Fragen zur Anschaffung

Diskutiere Fragen zur Anschaffung im Hunde Haltung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo liebe Hundefreunde, nach fast zwei Jahren melde ich mich wieder bei euch mit einem "Update" und neuen Fragen. Meine Freundin und ich hatten...
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Maexxs

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Hallo liebe Hundefreunde,

nach fast zwei Jahren melde ich mich wieder bei euch mit einem "Update" und neuen Fragen. Meine Freundin und ich hatten schon vor zwei Jahren überlegt uns einen Hund anzuschaffen. Den entsprechenden Thread findet ihr .

Inzwischen hat sich unsere Situation ein klein wenig verändert. Wir sind beide mit dem Studium fertig. Ich arbeite in einer Vollzeitstelle als Bildungsreferent, meine Freundin ist im Referendariat an einer Förderschule. Wir wohnen in einer größeren Wohnung (ca. 65 qm) in einer ländlichen Gegend mit Hof.

Wir wurden gestern auf folgenden Aufruf von der Schwester meiner Freundin aufmerksam gemacht. Er stammt von einer Schulkollegin:

Wir ziehen diesen Monat aus unserem Haus aus und können unseren Hund Felix leider nicht mitnehmen. Hier habe ich eine Beschreibung und Bilder von ihm. Wenn ihr Interesse habt ihn zu übernehmen oder jemanden kennt, der ihn bei sich aufnehmen möchte, schreibt mir bitte eine Nachricht. Danke

Felix ist ein fünfjähriger, kastrierter Rüde. Er ist ein hervorragender Wachhund aber auch sehr verschmust. Er kennt nur größere Kinder (ab ca. 10 Jahren).



Felixist ein Mischling aus Golden Retriever, Münsterländer und Beagle, trotz der drei Jagdhunde hat er keinen Jagdtrieb, dennoch ist er "einigermaßen schussfest".


Er kann bis zu acht Stunden alleine bleiben ohne etwas anzustellen. Mit Hündinnen kommt Felix sehr gut klar. Mit anderen Rüden streitet er sich manchmal.

Wir haben nun für nächste Woche einen Termin ausgemacht, an welchem wir uns mal "beschnuppern" können, ob es überhaupt passt. Trotzdem schwirren mir einige Fragen im Kopf herum, die ich euch gerne stellen würde. Ich hatte es vor zwei Jahren schon geschrieben: Wir möchte keinen Hund um eines Hundes willen, sondern weil wir ihm ein schönes, liebevolles Zuhause bieten wollen.

1. Wie schätzt ihr das Gesuch ein? Ist es realistisch, dass er acht Stunden alleine bleiben kann? Sollte er denn solange alleine bleiben? Wie geschrieben ist meine Freundin Lehrerin und demnach zwar schon gegen 14:00 Uhr zuhause, aber er müsste trotzdem 6-7 Stunden alleine sein.
2. Was sollte man bei einem Kennenlernen auf jeden Fall mit den derzeitigen Besitzern ansprechen bzw. fragen?
3. Sollten wir uns dafür entscheiden, braucht es irgendwas schriftliches?
4. Kann man einen Hund "einfach übernehmen"? Ich stelle mir das schwierig vor, denn er war ja fünf Jahre Teil der Familie und kommt dann plötzlich in ein neues Umfeld, soll auf neue Leute hören etc. Wie stellt man sowas denn an, wenn man einen erwachsenen Hund aufnimmt?

Ich danke euch schon jetzt für Antworten. :)
Herzliche Grüße
Maexxs
 
  • Fragen zur Anschaffung Beitrag #2
Willkommen zurück :D.

Zu deiner ersten Frage wegen des Gesuchs:
Er ist ein hervorragender Wachhund aber auch sehr verschmust. Er kennt nur größere Kinder (ab ca. 10 Jahren).
Das mit den Kindern ist nicht unbedingt ein Problem. Was mich stutzig macht ist die Aussage »hervorragender Wachhund«. Das bedeutet nämlich, dass er seine Wohnung und sein grundstück verteidigt, vielleicht sogar seine Besitzer. Ein guter Wachhund ist aufmerksam und schlägt bei jeder möglicher Weise gefährlichen Kleinigkeit an. Ein guter Wachhund ist nicht unbedingt ein angenehmer Haushund. Zudem könnte das beim alleine bleiben ein Problem darstellen, wenn er nämlich bei jedem Geräusch kläfft und kläfft und kläfft.

Felixist ein Mischling aus Golden Retriever, Münsterländer und Beagle, trotz der drei Jagdhunde hat er keinen Jagdtrieb, dennoch ist er "einigermaßen schussfest".
Der Witz ist gut :eusa_eh:. Allein schon Münsterländer und Beagle haben es in sich. Besonders der Münsterländer ist ein Spürhund und dementsprechend nicht nur auf Sicht weg, sondern auch wenn er etwas riecht, was du im Traum nicht wahrnimmst. Der Goldi ist ein Spür- und Apportierhund, also ebenfalls ein theoretisch jagdlich führbares Tier, auch wenn er heute nur noch selten dafür verwendet wird und eher als Familienhund angesehen wird. Alles in allem halte ich es für fast unmöglich dass so eine Mischung angeblich gar keinen Jagdtrieb zeigt. Das wäre gegen alle Instikte seiner Vorfahren. Da würde ich genau nachhaken und das würde ich auch gerne auf einem Spaziergang sehen. SIcher kann man als Anfänger auch gut mit einem Jagdhund klar kommen, aber man sollte sich im Klaren sein, was einen u.U. erwartet und mit dieser Art Hund klar kommen.

Ist es realistisch, dass er acht Stunden alleine bleiben kann? Sollte er denn solange alleine bleiben?
Es ist schon möglich, dass er es kann. Drauf anlegen würde ich es aber nicht. Ein Hund sollte m.E. nicht länger als 4-5 Stunden alleine bleiben, allein schon, weil er sich irgendwann lösen muss. Außerdem finde ich es immer schwierig, noch genug Zeit und Energie für einen Hund aufzubringen, wenn man acht Stunden außer Haus war.

2. Was sollte man bei einem Kennenlernen auf jeden Fall mit den derzeitigen Besitzern ansprechen bzw. fragen?
Ich würde alles über den Hund wissen wollen: Wo kam er ursprünglich her und besteht da noch Kontakt? Hat er eine medizinische Vorgeschichte, hat er mal irgendwelche Auffälligkeiten gezeigt (Verhalten wie Gesundheit), was kennt er alles (Stadt, öffentliche Verkehrsmittel, Katzen usw.)? Wie viel Bewegung ist er gewohnt, was bekam er bisher zu fressen, welche Leckerlis usw.? Welche Kommandos kennt und befolgt er?

3. Sollten wir uns dafür entscheiden, braucht es irgendwas schriftliches?
Auf jeden Fall! Macht einen Kaufvertrag, der euch alle Rechte an dem Tier sichert. Nicht, dass die alten Besitzer in ein paar Wochen den Hund doch wieder aufnehmen können und bei euch vor der Tür stehen. Zahlt direkt bei der Übergabe in Bar die Schutzgebühr und lasst die Zahlung im Vertrag gleich vermerken. Ihr müsst ausdrücklich als neue Eigentümer auf dem Papier stehen. Die Übergabe aller Papiere des Hundes (Impfpass usw.) gehört auch dazu. Den lasst ihr beim TA auch gleich auf euch eintragen und bei der Stadt wird er auch sofort umgemeldet. Zu oft hatten wir hier schon panische Hilfegesuche, bei denen ein vermittelter Hund zurück verlangt wurde und man nichts schriftliches hatte.

4. Kann man einen Hund "einfach übernehmen"? Ich stelle mir das schwierig vor, denn er war ja fünf Jahre Teil der Familie und kommt dann plötzlich in ein neues Umfeld, soll auf neue Leute hören etc. Wie stellt man sowas denn an, wenn man einen erwachsenen Hund aufnimmt?
So viel anders als bei einem Welpen ist es vermutlich nicht. Der Hund wird eine Weile brauchen, um sich bei euch einzugewöhnen und vollkommen normal zu verhalten. Manche Hunde weinen zu Anfang (weswegen er auch nicht gleich alleine gelassen werden sollte). Aber früher oder später wird er sich gewöhnen. Behandelt ihn einfach normal, beschäftigt euch mit ihm und seid von Anfang an konsequent.

Liebe Grüße
 
  • Fragen zur Anschaffung Beitrag #3
Ich würde, wie Mischling schon schreibt, auf jeden Fall auch mal nachfragen, was das Wachhunde-Verhalten betrifft. Wie äußert sich das? Bitte die derzeitigen Besitzer, Beispiele zu bringen. Auch: Wie verhält sich der Hund bei Klingeln, bei Betreten des Grundstücks etc durch Fremde? Vielleicht könnt ihr dies bei Eurem Besuch schon erkennen...

Wie verhät sich der Hund in Alltagssituationen, was kennt er oder kennt er nicht? Kann man ihm am Lebensmittelladen draußen anbinden? Ins Restaurant mitnehmen? Ist er eher ängstlich oder forsch? Staubsauger, Silvesterkracher etc? Besondere "Macken"?

Den angeblich nicht vorhandenen Jagdtrieb würde ich auch genau erfragen. Kann man den Hund ableinen? In welchen Situationen, wann evtl. nicht? Wie reagiert er, wenn Hase Katze Maus Reh auftaucht...

Und...nicht zu vernachlässigen: Funkt es? Zwischen Euch und dem Hund?

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

P.S. Vielleicht stehe ich ja auf der Leitung, aber was soll denn "einigermaßen schussfest" bedeuten?
 
  • Fragen zur Anschaffung Beitrag #4
Hallo Maexxs,
ich würde mich freuen, für euch und den Hund, - wenn ihr evtl. Felix zu euch nehmt. Nachdenken ist gut -mann kann aber auch in Bedenken ertrinken.
Es wird - im Gegensatz zu der "Kollegin" hoffentlich eine Entscheidung für ein Hundeleben (mind. 12 jahre ok - 5 bereits gelebten = mind. 7 Jahre)

Ich finde es toll wenn man sich vorher informiert...nur absichern kann man sich vorher nicht.Jagd er, bellt er, verrupft er was, zieht er, hört er, "funktioniert" er......

Am besten ist eh, der Hund "gehört" nur einer Person von einem Paar- dann gäbe es auch keine Scheidungs-Tierheim-Hunde...

Sorry, aber ich habe mich gerade super darüber aufgeregt, daß vermeidlich verantwortungsbewusste Menschen (Kollegin im Aus- Bildungsbereich zur Erziehung) mit eindeutiger Signalfunktion seinen Hund nach Jahren aufgrund eines Umzuges abgibt- ohne dass sich ihr Umfeld darüber beschwert - nein - es einfach so hin nimmt.


Und mein OT gilt NICHT deinem Thread aber:

Off-Topic
Wirklich OT : Wie kann man/sie als professionelle "Erziehungsbildende " Person, ein Familien Mitglied nach 5 jährigem Zusammenleben auf Grund einer Wohnungssituation abgeben.
Sorry - aber das erklärt wohl so einiges, was in unserer Gesellschaft schief läuft - was bitte setzt diese "Kollegin" für ein Zeichen. Naja vieleicht ist es ihr auch egal...Job halt.


LG Suno
 
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