- Was tun? Beitrag #1
Rettet_die_Tiere
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Hallo,
wir sind zurzeit völlig ratlos und wissen nicht, was wir tun sollen.
Kiki, die Henne meines Nymphensittich-"Paares" (wenn man die beiden überhaupt so nennen kann) ist krank. Und das nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. (Achtung, das kann jetzt sehr lange werden.)
Ende Januar 2014 holten wir Kiki zu uns. Ich habe meine Eltern nach Tränen, Streiten und Erklärungen gerade dazu bekommen, für unseren dort bereits vorhandenen, vierjährigen Nymphensittich-Hahn Tito eine riesige Eckvoliere, teures Futter und eine Partnerin zu kaufen- Kiki. Die Vergesellschaftung lief ganz gut- nachdem die erste Schrecksekunde vorbei war, starrten sie sich beide aufgeregt an. Wir dachten, das bessert sich. Zwei kerngesunde Vögel, die sich gegenseitig liebkosend auf den Sitzästen hocken, das war unsere Vision. Wäre es auch so geworden, müsste ich das alles hier nicht schreiben. Doch nun muss ich es tun. Und das macht mich traurig.
Einen Monat später war alles noch wie am ersten Tag. Ich redete mir und meinen Eltern immer ein, dass es eben bei manchen Nymphies länger oder kürzer dauert, bis sie sich verstehen und dass das alles gar nicht schlimm wäre. Tito war mehr oder weniger noch der Alte, doch uns fiel auf, dass Kiki immer ruhig war. Darüber machten wir uns allerdings keinerlei Sorgen, der Vogel sei ja schließlich gesund. Das sagte der "Züchter", der nur Geld machen wollte. Den Fakt, dass er nur die Geldscheine wollte prasseln hören, erfuhren wir jedoch erst einige Monate später. Bessergesagt, gegen Mitte Juli.
Keine Besserungen, keine Näherung, kein Kontakt zwischen Tito und Kiki. Es waren nun ja viele Wochen vergangen, nachdem Kiki zu uns kam. Nichts passierte. Meine Eltern wurden zurecht misstrauisch, aber ich blieb bei meiner Version mit Das-Dauert-Noch und Das-Wird-Noch. Als sich Tito erschrak und sich im Angstflug Federn blutig herausriss und der Flügel letztendlich herunterhing, ließen wir eine Tierärztin kommen. Sie untersuchte Tito und stellte fest, dass er sich wohl den Flügel heftig verstaucht hatte. Wir bekamen Medikamente verschrieben, die wir ihm einflößen sollen und ein Pulver, dass die Muskelbildung stärken soll. Er bekam täglich das Medikament, alles geklärt, alles gut. (für alle, die sich Sorgen machen: mittlerweile kann er wieder so wie früher fliegen.)
Am selbigen Tage wurde auch Kiki untersucht. Die Ärztin sagte uns, dass Kiki irgendwie seltsam im Käfig sitzen würde. Und das tat sie auch. Tag für Tag am selben Fleck. Sie starrte auf den Boden und schwankte seltsam. Ihr eines Füßchen hielt sie eingezogen ins Gefieder. So hockte sie da. Die Tierarzt-Helferin packte Kiki mit einem Handtuch. Die Tierärztin untersuchte sie gründlich. Sie fragte uns munter, was wir zu Fressen gaben, erzählte und erzählte. Als sie allerdings auf einer Seite die Flügel abtastete, verstummte sie. Einige Minuten später hatte sie die Diagnose. Muskelzurückbildung. Und das erklärte uns viel, sehr viel. Immer, wenn wir Kiki im Freiflug hatten, flog sie schräg, fiel auf den Boden, stürzte schlagartig ab und flog gegen alles dagegen, weil sie nicht abbremsen konnte. Dann saß sie immer völlig verzweifelt und verwirrt auf dem Boden. Ich musste ihr immer die Augen zuhalten, sie auf die Hand nehmen und in die Voliere zurücktragen. Nach ein paar solchen Erlebnissen wollte sie nicht mal mehr in den Freiflug. Sie saß noch stärker so dort, wie ich es oben beschrieben hatte. Immer, wenn sie sich bewegte, war das, um Tito anzufauchen, wenn er sie anfauchte, fressen und kaum trinken. Ansonsten saß sie, in sich innerlich zerbrochen, an ihrem Stammplatz und starrte mit glanzlosen Augen in die Ferne.
Der geldg*ile Id... "Züchter", bei dem wir Tito und Kiki gekauft hatten, hatte uns verklickert, Kiki sei total gesund und munter und wir müssten uns keine Sorgen machen. Wir hätten eigentlich merken müssen, dass das nicht stimmt, als wir sahen, wie klippendürr Kiki war. Aber wir vertrauten dem A....., weil er lauter Auszeichnungen, Weltmeisterschaften und Pokale gewonnen hatte. Allerdings nicht mit der Haltung, Gesundheit und Zufriedenheit der Tiere, sondern mit ihrem Aussehen. Das mit der Haltung habe ich erst gemerkt, als wir Kiki kauften. Als ich 7 war und Tito zu uns kam, hatte ich gedacht, er hätte die beste Haltung der Welt. Hatte er nicht. Eher die Fürchterlichste.
Kiki war mit einem gemischgeschlechttigen Schwarm in einer für Schwärme dieser Größe vieeel zu kleinen Voliere untergebracht. Es war stockdunkel, die gewellten Plastikfenster an den Seiten, an denen man durchlief, ließen keinen Fetzen Sonnenstrahlen zu den Vögeln, an den Ecken standen massenweise leergetrunkene Bierflaschen und man konnte keine fünfzehn Zentimeter gehen, ohne dass man auf eine Zigarette trat. Aber wie gesagt- wir vertrauten dem Kerl! Ich schäme mich so sehr, dass ich nicht gemerkt habe, dass da was ganz, ganz gewaltig schiefläuft. Ich hasse mich regelrecht dafür. Der Züchter wollte nur Geld sehen. Mehr nicht. Fertig. Dass Tito nicht krank war, lag vielleicht daran, dass wir ihn als gerade flüggegewordenen Jungvogel abholten und er deshalb nur ein paar Wochen dieser katastrophalen Haltung ausgesetzt war. Kiki hingegen war vier Jahre ihres grauen Lebens in dieser Horroranstalt.
(an die Mods: Entschuldigung für die Wortwahl, aber hoffentlich könnt ihr verstehen, was für einen Hass ich auf diesen Typen habe.)
Nachdem uns das klar wurde, versuchten wir alles, um das zu ändern. Wir mischten das Pulver, was wir für Tito bekamen, in ihren Napf, wenn sie fraß, probierten Naturäste, Vitamine, Käfigeinrichtungen. Zwecklos. Sie sitzt mit Angst vor allem in der Voliere und wartet, so wie es aussieht, darauf, endlich gehen zu dürfen. Sie hat wirklich Angst vor allem, sogar vor ihren eigenen Körperteilen- sie klettert vor ihren Federn weg, wenn sie gerade eine herausgemausert hat und faucht ihren Fuß an, wenn sie ihn putzt. Sie wirkt so verloren, ganz tief in sich selbst. Und nun sitzen meine Familie und ich da und rätseln, was wir noch für sie tun können.
Nun denken wir darüber nach, sie einzuschläfern. Wir denken einfach, dass Kikis Leben kein Leben mehr ist und sie nur darauf wartet, erlöst zu werden. Beim Gedanken daran, sie nicht mehr zu haben, muss ich fürchterlich weinen. Auch wenn ich sie noch nie gestreichelt habe oder sonstwas, was für andere der einzige Grund ist, ein Tier zu lieben, liebe ich sie so unendlich und kann es mir ohne sie gar nicht vorstellen und will es mir gar nicht vorstellen. Was sollen wir tun? Kiki abgeben? Seperat halten? Einen Käfig hätten wir noch. Bitte helft mir, ich bin am Ende... :010: Ich habe den Gedanken lange genug verdrängt und jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als es endlich aus mir herauszulassen und darüber zu schreiben.
Ich hoffe, jemand weiß, was wir jetzt noch tun können...
Deprimierte Grüße
RDT
wir sind zurzeit völlig ratlos und wissen nicht, was wir tun sollen.
Kiki, die Henne meines Nymphensittich-"Paares" (wenn man die beiden überhaupt so nennen kann) ist krank. Und das nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. (Achtung, das kann jetzt sehr lange werden.)
Ende Januar 2014 holten wir Kiki zu uns. Ich habe meine Eltern nach Tränen, Streiten und Erklärungen gerade dazu bekommen, für unseren dort bereits vorhandenen, vierjährigen Nymphensittich-Hahn Tito eine riesige Eckvoliere, teures Futter und eine Partnerin zu kaufen- Kiki. Die Vergesellschaftung lief ganz gut- nachdem die erste Schrecksekunde vorbei war, starrten sie sich beide aufgeregt an. Wir dachten, das bessert sich. Zwei kerngesunde Vögel, die sich gegenseitig liebkosend auf den Sitzästen hocken, das war unsere Vision. Wäre es auch so geworden, müsste ich das alles hier nicht schreiben. Doch nun muss ich es tun. Und das macht mich traurig.
Einen Monat später war alles noch wie am ersten Tag. Ich redete mir und meinen Eltern immer ein, dass es eben bei manchen Nymphies länger oder kürzer dauert, bis sie sich verstehen und dass das alles gar nicht schlimm wäre. Tito war mehr oder weniger noch der Alte, doch uns fiel auf, dass Kiki immer ruhig war. Darüber machten wir uns allerdings keinerlei Sorgen, der Vogel sei ja schließlich gesund. Das sagte der "Züchter", der nur Geld machen wollte. Den Fakt, dass er nur die Geldscheine wollte prasseln hören, erfuhren wir jedoch erst einige Monate später. Bessergesagt, gegen Mitte Juli.
Keine Besserungen, keine Näherung, kein Kontakt zwischen Tito und Kiki. Es waren nun ja viele Wochen vergangen, nachdem Kiki zu uns kam. Nichts passierte. Meine Eltern wurden zurecht misstrauisch, aber ich blieb bei meiner Version mit Das-Dauert-Noch und Das-Wird-Noch. Als sich Tito erschrak und sich im Angstflug Federn blutig herausriss und der Flügel letztendlich herunterhing, ließen wir eine Tierärztin kommen. Sie untersuchte Tito und stellte fest, dass er sich wohl den Flügel heftig verstaucht hatte. Wir bekamen Medikamente verschrieben, die wir ihm einflößen sollen und ein Pulver, dass die Muskelbildung stärken soll. Er bekam täglich das Medikament, alles geklärt, alles gut. (für alle, die sich Sorgen machen: mittlerweile kann er wieder so wie früher fliegen.)
Am selbigen Tage wurde auch Kiki untersucht. Die Ärztin sagte uns, dass Kiki irgendwie seltsam im Käfig sitzen würde. Und das tat sie auch. Tag für Tag am selben Fleck. Sie starrte auf den Boden und schwankte seltsam. Ihr eines Füßchen hielt sie eingezogen ins Gefieder. So hockte sie da. Die Tierarzt-Helferin packte Kiki mit einem Handtuch. Die Tierärztin untersuchte sie gründlich. Sie fragte uns munter, was wir zu Fressen gaben, erzählte und erzählte. Als sie allerdings auf einer Seite die Flügel abtastete, verstummte sie. Einige Minuten später hatte sie die Diagnose. Muskelzurückbildung. Und das erklärte uns viel, sehr viel. Immer, wenn wir Kiki im Freiflug hatten, flog sie schräg, fiel auf den Boden, stürzte schlagartig ab und flog gegen alles dagegen, weil sie nicht abbremsen konnte. Dann saß sie immer völlig verzweifelt und verwirrt auf dem Boden. Ich musste ihr immer die Augen zuhalten, sie auf die Hand nehmen und in die Voliere zurücktragen. Nach ein paar solchen Erlebnissen wollte sie nicht mal mehr in den Freiflug. Sie saß noch stärker so dort, wie ich es oben beschrieben hatte. Immer, wenn sie sich bewegte, war das, um Tito anzufauchen, wenn er sie anfauchte, fressen und kaum trinken. Ansonsten saß sie, in sich innerlich zerbrochen, an ihrem Stammplatz und starrte mit glanzlosen Augen in die Ferne.
Der geldg*ile Id... "Züchter", bei dem wir Tito und Kiki gekauft hatten, hatte uns verklickert, Kiki sei total gesund und munter und wir müssten uns keine Sorgen machen. Wir hätten eigentlich merken müssen, dass das nicht stimmt, als wir sahen, wie klippendürr Kiki war. Aber wir vertrauten dem A....., weil er lauter Auszeichnungen, Weltmeisterschaften und Pokale gewonnen hatte. Allerdings nicht mit der Haltung, Gesundheit und Zufriedenheit der Tiere, sondern mit ihrem Aussehen. Das mit der Haltung habe ich erst gemerkt, als wir Kiki kauften. Als ich 7 war und Tito zu uns kam, hatte ich gedacht, er hätte die beste Haltung der Welt. Hatte er nicht. Eher die Fürchterlichste.
Kiki war mit einem gemischgeschlechttigen Schwarm in einer für Schwärme dieser Größe vieeel zu kleinen Voliere untergebracht. Es war stockdunkel, die gewellten Plastikfenster an den Seiten, an denen man durchlief, ließen keinen Fetzen Sonnenstrahlen zu den Vögeln, an den Ecken standen massenweise leergetrunkene Bierflaschen und man konnte keine fünfzehn Zentimeter gehen, ohne dass man auf eine Zigarette trat. Aber wie gesagt- wir vertrauten dem Kerl! Ich schäme mich so sehr, dass ich nicht gemerkt habe, dass da was ganz, ganz gewaltig schiefläuft. Ich hasse mich regelrecht dafür. Der Züchter wollte nur Geld sehen. Mehr nicht. Fertig. Dass Tito nicht krank war, lag vielleicht daran, dass wir ihn als gerade flüggegewordenen Jungvogel abholten und er deshalb nur ein paar Wochen dieser katastrophalen Haltung ausgesetzt war. Kiki hingegen war vier Jahre ihres grauen Lebens in dieser Horroranstalt.
(an die Mods: Entschuldigung für die Wortwahl, aber hoffentlich könnt ihr verstehen, was für einen Hass ich auf diesen Typen habe.)
Nachdem uns das klar wurde, versuchten wir alles, um das zu ändern. Wir mischten das Pulver, was wir für Tito bekamen, in ihren Napf, wenn sie fraß, probierten Naturäste, Vitamine, Käfigeinrichtungen. Zwecklos. Sie sitzt mit Angst vor allem in der Voliere und wartet, so wie es aussieht, darauf, endlich gehen zu dürfen. Sie hat wirklich Angst vor allem, sogar vor ihren eigenen Körperteilen- sie klettert vor ihren Federn weg, wenn sie gerade eine herausgemausert hat und faucht ihren Fuß an, wenn sie ihn putzt. Sie wirkt so verloren, ganz tief in sich selbst. Und nun sitzen meine Familie und ich da und rätseln, was wir noch für sie tun können.
Nun denken wir darüber nach, sie einzuschläfern. Wir denken einfach, dass Kikis Leben kein Leben mehr ist und sie nur darauf wartet, erlöst zu werden. Beim Gedanken daran, sie nicht mehr zu haben, muss ich fürchterlich weinen. Auch wenn ich sie noch nie gestreichelt habe oder sonstwas, was für andere der einzige Grund ist, ein Tier zu lieben, liebe ich sie so unendlich und kann es mir ohne sie gar nicht vorstellen und will es mir gar nicht vorstellen. Was sollen wir tun? Kiki abgeben? Seperat halten? Einen Käfig hätten wir noch. Bitte helft mir, ich bin am Ende... :010: Ich habe den Gedanken lange genug verdrängt und jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als es endlich aus mir herauszulassen und darüber zu schreiben.
Ich hoffe, jemand weiß, was wir jetzt noch tun können...
Deprimierte Grüße
RDT