit die an diesen Stellen den Fuß vom Gaspedal nehmen. Andreas Dobslaw verweist dabei auf Untersuchungen, die da besagen: Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h könnten Tiere ein Fahrzeug wahrnehmen und auch noch artgerecht reagieren: nämlich von der Gefahr weglaufen. Doch bei einem Tempo von über 70 km/h werde das Auto von den Tieren nicht mehr wahrgenommen: Sie laufen dann direkt hinein in die Gefahr. Ein warnendes Beispiel: Bei einem Zusammenstoß mit nur 50 km/h schlägt ein ausgewachsenes Wildschwein mit einer Wucht von etwa zwei Tonnen in das Auto ein.
Und von wegen Bagatellschäden: Die Polizei taxiert den volkswirtschaftlichen Schaden durch Wildunfälle für das Jahr 2005 auf bundesweit 75 Millionen Euro. Dabei kamen 14 Menschen zu Tode; 578 Autoinsassen erlitten schwere Verletzungen.
Bild: Ein orangefarbenes hölzernes Dreibein wird ab sofort überall dort am Straßenrand aufgestellt, wo es einen Wildunfall gegeben hat. Mit dieser Präventionsaktion der Polizei und Kreisjägerschaften sollen die Unfallzahlen in diesem Bereich deutlich gesenkt werden.
Quelle: Elbe-Jeetzel-Zeitung, 28.04.2007
